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Beratungsfrage

Scham und Schuld in der Kindererziehung

Welche Folgen hat es, wenn Eltern ihr Kind oft an eine schuldhafte Tat erinnern, die es begangen hat? Gibt es da auch Literatur darüber?

Ein solches Verhalten ist für mich eine Form der Beschämung. Und Beschämung ist eine besonders hinterhältige Form der Bestrafung, weil sie dem Kind suggeriert es habe sich nicht nur schlecht verhalten, sondern es SEI schlecht – wozu sonst würden Eltern auf einem abgeschlossenen Fall herumreiten?

Hinter einem Konflikt mit Kindern steht immer ein Motiv oder ein Signal. Das Kind handelt „schlecht“, weil es enttäuscht ist, frustriert ist, zornig ist oder sich gemein behandelt fühlt. Oder weil es sich nicht anders ausdrücken kann. Das „schlechte Verhalten“ fällt also nicht vom Himmel, sondern hat einen tieferen Grund (gut, manchmal sind die Kinder auch nur übermüdet oder hungrig 😉) Trotzdem: zu einer guten Konfliktlösung gehört auch, den *Grund* hinter dem ganzen Drama zu sehen: Warum oder *wofür* tut mein Kind das? Was treibt es an? Kommt ein Bedürfnis zu kurz, fühlt es sich nicht gesehen, hat es Stress im Leben, und warum? Darauf einzugehen macht dann eine konstruktive Konfliktlösung aus. Anders die destruktive Lösung. Da geht es darum, wer Recht hat, wer die Schuld hat und wer angefangen hat.

Dieses Erinnern an eine „schuldhafte Tat“ gehört für mich deshalb zu einer destruktiven Konfliktlösung. Und das immer weiter schwelen zu lassen setzt dem noch einen drauf.

Literatur dazu – ein guter Einstieg (auch in die “Wissenschaft” von der Scham) ist die Literatur von Brené Brown – insbesondere ihr „Verletzlichkeit macht stark”. Sehr schön von Schuld und Wiedergutmachung in Eltern-Kind-Konflikten spricht Dr. Becky Kennedy in ihrem aktuellen Buch “Good Inside – das Gute sehen”.

Die Beschämung ist leider auch heute Teil so mancher Erziehung, und sorgt dafür, dass sich viele Menschen im Grunde immer “ducken” müssen. Wie gut, dass wir darüber nachdenken!

Sehr schön von Schuld und Wiedergutmachung in Eltern-Kind-Konflikten spricht Dr. Becky Kennedy in ihrem aktuellen Buch.

Good Inside - Das Gute sehen: Wie wir die Eltern werden, die wir sein wollen

1 Kommentar

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  • Lang

    Leider Gang und gebe auch in Betreuungseinrichtungen…“wer hat was gemacht“ und nicht „wieso/wie ist es dazu gekommen? Was brauchst du Kind?“. Sieht man auch deutlich bei unserem „problemkind“ in der Gruppe, das mit seinem Geschwisterkind um die Aufmerksamkeit der Mutter kämpfen muss-und zwar alle beide. Erst wenn sie was anstellen -andere Kinder prügeln oder beißen“ bekommen sie „negativ“ Aufmerksamkeit-aber immerhin werden sie endlich gesehen, wo sie es davor doch mit Nettigkeit versucht haben. Und die Mutter? Erst ignoriert sie, dann schimpft und bestraft sie. Dabei sind es aufmerksame und liebe Kinder-wenn man sie sieht…