Kommentar16. Oktober 2020

Dringend zu klären: Sind Gesichtsmasken für Kinder unbedenklich?

Was sagt die Wissenschaft zum Maskentragen durch Kinder?

Im Netz zirkulieren weit reichende Warnungen vor dem Gebrauch von Mund-Nasen-Masken durch Kinder. Die Gesichtsmasken könnten gesundheitsschädlich sein. Andere halten die Masken für komplett unbedenklich. Wer hat recht?

Die Pandemie scheint radikalen Meinungen Aufwind zu geben. Da hört man allen Ernstes Ärzte, die vor einer schleichenden Erstickung der Kinder warnen, wenn sie eine Maske aufhaben. Ausführlich begründet mit Fachbegriffen wie Totraumvolumen, Hyperventilation und Hyperkapnie. Andere Fachleute dagegen halten die Masken für generell unproblematisch: „Auf Basis des aktuellen Wissensstands ist das Tragen von Masken unbedenklich“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Ein Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) geht noch weiter: „Da besteht auch für kleinste Kinder keinerlei Gefahr.“

Schwarz oder weiß – der Raum dazwischen scheint kaum mehr ausgeleuchtet zu werden.

Das lese ich auch an einem weiteren Phänomen ab: Die Meinungen werden in aller Regel in den immer gleichen Paketen angeboten. Wer Masken gefährlich findet, hält sie meist gleichzeitig auch für nutzlos. Und COVID-19 für ungefährlich. Und umgekehrt. Nur eben immer bitteschön en bloc.

Dabei handelt es sich in Wirklichkeit doch eindeutig um drei separate Fragestellungen. Vielleicht ist die Wirklichkeit in Wirklichkeit einfach zu kompliziert?

Was sagt die Wissenschaft?

Immerhin hilft die Wissenschaft ein Stück weiter. Weil mich das Thema als ausgebildeter Facharzt für Kinderpneumologie interessiert, habe ich mich in  die wissenschaftliche Literatur zu dem Thema eingearbeitet und mit Kollegen konferiert. Und eindeutig, die Maskenfrage bei Kindern ist spannend. Und leider – das als Warnung vorweg – ein bisschen komplexer als dass man darauf mit Ja oder Nein, mit Bedenklich oder Unbedenklich antworten könnte.

Ich würde mir wünschen, dass wir uns in „Corona-Dingen“ öfter einmal die Mühe machen, diesen komplexen „Zwischenraum“ anzuerkennen.

Die Ausgangslage

Das vorneweg. Dass Gesichtsmasken die Übertragung von SARS-CoV-2 effektiv bremsen können, steht für mich wissenschaftlich außer Frage. Hierzu liegen inzwischen eindeutige epidemiologische und experimentelle Befunde vor: Masken können schützen, Masken können Todesfälle verhindern. Hier aber geht es, wie gesagt, um eine andere Frage: Können sie vielleicht auch Nebenwirkungen haben, die wir mit Blick auf die Kinder vielleicht kennen sollten?

Die offiziellen Maskenempfehlungen für Kinder erscheinen recht beliebig. Die Fachgesellschaft der italienischen Kinderärzte hält das Tragen von Masken für Kinder ab 3 Jahren für unbedenklich. Die italienische Regierung nimmt vorsichtshalber Kinder unter 6 Jahren von der Maskenpflicht aus. Der amerikanische Center for Disease Control (so etwas wie das amerikanische Robert Koch Institut) warnt vor dem Gebrauch von Gesichtsmasken für Kinder unter 2 Jahren. In Deutschland gelten in jedem Bundesland andere Regeln, teilweise wurde das Maskentragen ab zwei Jahren vorgeschrieben (Sachsen-Anhalt), in den meisten Bundesländern liegt die Grenze bei 6 oder 7 Jahren. Deutsche Kinderinfektiologen warnen davor, Kindern unter drei Jahren Masken aufzuziehen, sofern diese unbeaufsichtigt seien.

Auch die Begründungen für oder gegen das Maskentragen von Kindern sind nicht einheitlich. Die italienischen Kinderärzte stellen lapidar fest, dass Gesichtsmasken für Kinder zwar unbequem seien, aber für Kinder über drei Jahren keine gesundheitlich nachteiligen Folgen haben. Sie beziehen sich auf die Kollegen im OP: „Surgeons daily wear face coverings for many hours without coming to harm.“ Ein Pressesprecher des Berufsverbandes der deutschen Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) versichert: „CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen.“

Dies ist auch der Tenor auf vielen Fakt-Check-Webseiten, wo Experten darauf verweisen, dass Chirurgen durch die Masken ja auch nicht „zu Zombies“ würden. Gerne wird auch auf Alltagsphysik verweisen: „If you can inhale through it, you can exhale through it“, so das Argument einer Expertin auf USAToday.

Nur: wenn es ganz so einfach wäre, hätte die Industrie auf die Entwicklung von Masken mit Ausatmungsventil ja verzichten können. Auch das amerikanische Center for Disease Control widerspricht der „alles durchlässig“ Theorie. Es könne durchaus zu einem gewissen Aufbau von Kohlendioxid unter der Maske kommen. Nur: Für den Träger sei das „mostly tolerable“, also zumeist erträglich. Zwar könne zum Beispiel Kopfweh auftreten, ein Aufstau von Kohlendioxid im Blut sei aber „unwahrscheinlich“.

Also auch bei den Begründungen: ein gewisses Durcheinander ist nicht zu leugnen.

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Besonderheiten bei Kindern?

Aus medizinischer Sicht gibt es gute Gründe, in der Maskenfrage nach Alter zu differenzieren. Tatsächlich spricht einiges dafür, dass es insbesondere bei kleinen Kindern durch das Tragen von Masken leichter zu Nebenwirkungen kommen kann als bei Erwachsenen – die physiologischen und anatomischen Verhältnisse zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheiden sich nun einmal deutlich. Ähnliches gilt für das Verhalten (wir werden darauf zurückkommen).

So haben Kinder zum Beispiel eine deutlich höhere Stoffwechselaktivität als Erwachsene. Kleine Kinder brauchen deshalb pro Kilogramm Körpergewicht etwa doppelt so viel Sauerstoff als Erwachsene. Kleine Kinder atmen auch etwa zwei bis drei mal schneller als Erwachsene. Sie tauschen dabei allerdings wegen ihrer geringeren Größe mit jedem Atemzug nur ein drei bis viermal kleineres Luftvolumen aus. Dies könnte für die Auswirkungen des Maskentragens durchaus relevant sein. Möglicherweise unter der Maske gefangene „verbrauchte“ Luft zum Beispiel könnte bei Kindern stärker zu Buche schlagen als bei Erwachsenen (weil jeder Atemzug kleiner ist würden Kinder anteilsmäßig mehr verbrauchte Luft zurückatmen als Erwachsene).

Nun gibt es leider bisher keine direkten Messungen, ob und in welchem Ausmaß es im echten Leben zu einem Aufstau von verbrauchter (also kohlendioxidreicher) Luft unter einer Gesichtsmaske kommt. Dies dürfte teilweise nicht nur alters- sondern auch masken- und aktivitätsabhängig sein. Ein hochgradiger Rückstau von verbrauchter Luft scheint angesichts der porösen Natur der Gesichtsmasken tatsächlich unplausibel. Durchaus vorstellbar ist aber, dass die kohlendioxidreiche Ausatemluft teilweise tatsächlich unter der Maske „gefangen“ bleibt und damit die Frischluftversorgung unter bestimmten Bedingungen tatsächlich leiden könnte.

Und immerhin könnte eine solche erhöhte Rückatmung von verbrauchter Luft dazu führen, dass ein Kind dauerhaft angestrengter atmen muss, was wiederum zu mehr Erschöpfung führen kann. Auch Beschwerden wie Kopfweh, Bauchweh oder Schwindel wären möglich, weil durch die erhöhte Rückatmung der Kohlendioxidspiegel im Blut ansteigen kann. Bei einer dauerhaften Belastung wären auch weitere Beschwerden durchaus denkbar, von mehr Tagesmüdigkeit, Verhaltensproblemen bis zu Schlafstörungen.

Tatsächlich, die Maskenfrage bei Kindern ist nicht trivial. Sie sollte geklärt werden.

Immerhin – ein Teil ist schon geklärt. Anders als von manchen Pauschalkritikern behauptet gibt es nämlich tatsächlich schon eine Studie zu Masken bei Kindern und ihren Auswirkungen auf die Atmung und den Gasaustaustausch in der Lunge. Aus dieser Studie lassen sich immerhin ein paar Aussagen ableiten.

In der Studie wurden 7 bis 14 jährige Kinder unter drei Bedingungen verglichen: Kinder ohne Maske, Kinder mit einer FFP2-Maske ohne Ventil und Kinder mit einer FFP2-Maske mit Ausatmungsventil. Bei den Kindern wurde nun gemessen, wie sich ihr Befinden, ihre Herz- und Atemfrequenze sowie ihre Sauerstoffsättigung und die von ihnen aus- und eingeatmeten Kohlendioxidkonzentrationen unterscheiden. Dazu mussten die Probanden zwei Tests durchlaufen, nämlich a) 5 Minuten lang ein Buch lesen und b) 8 Minuten lang schnell gehen.

Das Ergebnis: Bei Herzfrequenz, Atemfrequenz sowie Sauerstoffsättigung liessen sich keine Unterschiede zwischen den drei Gruppen finden. Dies bedeutet: Es kam bei den Kindern zu keiner stärkeren Stressreaktion oder gar Unterversorgung mit Sauerstoff – zumindest nicht auf kurzfristige Sicht.

Allerdings zeigten sich bei der Messung der Kohlendioxidkonzentration im Blut der Kinder schon gewisse – kleine, aber durchgängige – Unterschiede. Sowohl in Ruhe als auch bei Anstrengung stieg der Kohlendioxiddruck bei beiden Maskentypen leicht (nämlich zwischen etwa 2 und 4 mmHg) an – und zwar stärker, wenn eine Maske ohne Ausatmungsventil getragen wurde.

Was dieses Experiment aussagt? Zunächst einmal, dass es bei Masken tragenden Kindern durchaus zu einem teilweisen Rückstau von CO2 kommen kann. Zumindest bei kurzzeitigem Gebrauch der Masken scheint dieser Rückstau aber so gering zu sein, dass er die körperliche Regulation oder gar die Sauerstoffaufnahme zumindest bei Schulkindern nicht durcheinander bringt.

Allerdings muss zu diesem einzigen Maskenexperiment bei Kindern auch das gesagt werden: Die Ergebnisse sind nur sehr eingeschränkt auf die Situation im echten Leben übertragbar. Schließlich werden die Masken im Alltag nicht nur 5 Minuten, sondern teilweise über viele Stunden getragen werden. Einschränkend muss zudem ergänzt werden, dass sich diese Ergebnisse auf FFP2 Masken beziehen (sie dürften im Schnitt dichter sein als die meisten Alltagsstoffmasken – zumindest in deren trockenem Zustand).

Und hier ist also unser Problem: Die von mir beschriebene Studie ist tatsächlich die einzige Studie, die zum Maskengebrauch von Kindern jemals durchgeführt worden ist.

Schauen wir uns deshalb bei den Erwachsenen um.

Auch hier ist die Datenlage nicht gerade üppig. Aber immerhin gibt es einige interessante Hinweise.

So wurde etwa versucht, die Befindlichkeit erwachsener Maskenträger zu messen. Eine kleinere Studie von 2006 stellte fest, dass FFP2-Masken tragendes Gesundheitspersonal häufig über Kopfschmerzen klagt – und ergänzt, dass sich die Häufigkeit der Kopfschmerzen verringert, wenn die Masken nur über einen kürzeren Zeitraum getragen wurden.

Eine größere, vergleichende Studie – sie entstand während der SARS-CoV-2 Pandemie in Singapur – kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Die meisten Gesundheitsfachkräfte entwickelten beim Tragen von FFP2-Masken und Augenschutz entweder neues Kopfweh oder erfuhren eine Verschlechterung einer vorher bestehenden Kopfschmerzneigung.

Mit Blick auf diese Studien ist es zumindest plausibel, dass das Tragen von bestimmten Gesichtsmasken mit Kopfschmerzen verbunden sein könnte. Das widerspricht nicht der Aussage, dass Chirurgen durch das Maskentragen nicht zu Zombies werden. Aber sie leiden möglicherweise unter Kopfschmerzen.

Aber wie ist es mit der Atmung, die uns in Bezug auf die Kinder ja ebenfalls ganz dringend interessiert? Lassen sich bei Erwachsenen Behinderungen der Ausatmung mit möglicherweise damit einhergehendem Aufstau von Kohlendioxid im Blut messen?

Leider gibt es auch hier nur wenig Literatur. Zudem ist sie widersprüchlich. Typisch Wissenschaft also. Und doch lässt sich etwas daraus lernen (auch das typisch Wissenschaft 😉

Weitere Maskenstudien

Zwei Studien geben einerseits Entwarnung – und laden zu weiteren Fragen ein. In der einen Studie wurden 20 gesunde Probanden auf dem Laufband während einer Stunde normalen Gehens mit und ohne OP-Maske vermessen. Tatsächlich stieg bei den Maskenträgern die Herzfrequenz und die Atemfrequenz stärker an als bei den Nicht-Maskenträgern, allerdings nur moderat (nämlich um 10 Herzschläge pro Minute bzw. um 1,6 Atemzüge pro Minute). Auch die Kohlendioxidkonzentration im Blut (genauer: der transkutan gemessene Kohlendioxidpartialdruck) stiegt bei den Maskenträgern an (um etwa 2 mmHg). Die Autoren interpretieren ihre Ergebnisse  so, dass durch das Maskentragen keine klinisch relevanten Änderungen auftreten. Allerdings beschränkt sich diese Aussage auf das Tragen einer OP-Maske während einer Stunde moderater Anstrengung.

Die andere Studie maß die Auswirkungen des (OP-)Maskentragens bei gesunden Probanden sowie bei mittelgradig lungenkranken Patienten, und zwar sowohl in Ruhe über 30 Minuten als auch während eines 6 minütigen Geh-Tests. Die Autoren stellten keine nennenswerten Unterschiede durch das Tragen der Maske auf die physiologischen Parameter Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Kohlendioxidkonzentration fest. Leider beziehen sich die Messungen wiederum auf einen recht kurzfristigen Zeitraum, so dass die Ergebnisse möglicherweise schlecht ins echte Leben übertragbar sind.

Andere Studien mit längerer Untersuchungsdauer sind in ihren Aussagen skeptischer. In einer Studie wurde bei 53 Chirurgen während stundenlanger Operationen die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Das Ergebnis: je länger die OP-Maske getragen wurde, desto stärker fiel die Sauerstoffsättigung ab. Nun muss hinzugefügt werden: der Sauerstoffabfall war nicht dramatisch, im Schnitt betrug der Abfall nämlich nur 1% (allerdings muss hier aus medizinischer Sicht ergänzt werden dass dieser recht kleine Anteil durchaus einen relevanten Anstieg des Kohlendioxidgehalts im Blut widerspiegeln kann).

Letzteres erscheint nämlich auch aufgrund einer weiteren experimentellen Studie plausibel. In ihr wurden die physiologischen Auswirkungen eines 1-stündigen Maskentragens (FFP2-Maske) bei langsamer und normaler Gehgeschwindigkeit gemessen. Zwar kam es in dieser Studie in Bezug auf die Atem- und Herzfrequenz durch das Maskentragen insgesamt kaum zu Veränderungen, und auch der Kohlendioxidgehalt im Blut blieb insgesamt im Rahmen. Allerdings wurden bei immerhin 2 der 10 Probanden deutlich überhöhte Kohlendioxid-Werte von 50 bis 52 mmHg gemessen. Was einer pauschalen Aussage wie etwa „Masken sind grundsätzlich unbedenklich“  schon deshalb widerspricht, weil diese Werte über den am Arbeitsplatz zugelassenen Umgebungswerten liegen.

Aufgrund des Gesagten wird nicht verwundern, dass sich in Studien bei gesundheitlich eingeschränkten Patienten bei längerem Maskentragen (FFP2 Masken) teilweise deutliche, klinisch nachteilige Effekte zeigten. So fiel der Sauerstoffpartialdruck im Blut bei einer Gruppe von 39 Hämodialysepatienten innerhalb von 4 Stunden Maskentragen um durchschnittlich 9 mmHg ab – was einem etwa gleichwertigen Anstieg des Kohlendioxidpartialdrucks entspricht (dass dieser Anstieg klinisch durchaus relevant ist, zeigt sich auch daran, dass in dieser Studie 17 der 39 Patienten über Atemnot klagten).

Fassen wir also zusammen

Die Behauptung, dass das Tragen von Masken generell unbedenklich sei, kann mit Blick auf die wissenschaftliche Evidenz nicht aufrechterhalten werden. Das Maskentragen kann auch bei gesunden Erwachsenen teilweise mit messbaren physiologischen Änderungen einhergehen. Dabei legt die Literatur nahe, dass diese Effekte bei den „dichteren“ FFP2-Masken ausgeprägter sein dürften als bei den Do-it-yourself-Masken (wobei es hier auch auf die Bauart ankommen dürfte).  Die Studienlage spricht auch dafür, dass auch bei gesunden Menschen beim Tragen von Masken Befindlichkeitsstörungen (z.B. Kopfschmerzen) auftreten können. Gleichzeitig zeigen diese Studien aber auch, dass zumindest bei gesunden Erwachsenen schwerwiegende gesundheitsschädliche Effekte durch das Maskentragen im Regelfall nicht zu erwarten sind (diese Aussage bezieht sich wiederum eher auf DIY-Masken als auf FFP2 Masken).

Was sich in diesen Studien auch zeigt, ist, dass die Maskeneffekte teilweise deutlich vom Aktivitätsniveau abhängen dürften. Deshalb sei hier noch einmal auf eine neuere Studie eingegangen, die genau diesesen Effekt näher untersucht hat.

Die Studie stammt aus der Universität Leipzig und ist nur ein paar Monate alt. Anders als bei den anderen Studien wurde hier richtig „Gas gegeben“, d.h. die Probanden wurden bei starker bis maximaler Belastung auf Fahrradergometern untersucht. Es zeigte sich, dass die Leistungsfähigkeit der (gesunden)  Probanden sowohl mit OP-Masken als auch mit FFP2 Masken zum Teil deutlich abfiel – bei FFP2 Masken deutlich stärker als beim Tragen von OP-Masken. Dabei waren unter Maskeneinsatz sowohl das maximal ausgeatmete Luftvolumen als auch die Geschwindigkeit der Ausatmung (peak exspiratory flow) sowie die maximale Sauerstoffaufnahme und maximale Kraftentwicklung reduziert. Die in Watt gemessene Gesamtleistung war bei den Maskenträgern um etwa 5% niedriger. Die Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte im Blut der Probanden unterschieden bei diesen Belastungstests dagegen nicht. Die Autoren gehen davon aus, dass die zusätzliche Belastung durch die FFP2-Masken bei gesundheitlich vorbelasteten Erwachsenen durchaus gesundheitlich negative Auswirkungen haben könnte.

Und was heisst das nun für die Kinder?

Zunächst einmal heisst es das: Die Maskenfrage für Kinder pauschal mit „Masken sind gefährlich “ zu beantworten ist genauso wenig wissenschaftlich untermauert wie „Masken sind unbedenklich“. Für beide Aussagen fehlt die Evidenz. (Wenig verwunderlich, denn, wie gesagt: Bisher wurde zu der Frage der gesundheitlichen Verträglichkeit von Masken bei Kindern nur eine einzige Studie überhaupt durchgeführt – und die dort untersuchten Kinder waren Schnitt etwa 11 Jahre alt).

Immerhin aber lässt sich aus der Kenntnis der kindlichen Physiologie sowie den hier aufgeführten Studien bei Erwachsenen Folgendes ableiten:

Es kommt auf die Umstände an

In allen Studien zeigte sich eine teilweise deutliche Abhängigkeit der Maskeneffekte von der Art der Maske und der Tragedauer. Dies dürfte auch für Kinder gelten, vielleicht sogar in erhöhtem Ausmaß.

Dass das dauerhafte Tragen von Masken bei Kindern zu Erschöpfung und Befindlichkeitsstörungen wie Kopf- und Bauchweh oder Schwindel führen kann, ist nicht nachgewiesen, für mich aber plausibel. Nicht plausibel ist für mich dagegen, dass ansonsten gesunde, aus sich heraus handlungsfähige Kinder durch das Tragen normaler Alltagsmasken irreparabel geschädigt werden. Dafür sind die Sicherheitsnetze der kindlichen Physiologie viel zu robust. Dennoch gilt für mich: Masken im Dauergebrauch über viele Stunden des Tages ist aufgrund der unsicheren Studienlage abzulehnen, insbesondere wo es sich um jüngere Kinder handelt.

Wenn Kinder Masken tragen, so sind diese auf ihre Durchlässigkeit zu überprüfen, zu fest gewobene, wenig durchlässige Stoffe sind möglicherweise ungünstiger als leichtere Pendants. FFP2 Masken für Kinder lehne ich in Ableitung aus der Erwachsenenliteratur für den längerfristigen Gebrauch durch Kinder grundsätzlich ab.

Ob es eine Altersgrenze gibt, unter der Masken für Kinder unverantwortlich sind, lässt sich aus der (wie gesagt, leider fehlenden) Literatur nicht ableiten. Was sich aber sagen lässt ist, dass Kinder, die nicht selbst gut für sich sorgen können (also eine Maske bei Bedarf abnehmen können, und diesen Bedarf auch erkennen können) keine Maske tragen dürfen. Ich setzte diese Altersgrenze höher an als 3 Jahre, da Kinder auch im Kita-Alter selbstversunken spielen und teilweise so wenig „klug“ mit ihrer Atmung umgehen dürften wie sie teilweise mit ihrer Blase umgehen („ouups, hab vollmacht“). Ich selbst lehne das Tragen von Masken durch Kindergartenkinder deshalb grundsätzlich ab – zumindest bis hierzu verlässliche Studien unter Alltagsbedingungen vorliegen.

Bei den Auswirkungen des Maskentragens spielt die körperliche Aktivität eine überaus deutliche Rolle. Dies ist für die Maskenfrage bei Kindern extrem wichtig. Unsere eigenen Arbeiten am Mannheimer Institut für Public Health haben gezeigt, dass jüngere Kinder (im Kindergartenalter) praktisch nur zwei Aktivitätsniveaus kennen: ruhiges Spielen oder aber hohe Aktivität, z.B. rennen (das ist übrigens der Grund, warum die Spaziergänge der Erwachsenen für Kinder totlangweilig sind).  Bei hoher Aktivität aber können Gesichtsmasken nach den vorliegenden Studien zu teils deutlichen physiologischen Veränderungen und teils starker subjektiver Beeinträchtigung führen. Dies dürfte übrigens der Grund sein, weshalb die WHO folgendes empfiehlt:

„people should not wear masks when exercising

Ein (wichtiges) Wort zur Geburtshilfe

Die Tatsache, dass Geburtskliniken gebärenden Müttern, also Frauen, die am Maximum ihrer Belastbarkeit arbeiten, Masken verordnet, stellt mit Blick auf die von mir besprochenen Studien eindeutig eine Gefährdung des normalen Geburtsverlaufs dar. Die Leistungsfähigkeit auch gesunder Menschen ist durch das Tragen einer Maske eingeschränkt, das gilt insbesondere im Hinblick auf die Muskelkraft und die maximale Sauerstoffaufnahme. Mögliche Abweichungen der Blutgaswerte sind laut wissenschaftlicher Literatur bei längerer Wehendauer nicht nur nicht auszuschliessen, sie sind anzunehmen.

Und dies wiederum ist auch für das zu gebärende Neugeborene nicht unproblematisch.

Dieser Teil der klinischen Praxis muss deshalb dringend überprüft werden.

Zum Schluss

Die Maskenfrage hat es also in sich. Masken können – eindeutig – gesundheitliche Vorteile haben, sowohl für den Träger als auch für die Gesellschaft. Sie sind bis auf weiteres ein wichtiges Mittel, damit wir mit dieser Pandemie einigermaßen zurechtkommen können. Allerdings legt sowohl die Literatur zur vorbeugenden Wirkung von Masken als auch die Literatur zu möglichen gesundheitlichen Nachteilen eines nahe: Mit dem Leitsatz „je mehr Maske desto besser“, ist es nicht getan. Wir müssen das Kleingedruckte stärker in den Blick nehmen.

Für Kinder (und für Gebärende) steht das Kleingedruckte allerdings in Großdruck da.

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44 Kommentare

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  • Silke

    Danke für diese kluge und informative Zusammenstellung und Bewertung. Ich würde gerne noch einwerfen, das auch Kinder unter Krebstherapien durchaus eine Maske tragen müssen, um ihr therapiebedingt fragiles Immunsystem vor Infekten zu schützen.

  • Silke K

    Hallo Herr Dr. Renz-Polster,
    eine Frage bleibt bei mir offen. Sie haben in einem anderen Beitrag ausgeführt, dass Kinder nicht unbedingt die Treiber bei Sars-Cov-2 sind, zumindest nicht die Jüngeren… und dass diejenigen Länder besser durch die Pandemie gekommen sind, die verhältnismäßig viele Kinder zu verzeichnen haben… vielleicht habe ich das auch nicht mehr ganz richtig in Erinnerung… außerdem hat kürzlich sogar die WHO bestätigt, dass Sars-Cov-2 oder Covid-19 eine ähnliche Sterberate hat, wie die saisonale Grippe.
    Ziehe ich da dann die falsche Schlussfolgerung, wenn ich sage, dass man doch bitte endlich die Kinder in Ruhe lassen soll und sie nicht mit all diesen Maßnahmen „drangsalieren“ soll?
    Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort!
    Viele Grüße
    Silke

    • Herbert Renz-Polster

      Was die Frage „Treiber oder Bremser“ angeht, so kommt es bei den Kindern stark auf das Alter an – die Kinder unter etwa 10 Jahren sind nach allem was inzwischen bekannt ist, keine Treiber der Pandemie. Die größeren Kinder und Jugendlichen mit ihren vielfältigen sozialen Kontakten können das Virus dagegen in ähnlichem Maß weitergeben wie Erwachsene.
      Dass COVID-19 eine ähnliche Sterblichkeit wie die Grippe hätte ist nicht korrekt, und auch die WHO sagt dies nicht. Die Daten dazu sind eindeutig: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2771758
      Danke.

        • Herbert Renz-Polster

          Es handelt sich nicht um eine Stellungnahme der WHO, sondern um eine Publikation eines Wissenschaftlers in einem von der WHO herausgegebenen aber von ihr unabhängigen wissenschaftlichen Journals. Die Diskussion um den Artikel vonn John Ioannidis füllt inzwischen Bände… vielleicht so viel dazu: Die Publikation zeigt, wie extrem unterschiedlich die mit SARS-CoV-2 verbundene Sterblichkeit zwischen Ländern unterschiedlicher Demographie ist (vgl. mein Beitrag dazu hier: https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/corona-die-ausgebliebene-katastrophe/
          Leider muss jede Gesellschaft auf die Situation vor Ort reagieren, es ist in einem Land mit einer relativ alten und mit Krankheiten vorbelasteten Gesellschaft ein schwacher Trost, dass COVID-19 in Burkino Faso wenig tödlich ist oder über alle Gesellschaften gemittelt vielleicht doch nicht so schlimm. Wir müssen uns auf das einstellen, was hier nach bestem Wissen zu erwarten ist, verstehen Sie? Danke
          HRP

        • Johannes

          Global gemittelt kommt Ioannidis auf eine Sterblichkeit von 0.23%. Wie Renz-Polster geschrieben hat hängt die Sterblichkeit sehr stark von der Alterstruktur und anderen Faktoren ab. So kommt Ionnidis für Kenya auf 0%, für Pakistan auf 0.07% und Qatar auf 0.01%. FÜr Belgien kommt er auf 0.87%, für Spanien auf 0.92%, England of 0.93% und für Italien auf 1.2%.

          Wenn man sich seine Daten anschaut, sieht man dass die Orte ziemlich random sind: da sind Daten von großen flächendeckende Studien dabei, aber auch Stichproben von Blutspendern. Es fällt auf dass einige Orte mit sehr kleinen Stichproben dabei sind. Den Median aus diesen Daten zu nehmen und als Sterblichkeitsrate für Covid-19 zu präsentieren ist fragwürdig.

          Die Studie hat laut diesem Peer Review „Unüberwindbare methodische Mängel“: https://rapidreviewscovid19.mitpress.mit.edu/pub/p6tto8hl/release/1

        • Rainer Zwerschke

          @ Johannes
          „Den Median aus diesen Daten zu nehmen und als Sterblichkeitsrate für Covid-19 zu präsentieren ist fragwürdig.“
          Dazu müßte man sehen, was ich jetzt nicht gemacht habe, wie Dr. Ioannidis die Zahlen aufbereitet. Es gibt durchaus Methoden um sie vergleichbar zu machen. So absolut die Aussage von Ihnen hier getroffen wurde ist sie falsch. (Sie könnte zutreffen falls Dr. Ioannidis die Zahlen „vermanscht“ hätte, was ich aber eher nicht glaube.)
          Der Peer Review von Flaxman ist grottenschlecht!
          Eigentlich spekuliert er nur, daß die Migrationsverzerrung vernachlässigt und die Vortestwahrscheinlichkeit unzutreffend bestimmt wurden.
          Wesentlich fundierter erscheint mir da die Kritik von Hallett. Die Frage wie sinnvoll die Angabe eines durchschnittlichen Sterblichkeitswert ist der tatsächlich stark vom Alter (und Vorerkrankungen) abhängt ist natürlich richtig. Aber für die „Gefährlichkeitsdiskussion“ ist das trotzdem ein guter Beitrag.
          Der dritte Peer Review empfiehlt die Studie übrigens (nach Überarbeitung der Quellen).

        • Herbert Renz-Polster

          Ja, das kommt jetzt auf meinem Blog immer wieder, irgendwie putzig solche weltweiten Vergleiche, nur sie bringen uns halt nicht weiter. Weltweit gemittelt ist auch die Sterblichkeit an Herzinfarkten sehr gering, die gibts halt in manchen Ländern bissle öfter als in anderen. Das gilt auch für SARS-CoV-2: die infektionsbezogene Sterblichkeit schwankt weltweit zwischen 0,006 und 1,2 Prozent. Leider gehören wir in Europa eher auf die rechte Seite als auf die linke. Aber Danke für den Hinweis.

        • Johannes

          In dem verlinkten Artikel wird eine grobe Hochrechnung (die geschätzte 10% der Bevölkerung), mit den bestätigten Todesfällen (also bei den Toten, wo ein Test gemacht wurde und positiv war) verrechnet… natürlich kommt da absoluter Quatsch raus.

        • Max Schamber

          Dann bleiben wir in Deutschland, Galgeltstudie, immer noch keine höhere Sterblichkeit (die ganzen Medikationsexperimente, fragwürdige frühe künstliche Beatmung lasse ich jetzt bewusst weg)

  • Barbara

    Guten Tag
    Spannender Artikel.
    Wichtig erscheint mir aber auch die Frage was für gesellschaftliche Auswirkungen das tragen von Gesichtsmasken hat, insbesondere auch auf die sozial-emotionale Entwicklung bei Kleinkindern. Gibt es doch auch Kitas wo die Bezugspersonen im Alltag Masken tragen müssen…

    • Katja

      Es gibt ja sich durchaus Länder, wo aus unterschiedlichen Gründen eine mehr oder weniger umfängliche Verschleierung vorgenommen wird und die Kinder damit aufwachsen. Demnach würden sich dort sozial-emotionale Auswirkungen auf alle Kinder finden lassen? Das wage ich tatsächlich zu bezweifeln.

      • Silke K

        @Katja: In diesen Ländern, die du nennst, haben gerade die Frauen nicht dieselben Rechte wie die Männer. Also ich möchte dort nicht aufwachsen. Und es hat genau den Zweck der Unterdrückung der Frauen… wenn das keine sozial-emotionalen Auswirkungen sind…

        • Max Schamber

          Die krampfhaften Versuche die Maske als etwas normales darzustellen, sind schon sehr paradox

  • Welli

    Die Atmung ist das Alpha und das Omega.
    Les sentiment est plus che la raison – das Gefühl, eine Maske tragen zu müssen, ist wie ein aufgesetzter Maulkorb oder kommt einer Knebelung gleich.
    Ich habe ein paar Wochen lang die Kassiererinnen in der Drogerie, die Bäckereifachverkäuferin oder Menschen am Bahnhof gefragt, wie sie das Tragen der Maske empfinden. Es gab fast ausschließlich Reaktionen wie (teilweise aus der Pistole geschossen). „Schei…“, „bescheuert“, „fürchterlich“. Das ist eine Weile her.
    Man gewöhnt sich schleichend an diese – ich finde Verletzung am Unmittelbarsten, an der Seele. Das unterbundene Bedürfnis, tief durchzuatmen; die Worte des Gesprächspartners nicht verstehen zu können, Gerüche nicht mehr wahrzunehmen, das Gesicht nicht mehr als Ganzes wahrnehmen zu können.
    Ich sehe viele Menschen aus der Bahn oder der Bäckerei treten, die sich als erstes den Mundschutz runterreißen.

    • Herbert Renz-Polster

      Das Problem ist, dass das was Sie als „Verletzung am Unmittelbarsten, an der Seele“ beschreiben im echten Leben eben auszutarieren ist gegen die Verletzung der Gesundheit, und evtl. des Lebens. Das macht das Thema komplex, ich denke die meisten von uns werden das Unangenehme akzeptieren können, weil sie um die Schutzwirkung wissen. Ich denke es kommt auf die Balance an: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
      HRP

      • Silke K

        Das Durchschnittsalter der an Covid-19 Gestorbenen liegt etwa bei 82 Jahren. Bitte korrigieren Sie mich, falls ich daneben liegen sollte. Die durchschnittliche Lebenserwartung ungefähr im selben Bereich…
        Kürzlich starb ein Baby, das im März mit einem Herzfehler geboren wurde, weil die nötige OP wegen Covid immer wieder und letztendlich ein halbes Jahr verschoben wurde… und es gibt viele andere Menschen, die nicht die medizinische Versorgung bekommen, die sie benötigen würden, eben wegen der Maßnahmen der Politik. Läuft dann unter Kollateral-Schaden, welche die Gesellschaft offensichtlich leichter hinnehmen kann, als Menschen sterben zu sehen, die ihr Leben schon gelebt haben.

        • Herbert Renz-Polster

          Auch wenn wir hier etwas von den Masken wegkommen hirzu ein Kommentar – er stammt aus meinem eBook „Alles zu Corona“, das ich Ihnen empfehle, wenn Sie sich für solche Fragen interessieren:

          COVID-19 trifft die ganze Gesellschaft
          Das Durchschnittsalter der an COVID-19 Verstorbenen liegt in Deutschland derzeit etwa bei 81 Jahren. Daraus wird manchmal abgeleitet, die Epidemie würde nur die Alten schwer treffen. Manche weisen sogar darauf hin, dass viele der Betroffenen so alt oder krank seien, dass sie „sowieso bald gestorben“ wären. Da liegt dann für einige der Schluss nahe, der Aufwand, mit dem die Epidemie eingegrenzt wird, „lohne“ sich deshalb gar nicht – schließlich zwingt diese Eindämmung sehr vielen Bürgern unglaubliche existenzielle Härten auf, die in der Summe vielleicht sogar schlimmer seien als die direkten Folgen des Virus („die Therapie ist schlimmer als die Krankheit“). Mehr noch: Die Reaktion auf die Pandemie stelle einen geradezu klassischen Generationenkonflikt dar: Die Jungen und Fitten in der Gesellschaft würden jetzt ihr Lebensglück und ihren Wohlstand opfern, damit ein paar alte oder kranke Menschen ein paar Monate länger leben können.

          Diese Ansichten sind zwar weit verbreitet, aber sie ist falsch. Die COVID-19-Epidemie trifft die Gesellschaft als Ganzes.
          Dass die jetzt an COVID-19 Gestorbenen „sowieso demnächst gestorben wären“ ist ein grobes Missverständnis. Wenn der Altersdurchschnitt der an COVID-19 Verstorbenen bei 80 Jahren liegt und die durchschnittliche Lebenserwartung bei 80,5 Jahren, dann heißt das nicht, dass die Verstorbenen im Schnitt nur noch ein halbes Jahr zu leben gehabt hätten. Die Frage nach der verbliebenen Lebenszeit beantwortet nämlich nicht die durchschnittliche, sondern die altersbezogene Lebenserwartung. Sie informiert darüber, wie viele Lebensjahre ein durchschnittlicher Mensch mit einem bestimmten Alter statistisch noch zu erwarten hat. Derzeit sind das für eine 80 Jahre alte Person in Deutschland etwa 8,5 Jahre. Tatsächlich zeigen die bisherigen statistischen Auswertungen, dass durch einen COVID-19 Tod eben nicht wenige Lebensmonate, sondern dass bei jedem COVID-19-Todesfall im Durchschnitt zwischen 5 und 13 Lebensjahre verloren gehen.

          Auch das Argument, dass fast alle Verstorbenen eine oder mehrere Vorerkrankungen hätten, ohne die sie in der Regel nicht gestorben wären, führt in ein Niemandsland. Heißt das, dass diese Menschen deshalb „selber schuld“ sind, wenn sie sterben? Oder dass man sie nicht schützen soll, weil sie schon krank sind? Oder weil sie „sowieso“ gestorben wären? Fakt ist erstens, dass an COVID-19 auch Menschen ohne Vorerkrankungen schwer erkranken können. In einer Zusammenfassung der Fälle in Großbritannien hatten fast ein Viertel der ins Krankenhaus Aufgenommenen keinerlei Vorerkrankung, ihr Durchschnittsalter lag bei 73 Jahren. Fakt ist auch, dass sich die allermeisten Menschen trotz ihrer Krankheit – sei es Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht – eines hohen Maßes an Gesundheit erfreuen und mit ihren Krankheiten noch sehr viele Jahre vor sich hätten. In Deutschland gibt es etwa 25 Millionen Menschen mit Bluthochdruck, die allermeisten davon können bei guter medizinischer Versorgung ein hohes Alter erreichen. Wenn ein 75 oder 80 Jähriger Hypertoniker deshalb nach einer COVID-19 stirbt, dann stirbt er AN COVID-19, und nicht MIT COVID-19 – ohne COVID–19 hätte er oder sie ja noch viele Jahre leben können. Ähnliches gilt für Diabetiker, Herzkranke oder übergewichtige Menschen. Auch die inzwischen durchgeführten vielen hundert Autopsien bestätigen das: Bei den allermeisten der untersuchten Leichen stellte sich heraus, dass COVID-19 die Todesursache war und nicht die Vorerkrankung. Und jetzt soll COVID-19 deshalb gar nicht so schlimm sein, weil vor allem Menschen mit Vorerkrankungen daran sterben? Mir persönlich riecht das nach einem Selektionsdenken, nach dem die Jungen, Starken und Gesunden mehr Lebensrecht haben. Ich wundere mich darüber, wie viel Anklang diese Argumente finden.

        • Rainer Zwerschke

          Und wieder erzählt Herr Renz-Polster den gleichen Unsinn wie in seinen anderen Blogs.
          Es ist gerade nicht richtig, daß die alten Verstorbenen im Schnitt 5 bis 13 Lebensjahre verloren haben! Auch die altersbezogene Lebenserwartung folgt einer Wahrscheinlichkeitsverteilung. D.h. die noch 8,5 Jahre der 80-Jährigen werden IM MITTEL erreicht. Nun werden aber einige älter, einige sogar viel älter – über 100 Jahre. Damit der Mittelwert „noch 8,5 Jahre“ für die 80-Jährigen stimmt müssen entsprechend mehr früher sterben, einige am Tag nach ihren 80. Geburtstag. Diese früher Sterbenden sind offensichtlich weniger gesund als die länger lebenden (von Unfällen abgesehen) und daher auch empfänglicher für Krankheitserreger.
          Und nicht nur SARS-CoV-2 ist ein gesellschaftliches Problem. Auch die Influenza ist es. Diese arrogante, schulmeisterhafte Art ist ein Schlag ins Gesicht aller Grippetoten und derer Angehöriger für die solche Maßnahmen anscheinend nicht angemessen waren, obwohl allein 2018 in 4 Monaten mehr Menschen daran gestorben sind als in ganz 2020 an Covid 19.
          Im übrigen vermisse ich ein Eingehen auf den verstorbenen Säugling der bei einer stattgefundenen Herzoperation die Aussicht auf ein über 80-jähriges Leben gehabt hätte.

      • Monika

        Die klare Antwort von HRP finde ich in der Kürze eindeutig und gültig!: „die meisten von uns werden das Unangenehme akzeptieren können, weil sie um die Schutzwirkung wissen. Ich denke es kommt auf die Balance an: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
        HRP“
        Und ein Infektologe sagte neulich sinngemäß: Wir können uns doch den kleinen Lappen vors Gesicht nehmen, wenn dadurch Schlimmeres verhindert wird! – Natürlich galt das für Erwachsene und Maskenverweigerer. Der Schutz der Gesichtsmasken für einen selbst und für die anderen ist erwiesen. Bleiben Sie gesund!

  • Robert

    Da ist wohl vieles noch nicht abschließend geklärt. Jedoch kann man das Masken-Experiment m.E. mit dem Höhentraining vergleichen, wo man absichtlich Sauerstoff entzieht.
    In der Höhenmedizin ist zumindest empirisch nachgewiesen, dass junge Personen schlechter mit Sauerstoffunterversorgung zurechtkommen als ältere Personen.
    Nun wird wohl nicht jedes Kind nach einem Jahr „Höhentraining“ gleich ein Lungen- oder Hirnödem bekommen. Zu behaupten, dass das Masken-Experiment keinerlei gesundheitschädigende Auswirkungen hat, ist aber natürlich vollkommen abwegig.
    Bzgl. der erhöhten Stickstoffkonzentration kann man sich die Erfahrungen aus der Tauchermedizin ansehen. Der größte Tauchsportverband PADI verbietet die Ausbildung von Kindern unter 10 Jahre grundsätzlich. Bis zum Alter von 15 Jahre bestehen Einschränkungen. Erst darüber dürfen Kinder / junge Erwachsene die für Sporttaucher geltenden Tiefen von 18m oder 30m entdecken.

  • Alexander Vollmer

    Masken mit Ventil sind irrelevant, da sie nicht den Anforderungen der Corinna-Verordnungen entsprechen.

    Tüten- und Halbschalen-Masken mit großem Rückstauvolumen aber geringeren Atemwiderstand wurden für das Handwerk entwickelt und für kurzzeitige Verwendung bei staubreichen Arbeiten.

    Für Kinder am leichtesten zu tragen sind Masken aus elastischem Stoffen oder der genormte medizinische Mundschutz. Diese sind besser durchlässig, liegen eng an und haben deshalb ein geringes Rückatmungsvolumen. Ideal ist der heutige Stoff wie bei Sportfunktionskleidung. Auch in Bezug auf Feuchtigkeitsmanagement.

  • Kerstin

    Als Mutter eines Kindes mit seelischer Behinderung kommt für mich noch eine weitere Frage hinzu: Wie kann ich seelisches Leid von meinem Sohn abwenden?

    Noch ist mein Sohn jung genug, dass er keine Maske braucht. Allerdings reagiert er panisch, sobald etwas sein Gesicht bedeckt. Da er nonverbal ist, kann ich nichts im Gespräch mit ihm gemeinsam erörtern.

    Ich hoffe inständig, dass es einen Impfstoff geben wird, bevor sein 6. Lebensjahr vollendet sein wird.

    • Olga

      Hallo Kerstin! Wer keine Maske tragen kann oder darf muss sie auch nicht tragen, dafür gibt es eine Möglichkeit der Befreiung per Attest. Da würde ich als erstes euren Kinderarzt/Kinderärztin ansprechen, wenn Dein Sohn 6 Jahre alt ist und die Maske uns bis dahin noch erhalten bleiben sollte. Viele Grüße Olga

      • Silke K

        Menschen mit Attest, werden gemobbt. Von der Gesellschaft und vom Staat. Google mal nach „Berliner Senat“ und „Mittelfinger“. Außerdem wurden Arztpraxen dazu angehalten keine Atteste zur Maskenbefreiung auszustellen (bzw. nur in absoluten Ausnahmefällen) und werden unter Druck gesetzt mit der Drohung, die Zulassung zu verlieren o.ä. Unser Kinderarzt sagte, dass es einen echten medizinischen Grund geben müsse. Meinem 12-Jährigen wird es regelmäßig unter der Maske schwindlig, ihm wird schlecht etc. aber das ist kein medizinischer Grund… mir fehlen dazu die Worte.

        • Olga

          Den 12-jährigen würde ich zur sportmedizinischen Untersuchung anmelden und mit und ohne Maske unter Belastung messen lassen. Blutdruck, Lungenwerte, Sauerstoffsättigung, das volle Programm. Vielleicht ergibt sich daraus der „echte medizinische Grund“. Eigentlich müsste kiA bei solchen Beschwerden erst untersuchen (lassen). Oder möchte er persönlich die Verantwortung übernehmen, wenn das Kind irgendwo unterwegs mit einem Schwindelanfall umkippt. Druck hin oder her, aber wir Eltern und Kinderärzte sind in meinem Verständnis dem Wohle der Kinder in erster Linie verpflichtet.

  • Bettina

    Im Alltag muss man meiner Meinung nach bedenken, um wieviel Maske es geht, und welches Alter gemeint ist. Dass ein Kleinkind keine Maske trägt, finde ich richtig, dass mein 6jähriger Sohn zum Einkaufen oder in den Gängen seiner Grundschule Maske trägt, auch. Und ich finde es gut, dass sich die 5. Klasse meines 10jährigen Neffen fast geschlossen dafür ausgesprochen hat, im Unterricht Maske zu tragen und die Gesichter in den Pausen zu „lüften“.
    Wie Kinder mit Maske umgehen, wie sie das empfinden, hängt natürlich von den Eltern ab. Wenn die Eltern Maske als selbstverständlich in bestimmten Situationen sehen, dann ist es auch oft selbstverständlich für die Kinder. Und die Maske selbst macht auch einen Unterschied. Eine Stoffmaske in der richtigen Größe und aus einem Stoff, dessen Motiv dem Kind gefällt, wird ganz anders angenommen, als eine OP-Maske in Erwachsenengröße. Unser Sohn hat sich sehr gefreut, als er in der Schultüte Masken mit dem Logo seines Lieblingsfußballverins oder einer von ihm geschätzten Rockband gefunden hat. Und mein 3jähriger Neffe freut sich immer, wenn er beim Einkaufen genau wie sein großer Bruder eine Maske tragen darf (Motiv ist auf seine Vorlieben abgestimmt).
    Der Beitrag bestärkt mich darin, dass Masken für Kinder unter bestimmten Voraussetzungen in Ordnung sind (nicht beim Spielen, nicht bei ganz kleinen, nicht zu lange). Danke dafür!

    Zu den Maskenattesten:
    Es wird – meiner Meinung nach völlig zu Recht – gegen ärztliche Kollegen vorgegangen, die massenhaft Atteste ausstellen, womöglich, ohne den Patienten gesehen zu haben. Das ist falsche Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung und berufsrechtlich und strafrechtlich verboten. Einem Patienten, den ein Arzt oder eine Ärztin persönlich untersucht hat, und bei dem es wirklich Gründe gibt, darf ein solches Attest ausgestellt werden.

    • Silke K

      Dass das Verhalten der Kinder einzig von den Eltern abhängt, ist nicht ganz richtig. Ich habe 4 Kinder, die die Masken ganz unterschiedlich akzeptieren. Ich stehe hinter ihnen, egal wie. Wenn ich aber sehe, dass mein 12-Jähriger Probleme damit hat, werde ich ihn auch verteidigen und ihm nicht ausreden wollen, was er wahrnimnt.

      • Uschi

        die Abneigung von Eltern, die hier bei einigen deutlich zu spüren ist, überträgt sich natürlich auf die Kinder deren Vorbild wir sind. Bettina hat es schon richtig beschrieben. Schade das manche Kinder für die Abneigung und Ablehnung der Eltern gegenüber Masken herhalten müssen.

        • FXB

          Schade, dass Eltern dazu angehalten werden, Kindern etwas aufzubürden, das gegen ihr Gewissen geht.
          Selbst Politiker sind nur ihrem Gewissen verpflichtet, doch in der Gesellschaft für Otto Normalbürger scheint das nicht zu gelten. Ich verliere langsam aber sicher den Glauben an eine Gesellschaft, in der auch andere Meinungen geduldet und toleriert werden.

    • Max Schamber

      Wenn man nicht richtig informiert ist, und in Angst gehalten wird, wird vieles akzeptiert auch Masken

      • Herbert Renz-Polster

        Alles gut Herr Schamber, Sie brauchen aber nicht diejenigen zu beleidigen, die weniger erlecuhtet sind als Sie, oder?
        Danke

        • Monika

          @FXB
          Eine Maske geht nicht „gegen das Gewissen der Kinder“, wenn die Kinder auch zu Empathie, zu Mitgefühl, zum Perspektivwechsel geführt werden, nämlich auch an die anderen Menschen um uns herum zu denken. Wie geht es denen, die krank daran werden? Das kann man Kindern schon ab 2 oder 3 Jahren sehr gut verständlich machen, spielerisch, mit dem Teddy oder der Puppe, oder dem betroffenen Nachbarn, Verwandten oder Freunden.
          Übrigens kann man trotz und mit Maske auch sehr viel Nähe ausdrücken: mit den AUGEN, der STIMME, der KÖRPERSPRACHE. Obschon es natürlich besser wäre, es gäbe diese schreckliche Krankheit nicht, ist diese Lage eine Chance, die anderen Ausdrucksmöglichkeiten zu lernen.
          Zitat der großen Pädagogin Maria Montessori: „Die FREIHEIT des einzelnen hört da auf, wo die FREIHEIT des anderen beginnt.“, nämlich die „Meinung“(?), bzw. doch wohl eher die Hoffnung, und die Arbeit daran, gesund zu bleiben.

  • Michael Kurz

    Vielen Dank für diese ausbalancierte Darstellung. Sehr wohltuend in diese Zeit der Extreme.

  • Max Schamber

    Die Seitenhiebe gg. Kollegen, die auf das medizinische Experiment, das an unseren Kindern durchgeführt wird, aufmerksam machen, kann sich der Autor nicht verkneifen. In der Frage, was die Masken nützen, macht er sich es ähnlich leicht, wie das RKI (Grundtenor: Es gibt zwar in keiner Studie einen Beweis dafür, aber die Gesamtheit aller Studien bestätigt es – wo ist die Logik?..). Am Ende sagt er nichts anderes als die nervigen Covidioten-Kollegen: Die Datenlage ist nicht ausreichend, negative Auswirkungen sind möglich. Auch die Kinder, die in den letzten Wochen zu Tode gekommen sind, und wo die Obduktion keine Ursache feststellen konnte bzw. gänzlich unterlassen wurde, scheint dem Autor kein Anlass zu sein, dazu aufzurufen, die Kinderversuche einzustellen. Wo waren und sind die Massenansteckungen an skandinavischen Schulen? Fazit: Viele interessante Verweise, aber eine Selbstverständlichkeit, dass man Kinder nicht zwangsweise als Versuchsobjekte missbrauchen sollte, kommt dem Autor nicht in den Sinn. Dass Corona ähnlich gefährlich ist, wie Influenza, hat WHO vor kurzem eingestanden. Es heißt nicht, sie wäre ungefährlich: https://www.google.de/amp/s/www.corona-stocks.com/did-the-who-just-accidentally-confirm-covid-is-no-more-dangerous-than-flu/

    • Herbert Renz-Polster

      Ja danke, da geht ja einiges durcheinander. Ich höre ein Raunen von Kindern, „die in den letzten Wochen zu Tode gekommen sind“ – und klar sind die an dem gestorben, was Sie vermuten. Aber bitte, machen Sie es sich doch nicht so leicht.
      Dass Covid eine ähnliche Sterblichkeit wie die Grippe hat, ach Leute… Ich will erinnern, dass SARS-CoV-2 in unterschiedlichen Ländern extrem unterschiedlich verläuft: eine relativ hohe Sterblichkeit in den „alten“, mit Vorerkrankungen belasteten Gesellschaften, und eine relativ niedrige Sterblichkeit in den Entwicklungsländern (ich gehe hier darauf ein:
      https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/corona-die-ausgebliebene-katastrophe/
      Entsprechend schwankt die infektionsbezogene Sterblichkeit zwischen 0,006 und 1,2 Prozent – je nach Land. Was bringt da die Angabe irgendwelcher globaler Werte? Leider nichts. Ja, viele Länder hätten gut daran weniger disruptiv gegen die Pandemie vorzugehen – andere leiden bis heute daran, dass sie nicht rasch und entschieden genug gehandelt haben.
      Es ist leider alles kompliziert und mit ein paar markigen Worten und persönlichen Angriffen nicht zu bewältigen.
      Apropos: ich finde, Sie unterstellen mir in Ihrem Beitrag eine ganze Menge. Ich würde mir wünschen Sie überdächten Ihren Stil.
      Danke
      HRP

      • Max Schamber

        Das Thema lässt mich nicht kalt, weil ich Vater bin. Ich merke auch, dass meine markigen Worte, die ihren Beitrag und ihren Ton spiegeln, ihnen nicht gefallen. Im Ton vergriffen hab ich mich meines Erachtens nicht. Die Kinder haben keine Lobby. Das stelle ich immer wieder fest. Ich weiß nicht, ob innerhalb eines so kurzen Zeitraums kleine Kinder versterben, ohne dass die Todesursache festgestellt werden kann. So einfach drüber hinweg zu gehen erscheint mir fahrlässig. Das öffentliche Interesse sollte so groß sein, dass die Aufklärung schnellstens zu passieren hätte. Aber es passiert nichts 🙁

        • Herbert Renz-Polster

          Dass eine Todesursache bei Kindern nicht festgestellt werden kann, das kommt vor, dass Obduktionen nicht passieren auch (z.B. weil sie in Deutschland die Zustimmung der Eltern erfordern). Es hilft doch nicht weiter einfach zu spekulieren und Vermutungen als Tatsachen zu verkaufen. Niemand will Kinder schädigen, auch diejenigen nicht, die sich für Masken einsetzen, wir müssen uns an einer sachlichen Auseinandersetzung versuchen, ja?
          Danke dafür
          HRP

        • Rainer Zwerschke

          „Dass eine Todesursache bei Kindern nicht festgestellt werden kann, das kommt vor, dass Obduktionen nicht passieren auch (z.B. weil sie in Deutschland die Zustimmung der Eltern erfordern).“
          Daß eine Todesursache nicht festgestellt werden kann (an einer frischen Leiche) wenn tatsächlich alle Untersuchungen durchgeführt werden ist dann doch sehr selten. Daß die Ursache – also warum denn das tödliche Ereignis überhaupt auftrat – nicht immer (zweifelsfrei) festgestellt werden kann, das mag vorkommen. Aber was im Körper „schiefgelaufen“ ist, daß läßt sich eigentlich fast immer feststellen.
          Ob die Zustimmung der Eltern zu einer Obduktion erforderlich ist oder nicht richtet sich auch danach ob „Fremdverschulden“ vorliegt bzw. vorliegen könnte.
          Die Erwartungshaltung ist hier sicherlich enttäuscht worden, wobei man natürlich auch nicht die Hinterbliebenen aus den Augen verlieren darf die vielleicht nicht wollen, daß das Kind Gegenstand einer „Maskendebatte“ wird.

  • Jasmin S.

    Sehr guter Artikel, das Thema wird gut erläutert und ich danke Ihnen für den neutralen Ton in einer doch sehr kontroversen Diskussionen.

  • Katharina Teufel-Lieli

    Vielen Dank für Ihre umfassende Darstellung.
    Was mir fehlt, ist ein genauerer Blick auf den Nutzen. Sie schreiben pauschal, Masken nutzen und berücksichtigen die Anwendung dabei nicht. In Labors mag der Nutzen bestätigt sein, in der Realität zeichnet sich dieser keineswegs ab.
    In Ö tragen Kinder die Maske in der Pause. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich hier irgendein wesentlicher Nutzen erkennen lässt, wenn man für 5′ eine Maske trägt, um dann eine Stunde wieder ohne zusammen sitzt. Die Masken werden weder steril verstaut bzw entsorgt, noch werden die Hände nach dem Aufsetzen gewaschen noch denken die Kinder daran, sich nicht ins Gesicht zu greifen. Gerade beim Reden verrutschen die Masken und werden laufend zurecht gerückt.
    Die Infektionen steigen in Schulen in Ö so schnell, dass die Ämter mit dem contact tracing nicht mehr nachkommen.
    Ich freue mich, dass endlich Studien die Kinder betreffend gemacht werden und ich teile Ihre Ansicht, dass pauschale Verordnungen zu hinterfragen sind.

    • FXB

      Können Sie Links zu den Studien teilen? Vielen Dank!

    • CK

      Da stimme ich absolut zu! Der Nutzen der Masken ist wissenschaftlich überhaupt nicht belegt. Und gerade im Schulumfeld höchst zweifelhaft. In BW ist seit heute ab der 5. Klasse auch im Unterricht Maskenpflicht. Eine Maske, die man den Kindern über Stunden zumuten kann, muss sehr dünn und sehr gut luftdurchlässig sein. Meinen Kindern habe ich daher einlagige Masken aus dünnem, dehnbarem Jerseystoff genäht, die eng anliegen und durch die sie halbwegs gut atmen können. Die halten aber natürlich weder Tröpfchen, noch Aerosole und schon gar keine Viren ab. Trotzdem atmet man darunter nicht ganz frei. Die Kinder helfen sich, indem sie die Maske immer mal unter die Nase oder ein Stück von Mund und Nase weg ziehen. Sie haben die Hände also ständig an diesem Stück Stoff, in dem sich alles sammelt, was ein- und ausgeatmet wird. Mit Infektionsschutz hat das rein gar nichts zu tun. Warum quälen wir unsere Kinder mit Maßnahmen, die bei genauem Hinschauen so widersinnig sind?

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