Kommentar13. Oktober 2021

Jetzt die Kinder impfen? (Teil 3)

Jetzt die Kinder impfen? Diese Frage habe ich zum ersten Mal vor über drei Monaten auf diesem Blog gestellt. Ich habe aufgrund der damaligen Datenlage festgestellt, dass die Impfung von Kindern nicht damit begründet werden kann, dass dadurch die Pandemie, also die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2, nennenswert beeinflusst werden kann oder gar eine „Herdenimmunität“ erreicht werden kann. Die Frage, ob Kinder individuell - also für sich selber - von einer Impfung profitieren habe ich offen gelassen.

Und es ist inzwischen noch spannender geworden. Wieder stehen wir vor einem Winter, in dem die Schulfrage ungelöst ist: Wie soll es da weiter gehen? Sowohl die Gesellschaft als auch die Elternschaft sind hier gespalten. Die einen sagen: Lasset die Kindlein in die Schule gehen und wehret ihnen nicht. Also: Lasst uns zurück zu einer möglichst normalen Schule gehen, ohne Masken, ohne Abstand…

Vielleicht aber mit ein bisschen Lüften? Vielleicht auch mit einem Testprogramm, das infizierte Kinder erkennt? Nur, was tut man bei einem Infektionsfall mit den anderen Kindern? Die ganze Klasse nach Hause schicken? Nur die Sitznachbarn? Und wenn ja, wie lange…? Wieder andere sagen: die Masken müssen bleiben, die verhindern nun mal Infektionen. Und: alle LehrerInnen und ErzieherInnen müssen geimpft sein – schließlich schützt auch das mein Kind… Eine Impfpflicht für ErzieherInnen und LehrerInnen? Willkommen in einer heißen Diskussion.

Einige Hoffnungen haben sich zerschlagen

Immerhin sind inzwischen ein paar Eckpunkte klar, und sie enthalten  leider nicht nur frohe Botschaften:

  • SARS-CoV-2 wird sich weiter ausbreiten, dieses Virus wird auch durch ein noch so engagiertes Impfprogramm nicht zu stoppen sein. Die schöne Erzählung von der „Herdenimmunität“ ist von der Realität überschrieben worden: SARS-CoV-2 wird endemisch werden (in welcher genetischen Verfassung auch immer) und in (saisonalen?) Wellen weiter zirkulieren. Innerhalb von (ganz?) wenigen Jahren werden also die allermeisten in diesem Land mit SARS-CoV-2 Bekanntschaft machen (es sei denn, man verbrächte sie unter eine Glasglocke)
  • Dass das so ist, liegt auch daran, dass sich eine der zwei auf die Impfungen gesetzten Hoffnungen zerschlagen haben. Ja, die Impfung schützt den Geimpften zumindest eine Zeitlang sehr effektiv davor, bei eine eventuellen Ansteckung schwer zu erkranken oder gar zu sterben. Darüber können wir und sollten wir jubeln, denn wenn die bisherigen Erfahrungen mit SARS-CoV-2 eines gezeigt haben, dann das: mit diesem Virus ist nicht zu spaßen. Und: Dieses Virus kann Dir dein Leben zur Hölle machen, selbst wenn Du die akute Infektion gut überstehst. Die zweite in die Impfung gesetzte Hoffnung allerdings ist bisher nicht aufgegangen, denn die Impfung kann eine Ansteckung und eine weitere Übertragung auf andere Menschen leider nicht effektiv verhindern – sie kann das allenfalls ein bisschen, und das auch nur wenige Monate nach der Impfung. Auch Geimpfte sind also weiter für Infektionen empfänglich, und das erklärt wahrscheinlich auch, warum die Ausbreitung von SARS-CoV-2 in den unterschiedlichen Ländern so schlecht mit den Impfquoten korreliert.  Jedenfalls ist es schon putzig, wenn angenommen wird, durch die 2G Regel liessen sich Übertragungen effektiv verhindern (Epidemiologen gehen im Gegenteil davon aus, dass wir auch weiter mit nicht-pharmakologischen Maßnahmen leben müssen, wenn ein Anstieg der Infektionszahlen verhindert werden soll).

Und genau das erklärt, warum die jetzige Diskussion um die beste Strategie für unsere Kinder so schwierig ist. Ich persönlich verstehe jede(n), der hier den Kopf schüttelt. Ich will aber auch dazu sagen, dass es manchmal Situationen gibt, über die du den Kopf schüttelst und dir trotzdem nichts besseres einfällt als denen über die du den Kopf schüttelst.

Mehrere Grundfragen

Nochmal: Das Grundproblem  bei der Diskussion um die beste Strategie für die Schulen und Kitas ist, dass die vormals als wichtigste Waffe zur Kontrolle von Ausbreitungen geltenden Impfungen nicht wirklich effektiv sind. Das heisst, auch wenn die LehrerInnen alle geimpft sind, wird das den Eintrag von SARS-CoV-2 in die Schulen und Kitas allenfalls ein wenig bremsen, aber nicht verhindern.

Zudem haben wir es bei der Delta-Variante mit einem Virus zu tun, dessen Übertragung von Mensch zu Mensch sich viel schwerer verhindern lässt. Ja, Masken haben schon eine Wirkung, aber die ist im echten Leben nicht sehr groß. Und selbst wenn durch eine Maskenverordnung 10 bis 30% der Infektionen verhinderbar sind, so bedeutet das derzeit eigentlich nur, dass der Durchmarsch des Virus durch die Kinder-Population gebremst wird, verhindert wird er nicht.

Denn das ist die dritte Gemeinheit (siehe oben): Es muss davon ausgegangen werden, dass dieses Virus früher oder später alle Kinder erreichen wird, denn eine „Herdenimmunität“ im klassischen Sinn (wie etwa bei den Masern) wird sich NICHT einstellen, da sind sich die Experten ausnahmsweise einmal einig: SARS-CoV-2 wird weiter zirkulieren und zwar auch unter den Geimpften (die dann vielleicht immer wieder daran ihren Immunschutz auffrischen, immerhin mal eine positive Überlegung).

Mehrere Zielfragen

Das lässt also viele Fragen zu, was die richtige Strategie für die Schulen sein könnte:

  • Könnten Masken vielleicht verhindern, dass die Infektionswelle unter den Kindern sich sehr rasch aufbaut und dann mit dem erwartbar sehr hohen sonstigen Infektionsgeschehen in diesem Winter zusammenfällt? Schon jetzt sind die Kinderkliniken ja voll, weil die Kinder jetzt die ganzen regulären Infekte nachholen, die sie in der Pandemie „verpasst“ haben (von RSV über Parainfluenza bis zu Noroviren). Denn das muss allen klar sein: Diese Wintermonate werden für die Kinder (und Familien) wieder nicht normal sein, und die Schulen und Kitas aus den „regulären“ Gründen (kranke Kinder bleiben zuhause) oft halb leer sein: Über viele Wochen dürfte es nun einmal wenige Kinder geben, die NICHT husten, schniefen und Durchfall haben, und SARS-CoV-2 ist da ja nur EINE Welle in diesem Meer. Wenn es dieses Jahr eine gesalzene Grippe-Welle gibt, dann können wir wirklich nur beten oder auf ein dickes „Elternfell“ vertrauen (es sollte jetzt in etwa so wachsen wie bei den Tieren dort draussen, wirklich)… Und weil all das eigentlich voraussehbar war, fragt man sich schon, warum wir mit den Hygienekonzepten an den Schulen nicht wirklich weiter gekommen sind, zumindest wenn diese nicht ausgerechnet „Maske“ oder „Abstand“ heißen, sondern zum Beispiel „Raus mit euch!“ (ach so ja, das Wetter, das war auch wirklich gnadenlos in den letzten Wochen während die Infektionszahlen unter den Kindern angestiegen sind).
  • Wird ein Impfzwang für das Kita- und Schulpersonal etwas bringen? Nach allem, was wir über die Übertragung von Delta wissen, heisst die Antwort: Nein. (Sie heisst für mich auch aus anderen Gründen nein, aber hier soll es um die Effektivitätsfrage gehen). Eine Impfung – noch einmal, weil es wichtig ist – schützt die geimpfte Person vor schweren Verläufen, und das recht effektiv (und auch eine ganze Weile, vielleicht sogar ein ganzes Jahr). Aber sie schützt nicht sehr effektiv – und dann auch nur für eine kurze Zeit – vor einer Infektion, und sie schützt damit eben auch nicht vor einer möglichen Ansteckung anderer (etwa der anderen LehrerInnen und der SchülerInnen). Also: auch geimpfte LehrerInnen und ErzieherInnen können die Kinder anstecken (und auch geimpfte Jugendliche können einander anstecken). Hier sollten wir uns reinen Wein einschenken und nicht so tun als ob. Und auch die gerne gestellte Schuldfrage einmal einfach sein lassen.
  • Sollen wir auf Zeit spielen und deshalb noch eine Weile eher strenge Begrenzungsmaßnahmen weiterführen (ob dort draußen oder in der Schule)? Tatsächlich wird das alte „flatten the curve“ aus mehreren Gründen weiter diskutiert, und könnte durchaus wieder Auswirkungen auf die Schul- und Kita-Strategien haben. Zum einen könnte es im Winter tatsächlich zu einer drohenden Überlastung der Intensivstationen kommen, schließlich wird sich das Virus unter den Ungeimpften noch das eine oder andere Opfer abgreifen, und eine gesalzene Influenza-Welle könnte das ihre tun. Zum zweiten wird argumentiert, dass durch ein Hinauszögern des Infektionsgeschehens vielleicht Zeit gewonnen würde für neue Strategien und technische Neuerungen (z.B. Einführung von Impfstoffen, die auch eine weitere Ansteckung verhindern, oder von Impfstoffen mit besserer Akzeptanz in der Bevölkerung). Dass sich Zuwarten lohnen kann, zeigt die bald anstehende Einführung des Antikörpers Molnupivir, durch dessen Einnahme zuhause innerhalb der ersten fünf Tage nach Ansteckung schwere Verläufe recht effektiv verhindert werden könnten (wenn der Preis auch bestimmt gesalzen sein wird und letzte Fragen der Verträglichkeit noch nicht geklärt sind). Auch die „Auf-Zeit-Spielen“-Frage zeigt: alles hängt mit allem zusammen, aber wenn es schlecht läuft, werden die Schulen auch hier in den Fokus geraten, weil sie nun einmal de facto auch Stellschrauben sind, mit denen sich die Geschwindigkeit der pandemischen Ausbreitung beeinflussen lässt. Hier bin ich (ohne jeden vorauseilenden Vorwurf) gespannt, wie die Politik reagieren wird, wenn es Spitz auf Knopf kommt, und etwa tatsächlich die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung in Gefahr geriete.
  • Oder alles einfach laufen lassen und SARS-CoV-2 wie jede andere Infektion behandeln? Wenn man in Rechnung stellt, dass SARS-CoV-2 sowieso seinen Durchmarsch machen wird, und früher oder später alle Kinder betreffen wird, dann würde man bei dieser Strategie das Augenmerk am Besten darauf richten, dass bei diesem Durchmarsch möglichst wenig Schaden passiert. Dann müssten vor allem zwei Parameter beachtet werden: Erstens: dass die Kinderkliniken nicht überlastet werden (eine reale Gefahr – übrigens nicht nur, weil dann zu viele Kinder gleichzeitig schwer krank sind, sondern weil in Deutschland trotz seiner hohen Zahl an Klinikbetten für Kinder die Plätze fehlen – und zwar wegen einem Mangel an Kinderkrankenschwestern. Dafür hat die (damalige) Regierung schon vor ein paar Jahren die Weichen gestellt – als sie nämlich beschloss, den eigenständigen Ausbildungsweg zur Kinderkrankenschwester/pfleger abzuschaffen). Zweitens müsste dann versucht werden den Schaden dadurch zu begrenzen, dass möglichst viele Kinder ihre Infektion ohne Komplikationen und vor allem ohne Langzeitschäden „wegstecken“ können.

Und da wären wir bei der Frage der Impfungen: können die dazu beitragen? Sollen wir jetzt die Kinder impfen? Und weil diese Frage sehr komplex ist, will ich sie separat behandeln. Auf demnächst in diesem Pandemie-Theater!

38 Kommentare

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  • Ana

    Herr Renz-Polster, was sagen Sie denn zu den Geimpften und an C Verstorbenen? Unser betagter Nachbar, seit wir ihn kennen fit, seit Jahren keine Erkältung gehabt, jetzt nach der Impfung geschlagen, müde, mit Husten der ihn seit Wochen nicht schlafen lässt und den er nur mit sehr starken Medikamenten ein wenig lindern kann…
    Nur ein Beispiel…
    Deshalb; kann es sein, dass Sie solche Beispiele bei Ihrer Lobeshymne auf die Impfung bewusst ausblenden?

    Tatsache ist m.M. nach, die Impfung KANN zwar ohne Probleme stattfinden, IST aber einfach ein Faktor mehr mit C in Kontakt zu kommen – Sie schreiben das oben ja auch…
    Zusammengefasst..

    ………………………………………… Geimpfte Ungeimpfte
    Können an C erkranken……. ja …………….ja
    Können C verbreiten………… ja …………….ja
    Können an C sterben………. ja …………….ja
    Können an C Impfung sterben……. ja ……………nein
    = Ist klar ein nein, rep. eine Gefahr wenige,r bei den nicht Geimpften…
    Weshalb also immer noch die Lobeshymne??

    Ich schätze Ihre Inputs sonst sehr, aber hier muss ich passen…

    Freundlich
    Ana

    • Lenina

      Wieso ist denn die Impfung „ein Faktor mehr mit C in Kontakt zu kommen“ ? Die Aussage verstehe ich nicht.
      Fakt ist: Wer trotz Imfpung schwer an Corona erkrankt, wäre ohne Imfpung vermutlich schon tot.

      • Silke

        Viele geimpfte Menschen sind leider zu leichtsinnig geworden. Die Maske wird seltener getragen und gerade viele ältere Menschen denken, wenn sie 2x geimpft sind, bekommen sie keine Corona Erkrankung. Dann kann es somit auch leichter zu einem Impfdurchbruch kommen.

    • ama

      „Tatsache ist m.M. nach, die Impfung KANN ohne Probleme stattfinden, IST aber einfach ein Faktor mehr mit C in Kontakt zu kommen“

      Wie bitte!? Wieso sollte die Impfung zu einer Infektion betrigragen? Das ist himmelschreiender Schwachsinn. Wer hat Ihnen den erzählt? Jemand aus der Schiffmann-Wodarg-Bhakdi-Szene?
      Schauen Sie mal hier, welchen Irrsinn Bhakdi von sich gibt:

      [*quote*]
      Es ist allen Wissenden klar, daß mit der formalen Zulassung des der Impfstoffe der erste Meilenstein der Agenda erreicht ist,
      und das Rennen um’s Erreichen des Endziels eröffnet wird.
      Dieses Endziel ist: Erschaffen der neuen Realität – und beinhaltet nichts anderes als den zweiten Holocaust: die Abschaffung der Menschheit in der jetzigen Ausprägung.
      [*/quote*]

      Das ist wörtliches Zitat aus dem Transkript dessen, was Bhakdi in Kiel am 24.9.2021 öffentlich gesagt hat. Den ganzen Text kann man hier lesen
      „Die irre Welt des Sucharit Bhakdi“
      http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=12227.0

      Die Impfung rettet Leben! Rund 1/10 der Patienten mit Covid-19 in den Intensivstation ist geimpft, meist noch viel weniger. Die anderen, 90 Prozent bis 100 Prozent im jeweiligen Krankenhaus sind UNGEIMPFTE.
      Wer geimpft ist, ist vor schweren Erkrankung geschützt und mit großer Wahrscheinlichkeit vor dem Tod geschützt.
      Wer geimpft ist, verbreitet weniger Viren, ist also für die Umgebung weniger gefährlich als ein Ungeimpfter.
      Die Idee der Herdenimmunität hat einen Webfehler: eine 100-prozentige Immunität gegen Masern gibt es nicht, weil es
      a) Impfversager gibt und
      b) Menschen gibt, die nicht geimpft werden dürfen aufgrund einer Erkrankung oder eines Immun-Defekts. Es wird also IMMER nur eine gewisse Dämpfung der Ausbreitung geben.
      Bei Masern ist diese Dämpfung sehr gut. Bei Covid-19 ist sie aus mehreren Gründen nicht so gut. Die Herdenimmunität ist keine Konstante, sondern eine Funktion!

      Die Herdenimmunität ist IMMER vorhanden, die Frage ist aber, wie stark sie ist. Bei Covid-19 ist sie eben NICHT stark. Das liegt aber nicht nur an den nicht dauerhaft wirkenden Impfstoffen und an deren nicht 100-prozentiger Schutzwirkung, sondern vor allem daran, daß es immer noch fast 40 Prozent der Bevölkerung gibt, die nicht begreifen will, daß ihre Genußsucht und ihre Lahmarschigkeit Menschen ermordet (auch sie selbst).
      Masken ständig zu tragen ist ein Muß. Auch und gerade für Kinder!
      Lüftung ist ein Muß.
      Abstand halten ist ein Muß.

      Das Virus verursacht bleibende Hirnschäden, auch wenn die Infizierten keine Symptome zeigen. Diese Schäden können mit den heutigen Geräten (CT, MRT) nicht erkannt werden, weil sie großflächig auftreten und das in geringer Konzentration. Die Bildgebung kann das noch nicht erfassen.
      Was man aber erfassen kann: eine starke Beeinträchtigung der geisten Fähiogeiten, ein Absinken der Intelligenz um mehrere IQ-Punkt, teilweise um mehr als 7 oder 8 Punkte. Das ist ERHEBLICH!
      Wir erleben eine MASSIVE VERBLÖDUNG der gesamten Bevölkerung. Bei Kindern, deren Gehirn noch wachsen muß, schlägt dies besonders hart zu.
      Wer will ein blödes Kind? Aber bitte, ja doch, gerne: einfach die Impfung verweigern, Masken verweigern und das Kind ungeschützt in Massenveranstaltungen schicken. Spielen mit den Nachbarskindern reicht auch, dauert aber etwas länger.

      Noch Fragen?

      • Herbert Renz-Polster

        Also natürlich ist die Impfung eine Möglichkeit mit C „in Kontakt“ zu kommen, insofern als die Impfung dem Körper sozusagen eine „wilde“ Begegnung mit C simuliert. Gemach, gemach, man muss da ja nicht gleich den Bhakdi an die Wand malen (wollte er nicht nach Thailand auswandern?). Wir werden noch irre an diesem Virus, scheint mir.

        • ama

          „insofern als die Impfung dem Körper sozusagen eine „wilde“ Begegnung mit C simuliert.“

          Aber eben nicht mit einem reproduktionsfähigen Virus. Aber genau das wird von ana impliziert. Ich habe schon einigen Irrsinn gehört, auch den, daß die Impfung das Virus verbreitet. Ein Teil der Impfgegnerszene behauptet knallhart, daß die Impfung die Krankheit verbreitet hat und die Menschen nach der Impfung erkranken und die Zahlen bei den Tests das beweisen.
          Man hat das Gefühl, diese Leute, die diesen Unsinn erzählen, haben die Hirnschäden durch Covid-19 schon gehabt, bevor es Covid-19 überhaupt gab.

      • Tanja

        Genau, nicht mit einem reproduktionsfähigen Virus.
        Und der Hinweis auf die Langzeitschäden ist absolut berechtigt. Ich kenne auch bis dato gesundheitlich fitte, vergleichsweise junge Leute, die wegen Long Covid jetzt berufsunfähig sind.

        • Uli

          Wurde inzwischen denn wirklich festgestellt, dass die Impfung Long-Covid verhindert?

    • Herbert Renz-Polster

      Danke. Ich habe hier (in meinen Augen) keine „Lobeshymne auf die Impfung“ gesungen, und die Unterstellung, dass ich „bewusst“ irgendetwas unterschlage finde ich gemein.
      In Wirklichkeit habe ich die Frage nach den möglichen Nebenwirkungen der Impfung gegen SARS-CoV-2 doch gar nicht angesprochen. Ich bezweifle doch gar nicht, dass es auch bei dieser Impfung Nebenwirkungen geben kann, ich selbst kenne solche Fälle auch, leider. Sie sind Teil eines sehr komplizierten Bildes, das es zu bewerten gilt. Ich wollte eine solche Bewertung in einem nächsten Beitrag versuchen, aber wenn es jetzt schon Gift und Galle gibt, dann gute Nacht. Ich bin inzwischen einfach nur noch fassungslos, tut mir leid.

      • Katlo

        Bitte nicht aufgeben, ich (und sicher sehr viele Eltern und Menschen mehr) schätzen Ihren und genau Ihren fachlichen Rat und Einschätzung des C-Wirrwarrs, verehrter Herr Renz-Polster! Einmal mehr, wenn Unsinn als Sinn zu verkaufen versucht wird! Ich bitte Sie, machen Sie weiter! Es gibt nicht so viele Experten, von einigen habe ich mich unerwarteter Weise schon abgewandt, da ich deren C-Interpretationen teils sonderbar, teils abstrus empfinde. Schon krass, wie sehr dieses Virus die Gesellschaft spaltet. Ich brauche Lichter zur Orientierung, Lichter wie Ihrige Meinung! Besonders als besorgte Mutter, aber genauso als verantwortungsvolle Pädagogin und für meine eigene Gesundheit allzumal.
        Danke für Ihre umfassenden Bemühungen hier!

        • Daniela

          Genau! Diesen Kommentar unterschreibe ich zu 100%. Ich warte wirklich schon seit Wochen auf genau diesen Beitrag – und die hoffentlich noch folgenden – und die damit einhergehende Einschätzung durch Herrn Renz-Polster zur Impffrage und C-Situation in diesem Winter. Er ist ein Licht zur Orientierung – das trifft es einfach. Ich habe weder Zeit noch Lust noch das medizinische Verständnis mich selbst durch alle Informationen durchzuwühlen. Und diesem Blog und Herrn Renz-Polsters Sachverstand vertraue ich einfach.

      • Tanja

        Ihr Beitrag ist m.E. differenziert und gut.Sie beschäftigen sich mit dem Thema „Pandemie und Kinder“ seit Langem intensiv. In der Tat ging es in diesem Beitrag doch gar nicht um das komplexe Thema „Nebenwirkungen von Impfungen“.

        • Herbert Renz-Polster

          … das kommt aber noch 😉

      • Richard

        Lieber Herr Renz-Polster,

        wie die meisten anderen auch sage ich: Bitte nicht aufgeben.

        Sie sind einer der wenigen die eine ausgeglichene, differenzierte und verständliche Diskussion mit Beleuchtung der Argumente von verschiedenen Seiten machen und nicht nur schwarz-weiss Positionen pro / kontra irgendetwas in den Ring werfen.

        Auf das Thema „sollen wir Kinder impfen“ freue ich mich schon und ich bin sicher, Sie werden es sich nicht einfach machen und die Antwort wird nicht ja oder nein lauten 🙂

    • Herbert Renz-Polster

      Vielleicht noch ein Kommentar zu Ihrer Tabelle. Es geht hier nicht um ein ja / nein. Natürlich stimmt es, dass auch Geimpfte an C. bei einer Durchbruchinfektion erkranken oder sterben können. Allerdings ist dieses Risiko doch deutlich geringer als ohne Impfung. Das gibt Ihre Tabelle nicht wieder.

      • Nicole

        Was mir vor allem an der Auflistung fehlt (sowie an allen anderen) sind die Genesenen. Flächendeckende Antikörper-Testungen und Re-Infektionen sowie ihre Verläufe sind wesentlich interessanter, aber eben nicht so lukrativ 😉 Über die Tatsache, dass Big Pharma die Politik steuert, die Politik die Medien und die Angst den Menschen, muss man denke ich nicht diskutieren.

      • Robert

        Bei der Tabelle konnte ich auch kaum mit dem Augenrollen aufhören. Ist die typisch rechte, binäre Denke, die penetrante Weigerung, in komplexen Zusammenhängen die Realität mit all ihren Grautöne zu erfassen… Stattdessen lieber mit manipulativem Geschwurbel mittels solcher hanebüchenen Vereinfachungen, beklopptem Schwarz-/ Weiß“denken“ völligen Unsinn rauszuhauen.
        Genau wie die unlogischen Schlussfolgerungen ausgehend von Einzelbeispielen in einem Kontext von Abermillionen, so a la: Wenn Impfungen Millionen Menschen das Leben retten, aber einem es danach mies geht – wobei natürlich gleich mal beim Einzelfall Kausalität unterstellt wird, bei den Millionen aber geleugnet – sind sie trotzdem scheiße.
        Eigentlich steht dahinter: Ich finde sie scheiße, weil mir das in den Kram passt, meine Denkfaulheit stützt, ich weiter in geistiger Trägheit verharren kann etc. Sorry, aber ich finde diese üble, massenhaft auch in anderen Bereichen Leid und Tod bringende Art, die Realitäten zu verleugnen einfach nur maximalst zum Kotzen!

    • Vanessa de la V.

      Hallo Ana, ich verstehe deine Tabelle und was du meinst. Ja, Impfungen haben Nebenwirkungen und das muss bedacht werden, da hast du natürlich absolut Recht.

      Dafür brauchen wir aber die Rechnung etwas anders aufstellen, man kann nicht Faktoren:ja/nein vergleichen sondern man musste für jeden Faktor in deiner Tabelle die entsprechende Wahrscheinlichkeit aufführen. Zum Beispiel (die genaue Zahlen habe jetzt nicht zur Hand, man kann aber sie ins Internet finden, die Größenordnung ist aber wahrscheinlich einigermaßen korrekt)

      Sterben an Covid: Geimpften (0.02%), Ungeimpfte (2%)
      Haben Langzeitfolgen von Covid wie long covid oder z.B. Folgen von benötigte Intubation: Geimpften (1%), Ungeimpfte (10%)
      Langzeitfolgen von Impfung: Geimpften (X%), Ungeimpfte (0%)

      Es gibt durchaus Abschätzungen für den Wert von X, aber gehen wir davon aus, X ist unbekannt, weil noch nicht alle mögliche Nebenwirkungen untersucht wurden.
      Wenn wir also die Zeilen summieren, dann haben Geimpften eine 1.02% Wahrscheinlichkeit, Folgen von covid zu erleiden und X % von der Impfung. Das heißt, insgesamt wäre der Risiko, ein Geimpfte Schaden zu bekommen, durch Covid oder Impfung, 1,02+X%.

      Die Wahrscheinlichkeit für ein Ungeimpfte Schaden an Covid zu erleiden wäre aber 12%. Das heißt, auch wenn X 10% WÄRE (was sehr unwahrscheinlich ist, sondern würde jeder von uns mehrere Menschen persönlich kennen, die Impfschaden haben), wäre die Wahrscheinlichkeit für ein Geimpften, von Covid oder Impfung Schaden zu bekommen, noch niedriger als von Covid allein ohne Impfung.

      Ich finde, es ist richtig, kritisch gegenüber eine neue Impfung zu sein! Man kann nicht verleugnen, dass Impfungen auch Risiken haben, es ist halt so. Aber wir sollen Wahrscheinlichkeiten nicht aus den Auge verlieren, ich sehe viele inkorrekte Rechnungen von beide Seiten (pro und gegen Impfung) und dadurch gewinnen wir keine Klarheit und wollte deswegen das hier ansprechen.

      (PS. Ich finde, Dr. Renz-Polster stellt sich in dieser Diskussion durchaus Neutral – wie er sagt, die Impfungen kann die Herdeimmunität nicht erreichen und 2G bringt auch nicht viel. Das lese ich als kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, würde er absichtlich Infos weg lassen, würde er diese Aspekte auch nicht erwähnen, denke ich!). Viele Grüße!

    • Friedo Pagel

      Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher emotionalen Vehemenz diese Diskussion geführt wird.

      Fakt ist. Ich kann mich nicht erinnern, in meinem mittlerweile 70-jährigen Leben jemals eine so große öffentliche Transparenz erlebt zu haben, wie in dieser Pandemie … und gleichzeitig so viel Unterstellung von bösen Absichten („finsterer Mächte“) und Demagogie („der Medien, der Wissenschaft, der Politik“).
      Es schaut so aus, als ob es just diese Offenheit ist, welche die Tür für die abenteuerlichsten Verschwörungsmythen öffnet, weil viele sich von den viel zu vielen Fakten und deren unterschiedlichen Beurteilungen hoffnungslos überfordert fühlen.

      Ja, es gibt Impfnebenwirkungen. Und ja, es gibt auch einige Menschen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Folgen der Impfung verstorben sind. Das Paul Ehrlich Institut sammelt diese Daten und veröffentlicht sie auch nach gewissenhafter Prüfung. Der letzte dieser Berichte stammt vom 19.08.2021 und jeder kann ihn sich hier herunterladen und einsehen:
      https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27-12-bis-31-07-21.pdf?__blob=publicationFile

      Und niemand bestreitet, dass der an großen Durchschnitten messbare Gewinn durch die Impfung auch Einzelfälle enthält, bei denen es leider umgekehrt ist. Und natürlich ist auch das für die Betroffenen und Angehörigen genauso tragisch, wie ein Schaden oder der Tod durch die Krankheit.

      Ich möchte es mit einem Bild versuchen: Russisch Roulette mit einer Kugel in einer Trommel für 100 Kugeln. Wer würde das nicht eintauschen gegen ein Russisch Roulette mit einer Kugel in einer Trommel mit 1000 Plätzen? Und dennoch kann es just bei dem Tausender jemanden treffen, den es beim Hunderter nicht getroffen hätte. Sich besser ganz dem Russisch Roulette verweigern? Klar wäre das die eleganteste Lösung. Blöd nur, dass diese Lösung allein in der Phantasie funktioniert („mein tolles Immunsystem“ oder „harmlos wie Schnupfen“, für manche ja – inkl. ich selbst, ich hatte es sehr mild -, aber nicht für jeden). Uns so artet die Flucht vor dieser Realität nicht selten gedanklich, oder sogar praktisch, abenteuerlich aus: https://www.youtube.com/watch?v=_Vp03ebHqqw

      • Herbert Renz-Polster

        Da kann ich nur Danke sagen.

  • ama

    Bitte meinen langen Kommentar freischalten.

  • Biggi

    Lieber Herbert,

    bitte nicht verzweifeln ob des Irrsins in manchen Kommentaren. Ich persönlich konnte keine Lobeshymnen finden, sondern las eine sehr objektive Beschreibung des Ist- Zustandes. Bitte gern unbedingt weiter aufklären. Wenn denn die Kräfte reichen….. Selbstschutz ist auch wichtig, gerade in diesen Zeiten.

  • Andi

    Ich schliesse mich Katlo und Biggi an. Ich schätze Ihre Beiträge sehr! Ich bin schon sehr gespannt auf den 2. Teil. Vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit!

  • Barbara

    Bitte bleiben Sie dran, Herr Renz-Polster! Ihre Beiträge sind überlegt, sachlich und ehrlich. Sie tragen bei zu einem nachdenklichen und ruhigen Ton bei den Debatten über den aktuell Erfolg versprechendsten Umgang mit dem Virus.

  • Inga

    Lieber Herr Renz-Polster,
    Ich kann mich nur den warmen Worten meiner Vorredner*innen anschließen. Bitte bleiben Sie dran, sofern Ihre Kapazitäten dies zulassen. Ihre fachlichen Darlegungen bieten mir und viele meiner Bekannten eine Richtschnur in dieser verworrenen Zeit.
    Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie sich weiter diesem stark emotional geladenen Thema stellen und es STETS schaffen, Ihre eigene Ausgangsfrage aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und zu hinterfragen. Das entspricht auch meinem Naturell und vermutlich auch dem der meisten vernünftig denkenden Menschen. Leider melden sich diese nicht so oft zu Wort, aber vertrauen Sie auf Ihre Erfahrung, dass wir einen großen, wenn auch nicht so lauten Teil der Bevölkerung stellen. Ich wollte an dieser Stelle deshalb einmal das Wort ergreifen und Ihnen ebenfalls Mut zusprechen. Sie sind mir durch Ihre Arbeit, auch abseits der Pandemie, schon so oft eine so große Hilfe gewesen. Sie haben mein pädagogisches Wirken sowie meine mütterliche Kompetenz und dadurch wiederum indirekt das Leben vieler Kinder maßgeblich beeinflusst Danke dafür!

  • Andreas

    Vielen Dank Herr Renz-Polster für Ihre wirklich tollen Bücher und Beiträge. Immer weiter so.

    Bezüglich der Impfung von Kindern ähnelt die Diskussion der FSME-Impfung. Kinder erkranken nicht so schlimm an FSME wie Erwachsene. Ich hab meine Kinder dennoch dagegen impfen lassen. In meinem Bekanntenkreis ist eine Person schwer an FSME erkrankt, deshalb bin ich für die Impfung.

    Gleiches gilt für Covid. Ich kenne Leute die gestorben sind und auch Personen mit Long-Covid-Problemen. Das sind aber jedoch nur Erwachsene.

    Da Covid endemisch wird, kann man es auch schlecht mit FSME vergleichen. Denn wie Sie schon schreiben, wird sich früher oder später jeder damit anstecken.
    Deshalb stellt sich mir die Frage, soll ich meine Kinder ungeimpft oder geimpft Covid durchmachen lassen?
    Welchen Eindruck haben Sie als Kinderarzt von Kindern (unter 12) die Covid durchgemacht haben?

  • Gaby

    Lieber Herr Renz-Polster
    Danke für ihr differenziertes sensibles Bild dieser komplexen Situation. Bitte bleiben Sie unbedingt dran! Es braucht solche Experten wie Sie an denen wir Eltern uns orientieren können.

  • Katharina Teufel-Lieli

    Ich würde mich freuen, wenn Sie zu Folgendem Stellung nehmen könnten.
    Mein Arbeitskollege (50) ist doppelt geimpft. Vor 3 Wochen überprüfte unsere Betriebsärztin die Antikörper, er hatte 800.
    Jetzt hat er mit Symptomen (hohes Fieber,…) Corona.

    Das irritiert mich schon, denn bisher dachte ich, Antikörper haben eine gewisse Aussagekraft und 800 wären schon sehr viele, würden also einen Immunschutz bieten.

    Sollte man nicht doch besser die T Zellenimmunität anschauen? Oder ist auch die nicht aussagekräftig?

    Weiters: dass die Impfung bei jungen Männern Myokarditen verursachen kann, ist mittlerweile erwiesen. Eine leichte Myokarditis gibt es nicht, auch wenn es anders „verkauft“ wird. Abgestorbene Zellen regenerieren nicht. Mein 18 jähriger Sohn hatte eine TGA, es geht ihm gut, der Restbefund ist überschaubar (leichte Verengung, leicht undichte Herzklappe). Er gehört nicht zur Risikogruppe.
    Impfen oder nicht impfen???

    • Herbert Renz-Polster

      Genau das beschreibe ich ja als die nicht erfüllte Hoffnung: es kann (v.a. bei Delta) auch trotz Impfung zu Durchbruchinfektionen kommen. Und das auch bei gut ausgebildeten ANtikörpertitern (wobei die statistische Wahrscheinlichkeit dann geringer ist, aber eben nicht ausgeschlossen – siehe Ihr Nachbar). Der T-Zell-Arm ist schwieriger und teurer zu bestimmen und auch hier schliesst ein „Schutz“ weitere Infektionen nicht aus.
      Myokarditiden – ja, die kommen vor, aber sind glücklicherweise selten: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2109730
      Mit 18 Jahren hat Ihr Sohn tatsächlich ein geringes Akut-Risiko, allerdings ist von etwa 0,5% Long Covid Verläufen auszugehen. Das ist viel, weil Long Covid oft eine schwere Lebensbehinderung unklarer Dauer bedeutet. Das Risko von Langzeitverläufen nach Impfung dürfte etwa die Hälfte betragen. Lg HRP

  • Monika Kindler

    Danke immer an die Forschungen und vorsichtig ausgedrückten Analysen von Renz-Polster!!
    Als Kinderfrau habe ich von Anfang an die Rolle der Kinder verfolgt, nie sind sie schwer erkrankt, fast nie musste ein Kind ins Krankenhaus. Kinder haben anscheinend eine gewisse Immunität gegen Corona, jedenfalls ein anderes Immunsystem als Erwachsene.
    Die Erwachsenen wollen sich nicht impfen lassen – das ist ein Hohn.
    Dass schon soo lange und immer noch die Maßnahmen auf dem Rücken der Kinder zu ihren eigenen Lasten ausgetragen werden, ist ein Skandal der leidigen Politik.
    Die Schulen und KiTas sollten offen bleiben, raus mit den Kindern an die frische Luft, schaukeln, rennen, klettern, toben – Bewegung stärkt das Immunsystem bei Kindern und Erwachsenen. Viel trinken usw.
    Der Politik, besonders hier in Bayern, sage ich auch „Gute Nacht!“

  • Maria

    Also sachlicher und neutraler mit der großen Portion Sympathie, die Herrn Dr. Renz-Polster ausmacht, hätte man so ein „heißes“ Thema doch gar nicht erklären können!

    Ich bin total dankbar für diesen Beitrag, er ordnet viele meine Gedanken und hilft mir eine informierte Entscheidung zu treffen.

    Ich bin jetzt schon gespannt auf den nächsten Beitrag. 🙂

  • Welli

    Vielen Dank.

    Ich kann nur aus der Beobachtung unseres Umfeldes (und das ist groß) sagen: Wir kennen mittlerweile von Weitem einen Fall, in dem Corona fatal verlief. Die Person war gelinde gesagt äußerst umfangreich und ist leider mit Corona verstorben.

    Dagegen wimmelt es mittlerweile von Extrem-Reaktionen auf die Impfung – auch im unmittelbaren Umkreis. Asthmatiker sind entstanden, zwei ältere Menschen ein paar Wochen nach Impfung gestorben, leider.

    Die subjektive Wahrnehmung im Umfeld bleibt: Schäden durch Impfung höher als durch Corona.

    Das ist aber nur rein exemplarisch, wie es sich bei uns auf dem Land zeigt und erhebt keinen Anspruch auf Verallgemeinerung..

    • Maria

      Das spiegelt auch mein Umfeld wieder. Eine ältere Dame mit austheraphiertem COPD ist gestorben und eine Freundin 34 und fit hat seit exakt einem Jahr keinen Geruchssinn/Geschmackssinns mehr was vielleicht im ersten Moment harmlos klingt aber für sie einen massiven Einschnitt an Lebensqualität bedeutet. Dagegen stehen nun schon eine Hand voll Impfnebenwirkungen. 3 Fälle von abgesunkenen oder verrückt spielendem Blutdruck. Ein Freund mit Migräne (die es vorher nicht gab) . Eine Freundin die seit 5 Monaten keine Periode mehr bekommt aber dauernd Schmierblutungen. (Fies bei Kinderwunsch) einer anderen Freundin Zuckt das Auge…. Und das eigentliche Problem ist dass nur ein einziger Fall in einer Apotheke tatsächlich gemeldet wurde. Bei allen anderen haben die Hausärzte gesagt das ginge vorbei oder es käme gar nicht davon. Und wenn ich das höre muss die Frage erlaubt sein wie realistisch die Statistik an Nebenwirkungen/ Reaktionen/ Schäden – wie auch immer man es jetzt nennen mag sein kann. Ich hoffe seit Beginn der Pandemie auf ein Wundermittel wenn’s einen hart trifft. Vielleicht passiert in diese Richtung ja mal was

  • Andy

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung, die ich überwiegend teile. Allerdings finde ich eine Impfung für Menschen, die mit vulnerablen Gruppen Umgang haben und dort große Verantwortung tragen so ungemein wichtig, dass ich sie auch verpflichtend machen würde,
    Besten Gruß

  • Alexandra Köbele

    Danke von Herz und Hirn!!
    Was ich derzeit so perfide finde und auch wiederum die Kinder gewissermaßen ignorierend, ist, dass offenbar nicht nur einige Geimpfte sich nun sicher wähnen, und denken, sie könnten auch anderen nichts mehr weitergeben, sondern auch die Politik: Dass es jetzt keine kostenlosen Schnelltests mehr gibt, weil ja alle ein Impfangebot erhalten haben, ignoriert ja, dass der Übertragungsschutz nach wenigen Monaten endet, und es gibt eben nicht nur Ungeimpfte, die eben „keine Lust“ hatten/haben, sondern alle Kinder!

    Übrigens finde ich, dass Scharlatane in Thailand oder egal wo gleich gefährlich sind wie in Deutschland…

    • Herbert Renz-Polster

      Genau, es ist immer das Gleiche: die „Geschichten“ sollen nach außen stimmen („Impfen schützt alle, und wenn alle brav sind, wird alles wieder gut“). Nur: die Realität ist komplexer. Und nicht in einfache Geschichten zu packen. Blöd aber auch.

  • Christine

    Ich habe in den letzten Monaten viel Zeit am PC verbracht mit dem Vergleich der Risiken der Impfung vs. der Risiken der Infektion. (Einen dritten Weg sehe ich für meine Kinder nicht bei einem endemisch werdenden Virus – irgendwann werden sie entweder geimpft oder infiziert sein, deshalb interessieren mich bei der Risikoabwägung zur Myokarditis z.B. auch keine Vergleiche von „geimpfte Kinder vs. noch nie mit Sars-CoV-2 in Berührung gekommene Kinder“, sondern einzig und allein die Abwägung „Myokarditisrisiko für Kinder nach Impfung vs. Myokarditisrisiko für Kinder nach durchgemachter Infektion“ – und das fällt für mich ganz klar PRO Impfung aus.

    Zudem WEISS ich dann genau, wann mein Kind die zweite Impfung hatte, und kann es danach großzügig 10-14 Tage auf überanstrengenden Sport verzichten lassen – bei einer Erkrankung kann ich das nicht, weil die auch asymptomatisch verlaufen kann (auf die Sicherheit der nach drei Minuten entsorgten [die Control-Linie ist ja schon zu sehen – also negativ!] Schnelltests an den Schulen gebe ich sehr wenig.)

    Angesichts der Tatsache, dass der von Covid oft beeinträchtigte Riechnerv ein Teil des Gehirns ist und mittlerweile auch Hirnschäden bei Long-Covid-Kindern mit bildgebenden Verfahren nachgewiesen konnten [ https://link.springer.com/article/10.1007/s00259-021-05528-4 ], die bei gesunden Kindern der Altersgruppe nicht bestehen (also KEINE Lockdownschäden) möchte ich das Risiko, dass Sars-CoV-2 eventuell persistiert und wir in Jahren bis Jahrzehnten ein ganz böses Erwachen haben werden, nicht mehr eingehen. Es gibt persistierende Coronaviren bei Tieren (die z.B. das Kälbchen infizieren und dann die erwachsene Kuh später krank machen) und auch bei MS wird schon länger ein Coronavirus als Mitursache diskutiert.

    Schon bei Nierenschäden, Herzschäden etc. nach Coronainfektion bei Kindern war ich alarmiert, aber bei ggf. anhaltenden Schäden des ZNS hört bei mir der Spaß auf und ich mag nicht mehr Corona-Bingo (oder besser „Russisches Roulette“ mit Spät- und Langzeitschäden) bei meinen Kindern spielen angesichts der politisch gewollten Kinderdurchseuchung an den Schulen.

    Ich wünsche mir als Pendant zur Wahlfreiheit bei den Impfungen ebensolche Wahlfreiheit bezüglich der Infektion. Ich möchte keine Impfpflicht, aber auch keine Infektionspflicht. Da die Präsenzpflicht seit September nicht mehr ausgesetzt ist und die Inzidenz für 5-14jährige in meinem Landkreis seit Wochen über 300 liegt, sehe ich mich mit einem vorerkrankten Kind von 11,5 Jahren völlig schutzlos gesellschaftlicher Rücksichtslosigkeit und Willkür ausgesetzt. So kurz vor der EMA-Zulassung und angesichts bereits 300.000 offlabel geimpfter Kinder U12 weltweit und der erfolgreich abgeschlossenen Impfstudie von BiNTech/Pfizer, bei denen keine Auffälligkeiten zutage traten habe ich das Gefühl, man stellt uns als Familie kurz vor Ende eines erfolgreich gelaufenen Marathons jetzt absichtlich ein Bein.

    Über 6 Monate waren meine Kinder aufgrund von drei Risikopersonen im Haushalt (davon ein Kind U12) während der zweiten und dritten Welle komplett isoliert zuhause, haben trotz aller Herausforderungen erfolgreich gelernt und gute bis sehr gute Schulleistungen gebracht, Freundschaften über Skype und outdoor-Spielkontakte (inzidenzabhängig sogar mit Maske) aufrecht erhalten – und jetzt sagt man uns quasi: „Tja, Pech gehabt, JETZT zählt das alles aber nicht, wir haben politisch Präsenzpflicht beschlossen, die Maßnahmen an den Schulen heben wir vor der Impfzulassung auf – seht doch zu, wo Ihr bleibt!“

    Meine Kinder tragen als einzige in ihren Schulen FFP2-Maske und machen bei den lustigen „jetzt setzen wir mal alle gleichzeitig indoor die Masken ab“-Maskenpausen nicht mit, essen konsequent im Freien ihre Schulbrote – aber kein Kind kann sowas perfekt Tag für Tag durchziehen und bei der ansteckenden Delta-Variante wird es nur eine Frage der Zeit sein, wann es sie dann doch noch „erwischt“.

    Aufgrund der angespannten gesellschaftlichen Situation (um mal angesichts von Todesdrohungen an Impfärzte und tätliche Angriffe auf mobile Impfteams und Impfzentren einen lächerlichen Euphemismus zu bemühen) ist es gefühlt leichter an harte Drogen zu kommen als an die Adresse eines Arztes, der Kinder U12 offlabel impft, obwohl offlabel-Einsatz von Medikamenten etc. in der Pädiatrie sonst verbreitet ist – aber da muss ich halt nicht mit Querdenker-Aufmärschen in der Arztpraxis rechnen, sonder wäge einfach im Einzelfall ab und lasse dem jungen Patienten die Hilfe zukommen, die er oder sie braucht.

    Und wenn ich noch einmal hören oder in Zeitungsarktikel und Interviews hören muss, viele der schwer erkrankten, auf Intensivstationen behandelten oder an Covid verstorbenen Kinder „hätten halt auch Vorerkrankungen gehabt“, schreie ich. Was für ein Scheiß-Zynismus ist denn in der Gesellschaft ausgebrochen, wenn ein vorerkranktes Kind, das problemlos mehrere Jahrzehnte Lebens vor sich gehabt und vielleicht eine Familie hätte gründen können, das geliebt wurde und jetzt betrauert wird, anscheinend nicht wirklich zählt in der Abwägung, ob eine Erkrankung schlimm ist und verhindert gehört hätte?

    Meine Entscheidung steht jedenfalls fest: meine Kinder werden geimpft, sobald ich die Hände an einen offlabel-Impfarzt bekomme oder die EMA-Zulassung da ist.

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