Kommentar18. Mai 2021

Jetzt die Kinder impfen?

Der erste Sars-CoV-2 Impfstoff hat für Kinder ab 12 Jahren eine "bedingte" Zulassung erhalten, manche Länder impfen damit schon. Dosisfindungstests an kleineren Kindern ab 6 Monate laufen, entsprechende Impfstoffe werden ab Ende des Jahres erwartet. Die Frage wird also allmählich konkret: Sollen die Kinder geimpft werden?

Vorneweg ein paar Dinge zur Positionsbestimmung.

  • Erstens: Ich werde hier keine klare Antwort geben, also mit Ja oder mit Nein antworten. Dafür sind manche Entscheidungsgrundlagen aus meiner Sicht noch zu ungenau.
  • Zweitens: ich gehöre nicht zu den generell impfkritischen Kinderärzten, ich finde Impfungen eine wunderbare Erfindung (auch wenn für mich ein paar der Kinder-Impfungen über das Ziel hinausschießen – wer meine Position kennenlernen will, dem sei das Impfkapitel in meinem Buch Gesundheit für Kinder empfohlen).
  • Drittens: Es geht mir hier nur um die Impffrage bei Kindern und Jugendlichen. Was die Erwachsenen angeht, so bin ich jedem Gott dieser Welt dankbar, dass wir jetzt endlich gegen SARS-CoV-2 impfen können und so als Gesellschaft endlich aus der Geiselhaft dieses Virus herauskommen können (was nicht heisst, dass ich für eine Strategie „Impfen um jeden Preis“ plädiere und auch nicht, dass ich das Thema Impfen mit irgendeiner Form von Zwang verbunden sehen will.)
  • Viertens: Das Thema ist komplex, ich werde es in Teile gliedern müssen.

Teil 1: Die Argumente für eine Impfung

Jede Impfung muss aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden: Was bringen sie dem geimpften Kind selbst? Und: Was bringen sie den anderen Kindern bzw. der Gemeinschaft insgesamt?

Beispiel Rötelnimpfung: sie bringen den Mädchen viel, den Buben kaum etwas. Trotzdem ist es richtig die Buben mitzuimpfen, weil sonst der Schutz der Mädchen zu löchrig wäre. Aus der individuellen Perspektive macht die Impfung also teilweise keinen Sinn, aus der bevölkerungsbezogenen Perspektive aber sehr wohl.

Diese beiden Perspektiven will ich auch bei der SARS-CoV-2 Impfung berücksichtigen. Hinzu kommt bei Kinderimpfungen eine dritte Perspektive: Weil Kinder selbst die Entscheidung für oder gegen eine Impfung nicht treffen können, obliegt der Gesellschaft eine besondere Fürsorgepflicht was die Prüfung und Indikationsstellung von Arzneimitteln und Impfungen für Kinder angeht. Nicht nur muss der Nutzen der Impfung wissenschaftlich auf höchstem wissenschaftlichem Evidenzniveau begründet sein, er muss zudem gegenüber möglichen Alternativen, also anderen Präventionsmaßnahmen abgewogen werden.

Erhalte neue Beiträge per E-Mail

Die mit den Kinder-Impfungen verbundenen Hoffnungen

Nehmen wir uns nun als erstes die Argumente vor, die für eine Impfung von Kindern vorgebracht werden:

  • Erstens. Sie schützen die geimpften Kinder vor einer Covid-Erkrankung und vor den damit manchmal verbundenen Begleit- und Folgeschäden, wie MISC (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children = PIMS = Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome: schweres Krankheitsbild mit Organentzündungen und möglichen Folgeschäden insbesondere am Herzen) und PASC (post-acute sequelae of COVID-19 = „Long Covid“, also über Monate bis möglicherweise über Jahre anhaltende gesundheitliche Probeme, die teilweise ein normales Alltagsleben verunmöglichen).
  • Zweitens. Sie schützen insbesondere vulnerable und chronisch kranke Kinder, die schlechter mit einer Covid-Erkrankung zurechtkommen und deren Grunderkrankung durch eine SARS-CoV-2 Infektion verschlimmert werden könnte.
  • Drittens. Durch die Impfung von Kindern können andere Kinder und Erwachsene vor einer Ansteckung geschützt werden. Weil das Übertragungsrisiko nun kleiner ist, stellen die Kinder insbesondere eine geringere Gefahr für ihre LehrerInnen, ErzieherInnen, Eltern und Großeltern dar
  • Viertens. Durch die Impfungen der Kinder erfährt die Epidemie möglicherweise eine Bremse: die Infektionszahlen gehen rascher zurück, der R(t) Wert sinkt schneller, die Epidemie kann damit besser und punktgenauer bekämpft werden, und die Gesellschaft schneller zur Normalität zurückkehren – wovon unter anderem auch die Kinder profitieren.
  • Fünftens. Durch die Impfung der Kinder werden die Kinder auch wieder besser und vollständiger am sozialen Leben teilnehmen können – durch die Impfung wird somit verhindert, dass die seelische Entwicklung der Kinder weiter Schaden nimmt. Sie können dann insbesondere wieder in die Schule gehen und ihr Recht auf Bildung wahrnehmen („Das Recht auf Bildung mit Kita- und Schulbesuch kann im Winter 2021/2022 nur mit einer rechtzeitigen COVID-19-Impfung gesichert werden“, so formuliert es ein vom Deutschen Ärztetag am 4.5.2021 angenommener Leitantrag). Sie können wieder andere Kinder treffen, die Großeltern wieder besuchen und sich dadurch seelisch und sozial besser entfalten. Davon profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch die Familien („Die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe erlangen Familien mit Kindern nur mit geimpften Kindern zurück“, heisst es in dem besagten Leitantrag).
  • Sechstens. Wenn die Kinder geimpft werden, ist eine mögliche Herdenimmunität (Populationsimmunität) rascher und leichter zu erreichen – also ein weitgehender Schutz der gesamten Gemeinschaft vor einer weiteren epidemischen Ausbreitung von SARS-CoV-2. Es könnte sogar sein, dass dieses Ziel ohne die Impfung von Kindern und Jugendlichen gar nicht erreichbar ist und die Gesamtbevölkerung damit weiterhin für eine epidemische Ausbreitung von SARS-CoV-2 empfänglich ist. Der Deutsche Ärztetag formuliert es so: „Ca. 14 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 16 Jahre und können mit den derzeit verfügbaren COVID-19-Impfstoffen nicht geimpft werden. Um in unserem Land eine Herdenimmunität gegen die SARS-CoV-2-Pandemie zu erreichen, muss diese Lücke unbedingt geschlossen werden.“

Soweit die Argumente, die für die Impfung von Kindern vorgebracht werden. Ob sie faktisch korrekt sind, will ich nach und nach untersuchen.

Das individuelle Argument

Heute will ich mich dem ersten Argument widmen, es ist nach meinem Dafürhalten das komplizierteste: Was hat das einzelne Kind davon, gegen SARS-CoV-2- geimpft zu werden? (Die anderen Argumente werde ich in einem weiteren Teil behandeln, sie sind meines Erachtens vergleichsweise einfach „abzuvespern“)

Kinder, so die Hoffnung, werden durch eine Impfung gegen schwere Covid-Verläufe und den damit manchmal verbundenen Begleit- und Folgeschäden, wie MISC und PASC („Long Covid“) geschützt. Diese Hoffnung ist tatsächlich gut begründbar, weil davon auszugehen ist, dass durch eine Impfung gegen SARS-CoV-2 ein guter Teil dieser Fälle verhindert werden können. Unklar ist allerdings noch, wie hoch dieser Teil ist. Es ist anzunehmen (und aus den bisherigen Erfahrungen bei den Erwachsenenimpfungen abzuleiten), dass es auch bei geimpften Kindern teilweise zu erneuten Infektionen mit dem Wildvirus kommen kann, wodurch theoretisch ein Teil der Kinder dann trotz Impfung an Covid, MISC oder PASC erkranken kann. Ob und in welchem Maß dies passieren wird, ist bisher unklar. (Bei Erwachsenen kann bei bis zu 2% der vollständig geimpften Personen innerhalb von 6 Monaten eine erneute Infektion vorkommen, es kommt bei diesen Zweitinfektionen dann aber sehr selten zu einer Erkrankung und nur extrem selten zu einem schweren Verlauf, die genauen Zahlen dürften auch davon abhängen, welcher Zeithorizont dann jeweils betrachtet wird und vor allem welche Virusmutationen in Zukunft auftreten werden).

Unklare Häufigkeiten

Unklar ist zudem noch immer, mit welcher Häufigkeit von Begleit- und Folgeschäden von Covid bei Kindern zu rechnen ist – diese Unklarheit macht es derzeit ebenfalls schwer, den möglichen Nutzen von Impfungen bei Kindern einzuschätzen. Recht gut bekannt ist, dass die Häufigkeit schwerer Krankheitsverläufe sowie die Sterblichkeit an Covid bei Kindern bisher extrem gering ist. In Deutschland mussten bisher unter 80 Kinder wegen Covid auf Intensivstationen behandelt werden, 4 Kinder und Jugendliche sind an Covid verstorben. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass diese Zahlen sich auf eine Durchseuchung der 0-18 Jährigen von maximal 5% beziehen. Bei einer vollständigen Durchseuchung läge diese Zahl entsprechend höher. Auch ist der Einfluss möglicher neuer Mutanten auf die Krankheitsverläufe bei Kindern bisher unbekannt. Nach den jetzigen Umständen sind für die Zukunft selbst bei hoher Infektionsaktivität bei Kindern und Jugendlichen wahrscheinlich eher unter 5 Todesfälle pro Jahr zu erwarten. (Zum Vergleich: an Influenza dürften in Deutschland pro Jahr etwa 5-10 Kinder und Jugendliche versterben).

Noch weniger berechenbar sind die Begleit- und Folgeerscheinungen von Covid bei Kindern. In Deutschland traten über das letzte Jahr ca. 300 MISC-Fälle auf,  in etwa 5-10% ist mit Folgeschäden (z.B. an den Herzkranzgefäßen) zu rechnen.  Auch diese Zahlen beziehen sich auf eine Durchseuchung von ca. 5% der etwa 14 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Das heisst, dass bei einem ungebremsten Epidemieverlauf (oder bei einer endemischen Situation mit saisonalen Infektionen bei Kindern und Jugendlichen) in der Zukunft mit bis zu 250 PIMS-Fällen pro Jahr zu rechnen sein dürfte (auch hier vorausgesetzt, dass mögliche neue Mutanten die Inzidenz nicht stark verändern und auch vorausgesetzt, dass die Krankheit nicht vielleicht bald durch Medikamente gut behandelbar sein wird, was nach ersten Forschungsberichten durchaus eine Möglichkeit werden könnte).

Am Allerschwierigsten sind die Voraussagen zu PASC („Long Covid“) bei Kindern und Jugendlichen, weil es hierzu bisher kaum systematische Untersuchungen gibt. Es ist gesichert, dass Long Covid auch bei Kindern vorkommt, und zwar ab etwa 6 Jahren. Das Bild scheint bei Kindern und Jugendlichen ganz ähnlich wie das bei Erwachsenen auszusehen. Zur Häufigkeit existieren bisher nur 2 Studien, eine retrospektive Studie an eher mild an Covid erkrankter Kinder und eine prospektive Studie von im Krankenhaus wegen Covid behandelten Kindern. Beide zeigen eine überraschend hohe Häufigkeit von über (mindestens) mehrere Monate persisitierender Symptome, durch die sich etwa 9% der Kinder noch nach 4 Monaten in ihrem Alltag stark oder sehr stark belastet fühlen. Berichtet werden insbesondere Fatigue, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme und Muskelschmerzen. Tatsächlich erinnert das Krankheitsbild in vielem an die für Kinder nach anderen Infektionskrankheiten, insbesondere dem Pfeifferschen Drüsenfieber, beschriebenen Chronic-Fatigue-Langzeitverläufe. Sehr schwere, mit langfristiger Bettlägerigkeit verbundene Fälle scheinen glücklicherweise zumindest nach der italienischen Studie eher selten zu sein. Allerdings zeigt eine schwedische Fallserie von 5 betroffenen Kindern, dass keines von ihnen selbst 6 bis 8 Monate später wieder in die Schule gehen konnte. Eindeutig gibt es zu PASC bei Kindern also noch einen großen Forschungsbedarf (die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie beteiligt sich mit einem Survey in Deutschland daran).

Was heisst das alles für die Impffrage bei Kindern?

Zunächst einmal wären die genannten (teilweise unsicheren, und wegen der inzwischen gut dokumentierten Mutationslust von SARS-CoV-2 auch leider nicht „zukunftsfesten“) Häufigkeitsangaben zu Sterblichkeit und Krankheitslast durch Covid bei Kindern zumindest einmal eine Datenbasis. WENN die Impfungen von Kindern und Jugendlichen die genannten schwerwiegenden Fälle zu 100% verhindern würden, dann könnte mit einer Impfstrategie aller Kinder die entsprechende Anzahl an Todesfällen, PIMS und PASC verhindert werden (vorausgesetzt die Impfungen würden nicht selbst in seltenen Fällen ein MISC oder PASC auslösen – dies ist theoretisch denkbar, wenn auch unwahrscheinlich – allerdings eben auch nicht so unwahrscheinlich, dass auf eine entsprechende Überprüfung durch umfassende Impfstudien verzichtet werden könnte).

„Lohnt“ sich also eine Impfempfehlung für alle Kinder? Das ist schwer zu sagen, weil dazu ja auch mögliche Nachteile einer Impfung berücksichtigt werden müssten (dazu gleich mehr). Vor allem aber ist die Antwort auf diese Frage schwierig,  weil sie eine Bewertung bzw. weitere Frage enthält: Ab welcher durch Impfung zu verhindernden Zahl von schwer Erkrankten oder langfristig geschädigten Kindern „lohnt“ sich denn eine Impfung aller Kinder?

Diese Frage stellt sich in Deutschland auch bei anderen Impfungen. Tatsächlich schützen viele der für alle Kinder empfohlenen Regelimpfungen vor sehr seltenen Krankheiten (und das oft nicht einmal zu 100%). Die Meningokokken-C-Impfung etwa ist eine Regelimpfung für alle Kinder, dabei treten im Kleinkind- bis Jugendalter allenfalls etwa 30 Fälle der Erkrankung auf. Die Rotavirenimpfung verhindert praktisch keine bleibenden Schäden (dafür sehr viele Krankenhausaufenthalte). Und die FSME-Impfung („Zeckenimpfung“) verhindert schon deshalb kaum einmal eine schwere Erkrankung bei Kindern, weil Kinder unter 10 Jahren kaum jemals schwere FSME-Verläufe haben – trotzdem bekommen fast alle Kinder in den „Zecken-Bundesländern“ diese Impfung (dagegen ist die Impfung gegen Influenza bei Kindern bisher – im Gegensatz zu den USA – nicht als Regelimpfung bei Kindern empfohlen, obwohl hier Todesfälle durchaus vorkommen, und die Impfungen bei Kindern deren Zahl halbieren könnten. Dieses Beispiel zeigt, wie komplex und idiosynkratisch Impfempfehlungen sein können). Jedenfalls: Die Frage, ab wann sich eine Impfung lohnt, ist schon spannend genug.

Impfung versus natürlicher Verlauf

Bei SARS-CoV-2 kommen wir bei einer Bewertung des Impfangebots zudem nicht um weitere Aspekte herum (dass manche davon offene Fragen enthalten, macht das Thema nicht einfacher).

Die Immunantwort auf SARS-CoV-2 ist altersabhängig sehr unterschiedlich – das gilt sowohl für die natürliche Infektion (Wildinfektion) als auch für die Impfung. Da stehen dann Fragen im Raum wie: Haben Kinder vielleicht nach der Wildinfektion mit SARS-CoV-2 einen stärkeren Immunschutz? Könnte dieser sie vielleicht auch gegen andere Coronaviren (die vor allem im Winter grassierenden „Schnupfen-Coronaviren“) schützen? Und: könnte der durch eine Wildinfektion mit SARS-CoV-2 erworbene Immunschutz vielleicht länger anhalten als der per Spritze erworbene? Und: Wird ein auf natürlichem Weg erworbener Schutz gegen SARS-CoV-2 bei Kindern vielleicht durch die Schnupfen-Coronavireninfektionen, denen gerade die jüngeren Kinder häufig begegnen, immer wieder neu aufgefrischt – und hält dann im Idealfall vielleicht sehr lange an?

erw

kinder

Bekannt ist bisher das: Es gibt Hinweise, dass die Wildinfektion insgesamt einen länger anhaltenden und tieferen Schutz vermittelt als Impfungen. Dieser Effekt könnte bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen noch stärker ausgeprägt sein: Tatsächlich scheinen bei Kindern die Antikörper und auch die zelluläre Immunantwort nach einer SARS-CoV-2 Infektion länger vorzuhalten als bei Erwachsenen. Sie könnten zudem „kreuzreaktiv“ auch vor anderen Coronaviren  schützen. Letzteres Phänomen wirft dann auch die Frage auf, ob Kinder durch eine Wildinfektion dann vielleicht auch gegen mögliche neue SARS-CoV-2-Mutanten besser geschützt wären als durch eine Impfung. (Zu dieser Frage gibt es bisher leider keine Antwort. Bei den Erwachsenen hat sich bisher gezeigt, dass eine Wild-Infektion mit dem Ursprungsvirus zwar gegenüber den meisten Mutationen schützt, aber, das zeigen vorläufige Daten aus Südafrika, möglicherweise nicht gegen alle. Das heißt, zumindest bei Erwachsenen könnte das genetische Roulette durchaus auch zu einer Situation führen, in der eine Impfung besser vor neuen Mutanten schützt als eine vorhergehende „natürliche“ Infektion (tatsächlich gibt es Hinweise, dass zumindest die mRNA-Impfung ganz gut und einigermaßen langfristig gegen die bisher bekannten Mutanten wirkt, und auch dass bei Erwachsenen durch eine Impfung teilweise höhere Antikörperspiegel entstehen als nach einer Wildinfektion. Ein ähnliches Szenario könnte bei Kindern aufgrund der „tieferen“ Wirkung der „originalen“ Wildinfektion seltener sein, ausgeschlossen ist es aber nicht, weil dazu bisher keine Untersuchungen vorliegen).

Damit steht folgende Überlegung im Raum: Wenn sich der recht breite, länger anhaltende und robuste Schutz nach einer durchgemachten SARS-CoV-2 Infektion bestätigt, dann würde bei Kindern eine Impfung möglicherweise nur einen vergleichsweise geringeren und vielleicht auch vergleichsweise deutlich kürzer anhaltenden Schutz vermitteln als die Wildinfektion. Im Vergleich zu Erwachsenen hätten Kinder dann von einer Impfung einen deutlich kleineren Benefit.

Umso wichtiger wäre also, dass ihnen durch die Impfung möglichst wenig Nachteile entstehen.

Welche Nachteile könnten das sein?

Zum einen wären hier die unmittelbaren Nebenwirkungen der Impfung zu nennen – also die üblichen Impfreaktionen (also Fieber und evtl. damit verbundene Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit, Trinkschwäche oder bei den ganz Kleinen auch mal ein Fieberkrampf). Bei Erwachsenen scheint die SARS-CoV-2 Impfung teilweise recht starke Impfreaktionen auszulösen (das legen unter anderem die recht häufigen Fehlzeiten am Arbeitsplatz an den Tagen nach der Impfung nahe). Wie die Impfung von Kindern vertragen wird, wird sich in den jetzt laufenden Dosisfindungsstudien zeigen. Aber auch an mögliche Impfkomplikationen ist zu denken. Zur Erinnerung: Impfungen können in seltenen Fällen auch einmal Komplikationen auslösen, die ähnlich gefährlich sein können wie die Krankheit selbst (wir haben solche Fälle in den letzten Monaten am Beispiel der AstraZeneca-Impfung kennen gelernt, wo Einzelfälle von lebensgefährlichen und sogar tödlichen Thrombosen aufgetreten sind).

Eltern kennen diese Argumentation von der Masernimpfung: eine Hirnentzündung, die bei Wild-Masern etwa bei jedem 1000. Kind auftritt, tritt nach der Masenimpfung bei etwa jedem Millionsten Kind auf – also 1000 mal seltener, aber im ungünstigsten Falle eben doch. Das dürfte bei der SARS-CoV-2 Impfung nicht anders sein:  auch hier ist mit – wahrscheinlich extrem seltenen – Impfkomplikationen zu rechnen. Diese würden allerdings bei Kindern umso schwerer wiegen, weil die Wildverläufe bei Kindern nun einem nur selten schwerwiegend sind. Nur: Um seltene Komplikationen zu erkennen, reichen Zulassungsstudien an wenigen tausend Kindern nicht aus (die jetzt vorgelegte Biontech-Zulassungsstudie umfasst etwa 2000 Kinder).

Zur Erinnerung: Als 2009 die Schweinegrippe grassierte, wurde in einem ähnlich schnellen Verfahren der Impfstoff Pandemrix zugelassen, er wurde an 30 Millionen Europäer verimpft. Im Zusammenhang mit den Pandemrix-Impfungen traten rund 1300 Fällen von Narkolepsie auf, einer schweren Regulationsstörung des Schlaf-Wach-Verhaltens. Betroffen waren vor allem Kinder und Jugendliche mit einer bestimmten genetischen Prädisposition. Dass die Pandemrix-Impfung unter bestimmten Bedingungen ein Narkolepsie-Risiko darstellen könnte, war in den Zulassungsstudien unerkannt geblieben.

Möglicher „Impfautomatismus“

Ein weiterer Nachteil für die Kinder könnte durch den „Impfautomatismus“ entstehen. Nehmen wir an, die geimpften Kinder bräuchten dann jedes Jahr eine Auffrischimpfung, um ihren Immunschutz gegen SARS-CoV-2 aufrechtzuerhalten. Diese Auffrischungen werden bei manchen Familien verlässlicher abgehakt werden als bei anderen, d.h. es können durchaus immer wieder Schutzlücken entstehen – und die Kinder dadurch vielleicht doch noch mit dem Wildtyp erkranken.

Mögliche Altersverschiebung

Nun dürfte das Problem mit den Lücken umso häufiger werden, je älter die Kinder sind – schon bei den Jugendlichen sinken die Impfquoten ja bei allen Impfungen deutlich ab, bei jungen Erwachsenen erst recht (unser Problem etwa bei der Keuchhustenimpfung). Aber genau diese nun ins spätere Lebensalter verschobene Anfälligkeit könnte nachteilig sein, weil im späteren Leben schwere Covid-Verläufe viel häufiger vorkommen als in der Kindheit.

Wir hätten dann also auch bei SARS-CoV-2 das Dilemma der „Kinder“-Krankheiten: diese verlaufen im „natürlichen“ Infektionsalter (Kleinkindalter) weniger schwer als später im Leben (man denke etwa an die Masern, Mumps oder Windpocken). Wer die Krankheit nicht als Kleinkind „in echt“ durchgemacht hat, sollte deshalb möglichst einen Impfschutz besitzen. Nur: anders als bei Mumps, Masern und Co, wo ein oder zwei Impfungen einen lebenslangen Schutz vermitteln, könnte es bei SARS-CoV-2 durchaus heissen: eine Auffrischimpfung jedes Jahr (diese Zeitangabe ist allerdings reine Spekulation, weil sich zu dem zu erwartenden Impfintervall aus mehreren Gründen noch nichts sagen lässt – zum einen ist ja unbekannt, wie rasch der Impfschutz bei den Kindern dann nachlässt und zum zweiten ist unbekannt, ob der Impfschutz bei Kindern sich vielleicht durch andere Coronavirusinfektionen oder wiederholte Begegnungen mit SARS-CoV2 immer wieder „von selbst“ erneuert).

Originale Antigensünde

Ein weiteres Problem oder Nachteil für die Kinder könnte durch ein Immunphänomen entstehen, das sich „originale Antigensünde“ oder auch Antigenerbsünde nennt. Leider ist in Bezug auf SARS-CoV2 dazu wenig bekannt, aber das Phänomen sollte zumindest diskutiert werden. Bei manchen Infektionskrankheiten (wie etwa der Influenza) kann beobachtet werden, das die erste Infektion mit dem Erreger im Immunsystem die tiefsten Spuren hinterlässt („the first cut is the deepest“). Prof. Drosten geht auf das Phänomen der Antigen-Erbsünde in einem ndr-Podcast ein, in dem er erklärt, warum bei der Schweinegrippe alles anders kam als erwartet. Die Schweinegrippe im Jahr 2009/2010 verlief nämlich gerade bei denjenigen überraschend mild, die von der Grippe normalerweise besonders schwer betroffen werden – den älteren Menschen. Als Grund stellte sich heraus, dass gerade die gegenüber Influenza eher verletzlichen älteren Menschen in ihrer Kindheit bereits Kontakt mit einem ganz ähnlich aufgebauten Influenzastamm hatten – ihr Immunsystem sprang also gegenüber der Schweinegrippe sofort an und wehrte sich erfolgreich. Weil der „first cut“  tiefe Spuren im Immunsystem hinterlassen hatte, war dieser Teil der Bevölkerung gegen die Schweinegrippe gut geschützt. An der Schweinegrippe erkrankten deshalb vorwiegend mittelalte und jüngere Menschen (und zum Teil auch schwer, tatsächlich hatte die Schweingrippe alle Zutaten für schwere Verläufe).

Was das für SARS-CoV-2 bedeuten könnte? Der „first cut“ könnte für viele Kinder die Begegnung mit einem Impfstoff sein. Diese Begegnung hinterlässt allerdings nur sehr „schmale“ Spuren, weil bei der Impfung (ob sie nun auf mRNA-Technologie oder auf veränderten Virusvektoren basiert) dem Immunsystem bisher nur ein kleiner Teil des Virus (das Spike-Protein), präsentiert wird. Bei der Infektion mit dem Wild-Virus dagegen baut das Immunsystem seine Abwehr auch gegen andere Teile des Virus auf, sie ist also breiter. Was, wenn nun neue Mutanten von SARS-CoV-2 auftreten, wie es von vielen VirologInnen erwartet wird? Aller Voraussicht nach wären das dann SARS-CoV-2 Viren mit einem veränderten Spike-Protein (letzteres ist für Mutationen besonders anfällig). Dann wären die geimpften Kinder möglicherweise in zweifacher Hinsicht im Nachteil: das Immunsystem produziert  dann vielleicht immer nur diejenigen Antikörperversionen, die es nach der Impfung, also bei seiner ersten Begegnung mit dem Spike-Protein entwickelt hat. Kinder, die das Wild-Virus „durchgemacht“ haben, wären dann vielleicht im Vorteil – auch weil ihr Immunsystem dann ja nicht nur Antikörper gegen das (nun mutierte) Spike-Protein produzieren würde, sondern auch viele andere Antikörper, die gegen andere Teile des Virus gerichtet sind (typischerweise treten Mutationen nicht an mehreren Stellen gleichzeitig auf).

Es könnte also durchaus auch aus diesem Grund sein, dass die Infektion mit dem Wildvirus den Kindern einen besseren Schutz gegenüber unerwarteten Mutanten verleiht als die Impfung. Nachgewiesen allerdings ist dies bisher nicht. Bei Erwachsenen scheinen die Impfungen bisher recht gut zumindest gegenüber schweren Verläufen mit den einschlägigen Mutanten zu schützen. Unklar ist nur, ob dies bei Kindern ebenso ist und ob dies auch für zukünftige Mutanten gilt.Ja, diesbezüglich könnte die Zukunft sogar Überraschungen bereithalten. So hat sich bei der „südafrikanischen“ Mutation von SARS-CoV-2 (B.1.351) zum Beispiel gezeigt, dass die vorherige Wild-Infektion mit dem ursprünglichen SARS-CoV-2-Virus eben NICHT vor einer erneuten Ansteckung schützt, die Impfung (in diesem Fall der Proteinimpfstoff von Novovax) dagegen schon.

Wildinfektion als Übertragungsbremse?

Eine letzte Überlegung will ich noch hinzufügen. Es könnte auch sein, dass die Wildinfektion bei Kindern einen zusätzlichen Immunschutz anregt, der vielleicht auch epidemiologisch, also für die Frage möglicher weiterer Übertragungen relevant sein könnte. Kinder scheinen nämlich anders auf SARS-CoV-2 zu reagieren als Erwachsene. Sie wehren das Virus nämlich schon frühzeitig nach einer Infektion über ihr „Schleimhaut-Immunsystem“ ab (dadurch können sich die Viren weniger gut im Körper ausbreiten, was zum Teil die günstigeren Verläufe bei Kindern erklärt). Dieses Phänomen könnte auch den überraschenden und interessanten Befund erklären, dass sich die von Kindern unter 10 Jahren abgestrichenen SARS-CoV-2-Viren auf Zellkulturen deutlich schlechter vermehren als die von Erwachsenen. Abstrich ist also nicht gleich Abstrich – Abstriche aus Kinderrachen sind weniger ansteckend als Abstriche aus Erwachsenenrachen.

Dieser rasche Aufbau einer „Schleimhaut-Immunität“ könnte aber auch bedeuten, dass sich Kinder nach einer Wildinfektion seltener neu anstecken als Erwachsene – und eben auch seltener als nach einer Impfung (durch die Impfung entsteht keine Schleimhaut-Immunität). Dies könnte dann durchaus auch bedeuten, dass die Kinder nach einer natürlichen Infektion dann eine geringere Rolle in der zukünftigen Übertragungskette spielen könnten  als wenn sie geimpft wären.

Ein Fazit

Ziehen wir – bei aller Unsicherheit, die manche Aussagen derzeit enthalten müssen – ein Fazit. Die Frage, was Kinder von einer Impfung gegen SARS-CoV-2 haben, ist schon aus der individuellen Perspektive sehr kompliziert und von Annahmen abhängig. (Eine meiner Annahmen – ich werde sie in meinem nächsten Beitrag zur Impffrage begründen – ist zum Beispiel, dass SARS-CoV-2 endemisch werden wird, das heisst, dass eine wie auch immer definierte „Herdenimmunität“ zumindest eine saisonale Infektionsaktivität nicht wird verhindern können). Unter diesen Annahmen scheint es tatsächlich viele Argumente zu geben, dass eine Wildinfektion für die Kinder in Bezug auf ihren zukünftigen Schutz einige Vorteile haben könnte. Auch gibt es durchaus Argumente, nach denen die Kinder durch die Impfung Nachteile bekommen könnten. Gleichzeitig sind durchaus epidemiologische Situationen vorstellbar (etwa das Aufkommen von für Kinder virulenterer, also „gefährlicherer“ Mutationen), die dann vielleicht eine andere Bewertung nahelegen.

Konkret heisst das für mich, dass vor einer generellen Impfempfehlung für Kinder noch einige Fragen beantwortet werden müssen. Darunter, mit am wichtigsten: wie lange der Impfschutz dann in etwa anhalten würde (bei Erwachsenen sind hier zuletzt recht ermutigende Daten veröffentlicht worden, nach denen der Immunschutz zumindest gegen weitere schwere Verläufe vielleicht sogar über Jahre anhalten könnte). Ebenfalls wichtig: Wie sich bei Kindern der durch Impfungen zu erzielende Schutz mit dem Schutz durch eine Wildinfektion vergleicht; wie gut der Impfschutz bei Kindern gegenüber möglichen Mutanten wirkt; wie sich die Impfungen auf eine mögliche weitere Übertragung des Virus durch Kinder auswirkt; wie verträglich die Kinder-Impfungen sind, vor allem auch: wie häufig mögliche Komplikationen auftreten.

Da diese Fragen nicht innerhalb weniger Monate zu beantworten sind, gehe ich davon aus, dass eine Empfehlung durch die Ständige Arzneikommision (STIKO) noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird, und das zurecht. Ich gehe auch davon aus, dass von keiner ernstzunehmenden Institution dieser Republik ein wie auch immer gearteter Impfzwang in die Diskussion eingebracht werden wird, dies ist für mich durch kein Argument zu rechtfertigen. Und auch wenn überraschend viele PolitikerInnen derzeit von Kinder-Impfungen geradezu schwärmen, wird es wichtig sein, dass auch dieser Impfstoff ein offzielles, vollständiges und nicht abgekürztes Zulassungsverfahren hinter sich bringt, schliesslich wird die Risikoschwelle bei Kinderimpfungen von den Zulassungsbehörden zurecht höher angesetzt als für Erwachsene.

Und bis dann werden wir vielleicht auch eine bessere Datengrundlage bezüglich insbesondere PACS bei Kindern („Long Covid“) haben. Für mich ist diese Komplikation – neben der Unsicherheit über die weitere genetische Entwicklung des Virus, vor der ich spätestens seit den Entwicklungen in Indien großen Respekt habe – tatsächlich der große Unbekannte in der Gleichung und Bewertung von Kinder-Impfungen gegen Covid. Denn ja, angesichts der vorgebrachten Begründungen spricht derzeit vieles dafür, dass die Kinder durch eine Wildinfektion mit SARS-CoV-2 langfristig besser fahren als mit (vielleicht vielfach aufzufrischenden) Impfungen. Andererseits halte ich PACS bei Kindern (und bei Erwachsenen auch) für eine wirklich ernst zu nehmende Bedrohung, die ich keinem Kind und keiner Familie wünsche.

Wir werden noch eine Weile an dieser Abwägung herumdenken müssen. Bisher enthält sie noch zu viele Unbekannte als dass ich hier mit Ja oder mit Nein antworten könnte.

P.S. Zu den anderen rund um die Kinder-Impfungen geäußerten Hoffnungen werde ich mich in einem zweiten Teil äußern

P.P.S. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Blogbeitrag stark auch von generellen Impfgegnern und auch Corona-Verdrängern beachtet wird (das eine scheint ohne das andere nicht zu haben zu sein, eine Tatsache, über die ich nicht genug staunen kann).  Ich bitte deshalb alle, die mir wichtigste Etikette für diesen Blog zu beachten: die Verbreitung von Gerüchten bitte ich zu unterlassen. Die sozialen Medien schwirren regelrecht vor abstrusen Behauptungen und wenn ich diese Beiträge lese, dann wird mir bang ums Herz. Deshalb bitte: ich habe mir viel Zeit genommen, um diesen Beitrag zu recherchieren - ich BITTE GANZ DRINGEND darum, auf pauschale Argumente, Anschuldigungen und Unterstellungen zu verzichten, und auch die tausendfache Verlinkung zu den einschlägigen "Experten" zu unterlassen (ich habe auf einen anderen Blogbeitrag tatsächlich 1000 Kommentare mit etwa 5000 Links zu "Corona-Experten" erhalten, alles gut, aber ich bin kein Missionsportal, wirklich). Also bitte daran denken: EIGENE Überlegungen sind meinen LeserInnen 1000 mal wertvoller als der 999. Youtube-Link.
Zu diesem Beitrag will ich gerne auf mein Buch „Gesundheit für Kinder" hinweisen: "Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln". Es hat sich im deutschsprachigen Raum als DAS umfassende Nachschlagewerk zur Kindergesundheit etabliert.
Hier kaufen

27 Kommentare

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bestimmte Kommentare erst manuell freigeschaltet werden müssen (z. B. wenn Sie einen Link teilen).

  • B.Schmidt

    Lieber Herr Dr. Renz-Polster, vielen Dank für den anregenden Artikel. Eine Verständnis-Frage zum Thema „first cut“ bzw. „Antigenerbsünde“. Hieß es nicht an anderer Stelle, dass (als These?) eine Art Hintergrundimmunität angenommen wird, da wohl viele Kinder ab 1-2 Jahren in Kitas mit zahlreichen Viren bereits Bekanntschaft gemacht haben dürften. Wie passt das zusammen?
    Beste Grüße, B.

    • Bianca G.

      Die Hintergrund- bzw Kreuzraktivität wird ja duch andere Coronoviren ausgelöst, dass heißt, soweit ich es verstanden habe, dass das Immunsystem schon vorbereitet ist, aber eben dennoch spezifisch auf dieses Virus reagieren muss.
      Darf ich Frage noch etwas anfügen: Was ist denn mit den Kindern, die jetzt maximal zwei bis zweieinhalb sind? Durch Kontaktbeschränkungen und Kitaschließungen hatten sie kaum bis keine Kontakte zu anderen Kindern und somit quasi keine Kontakte zu Erregern.
      Die sind vermutlich auch noch nicht in Kontakt mit Coronoviren gekommen. Ist es dann möglich, dass diesen Kindern auch ein schwererer Verlauf von Covid-19 droht?

      • Herbert Renz-Polster

        Danke. Ich glaube nicht, dass den Kindern dadurch ein schwerer Verlauf droht, sie kommen ja auch mit den saisonalen Coronaviren bei Erstinfektionen gut zurecht. Das wiederum dürfte an einer generell kompetenten Immunantwort bei Kindern auf Begegnungen mit neuen Erregern liegen (später verlässt sich das Immunsystem eher auf seine Erfahrungen und ist gegenüber neuen Erregern nicht mehr ganz so reaktionsbereit).
        Und ja, die Sorge um die ausgebliebenen Infekte, die teile ich, es ist tatsächlich für die Kinder ein recht dichtes Infektionsprogramm für den nchsten Herbst/Winter zu erwarten.

        • Bianca G.

          Um eine anstehende harte Erkältungssaison mache ich mir tatsächlich weniger Sorgen, als um die möglichen Risiken bzw Folgen eines unterforderten Immunsystems….

        • Anne

          Ganz ehrlich, ich glaube nicht dass die Infektsaison im Winter kommt. Die ist in vollem Gange, jedenfalls bei den kleinen Kindern. Mein Zweijähriger hat die zweite Erkältung (auch mit Fieber) innerhalb von nicht einmal drei Wochen. Das war auch im letzten Jahr so: nicht nur bei uns, auch im Bekanntenkreis mussten die Kinder spätestens 14 Tage nach der Öffnung der Kindergärten zum ersten Mal wegen Erkältung wieder zu Hause bleiben. Angenehmerweise stecken wir Eltern und auch der ältere Bruder uns jetzt im Sommer nicht so leicht an.
          Abgesehen von der Grippe (gegen die ich geimpft werde) blicke ich der Infektsaison also eigentlich entspannt entgegen.
          Zudem glaube ich auch nicht, dass die Immunsysteme der Kinder wirklich unterfordert waren. Viele Kinder haben sehr viel Zeit im Freien verbracht, im Dreck gespielt und so weiter. Nicht nur die Erkältung, auch der Schluck matschiges Wasser zählt zum „Training“ dazu.

  • Laura Z.

    Ich danke Ihnen sehr, Herr Dr. Renz-Polster, für diesen umfangreichen Beitrag.
    Ich habe gemerkt ,dass ich mich mit dem Thema der Kinderimpfung wenig beschäftigt habe und Ihr Beitrag war nun wirklich sehr ansprechend, das Thema Mal näher anzuschauen. Generell vertraue ich sehr auf die Stiko, eine Kommission, die ja nichts anderes macht als das wichtige Thema impfen zu durchleuchten.
    Aktuell bin ich einfach froh, selbst zweifach heterolog (ich hoffe ich habe mich jetzt richtig ausgedrückt) geimpft zu sein und sehe bei meinen Kindern erst einmal gelassen voraus.
    Danke für Ihre Mühen, zur Aufklärung beizutragen.
    Bleiben Sie gesund
    Laura Z.

  • Joseph Kuhn

    Wichtige Überlegungen zur Abwägung, danke.

  • H. Schmitt

    Hallo Herr Dr. Renz-Polster,

    vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ich finde auch, dass die Langzeitbeobachtungen zwingend erst erfolgt sein müssen, um tatsächlich eine verantwortungsvolle Entscheidung im Sinne der Gesundheit unserer Kinder treffen zu können. Daher ist meiner Ansicht nach zu dieser Zeit überhaupt keine Abwägung möglich.

    Die Pandemrix-Impfung gegen die Schweinegrippe hat uns gezeigt, dass Ursache-Wirkung nicht sofort erkennbar ist und es Zeit braucht, gewisse Zusammenhänge zu erkennen. Doch erst hinterher Dinge festzustellen, kann schlimme Konsequenzen für die Gesundheit von einigen Kindern bedeuten. Und Sie weisen ja zurecht daraufhin, dass wir gerade erst in diesem Prozess von Erkenntnissen stecken. Wie beispielsweise anhand der Änderungen der Empfehlungen für Astra Zeneca erst unter 65 Jahren und nun gegensätzlich erst ab 60 Jahren ersichtlich ist, mit dem Hintergrund das sogar Todesfälle auftraten.

    Den Erfolg der Pandemiebekämpfung nun an die Durchimpfung von Kindern zu knüpfen, ohne die Expertise der STIKO über Risiko-Nutzen-Abwägung abzuwarten, ist in meinen Augen völlig inakzeptabel. Und es schafft das Phänomen, dass die Kinder wieder in den Fokus der Debatte geraten und hier wieder Zünglein an der Waage spielen sollen.

    Durch Politik und Medien wird diese Erwartung der Massendurchimpfung in den Schulen bereits ab Sommer propagiert und niemand scheint in der öffentlichen Debatte erkennen zu wollen oder zu können, welche Verantwortung in der Entscheidung einer Durchimpfung liegt.

    Im schlimmsten Falle können Kinder erheblichen Schaden nehmen, sogar sterben, und bezüglich der möglichen Risiken setze ich persönlich bei den Kindern das Recht auf körperliche Unversehrtheit genauso hoch an wie bei denjenigen, die wir vor einer Erkrankung an Corona schützen wollen.

    Doch wieder erscheint mir der Blick hier so eingeengt und daher bin ich sehr dankbar, dass auch Sie mit Ihrem Beitrag die vielen Dimensionen dieser Entscheidung näher beleuchten.

    Freundliche Grüße

    H. Schmitt

    • Anne

      Lieber Herr Schmitt,
      Pandemrix wird gerne als negatives Beispiel aufgeführt. Die Mechanismen hinter diesen seltenen Erkrankungen wurden mittlerweile aufgeklärt (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest). Zwischen der Grippeimpfung und den aktuellen Covid-Impfstoffen gibt es deutliche Unterschiede: Bei der Grippeimpfung werden in einem Brute Force-Ansatz diverse Proteine des Virus in Hühnereiern gezüchtet. Im Falle von Pandemrix war leider ein Protein übermäßig enthalten, dass in Zusammenhang mit weiteren Erkrankungen die im verlinkten Artikel beschriebene Komplikation auslösen kann (meines Wissens nach verbleiben die Antikörper allerdings nicht lebenslang im Körper wie im Artikel, sondern nehmen schon im Verlauf weniger Monate wieder ab, weshalb man nicht zu früh gegen Grippe impfen sollte). Gleiches gilt übrigens für die Grippe auch, nach der spanischen Grippe wurde dies ebenfalls beobachtet.
      Die Covid-Impfstoffe, insbesondere m-RNA, werden völlig anders hergestellt und wirken völlig anders. Hier wird kommt ein Bestandteil des Virus in den Körper. Dieser eine Bestandteil, das Spike-Protein, wurde in jahrelanger Forschung als der erfolgsversprechendste für die Immunantwort erkannt. Nach der Impfung gegen Covid bleiben nur die Antikörper gegen das Spike-Protein im Körper, die auch nach einer Infektion vorhanden wären. Insbesondere für m-RNA kann man also davon ausgehen, dass keine Nachwirkungen auftreten, die nicht die Infektion auch gehabt hätte.
      Man weiß auch noch nicht viel über Langzeitfolgen im Falle der Infektion. Neben den von Herrn Renz-Polster beschriebenen Komplikationen gibt es Studienergebnisse bezüglich Auffälligkeiten im Blutbild und Nierenschäden auch bei schwach symptomatisch und asymptomatisch infizierten Kindern (Blood Adv. 2020 Dec 8; 4(23): 6051–6063. doi:10.1182/bloodadvances.2020003471). Bei Erwachsenen (auch jungen Erwachsenen) wird Covid auch bei asymptomatischem Verlauf mit Diabetes in Verbindung gebracht (z. B. Nature Metabolism volume 2, pages1021–1024 (2020). DOI: https://doi.org/10.1038/s42255-020-00281-8).
      Beste Grüße

  • Theres

    Lieber Herr Dr. Renz-Polster,
    gerade komme ich vom Laufen mit Christian Drosten zurück (das ist für mich im Lauf der Pandemie eine geflügelte Phrase geworden, weil ich seit März 2020 beim Laufen immer den NDR-Corona-Podcast höre). Es war Folge 88, die Kinderimpfung war einmal mehr Thema. Christian Drosten ist ein klarer Befürworter, daraus macht er keinen Hehl. Ich habe ein sechsjähriges Kind und noch keine Entscheidung. Und bin dem Leben dankbar, dass ich die auch noch nicht haben muss. In einem sind Herr Drosten und Sie nämlich deckungsgleich: Es gibt noch viel zu wenige Daten.
    Ich bin sehr froh, dass Sie für uns Eltern die unglaublich komplexe Lage überblicken, laufend updaten und kommunizieren. Ein herzliches Dankeschön wieder einmal dafür!
    Liebe Grüße aus Wien
    Theres R.

  • Barbara

    Guten Tag Dr. Renz-Polster,

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Text. Es fühlt sich gut an sorgfältig recherchierte Informationen zur Verfügung gestellt u zusammengefasst zu bekommen – ohne dass die persönliche Entscheidung vorweg genommen wird.
    Das ist impfen meiner Meinung nach immer und deshalb bekomme ich wirklich Angst wenn ich zB den Satz vom Ärztetag lese, für den Schul- und Kitabesuch wird diese neue Impfung zur Voraussetzung.

    Neben den Langzeitfolgen sowohl einer Wildinfektion als auch einer Impfung, finde ich auf jeden Fall zu berücksichtigen, dass es sich ja um genetische Impfstoffe handelt.
    Ich weiß, die Hersteller sagen da wird nix ins menschliche Genom eingebaut aber auch hier sind doch wirklich die Langzeitbeobachtungen u Auswirkungen zB auf die nächste Generation völlig fraglich. Davon redet plötzlich keiner mehr, es wird so getan als handle es sich um eine Impfung wie so viele andere.
    Ich weiß, der Vergleich ist sehr platt aber der Verzehr von Gentomaten wird vehement abgelehnt, beim Gen-Soja zur Schweinemast weggeschaut u beim Impfen sprechen wir einfach garnicht mehr drüber?!

    Vielleicht hab ich als Laie ein Verständnisproblem, aber ich finde keine  Erklärung, die meine ernsthaften Sorgen ernst nimmt. Durch ein „das macht nix, impfen ist der einzige Ausweg“ fühle ich mich „abgevespert“.
    Wieso zB wird nicht auch ein konventioneller Impfstoff entwickelt, um dahingehend eine Wahl zu haben, wieso geht die Forschung nicht auch in Richtung Behandlung/Medikation von Covid 19, wieso werden Menschen so unter Druck gesetzt u suggeriert  es gibt nur genau diesen einen Ausweg?

    Vielleicht findet sich ja hier eine Antwort….

    Viele Grüße Barbara

    • Caroline Keeling

      Guten Tag Barbara,

      Ich bin zwar nicht so in der Materie und hoffe ich erzähle jetzt keinen Mist, aber ich habe gestern in den Nachrichten gehört, dass der französische Pharmakonzern Sanofi einen Impfstoff entwickelt, der aus « nachgebauten » Eiweissen des Coronavirus (SARSCov2) besteht (https://www.sanofi.com/en/our-covid-19-vaccine-candidates/recombinant-vaccine). Diese Art des Impfstoffs wird von der Firma Sanofi auch für die jährlichen Grippe-Impfungen hergestellt. Bei diesen Impfstoffen werden also keinerlei Moleküle, die unserer Erbinformation ähnlich sind (Nukleinsäuren)« eingeschleust ». Und ich habe noch auf der Gelben Liste (https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/potentielle-impfstoffe-corona) nachgesehen und dort steht, dass auch noch weitere proteinbasierter Impfstoffe entwickelt werden , z.B. « Covax-19 » von der Firma Vaxine und Forschern der Flinders University in Australien, oder « NVX-CoV2373 » von der Firma Novavax . Also ich denke es besteht die Möglichkeit, dass es in Zukunft einen « nicht-genetischen » Impfstoff gibt…

      Allerdings muss man sagen, dass im Rahmen der Herstellung dieser Proteine auch Gentechnik verwendet wird (auch wenn sich hinterher keine Nukleinsäuren in dem Impfstoff befindet), von daher weiss ich nicht, ob das eine Alternative für Sie wäre… ausserdem verwendet der Impfstoff sogenannte Adjuvantien, also einen Zusatzstoff der die Immunantwort verstärkt (https://de.wikipedia.org/wiki/Adjuvans). Einige Menschen stehen diesen pharmazeutischen Hilfsstoffen kritisch gegenüber.

      Liebe Grüsse,
      Caroline

      PS: Wenn Sie sich über die verschiedenen Arten von Corona-Impfstoffen interessieren kann ich Ihnen die Seite von Bayer empfehlen (https://www.bayer.com/de/news-stories/covid-19-impfstoffe).

    • Constance

      Liebe Barbara,
      ich kann Ihre intuitiven Bedenken gut verstehen. „Gentechnik“ klingt unheimlich, wenn es um etwas geht, was man sich in seinen eigenen Körper (und den der eigenen Kinder) injizieren lassen soll. Vielleicht hilft Ihnen der Gedanke, dass das Virus selbst (sollten sie sich oder die Kinder statt einer Impfung lieber infizieren lassen wollen – es gibt ja letztlich nach Aufhebung der Lockdown-Maßnahmen nur diese beiden Optionen: Erkrankung oder Impfung) ja genau das Gleiche macht:

      auch die Viren dringen in unsere Zellen ein, laden dort ihre RNA (Erbinformation ab) und bringen unsere Körperzellen dazu, die Viren nachzubauen. So vermehren sich Viren – sie selbst sind ja nicht vermehrungsfähig. Viren sind seit Beginn ihrer Existenz sozusagen „Gentechnik“. Bei jeder Viruserkrankung läuft also in ihrem Körper in irgendwelchen Zellen in großem Maßstab genau das ab, was jetzt bei einer Impfung im kleineren Maßstab (isoliert für das Spikeprotein) passiert.

      Fundiert, aber für Laien gut verständlich ist das Video „Warum die RNA-Impfung dein Erbgut nicht verändert“ von Martin Moder:
      https://www.youtube.com/watch?v=GBq_l2llyzo

      Wenn Sie große Sorge vor Veränderung ihrer eigenen DNA haben, dann sollten Sie einen mRNA Impfstoff (aktuell: Biontech oder Moderna) wählen, die mit unserem Zellkern (wo unsere DNA liegt) gar nicht in Berührung kommen.
      Von den Vektorimpfstoffen (die tatsächlich den Umweg über den Zellkern gehen, wo unsere DNA liegt – auch wenn es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass die als Vektor verwendeten Adenoviren dort irgendwas dauerhaft verändern könnten) halten sie sich und ihre Kinder dann einfach fern. Das sind nämlich zwei gänzlich unterschiedliche Funktionsmechanismen.

      (Auch zu Vektorimpfstoffen (aktuell z.B. Johson&Johnson, AstraZeneca, Sputnik V) gibt es ein Video von Martin Moder: https://www.youtube.com/watch?v=DlYc6TLzq40

      Meines Wissens ist der Hauptgrupd für die Verwendung von Vektor- und mRNA-Impfstoffen, dass diese sich deutlich schneller in großer Menge herstellen lassen. Wir brauchen mittelfristig zur Vermeidung immer neuer Mutationen (von denen früher oder später welche nicht nur ansteckender, sondern vielleicht auch „immune escape“ Varianten sein könnten [also solche, die den bisher bei Geimpften und Genesenen vorhandenen Immunreaktionen entgehen könnten]) ja WELTWEIT Impfstoffe, nicht nur für Europa und Nordamerika. Und das nach der Grundimmunisierung vielleicht jährlich. Weltweit, evtl. jährlich, auf jeden Fall aber für (fast) jeden Menschen.

      Impfstoffe, die aufwendig auf Hühnereiern angezüchtet werden müssen, sind da vermutlich keine gangbare Option. Bei mRNA-Impfstoffen und Vektorimpfstoffen passiert halt in Körper des Impflings (in den Oberarmmuskelzellen) das, was sonst zeit-, kosten- und ressourcenaufwendig im Labor passieren muss: die Vermehrung der Stoffe [bei Sars-CoV2: des Spikeproteins], gegen die wir die Antikörper bilden.
      Wir spritzen halt nicht Viren(bestandteile) sondern nur den Bauplan dafür. Das kommt zudem ohne die bei anderen Impfstoffen tendenziell problematischen Wirkverstärker oder Adjuvantien aus (Aluminiumverbindungen etc.)

      Ich war auch erstmal ziemlich skeptisch bzgl. der „Gentechnik“ in den jetzt eingesetzten Impfstoffen, bin aber inzwischen zweimal geimpft, da ich meine Skepsis komplett ausräumen konnte und in der Wahl zwischen Covid und Impfung auf jeden Fall immer die aktuell verfügbaren Impfstoffe wählen würde.

    • Herbert Renz-Polster

      Danke, es werden derzeit auch „konventionelle“ Impfstoffe entwickelt. Manche sind schon auf dem Markt – die Impfstoffe der chinesischen Firma Sinovac und Sinopharm beispielsweise sind beide good ole Totimpfstoffe.

  • Caroline Keeling

    HRP: »Was das für SARS-CoV-2 bedeuten könnte? Der „first cut“ könnte für viele Kinder die Begegnung mit einem Impfstoff sein. Diese Begegnung hinterlässt allerdings nur sehr „schmale“ Spuren, weil bei der Impfung (ob sie nun auf mRNA-Technologie oder auf veränderten Virusvektoren basiert) dem Immunsystem bisher nur ein kleiner Teil des Virus (das Spike-Protein), präsentiert wird. Bei der Infektion mit dem Wild-Virus dagegen baut das Immunsystem seine Abwehr auch gegen andere Teile des Virus auf, sie ist also breiter. « 

    Vielleicht könnte in dem Falle ein attenuierter Lebendimpfstoff Abhilfe schaffen? Das US-Unternehmen Codagenix hat klinische Studien mit einem Impfstoff in Form eines Nasensprays gegen COVID-19 begonnen, bei dem das lebend-attenuierte Virus zum Einsatz kommt:

    Hier eine deutsche Übersetzung der Hersteller Website (https://codagenix.com/vaccine-programs/covid-19/):

    COVI-VAC für SARS-CoV-2 (COVID-19)

    Die COVID-19-Pandemie breitet sich in den USA weiter aus, und es tauchen neue Stämme des Virus auf. COVI-VAC ist ein intranasaler, abgeschwächter Lebendimpfstoff gegen COVID-19 in einer Einzeldosis, der mit der von Codagenix entwickelten Deoptimierungs-Technologie hergestellt wurde. COVI-VAC erwies sich im Goldstandard-Tiermodell nach nur einer Dosis als sicher und schützend und wird derzeit in einer klinischen Phase-I-Studie untersucht. Im Gegensatz zu vielen anderen COVID-19-Impfstoffen ist COVI-VAC so konzipiert, dass es eine Immunität gegen alle SARS-CoV-2-Proteine erzeugt, nicht nur gegen das Spike-Oberflächenprotein, wodurch es gegen eine Reihe von SARS-CoV-2-Stämmen schützt. Abgeschwächte Lebendimpfstoffe wie COVI-VAC lösen eine robuste Immunantwort aus und sind mit einer lang anhaltenden zellulären Immunität verbunden.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

  • Christine

    Sehr geehrte Herr Dr. Renz-Polster,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema! Als Mutter eines Kindes, das sowieso schon lebensqualitäts- und fitnesseinschränkende Vorerkrankungen hat, beschäftigt mich in der Abwägung zwischen den zwei alternativlosen Optionen Impfung und Infektion vor allem zweierlei:

    1. wer sagt mir, dass Covid Jahre nach einer „gut überstandenen“ Infektion nicht ähnlich schwerwiegende Spätschäden machen kann wie z.B. das Masernvirus Jahre später in Form von SSPE tödliche Folgen hat? Immerhin ist Sars-CoV2 ja nun nachweislich nicht nur ein Atemwegsvirus sondern macht durchaus auch akut (Geruchsverlust) und mittelfristig (Chronic Fatigue, Konzentrationsprobleme/Brain Fog, …) auch neurologische Schäden?

    2. in ihren Erwägungen fanden ausschließlich die auch für Laien wahrnehmbaren Symptome von Long-Covid oder die Organschädigungen durch PIMS Beachtung. Mir machen aber seit Bekanntwerden der Studienergebnisse des Children’s Hospital of Philadelphia eher die wirklich hohen Prozentsätze der an Gefäß- und Nierenschäden leidenden Kinder Sorge – diese Schäden scheinen ja akut erstmal symptomlos zu sein:

    „Das überraschende Ergebnis: Bei allen mit dem Coronavirus infizierten Kindern war die Menge des Biomarkers sC5b9 signifikant erhöht: Während gesunde Kinder im Schnitt 57 Nanogramm sC5b9 pro Milliliter Blut aufwiesen, waren diese Werte bei den infizierten Kindern um das Sechs- bis Zehnfache erhöht – auch bei den Kindern, die trotz Infektion keine Symptome zeigten. „Erstaunlicherweise waren die sC5b9-Werte selbst bei den Kindern abnormal, die nur minimale Symptome hatten oder deren Infektion asymptomatisch und nur rein zufällig entdeckt worden war“, berichten Diorio und ihr Team.

    Ein Großteil der untersuchten Kinder zeigte zudem Hinweise auf Mikrothrombosen und akute Nierenschäden, wie die Wissenschaftler in weiteren Analysen feststellten. Insgesamt fanden sich bei 48 Prozent der Kinder Indizien für Mikrothrombosen, darunter auch bei 21 Prozent der asymptomatischen und milden Fälle.“

    Immerhin ist unklar, ob das kurzfristige Veränderungen oder Langzeitschäden sind:

    „„Von Kindern, die nach einer Transplantation von Blutstammzellen thrombotische Mikroangiopathien entwickeln, wissen wir, dass sie lebenslang unter klinischen Spätfolgen leiden können, darunter Bluthochdruck, Lungenhochdruck, Schlaganfällen und chronischen Nierenerkrankungen“, erklären die Forscher. „Es ist daher möglich, dass es auch die Mikrothrombosen durch eine Coronavirus-Infektion unerkannte Langzeitfolgen haben.““

    Quelle: https://www.scinexx.de/news/medizin/corona-mikrothrombosen-auch-bei-kindern/

    Nun war die Gruppe der in Philadelphia untersuchten Kinder sehr klein („Sie untersuchten dafür das Blut von 50 Kindern, von denen 21 keine oder nur sehr milde Covid-19-Symptome hatte, elf hatten einen schwereren Verlauf und 18 litten unter dem multiinflammatorischen Syndrom.“)

    Wissen Sie, ob es in dieser Richtung (Gefäß- und Nierenschäden) weitere Untersuchungen gab seither?

    Für mich sind diese Risiken (neben Long-Covid, dessen Langzeitprognose ja auch noch völlig unklar ist) der Hauptgrund, dringend auf eine Kinderimpfung zu warten, damit meine Kinder endlich wieder ohne langfristige Selbstgefährdung normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, und nicht der (scheinbar nach Durchimpfung der Erwachsenen gesellschaftlich in Kauf genommenen) Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen, die es „eh nicht schlimm trifft“, ausgesetzt sind.

    • Herbert Renz-Polster

      Danke. Bisher sind meines Wissens keine Folgen der berichteten Komplement- und Gerinnungsaktivierung selbst bei milden Verläufen bekannt. Die Arbeit wurde im Dez 2020 veröffentlicht, ich würde annehmen, dass eventuelle Folgeschäden inzwischen identifiziert wären.

  • Monika Kindler

    Dies ist ein hervor-ragend ausgearbeiteter Artikel mit Gegenüberstellung von Für und Wider einer Covid-Impfung bei Kindern. Es ist hier bei uns eine total neue Erkrankung, die noch nicht umfassend erforscht werden KONNTE! Jeder, und alle Eltern können sich hier selbst aussuchen, welche Entscheidung für sie, für ihr Kind und für unsere ganze Gesellschaft wichtig ist. DANKE!

  • Anne

    Lieber Herr Renz-Polster,
    ich lese hier eigentlich sehr gerne. Dieser Artikel, insbesondere die Erwähnung der Antigenerbsünde, wird meiner Meinung nach jedoch sicherlich einige Eltern verunsichern. Ich finde die Darstellung im Artikel recht einseitig. Das Prinzip der Antigenerbsünde möchte ich gar nicht in Frage stellen und dieses ist auch Grund, weshalb meine Kinder bislang nicht gegen die Grippe geimpft wurden.
    SARS-CoV-2 ist ein völlig anderes Virus als die saisonale Grippe. Es gibt deutliche Ähnlichkeiten zu SARS und MERS, zudem noch zu weiteren Coronaviren z. B. HCOV-OC43 (zu allen existiert serologische Kreuzreaktivität, https://doi.org/10.1007/s10875-021-00997-6). Vergleiche mit diesen Erregern sind also deutlich sinnvoller als Vergleiche mit der Grippe. Es wurde bei der Impfstoff-Entwicklung nicht bei Null angefangen, auch wenn das in der öffentlichen Wahrnehmung etwas anders erschien. Bereits durch die Forschung an SARS und MERS war bekannt, dass das Spike-Protein ein aussichtsreicher Angriffspunkt für die Impfstoff-Entwicklung sein würde, während die weiteren Kandidaten Membran (M), Envelope (E) und Nukleokapsid (N) eher nachrangig wären. Im Falle von SARS wurde im Tierversuch folgendes beobachtet: Wurden Mäuse mit allen genannten Bestandteilen (NMES) immunisiert, entwickelten sie nach Challenge mit SARS eine genauso schwere Lungenentzündung wie die Kontrollgruppe, wurde nur mit dem Spike-Protein (S) immunisiert, war nach Challenge nur eine leichte Entzündung nachweisbar: „At 9 days postinfection, the vehicle-, m8-, and m8rVV-NMES-immunized groups exhibited severe pulmonary inflammation, i.e., infiltration of inflammatory cells and thickening of alveolar epithelia (Fig. 4⇓A, e, f, and g). In contrast, the m8rVV-S-immunized group showed only slight pulmonary inflammation“… „m8rVV-NMES-immunized group exhibited as severe inflammation as the control groups“ (J Immunol November 1, 2008, 181 (9) 6337-6348. DOI: https://doi.org/10.4049/jimmunol.181.9.6337).
    In diesem Fall wäre also eindeutig eine Immunisierung ausschließlich mit dem Spike-Protein vorzuziehen. Infektionsverstärkende Antikörper (engl. antibody dependent enhancement, ADE) oder Enhanced Respiratory Disease (ERD) sind ebenfalls von anderen Infektionskrankheiten (z. B. Dengue-Fieber) bekannt und zeigen, dass eine vorausgegangene Infektion nicht immer von Vorteil für die Immunabwehr ist.
    Für SARS-COV-2 wurde meines Wissens bislang weder ADE noch ERD nachgewiesen. Dennoch finde ich es erwähnenswert, da die Ähnlichkeit zwischen SARS und SARS-CoV-2 sehr viel stärker ist als die Ähnlichkeit zwischen SARS-CoV-2 und der Grippe (die im Artikel das Beispiel für die Antigenerbsünde darstellt). Fakt ist: niemand weiß, in welche Richtung sich der „first cut“ auswirken würde, sollte es zu starken Mutationen kommen. Eine vorausgegangene Infektion könnte nützlich, schädlich oder irrelevant sein. Auch eine serologische Kreuzreaktivität kann diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten.

    Wenn man über hypothetische Folgen der Impfung nachdenkt, sollte man auch Spätfolgen der Infektion im Blick behalten, die nicht unmittelbar absehbar sind. Einige Studienergebnisse der letzten Monate zeigen, dass noch Potential für unschöne Überraschungen vorhanden ist. Es gibt die in den Kommentaren bereits erwähnte Studie, in der Auffälligkeiten im Blutbild bei quasi allen infizierten Kindern gefunden wurden. Zum Beispiel hatten dort 10% der asymptomatischen/schwach symptomatischen Kinder Hinweise auf akute Nierenverletzungen (Blood Adv. 2020 Dec 8; 4(23): 6051–6063. doi: 10.1182/bloodadvances.2020003471). Da ein Nierenschaden zunächst keine Beschwerden verursacht, wird nicht standardmäßig nach dieser Folge der Infektion gesucht werden. Nach dieser Studie sind mir ernsthafte Zweifel gekommen, ob eine Infektion bei Kindern so harmlos ist.
    Ich hoffe für alle Kinder, dass eine Lösung mit möglichst geringen negativen Folgen gefunden wird.
    Beste Grüße!

    • Caroline Keeling

      Guten Tag Anne,

      Ihren Kommentar fand ich super interessant und er hat mich angeregt etwas zum Thema « Infektionsverstärkende Antikörper » (engl. antibody dependent enhancement, ADE) nachzulesen. Und nun bin ich verwirrt.

      Sie schreiben, dass Sie einen Vergleich zwischen « unähnlichen » Viren nicht sinnvoll finden:

      « SARS-CoV-2 ist ein völlig anderes Virus als die saisonale Grippe. Es gibt deutliche Ähnlichkeiten zu SARS und MERS, zudem noch zu weiteren Coronaviren z. B. HCOV-OC43 (…).Vergleiche mit diesen Erregern sind also deutlich sinnvoller als Vergleiche mit der Grippe. »

      Und Sie schreiben weiter:

      «Für SARS-COV-2 wurde meines Wissens bislang weder ADE noch ERD nachgewiesen. Dennoch finde ich es erwähnenswert, da die Ähnlichkeit zwischen SARS und SARS-CoV-2 sehr viel stärker ist als die Ähnlichkeit zwischen SARS-CoV-2 und der Grippe (die im Artikel das Beispiel für die Antigenerbsünde darstellt). « 

      Aber jetzt lese ich dass Infektionsverstärkende Antikörper bei zahlreichen unterschiedlichen Virentypen nachgewiesen wurden u.a. auch bei Influenzaviren beim Schwein (https://de.wikipedia.org/wiki/Infektionsverst%C3%A4rkende_Antik%C3%B6rper):

      « Infektionsverstärkende Antikörper werden auch bei der infektiösen Peritonitis der Katze beobachtet, wenn es zu Reinfektionen mit den beiden Serotypen des felinen Coronavirus kommt. Dabei tritt der Effekt auch bei Reinfektionen mit dem gleichen Serotyp auf.[5] ADE wird auch bei Infektionen mit Picornaviren beobachtet und hier besonders bei Coxsackievirus-B-Infektionen, ein Zusammenhang mit postinfektiösen Autoimmunerkrankungen wird diskutiert.[6] Im Zellkultursystem gibt es Hinweise auf ADE bei Mitgliedern der Filoviridae wie Marburg-Virus und Ebolavirus[7], was einen wichtigen Hinweis auf die noch im Detail ungeklärte Pathogenese darstellt. Bei Schweinen wurden eine ADE bei Influenzaviren beschrieben, mit Antikörpern, die nahe der Fusionsdomäne des HA2 binden.[8] »

      Sind Sie sicher, dass die « Ähnlichkeit » der Viren da solch eine entscheidende Rolle spielt wenn es um immunologische Phänomene wie Antigenerbsünde oder Infektionsverstärkende Antikörper geht?

      • Anne

        Die Ähnlichkeit der Viren spielt für die immunologischen Prozesse selbst natürlich nicht die entscheidende Rolle. Allerdings gibt es deutliche strukturelle Übereinstimmungen zwischen SARS-COV-2 „engen Verwandten“ SARS und MERS und auch Ähnlichkeiten in Immunantwort und den entstehenden Antikörpern. Deshalb sollte eigentlich an erster Stelle der Vergleich mit diesen Viren stehen , der nächste Schritt sind dann die weiteren kursierenden Viren in der Familie (wie man es ja auch bei der erwarteten Dauer der Immunität gleich zu Beginn der Pandemie und Impfstoff-Entwicklung getan hat: als Referenz wurden allgemein Coronaviren herangezogen und nicht bsw Masern). Eigentlich dann erst sollte der „Blick über den Tellerrand“ kommen zur Grippe und vielleicht weiteren Viruserkrankungen und dann die Überlegung, ob der entsprechende Fall auch für Covid eintreten kann (wie hier auch eine weitere Kommentatorin die SSPE als Folge der Masern erwähnte – über solche Folgen kann man im Falle von Covid nur spekulieren). Für die Antigenerbsünde kann man sagen, ja, kann passieren, es gibt aber aktuell keine Hinweise darauf. Auch ADE/ERD (unterschiedliche Mechanismen, gleicher Effekt) kann passieren, für Covid hat man ebenfalls noch keine Hinweise darauf, aber eben für SARS. Dass im hypothetischen Fall völlige Escape-Mutation die vorausgegangene Infektion einfach irrelevant ist, ist genauso wahrscheinlich. Wird wie im Artikel nun nur die Antigenerbsünde erwähnt, kommt beim Leser (der sich fragt ob er seine Kinder impfen sollte) an, dass die Infektion bei Reinfektion im späteren Leben Vorteile haben könnte. Und damit steht bei der Nutzen/Risiko-Abwägung auf der Seite Risiko ein diffuses merkwürdiges Gefühl wegen der Antigenerbsünde. Dass eine vorausgegangene Infektion aber auch Nachteile haben könnte, wissen die wenigsten (mit Ausnahme von Karibik-Reisenden, die sich bereits mit Dengue auseinander gesetzt haben).

        Aber das wichtigste: im Moment ist das alles Spekulation. Es gibt keine völlige Escape-Mutation und vielleicht (ich denke sogar wahrscheinlich) wird es auch keine geben. Bislang schützen die Impfstoffe (mit Ausnahmen) besser vor einer Infektion mit Immunescape-Varianten als eine vorausgegangene Infektion. Deshalb sollte meiner Meinung nach bei der Abwägung Impfung/Infektion nicht auf ein Risiko von Mutation X.xxx spekuliert werden, sondern das konkrete Risiko „Kind infiziert sich in diesem Herbst/Winter mit B.1.617.2 oder B.1.351“ mit den potentiellen Folgen PIMS, Long Covid sowie noch nicht absehbare Spätfolgen. Sinnvoll wären an der Stelle vielleicht noch Daten aus Südafrika oder Indien, ob Kinder dort häufiger von schweren Verläufen betroffen sind.

  • Anna Müller

    Sie rechnen mit Todesfällen und Pims Fällen, als würden sich weiterhin 5% pro Jahr infizieren. Wenn die Maßnahmen irgendwann fallengelassen werden, werden sich aber wohl deutlich mehr infizieren. Drosten rechnet damit, dass Kinder innerhalb von 3 Wintern alle mit dem Virus in Berührung gekommen seien müssten.

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, das stimmt, für diese Zeit hätten wir eine deutliche Zunahme (so sich die Hoffnung auf eine medikamentöse Therapie nicht erfüllt). Meine Voraussage wäre eher langfristig für den Fall einer endemischen Situation mit Neuinfektionen unter den nch nicht Immunen bzw. wieder Empfänglichen.

  • A. S.

    Sie erwähnen in Ihrem Artikel den Antrag, Schule und Kita im kommenden Herbst/Winter in Präsenz nur dann stattfinden zu lassen, wenn die Kinder rechtzeitig geimpft wurden. Für die Nicht-Geimpften im Umkehrschluss also Homeschooling. Ich befürchte, es wird wie folgt laufen: Weil ein Teil der Erwachsenen (älter als 17 Jahre) sich nicht impfen lassen will, erreichen wir die Herdenimmunität nicht. Um einen erneuten Lockdown zu verhindern, für den es kaum Akzeptanz geben wird, bringt die Politik eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen ins Spiel. Dann kommen deren Lobbyverbände aus dem Knick und rufen: „Nicht mit unseren Leuten!“ Dann wird notfalls nochmal Geld in die Anpassung der Impfstoffe gepumpt, um diese für diejenigen anzupassen, die keine Lobby haben: die Kinder (das findet ja bereits statt). Es wird mittelfristig eine Impfpflicht für die Kinder geben. Und weil diese die Schule brauchen und Eltern Kitaplätze für ihre Kinder, werden die Kinder geimpft. Den Eltern wird kaum etwas anderes übrig bleiben.

  • Lime

    „ Da diese Fragen nicht innerhalb weniger Monate zu beantworten sind, gehe ich davon aus, dass eine Empfehlung durch die Ständige Arzneikommision (STIKO) noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird, und das zurecht.“
    Lieber Herr Renz-Polster, vielen Dank für Ihren hilfreichen Beitrag.
    Nun ist nach drei Monaten die Empfehlung der STIKO plötzlich da….
    Ich bin jetzt umso mehr auf Ihren Dritten Teil zu diesem Beitrag gespannt. Wann werden wir ihn lesen können?

  • Simone M-P

    Könnten Sie vielleicht auch auf das Argument eingehen, dass ungeimpfte Kinder ein „Reservoir“ für das Virus darstellen, aus dem sich weitere Mutation heraus bilden könnten, gegen die unsere Impfungen weniger wirken?

Kommentar verfassen