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Beratungsfrage

Baby lässt sich zum Schlafen nicht ablegen

Ich stille Jonna (7 Monate) abends in den Schlaf. Von Anfang an war das die einzige Möglichkeit, ihn zum schlafen zu bringen. Wir kämpfen mit einem großen Problem: Sobald ich ihn in sein Beistellbett ablege, ist er sofort wieder wach. Selbst wenn er auf meinem Arm schon eine halbe Stunde geschlafen hat und längst im Tiefschlaf sein müsste. Dann geht das Prozedere wieder von vorne los. Das Ablegen klappt höchstens mal in Bauchlage, in Rückenlage gibts sofort Geschrei. Meistens schläft er jedoch nur an meiner Brust. Sowohl den Schnuller als auch ein Schmusetuch etc. lehnt er vehement ab. Nun versuchen wir ihn tagsüber möglichst lange wach zu halten, damit er abends besser schläft. Ich bin am Ende mit meinen Kräften und fühle mich mehr Zombie als Mensch.

Diese Erfahrung machen unzählige andere Eltern auch. Die meisten Babys können einfach alleine nicht gut entspannen und ergo auch nicht schlafen. Der Grund ist nicht, dass die Babys eine Störung hätten, vielmehr kommen sie mit diesem uralten Programm auf die Welt, nach dem ist die Nähe zu ihrer versorgenden Bindungsperson schlicht und einfach ihre Lebensversicherung. Ich erkläre das hier (so gut ich kann 😉 ).

Da ist guter Rat teuer: dagegen kämpfen führt tatsächlich oft zu *Kampfbeziehungen*. Denn: die Kleinen lassen sich nicht mir-nichts-dir-nichts dieses Schutzprogramm abgewöhnen. Deshalb spielt Ihr jetzt immer Ping-Pong: dein Baby entspannt sich an deiner Nähe und wacht dann wieder auf, sobald es im eigenen Bettchen ist. Kein Wunder schlafen rund um die Erde die meisten Babys direkt bei ihren stillenden Müttern (manche Wissenschaftler verwenden für den Säuglingsschlaf deshalb das Wort „breastsleeping“ – hier ein Eintrag dazu im Still-Lexikon.

Noch ein Wort zum Wachhalten: das wird das Problem nicht lösen. Manchmal schafft das in diesem Alter sogar eher Probleme, weil die Babys dadurch oft gereizter sind und dann abends und nachts umso mehr die Nähe und Mit-Regulation der Eltern brauchen. Auch trinken die über ihr Maß hinaus wach gehaltenen Babys in den Abendstunden hektischer und manchmal auch weniger – was beides nicht gerade förderlich für die Nachtruhe ist. Hilfreicher wäre, wenn du versuchst möglichst viel Schlaf nachzuholen, wenn dein Baby tagsüber schläft.

Dass dein Baby den Schnuller nicht nimmt ist normal. Was ihm zur Entspannung weiterhilft ist das Gefühl der Nähe, das Saugen allein hilft ihm (noch) nicht in den Schlaf.

Leider sind viele Babys (gerade die von ihren Sinnen her sehr „wachen“ und reizoffenen Säuglinge) keine großen Fans der Rückenlage. Eine Zwickmühle. Dein Baby dürfte allerdings mit 7 Monaten längst in der Lage sein sich beliebig und problemlos zu drehen und kann deshalb sicher in jeder Lage schlafen, auch in der Bauchlage.

Mein Rat also: nehme diese Krise auch als Anlass um dich gut über den Schlaf der Säuglinge zu informieren. Ich habe mit Nora Imlau zusammen ein Buch dazu geschrieben, ich lege es Dir ans Herz. Eine kurze und gute Übersicht zum sicheren Babyschlaf findest du auch bei den Stillberaterinnen, etwa hier.

Und natürlich: Alles Gute!

 

Dieser Beitrag beruht auf dem Buch des Kinderarztes und Wissenschaftlers Dr. Herbert Renz-Polster: „Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten" (zusammen mit Nora Imlau). Es stellt dar, wie Eltern ihre kleinen Kinder (von 0 bis 6 Jahren) bei dem Dauerthema Schlaf unterstützen und begleiten können, ohne dass daraus Kampf und Krampf entstehen.
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7 Kommentare

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  • Jale

    Vielen Dank für den einfühlsamen und fundierten Ratschlag!!
    Mein jüngeres Kind war auch ein sehr sensibles, anspruchsvolles und „reizoffenes“ Baby. Unter anderem wurde es in diesem Alter bis zu 10mal nachts wach, zum Schlafen, zum Pinkeln. Einschlafen nur mit Körperkontakt und Stillen. An Ablegen wäre tagsüber nicht zu denken gewesen. Aber weil ich einen sehr unterstützenden Ehemann hatte (und keinen Anspruch an Haushalt und co. und die Große schon alt genug) musste ich auch daran nicht denken.
    So konnte ich es genießen, dass das Kind auf mir „lebte“, den meisten Teil des Tages halt im Tuch. Den ein oder anderen Zwischenschlaf während Waldspaziergang und ansonsten galt die Regel „schlafen, wenn das Baby schläft“. Was ich mit Haushalt oä nicht geschafft habe, ging halt nicht und basta. Einschlafen auch nur mit Stillen, Zitat HRP: effizient wie die erwähnte Narkose… aber das war schon okay. Abends haben mein Mann und ich die Paarzeit halt in die gemütliche Familienbettwiese verlegt… in der Nähe von uns schlafend, war auch (sanftes) Licht und Geräusch kein Problem. Aber ich weiß, dass sich diese Situation nicht alle herausnehmen können…

  • Wolfsmama

    Unsere mittlerweile bald 4 jährige hat lange ohne Körperkontakt nicht geschlafen. Wehe ich musste mal aufs Klo…sobald der po die Schüssel berührte, ging der Mama Alarm los 😅 in der Krippe wurde nicht geschlafen, dafür danach 2-3 Stunden-an mich geklammert und Brust am Mund festgetackert. Um ca 2 Stunden später wieder in den Nachtschlaf zu rutschen. Selbst heute schläft sie maximal im Bett am Ehebett stehend-aber nur ein paar Stunden-dann kommt sie rüber und fordert Körpernähe. Die bekommt sie und bei Bedarf auch Brust. Aber es wird immer weniger-sie wird in ihr Zimmer und Bett wechseln, wenn sie soweit ist. Genießt es, auch wenn das ausgelutscht klingt-es ist wirklich so schnell vorbei…

  • Luna

    Mir fallen zur Beratungsfrage zwei Aspekte ein:
    Wie ist es, wenn du dein Kind im Familienbett (auf deiner Schlafseite, die nach dir riecht) in Seitenlage in den Schlaf stillst und dann abdockst, wenn es ruhig atmet? Ich habe mir immer die „2-3-Minutenregel“ gesetzt: schläft das Kind, dann noch 2 oder 3 Minuten ruhig daneben liegen, evtl die Hand auflegen.
    Evtl kann auch ein Stillkissen direkt neben dem Kind Geborgenheit schenken.
    Und wenn es lieber in Bauchlage schläft (was nur logisch ist), dann lass es doch 🙂 wie Herbert Renz-Polster sagt – es dürfte gut in der Lage sein, die Position selbst zu wechseln.
    Alles Gute euch und ich hoffe, du kannst dich entspannen 🙂

  • Katharina Teufel-Lieli

    Ich bin Mutter von 6 Kindern und habe persönlich folgende Beobachtung gemacht: es gibt verschiedene Zeitfenster für diverse Bereiche. Wenn man das Kind an einen Schnuller und das Flaschentrinken gewöhnen möchte, müsste man das in den ersten Wochen tun, d.h. hin und wieder Abpumpen und im Fläschchen füttern, den Schnuller immer wieder anbieten. Die Kinder wechseln dann problemlos. Das ist vor allem wichtig, wenn man die Rückkehr in den Beruf nach ein paar Monaten plant. Wird ein Kind 6 Monate nur gestillt, verweigert es oft das Fläschchen und es gibt großen Stress bei allen Beteiligten.

    Weiters gjbt es ein Zeitfenster für das Einschlafen im eigenen Bett. Sobald das Baby aufwacht, wenn man es zB schlafend aus dem Autositz hebt und es ca 3 – 3 1/2 Monate alt ist, könnte man vom Einschlafstillen zum Einschlafen ohne Stillen wechseln. Die wichtigste Voraussetzung: 2 Wochen, in denen man einen guten Rhythmus einhalten kann, ohne Störungen durch Termine, die dem natürlichen Rhythmus des Kindes entgegenstehen. Die Einschlafsituation sollte in diesen beiden Wochen IMMER gleich sein. Es ging ganz ohne Schreien oder Verzweiflung, wobei ich natürlich mit jedem weiteren Kind mehr Sicherheit hatte und wusste, ob es gerade müde ist, gelangweilt oder überdreht. (Hinweis: wenn kleine Babies unter 4 Monaten laut (!) lachen, ist es völlig überdreht und es folgt eine Schreiphase wie das Amen im Gebet ;). Die meisten finden das aber so süß, dass sie weiter ihr Baby zum Lachen bringen, dabei sollte es dringend in ein Tragetuch gepackt und beruhigt werden)

    Der Rhythmus bei meinen Kindern orientierte sich am Stillen, meist waren es mit 3 Monaten 3 Schläfchen, zB aufwachen um 7, 2h wach, 1 h Schlaf, 10 Uhr stillen, 2h wach, 1h Schlaf, 13 Uhr stillen, 2h wach 1 h Schlaf, 16 Uhr stillen, 3h wach, Abendritual, 7 Uhr stillen und Nachtruhe (1-2× stillen nachts im Bett bei mir) Tagsüber Schlaf im eigenen Bett, nachts im Zustellbett. Mit 6 Monaten steigen die meisten Babies auf 2 Schläfchen am Tag um mit längeren Wachzeiten (3h wach, 3h wach, 4 h wach).

    Ich habe den Eindruck, dass das Wissen um den Rhythmus des Babies ziemlich verloren gegangen ist, dabei hilft dieses gerade beim ersten Kind,das man vielleicht noch nicht so gut lesen kann.

    Meine Kinder sind grundsätzlich sehr verschieden, sowohl in ihrem Temperament als auch in ihrem Schlaf- und Stillbedürfnis. Trotzdem war dieser Rhythmus im großen und ganzen zu finden, nicht dogmatisch natürlich, nicht auf die Minute genau, aber im Groben.

    Ich finde es schade, dass „Rhythmus“ meinem Empfinden nach eher verpönt ist, dabei ist er sehr entspannend für Eltern UND Kinder ab 3 Monaten. Bis 3 Monate gilt das nicht, da brauchen die Babies „Narrenfreiheit“ 😉

    • Jale

      wirklich nur meine persönliche Meinung, nicht zu ernst nehmen: Puh! Mit 6 Kindern gelten wohl andere Gesetze. Da ist eine gewisse Taktung wohl überlebenswichtig. Und da ist es wohl so, dass je früher desto einfacher Brust und Nähe oder nächtlichem Stillen oä entwöhnt werden können. Lässt sich ein 9-monatiges leichter abstillen als ein 2-jähriges, so beklagt sich ein wenige Tage altes gar nicht. Etc. (Für mich persönlich wäre es nichts gewesen, die Kinder so früh von elterlicher Nähe zu entwöhnen..aber ich musste es Gottlob auch nicht und hab das 24/7 „bewohnt“ werden und lange Stillen total genossen… und bei Stillen nur alle 3 Stunden hätten sie mir was gehustet 😀 aber da bin ich auch in einer ganz anderen Situation mit Geschwisterabständen von jeweils gut 3 Jahren.)
      Schön und bewunderswert, wenn man es schafft, den Kindern dann trotzdem allen gerecht zu werden, ihre Stärken und Talente zu fördern, ihnen Exklusivzeiten einzuräumen, ihre Sorgen und Nöte anzuhören !
      Leider hatten die Vielkinder-(5 und mehr)Familien, die ich miterlebt habe, hingegen leider regelhaft die Belastung von zu wenig elterlicher Zeit, Aufmerksamkeit und Energie. (Und das waren allesamt bürgerliche Familien, keine prekären). Die Kinder haben so gut sie konnten mitgemacht und nach außen hin lief alles. Aber im Zweifel landeten die Kinder zB viel vor dem Fernseher. Oder sehr lange in den Betreuungen. Oder waren sich ein Stück weit selbst überlassen, wobei die Dynamik untereinander den Eltern oft nicht so deutlich war. Da sind dann jeweils leider Kinder auf der Strecke geblieben (gerade auch mittlere), bzw. konnten ihr Potential nicht entfalten, oder hatten später nicht wirklich Erfolg mit eigenen Beziehungen – je größer sie wurden, desto deutlicher kam es heraus. Das mit dem Rhythmus ist also denke ich so eine Sache…wenn es dem Familienüberleben dient, okay… aber das ist dann in meinen Augen keine Errungenschaft, sondern eine Alltagsnotwendigkeit. Und wie eng die Notwendigkeiten sind, da ist wohl jede Familie und jede Konstellation anders.

  • Maja

    Ein „Problem“, welches wahrscheinlich viele Eltern haben, weil wir durch Medien das Bild des Babys in seinem eigenen Bettchen verinnerlicht haben.
    Ich kenne kaum Babys, die sich problemlos ablegen ließen. Und ich habe mit meinem ersten Sohn wahrscheinlich auch sämtliche Blogs, Foren und Bücher dazu gelesen. Mir hat Akzeptanz geholfen. Das Kind hat dann auf meinem Arm, in der Trage oder neben mir nuckelnd im Familienbett geschlafen, nachdem ich irgendwann aufgegeben habe, das Kind immer wieder ablegen zu wollen und es so zu übermüden, weil es ja immer wieder aufwachte (Ping-Pong wie HRP es treffend beschreibt). Und nach einiger Zeit konnte ich dann auch aufstehen, nachdem das Kind neben mir eingeschlafen war.
    Bei meinem zweiten Sohn hatte ich den Anspruch des Alleinschlafens schon nicht mehr. Und ich war so ausgeruht, wie lange nicht. Ich habe versucht ihn abzulegen, hat aber drei Mal nicht geklappt und habe es dann auch sein gelassen (übrigens zum Unverständnis meiner Mutter: „Das Kind gewöhnt sich daran, auf dir zu Schlaf. Da bist du dann selber schuld.“ Vom ersten Sohn wusste ich es aber besser.)
    Mein zweites Baby schlief auf meinem Arm und ich entspannte bei Film, Serie oder Buch auf der Couch, er schlief in der Trage und ich ging spazieren, einkaufen oder erledigte etwas Haushalt, er schlief nuckelnd neben mir im Familienbett ein und ich schlief mit ihm oder las ein Buch oder dümpelte am Handy rum. Tagsüber kann ich mich auch seit das Baby ca 10 Wochen alt ist aufrichten zum Lesen. Gehe ich auf Toilette wird er sofort wach. Nach knapp 12 Wochen konnte ich aufstehen, wenn er abends in den tieferen Nachtschlaf neben mir gefunden hat. Ich akzeptiere es, entspanne zumeist und freue mich über das Kuscheln. Und mein dreieinhalb jähriger Sohn schläft mittlerweile – von sich aus – schon jetzt in seinem Bett.

    Haben gerade Freunde zu besuch mit einem sechsmonatigen Baby. Schläft nur auf dem Arm oder in der Trage. Sie akzeptieren es und schauen abends TV mit Kopfhörern. Mittlerweile kann er auf der Couch neben ihnen liegend schlafen. Sie sagen sich: er braucht uns. Dann bekommt er uns auch! Wir können ja dennoch entspannen, mit ihm.

    Es gibt also viele Familien, in denen es so läuft und man selber macht wohl eher nichts falsch. Die Schlafbegleitung kann anstrengend und fordernd sein. Wenn man sie akzeptiert, kann sie aber auch zu mehr Entspannung führen. Haushalt und To Dos müssen dann einfach warten oder man streicht sie gleich.

    • Jale

      das klingt total goldig – wie toll!! Wie schön zu lesen 🥰

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