Kommentar11. Oktober 2018

Elternschule – so geht Erziehung!

Ein Kommentar zu dem Film "Elternschule"

Derzeit geht ein Film um. Mit einem Versprechen an die Eltern:  „Für jeden, der selbst Kinder hat, ist der Film ein Muss.“ So die Rezension der Süddeutschen Zeitung. Wer sich anschauen will, was in diesem Film mit „Erziehung“ gemeint ist, kann den Trailer anschauen (oben oder hier).

Der Film kommt nicht aus einer pädagogischen Einrichtung, sondern aus einer Kinderklinik. Dort können Eltern von Kindern mit auffälligem Verhalten lernen, ihre Kinder richtig zu erziehen. Zum Beispiel wenn Säuglinge Schlafstörungen haben. Dafür bietet die Klinik stationäre Schlaftrainings an – die Mütter lernen dann hart zu bleiben, und ihr Kind schreien zu lassen (weil das für die Mütter oft zu hart ist, übernehmen das die Krankenschwestern).

In dem Film sieht man ein jüngeres Kind, das den Stinkefinger zeigt, Kleinkinder, die nicht schlafen, Kleinkinder, die ausrasten. Einen kleines Kind, das  seine Nahrung erbricht. „Unmögliche“ Kinder eben. Das Verhalten soll nun korrigiert werden, mit einer klaren Maßgabe: die Eltern sollen lernen klare Grenzen zu setzen. Die kleine „Prinzessin“ (Originalton des Films) soll lernen, dass es nicht nach ihrem Willen geht. Ein kleiner Tyrann, der den Stinkefinger zeigt, ebenso. Er wird bald wissen, was passiert, wenn er es noch mal macht. Eine Krankenschwester berichtet, ohne dass man – aus gutem Grund? – entsprechende Filmaufnahmen sieht, von einem Kind, das nun „im Kampf“ 5 Löffel gegessen habe, sie habe dann aber „45 Minuten mit dem Kind sitzen müssen“, bis es sich beruhigt habe. Die Eltern bekommen dazu ein stützendes Verhaltenstraining, das „ganzheitlich“ genannt wird. Ziel: sie sollen lernen, wieder Chef zu sein. Ich kann zu dem Film nur das sagen: ich sehe hier Kinder in schwerer Not. Ich sehe Mütter und Väter  in schwerer Not. Ich sehe keine echten Beziehungen, ich sehe Kampfbeziehungen.

Um was wird da gekämpft? Um die Macht? Darum, wer Chef ist und die Ansagen macht? Vordergründig schon. In Wirklichkeit aber zielt der Kampf und die Wut und die Aggression auf etwas viel Grundlegenderes: auf Anerkennung, auf Geborgenheit. Ich sehe in dem Film Kinder, denen es genau daran fehlt: an emotionaler Sicherheit, an Wertschätzung, an  Nestwärme. Ich sehe Familien, die diesen wichtigsten Geleitschutz für die kindliche Entwicklung nicht geben können.

Kinder, die ein solches Gefühl von Heimat haben, verhalten sich nicht so wie die in dem Film gezeigten Kinder. Kinder, die sich wohl in ihrer Haut fühlen und denen ihre Eltern „mit gutem Mut“ begegnen können, sind im Grunde ihres Herzens gut-mütig Kinder. In einem Kinofilm, der sich „Elternschule“ nennt und der sich selbst die Frage stellt: Wie gehen wir richtig mit unseren Kindern um? Wie ticken Kinder? hätte ich mir das eine oder andere ermutigende Bild vom Kind schon erhofft.

Lernen die Eltern in diesem Film Erziehung?

Wie denn? Das, was diese Kinder suchen – das Gefühl von Schutz, von Bedeutung und Zugehörigkeit – das wächst nicht dadurch, dass die Eltern lernen, auf „korrektes“ Verhalten zu bestehen. Das was diese schlaflosen Kinder suchen, wächst nicht, indem sie bei Krankenschwestern „das Schlafen lernen“. Und die Fähigkeit der Eltern, ihr Kind stark und gütig zu begleiten, wächst nicht, indem sie die Routinen des Krankenhauses dann zuhause umsetzen.

Wie dann? Hier wird es kompliziert. Denn die Familien in diesem Film sind wirklich schwer verunsichert, sie sind in ihrem Bindungsverhalten beeinträchtigt. Manche der Kinder haben bereits traumatische Gewalterfahrungen hinter sich. Andere Kinder sind auch körperlich belastet, sie sind im wahrsten Sinn des Wortes beziehungskrank.

Es gibt da keine leichten Wege. Es gibt da keine „Therapie“ im eigentlichen Sinn. Kein Wunder landen Ärzte und Psychologen dann doch immer wieder bei den altbekannten „therapeutischen“ Ritualen. Kein Wunder landen sie immer wieder dort, wo sie schon standen als der Experimentierhund eines Iwan Petrowitsch Pawlow seinen ersten Tropfen Speichel zum Klang der Glocke absonderte. Oder dort, wo wir seit Menschengedenken mit den Kindern gelandet sind, wenn wir selbst erschöpft und beelendet waren: bei der Anwendung von erzieherischer Gewalt.

Der kleinste Nenner: Symptome bekämpfen

Denn das Dilemma der Psychologie ist offensichtlich: auf die Stärkung von Bindung und Beziehung zielende Programme sind kaum je erprobt und entwickelt worden. Die Lehrmeinung war ja immer die: wenn ein Kind ein „schlechtes“ Verhalten hat, dann musst du sein Verhalten korrigieren. Beziehungsweise den Eltern beibringen, wie sie das machen sollen. Kein Wunder empfiehlt die psychologische Fachwelt bis heute Schlaftrainigsprogramme, wenn das Schlafen nicht klappt. Was sonst?

Ja was sonst? Glücklicherweise sind die meisten Eltern in Sachen Erziehung längst weiter. Dass Kinder nicht deshalb „unmöglich“ sind, weil ihre Eltern vielleicht vergessen haben die Regeln zu erklären, das wissen die allermeisten. Dass Eltern nur dann mit großzügigen, gutmütigen Kindern rechnen können, wenn sie selbst großzügig und gutmütig sind, das wissen die meisten Eltern.

Nur: was ist, wenn diese Ressourcen nicht da sind? Wenn Eltern eben selbst hilflos, beschämt und mutlos im Leben stehen? Was, wenn die Eltern selbst mit Beziehung und Bindung ein Problem haben und jetzt ihrem Kind etwas geben sollen, das sie selbst nie erfahren haben?

Dann wird es schwierig. So schwierig, dass dann doch der alte Weg ausgeleuchtet wird: das Kind soll sein Verhalten ändern. Das schwächste Glied in diesem schwachen System soll geradegebogen werden, damit alles wieder gut wird. Das Kind muss wieder funktionieren. Kindererziehung ist dann von Hundeerziehung nicht zu unterscheiden: Hauptsache der Hund läuft nicht von alleine über die Straße, Hauptsache er beisst die Nachbarn nicht. Hauptsache das Kind läuft wieder in der Spur. Dass das funktioniert ist bekannt: Ein Kind, dem ein bestimmtes Verhalten antrainiert wird wie einem Hund, wird dadurch genauso hörig werden wie ein Hund. Nur ist es damit in seiner menschlichen Entwicklung keinen Millimeter weiter, im Gegenteil.

Denn die kindliche Entwicklung beruht auf innerem Wachstum, auf der Fähigkeit zu Empathie, sie beruht auf Selbstbewusstsein, auf dem Gefühl bedeutsam und sicher zu sein. Dieses Rückgrat entsteht nicht, indem ein Kind folgen lernt. Auch das wissen die meisten Eltern. Deshalb wird dieser Film bei ihnen auch viel Kopfschütteln, viel Entsetzen und auch Traurigkeit auslösen.

Beziehungsorientierte Wege

Immerhin hat sich auch die Psychologie auf den Weg gemacht und hat dabei bindungsorientierte Interventionen entwickelt, die gerade auch solchen schwer belasteten Familien helfen können. Interventionen, die das alte Paradigma durchbrechen, nach dem es ausreicht, das Kind durch die Übermacht der Eltern zu steuern. Oder das Verhalten zu lenken, indem erwünschtes Verhalten bestärkt und unerwünschtes bestraft wird. Ich will eine der Interventionen nennen, die mir gut bekannt ist: den „Kreis der Sicherheit“. In diesem von den Psychologen Bert Powell, Glen Cooper, Kent Hoffman und Bob Marvin entwickelten Programm erlernen Eltern, wie sie ihren Kindern emotionale Sicherheit geben können. Das Programm wird auch in Deutschland durchgeführt (etwa in der Hamburger Interventionsstudie „Kreis der Sicherheit“) und von dem Team rund um Brigitte Ramsauer an der Universitätsklinik Münster wissenschaftlich begleitet. Eine gute Zusammenfassung gibt das Buch „Kreis der Sicherheit – die klinische Nutzung der Bindungstheorie“.

Nein, mit einer 3-wöchigen „Therapie“ ist es da nicht getan, das sind Entwicklungswege. Aber was für ein wunderbarer Start dafür wäre in einem solchen intensiven Rahmen möglich! Der Start zu einem Weg, der Familien auch langfristig stärken und ihnen aus dem Teufelskreis der abgebrochenen Bindungen helfen kann. Der sie dabei unterstützt, den verlorenen Erziehungsschatz zu entdecken, auf ihre Art: nämlich nicht nur stark und überlegen zu sein (auf diesen Zug aufzuspringen, das ist erlernbar – nur, wohin führt die Reise denn im Leben mit einem Menschenkind, dessen Entwicklung darin besteht, selbst stark und mächtig zu werden?)

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Noch einmal: das sind keine Wege, auf denen man schnell mal das Kind ändert. Schnelle „Erfolge“ bei schweren Beziehungsproblemen lassen sich nur durch den autoritären Durchgriff erreichen – indem das Kind gefügig gemacht wird. Und das ist auch der bis zum bitteren Ende skizzierte Weg in diesem Film.

Offene Fragen

Was mich an diesem Film vor allem wundert, ist die Schamlosigkeit, mit der erzieherische Gewalt dargestellt, glorifiziert und auch medikalisiert wird. Man darf einer Mutter erklären, ihr Kleinkind verhalte sich nicht normal – nur weil es sich vom Arzt nicht untersuchen lässt? Man darf Kinder zum Essen zwingen, nur weil man einen Kittel anhat? Man darf sie in Gitterbetten in dunkle Räume stellen? Und man darf das in einem Kinofilm als die richtige Erziehung von Kindern darstellen? Heute, wo wir Kindern ein Recht auf gewaltfreie Erziehung zusprechen? Müsste nicht gerade das Fachpersonal das Kindeswohl thematisieren? Gerade in einem KINOfilm?

Vielleicht noch grausamer ist das mit anzusehen: wie nüchtern und hart über die schwer verunsicherten, teilweise auch traumatisierten Kinder geurteilt wird.

Wo stehen wir eigentlich als Gesellschaft?

Vor allem aber wundert mich die Reaktion der großen Medien. Der Bayerischen Rundfunk gibt kund, dass der Film zeige, „wie ganzheitliches Verhaltenstraining mit Psychotherapie und Erziehungscoaching funktionieren kann“. Das sei ein „kraftvoller Blick auf die Suche nach einer guten Erziehung“. Wie bitte?

Keine Hintergrundrecherchen, keine Fragen, welche Theorien und welches Beziehungsbild der Therapie zugrunde liegt. Auch keine Frage zur Begründung und zur Herkunft des „Bindungs- und Trennungstrainings“ (BTT), das diesem Programm zugrunde liegt. Da waren frühere Journalisten kritischer.

Vor allem aber, und noch einmal, weil DAS eigentlich mitten in die öffentliche Diskussion hineingehört: Keine Frage zu den Kinderrechten. Darf man Kinder zum Essen zwingen, indem man mit ihnen „kämpft“? Eltern dürften es nicht, denn Kinder haben in Deutschland ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung.

Dürfen Krankenschwestern das im elterlichen Auftrag? Weil es im Interesse der kindlichen Gesundheit ist? Und die Presse sieht ihren Beitrag darin, diese Behauptungen zu wiederholen und mit Versprechungen anzureichern? Von wegen „Das Geheimnis guter Erziehung“? Immer die gleichen, hilflosen Sprecherkommentare: „Das erscheint hart, ist aber wohl pädagogisch wichtig.“ (Originalton in der Filmdoku des Bayerischen Rundfunks). Als wäre nicht noch jede Form der Gewalt gegen Kinder pädagogisch begründet worden.

Wieder normal?

Stattdessen immer der gleiche Tenor: ja, der Weg ist hart, aber das Ziel wird erreicht. Ob in den Filmdokus beim BR oder beim WDR: die Kinder sind danach wieder normale Kinder.

Aber genau das ist der Punkt –  stimmt das denn? Was ist denn zu erwarten, wenn man ein auf Gedeih und Verderb ABHÄNGIGES Kleinkind drei Wochen lang unterwirft, indem man ihm ein bestimmtes Verhalten aufzwingt? Wenn man es methodisch zwingt, sich dem Willen der Stärkeren unterzuordnen? Nach drei Wochen einer solchen Unterwerfung ist NICHTS ANDERES ZU ERWARTEN, als dass das Kind im Sinne seiner Befehlshaber funktioniert. Selbst Erwachsene, das weiss die Psychologie aus anderen Szenarien (etwa von Geiselnahmen) übernehmen nach kurzer Zeit den Willen derer, in deren Hand sie sind. Drei Wochen Unterwerfung würde auch jede schwere Beziehungskrise bei Erwachsenen „heilen“ – wenn nur der eine Beziehungspartner als Teil der „Therapie“ Macht und Verfügung über den anderen bekäme. Jede Ehekrise wäre nach wenigen Tagen beendet – weil der machtlose Partner endlich sein schlechtes Verhalten aufgäbe.

Was aber, wenn die nächste Krise kommt? Bei Kindern wird sie kommen, ihr Weg ist lang. Die Protagonisten dieses Film, auch wenn sie Kittel tragen und auf ihre Erfolge verweisen, können diese Frage nicht beantworten.

Als das Erschütterndste bleibt mir deshalb vielleicht der Kommentar  einer pädagogischen Mitarbeiterin der Gelsenkirchener Klinik in Erinnerung. Ja, die Eltern würden das schon als hart empfinden – ihr aber erschiene das nicht so. Denn: „Je konsequenter man eigentlich mit einem Kind umgeht, desto mehr … kommt das Kind auf einen zu und dann fangen die an mit mir zu kuscheln …“. Auch bindungsgestörte Kinder, das zeigt die Bindungsforschung, kuscheln – und das gerne auch mit Fremden.

Das ist also die Botschaft, wieder einmal, und wir haben sie in der Geschichte der Erziehung schon in tausend Variationen gehört: wenn man nur hart genug ist, werden die Kinder brav und gut. Nur, die Zeiten, in denen wir das den bekittelten oder unbekittelten „Experten“ abnahmen, waren nicht wirklich unsere Glanzzeiten, ehrlich gesagt.

Schämen sollten wir uns dafür, dass dieser Film in unserer Gesellschaft nicht mehr Widerspruch bekommt. Schämen sollten wir uns, dass wir „das Geheimnis der guten Erziehung“ wieder in Härte und bedingungsloser Unterwerfung suchen. Schämen sollten wir uns, dass DAS die Hilfe ist, die wir den in Not geratenen Familien anbieten.

Update: Abschliessender Kommentar zum Thema.

Der Autor: Dr. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, beschäftigt sich als Kinderarzt und Wissenschaftler seit langem mit der kindlichen Entwicklung. Forschungstätigkeit im Bereich Kinderheilkunde, Prävention und Gesundheitsförderung zunächst in den USA, dann am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Bekannt durch mehrere Sachbücher, u.a. „Kinder verstehen - born to be wild!" und „Wie Kinder heute wachsen". Er hat 4 Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Ravensburg.

120 Kommentare

  • FranziCleo

    Danke danke danke!!!

    Wir versuchen etwas dagegen zu unternehmen. Wir haben eine Gruppe bei Facebook und eine Petition

    • László

      Bitte die FB Gruppe und den Link zur Petition teilen. Würde da auch gerne mit unterstützen.

      • Marion

        Facebookgruppe: Gegen die menschenverachtenden Methoden der Kinderklinik Gelsenkirchen Buer

        Dort steht auch dann wo man zur Petition kommt

    • Sabrina

      Wäre auch bei Petition und FB Gruppe dabei!

      • andrea

        Vielen, vielen Dank! Ich bin sehr dankbar, für diese Petition.

    • Denise

      Ich wäre auch gern bei der Facebook-Gruppe. Könnten Sie den Link o.ä. teilen. Eine Petition gegen solche Methoden würde ich ebenfalls unterschreiben wollen!

  • Stefanie Wenzlick (emmali-blog.de)

    Herzlichen Dank für diesen reflektierten Kommentar zu diesem „Film“. Es ist für mich nach wie vor nicht nachvollziehbar, dass dies tatsächlich als vertretbare, pädagogische Herangehensweise dargestellt wird. In meiner täglichen Arbeit mit Müttern bzw. Eltern erlebe ich regelmäßig wie verunsichert diese sind, wie sehr sie sich nach einer Alternative für Strafen und Gewalt sehnen und wie sehr sie sich nach mehr Beziehung und positivem Kontakt sehnen. Und wie bereit sie sind wirklich an sich zu arbeiten mit Unterstützung.
    Wie kann es sein, dass Fachpersonal so handelt? Wo ist hier die soziale und emotionale Kompetenz? Die Empathie?
    Sehr traurig und ich hoffe, dass die Ausstrahlung dieses Filmes beendet wird.

  • Ruth (DerKompass)

    Vielen, vielen Dank. Es ist in jeder Hinsicht beschämend für unsere Gesellschaft. Die Macherinnen des Films haben, auf Facebook angesprochen, betont, sie würden keine gewaltvollen Szenen sehen – das glaube ich ihnen sogar. Das ist ja eines der Probleme dieses Umgangs mit Menschen, es macht es unfassbar schwer, Empathie mit einem leidenden, abhängigen Menschen zu entwickeln. Diese Antwort enthüllt ein weiteres großes Problem im Umgang mit Gewalt gegen Kinder: Dass wir sie nicht sehen und als Erziehung/Hilfe framen.

    Ich bin froh um Ihr Statement zur Sache.

    • dds

      wow, da hab ich in ein paar Jahren wieder Patienten :-), Angst- und Zwangserkrankungen, das Buch „Jedes Kind kann schlafen„ hat mit auch bereits zu solchen verholfen….

      Dressur, Konditionierung, natürlich geht es nicht um Wahrnehmung, Bedürfnisse, mütterliches Einfühlungsvermögen. Da die Mütter gleich mit konditioniert werden, wird dann auch schwierig, eine adäquate Therapie anzubieten. Es geht ja nur noch um Grenzen setzen und anpassen des Kindes.

      • Esther Kessler

        Zurueck zum Fraulein Rottenmeier? Nein danke! Und wenn uns eine 2. Shoah ins Haus steht, wegen solche fragwuerdigen Erziehungsmethoden, Dann Gute Nacht und Gnade uns G-tt! Pfui baeh!

  • Katharina Butolen

    Wunderbar geschrieben!

  • Melanie

    Sie sprechen mir aus der Seele und ich bedanke mich aus tiefstem Herzen fuer diesen Artikel. Unsere Gesellschaft braucht dringend einen Wandel. Zum Wohle aller. Ich bin so schockeiert das dieser Film Anklang findet, ueberhaupt produziert werden konnte. Er ist ein einziges Armutszeugnis fuer unsere Gesellschaft.

  • Serena

    Danke, für diese Artikel, er spricht mir aus der Seele.

  • Felice

    Also haben Sie den Film bereits gesehen, Herr Renz-Polster? Oder bezieht sich Ihre Beurteilung ausschließlich auf den Trailer? Das wird für mich aus Ihrem Kommentar leider nicht ganz ersichtlich, würde mich aber sehr interessieren.

  • Jennifer Wessel

    Ganz wunderbar recherchiert und geschrieben. Ganz herzlichen Dank dafür.❤

  • Christine Finke

    Vielen Dank, dass Sie sich hier einmischen. Und dass Sie es so klar und fundiert tun.

  • Dieter Scholz

    Hatte, obwohl ich den Film noch nicht sehen konnte, den Verdacht, dass sowohl von Erwachsener, als auch Kinder Seite, massive Bindungsstörungen die Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten sein könnten.
    Diese Erziehungsmethoden hatten schonmal in Deutschland Einzug gehalten, als in Australien das Programm Triple P Verhaltenstraining für besonderes verhaltensauffällige Kinder entwickelt wurde.
    Die Konsequenzen sind bekannt. Auszeit, Stiller Stuhl … etc. Immer war das Kind schuld. Die Folgen sind bekannt. Kinder mit sehr geringem Selbstwert.
    Bin gespannt auf die Reaktion der Bindungsforschung, die ja die Ursachen dieser Verhaltensauffälligkeiten kennt.

    • Axel

      Ich verstehe die Aufregung um den Film nicht. Er zeigt Kinder, die auffällig sind, aber normales Verhalten zeigen, und den Umgang damit. Jeder, der Kinder hat, erlebt so etwas jeden Tag. Wie geht man damit um? Auch das ist keinesfalls dramatisch anders als man das als „normale“ Eltern intuitiv auch machen würde. Der Film ist gut, er kommentiert ja auch nicht, sondern zeigt eindrucksvoll einen Weg auf.

      • Lena

        Mir wird richtig schlecht, wenn ich Ihren Kommentar lese.

        Keine Mutter ist guten Gewissens in der Lage, ihr Kind vor Angst schreien zu lassen, wenn es beispielsweise allein im Dunkeln ist.

        Man kann genervt sein von Kindern, aber das sollte das Problem der genervten Person bleiben und das Kind kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden,es wird aus gutem Grund Aufmerksamkeit verlangen.

        Und nein, Eltern müssen nicht immer alles richtig machen, aber Kindeswohl von Kindeswohlgefährdung zu unterscheiden, fällt bei den Beispielen aus dem Film nicht schwer.

        Im Film geht es um Eltern, die ihren Kindern nie den Halt und das Verständnis geben konnten, dass diese Kinder gebraucht hätten.

        Zwang und Entziehung haben nichts mit Erziehung zu tun.

  • Julia Fedler

    Sehr geehrter Herr Renz-Polster !

    Ich habe den Film nicht gesehen , aber ich war mit meiner kleinen Tochter in dieser Klinik und sie hat sowohl mir als auch Ihr das Leben gerettet !

    Ich glaube und kann es auch verstehen , das man sich sehr schwer in die Situation einer Mutter hineinversetzen kann , die ein schreiendes Kind hat , doch ich erwarte auch hier einen differenzierten Blick auf Situationen !
    Meine Tochter hat damals Tag und Nacht geschrieen und glauben sie mir ich habe alles gemacht …. ich war die fürsorglich und Liebende Mutter ! Ich habe sie getragen und bin mit Ihr in Kontakt getreten , wir haben geschmust , ich habe gesungen ! Ich würde sagen , ich habe alles getan , was eine Liebende Mutter macht …. sie hat trotzdem nur geschrieen !

    Ich war nach über einem Jahr am Ende , geistig und psychisch ! Ich habe nicht geschlafen hatte nur noch Kopfschmerzen , die Beziehung zu meiner Tochter war maximal gestört , ich befand mich in der Hölle ! Keiner konnte mir helfen …. eine völlige Überforderung auf beiden Seiten ( Meine Tochter war wahrscheinlich mindestens genauso fertig ) !

    Was wäre denn Ihrer Meinung nach jetzt der richtige Weg ?

    Ich bin in Gelsenkirchen gelandet und diese Klinik samt aller Fachleute die dort arbeiten , haben mir das Leben gerettet ! Ja , es war eine Umstellung sich auf das Prozedere einzulassen , doch es funktioniert und hat nichts mit Gewalt zu tun !

    Ich fände es schön , wenn man in diesen Diskussionen auch mal Leute befragt die da waren und denen es danach deutlich besser geht ! Ich habe wieder ein schönes Leben und meine Tochter auch !

    Mit freundlichen Grüßen
    Julia

    • Alina

      Danke Julia. Wir waren auch in der Klinik, allerdings wegen Neurodermitis. Es war einiges gut, auch einiges schlimm. Wir haben mitgenommen, was für uns gut war. Was wir abgelehnt haben, haben wir nicht umgesetzt. Wenn man in diese Klinik geht, ist man verzweifelt und weit über die Unterhlatung über das Nicht-Schlafen beim pekip hinaus.

      • Julia

        Genau das finde ich ganz wichtig zu differenzieren! Wir hatten keine „normalen“ Kinder , die mal ein bisschen geschrieen haben etc … sondern einem chronischen eher pathologischen Befund ! Regulationsstörung heißt der Begriff bei uns und ich finde damit kann man jetzt auch ganz gut leben , da wir viele Tipps bekommen haben , damit besser um zu gehen !

    • Kathrin

      Liebe Julia, auch ich habe bisher nur den Trailer gesehen und auch ich hatte eine Tochter, die 8-12 Stunden durchgeschrieen hat, niemals länger als 20 Minuten schlief und 24 Stunden am Tag an meinem Körper war. Das kann keiner nachvollziehen, der das nicht selbst mitgemacht hat. Es geht da ja nicht nur um das Leiden der Mütter/Väter und Geschwister sondern vor allem auch um das der so belasteten Kinder. Auch ich landete über das SPZ nach Schreibabyambulanz und co bei einer Verhaltenstherapeutischen Ergotherapiepraxis, die das im Film behandelte Schlaftraining durchführte. Es ist, wie ich finde sehr grausam für Eltern und Kinder und ich verzeihe es mir bis heute nicht, dass ich das mit meiner Tochter durchgezogen habe. Sie hat trotz Konsequenz nicht darauf reagiert und wir alle haben jedes Mal gelitten, geweint, geschrien (beide Stundenlang) und die Therapeutin meinte am Telefon, dass man nicht aufgeben dürfe, da es sonst nie ein Ende nähme. Ich habe nach zwei Wochen aufgegeben. Letztendlich haben uns ein Ostheopath und die Ergotherapie gegen die Gleichgewichtsstörungen und das daraus resultierende Schreien und eine Homöopathin für einen guten Schlaf geholfen und unsere Tochter ist ein sehr lustiger, selbstbewusster und vor allem glücklicher Mensch geworden.
      Ich verurteile niemanden, der das mitmacht, der alles probiert, was einem Hoffnung gibt und bin immer genervt über alle Besserwisserkommentare von Menschen, die nicht erlebt haben, was wir erlebt haben und viele andere Noch immer erleben. Zudem finde ich es immer schwierig, dass stets auf Bindungsstörungen hingewiesen wird, die immer die Wurzel alles Übels sein sollen. Manchmal und nicht zu selten stecken auch andere Dinge dahinter und solch stetig wiederholten Thesen stigmatisieren die ohnehin verunsicherten Eltern umso mehr. Aber ich muss zugeben, dass mich bereits der Trailer des Films zum Weinen gebracht hat und wieder die Erinnerung an die Schlaftherapie, die ich als sehr grausam für alle Parteien erlebt habe direkt in mein Herz schoss. Bleibt zu sagen, dass es viel zu wenig Hilfe für Eltern und Kinder gibt, die Probleme haben außerhalb eines Schnupfens. Bis man sich durch den Ämter- und Ärztedschungel gekämpft hat, ist man auch ohne die familären Probleme geschafft. Und wer hat die Energie, das Wissen, das Durchsetzungsvermögen und die finanziellen Möglichkeiten durch so viele Stationen zu laufen? Hier muss etwas passieren.

      • Julia

        Liebe Kathrin !
        Ja , da sind wir uns absolut einig es muss mehr niederschwellige Hilfsangebote für Eltern geben , deren Kind nicht an einer regulären Erkrankung erkrankt ist ! Ich finde es nur wichtig , diese Einrichtung nicht zu verteufeln …. es hat Hand und Fuß was die Fachleute dort anbieten und leisten ! Wir Eltern wurden auch geschult und haben sehr nützliche Tipps bekommen ! Ja es war eine sehr harte Zeit und ich habe viele Tränen vergossen , aber die habe ich zu Hause mit der schreienden Tochter auch vergossen … allein und ohne Hilfe !

    • KeBi

      Danke für diesen Kommentar. Hatte selbst ein Schreikind (mehrere Stunden am Tag, über 10 Monate hinweg) und mir ging es genauso wie Ihnen. Glücklicherweise hat sich unser Leben rapide verbessert, als sich mein Kind selbstständig bewegen (1. Durchbruch) konnte. Nun mit fast 2 ist er, dadurch dass er sich endlich auch äußern kann, ein relativ ausgeglichenes Kind und zumeist entspannt. Ich kann die Verzweiflung verstehen und finde Hilfsangebote wichtig und gut. Wurde in der Klinik auch an den positiven Seiten der Beziehungsebene gearbeitet? Im Trailer schienen besonders die Szenen beim Essen so gänzlich vom „Machtkampf“ durchdrungen und das fand ich schwer zu ertragen.

      • Julia

        Die Frage ist durchaus berechtigt und verständlich … Im Film kommt das umfassende Angebot nicht gut zur Geltung ! Ja , es wurden auch schöne Dinge angeboten , unter anderem Snoozeln oder Freizeitangebote anderer Art … aber gerade auf aufdröseln des Verhaltens , also warum verhält sie sich so und nicht anders , war für mich sehr wichtig und es wurde sehr professionell gearbeitet

    • Kat

      Liebe Julia, ich war auch in der Klinik wegen Neurodermitis. Ich habe schon gestern sehr ausführlich diskutiert, weil aufgrund des Trailers die ganze Arbeit der Klinik schon sehr negativ dargestellt wird. Der Rezension zufolge vermute ich (leider habe ich den Film auch noch nicht gesehen), dass die Doku die Klinik leider nicht besonders diffenrenziert darstellt und das Augenmerk eher auf andere Inhalte gelegt hat. Damit hat sich die Klinik wohl selbst nicht gerade einen Gefallen getan, da offenbar nur die Personen, die wirklich auch dort waren, das gesamte Spektrum an Angeboten kennen gelernt haben und ein diffenrenzierteres Bild der Klinik zeichnen könnten. Schade. Und wie auch schon Alina geschrieben hat: wir haben mitgenommen, was wir brauchten, ich habe schon zum Teil dort die Sachen so umgesetzt, wie ich es für richtig hielt (und nicht nach mir absurd erscheinenden Vorgaben der Klinik) und alles, was ich als negativ erlebt habe oder was ich blöd oder unsinnig fand, habe ich einfach nicht umgesetzt oder so modfiziert, dass es für uns passte. Dass es in der Klinik vor allem auch um die umfassende Bildung der Eltern zu vielen pschologischen Themen, Krankheitsbildern usw. geht, damit sie fähig sind, ihr eigenes Verhalten zu ändern, Muster zu erkennen und damit dem Kind zu helfen, wird anscheinend in dem Film überhaupt nicht erwähnt. Ich habe dort jedenfalls sehr viel hilfreiches erfahren und weiß jetzt, wie ich auf mein Kind reagieren muss, wenn es akut gestresst ist und sich z.B. kratzt oder rote Hautflecken bekommt.

      • Anke

        …und was heißt das ganz konkret? Wie reagieren sie jetzt auf ihr Kind wenn es akut gestresst ist. Das wäre doch jetzt noch super interessant zu lesen…

      • Laura

        Ich finde es interessant zu lesen, dass auch Sie (als ehemalige Patientin der Einrichtung), die Vorgaben der Klinik als „absurd“ bezeichnen!

    • Dorothea

      Julia, warten Sie erstmal ab. Bei mir wurde als Säugling ein Schlaftraining angewandt und ich kann ihnen sagen, mit der Pubertät kamen die Schlafstörungen und mit der Adoleszenz die Depressionen. Ich habe bis heute eine Bindungsstörung zu meinen Eltern sowie eine starke Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls. Das Schlimmste waren die Suizidgedanken in meinen 20ern.
      Die Klinik hat Sie als Mutter entlastet, aber Ihrem Kind mit Sicherheit Schaden zugefügt, der nicht mehr gut zu machen ist.
      Dr. Renz Polster empfiehlt in seinem Text eine bindungsbasierte Therapie und ich kann ihm nur vollinhaltlich beipflichten und von Herzen danken, dass er sich so klar positioniert.
      Es ist eine Schande, wie kritiklos der Film von den Medien präsentiert wird.

  • Alexandra

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Schönen und dann ganz laut aufschreien und protestieren!

  • Sandra

    Vielen Dank für diese Worte. Nein, wir dürfen nicht schweigen. Wir müssen uns klar vor diesen und allen Kindern stellen: solche Praktiken verstoßen gegen Menschen ‚-/ Kinderrechte. Zum Thema Hund: würden Hunde eingesperrt oder zum Essen gezwungen würden mehr Menschen aufschreien und nach Tierschutz rufen. Traurig. Wir müssen für die Rechte der Kinder kämpfen und dafür einstehen. Werte vermitteln. Laut. Wir haben viel zu lange geschwiegen

    • Marion

      Danke! Ich verstehe auch nicht, warum so etwas auch noch gefilmt und ausgestralt werden darf! Diesen Kindern wurden jegliche Rechte genommen.

      • Alexandra L.

        Mein Gott, das finde ich auch. Es ist absolut entwürdigend und verachtend, wie diese Kinder in ihrer Not gefilmt werden. Ganz ganz schlimm und für mich nicht aushaltbar.

  • Madame FREUDig

    Ich bin recht erschrocken über Ihre Haltung zur Psychologie. Das lässt tiefes Unwissen erahnen, denn es sind nicht DIE Psychologen, sondern wenn dann sehr wahrscheinlich ärztliche und psychologische Psychotherapeuten.
    „Denn das Dilemma der Psychologie ist offensichtlich: auf die Stärkung von Bindung und Beziehung zielende Programme sind kaum je erprobt und entwickelt worden. Die Lehrmeinung war ja immer die: wenn ein Kind ein „schlechtes“ Verhalten hat, dann musst du sein Verhalten korrigieren.“
    Seit Freud und der Entwicklung von Psychotherapie und Psychoanalyse stand die Beziehung von Therapeut und Patient im Vordergrund! Natürlich gab es immer Richtungen und Abspaltungen, die das anders sahen, auch in der Psychoanalyse. Aber spätestens seit der intersubjektiven Wende ist der wechselseitige Beziehungsgedanke nicht wegzudenken. Die Verhaltenstherapie hat sich als Gegenpol etabliert und erfreut sich großer Beliebtheit, ohne Frage, aber auch dort hat sich in den letzten Jahren die Beziehung zur Beziehung deutlich verändert. Die Vielzahl an tiefenpsychologisch fundiert und psychoanalytisch arbeitenden Therapeuten werden damit vollkommen diskreditiert. Karl Heinz Brisch und andere, die sich sehr verdient gemacht haben, werden mit dieser Aussage vollkommen außer Acht gelassen. Das finde ich wirklich ärgerlich und wünschte mir an der Stelle etwas mehr Differenziertheit!

    • ffd

      Genauso ist es, so schnell kann man nicht Karriere machen, wenn man sich langfristig um die Beziehung bemühen muss. Es ist schicker und geht schneller, Tablette einwerfen, Kind interessieren, Mutter erklären, es hat mit ihr nichts zu tun, nur mit dem Kind und einer Fehlfunktionen gehören.Das scheint auch erst einmal bequem für die Eltern. Diese müssen sich aber ihre eigenen Programmierung durch ihre Eltern bewusst werden, so funktioniert nun mal die Evolution. Was sie selbst an Affekten erworben haben in ihrer eigenen Erziehung, die jetzt eine große Rolle spielen, obwohl sich die Zeit inzwischen schon wieder gravierend verändert hat. Darum geht es. Die Aufarbeitung, je mehr desto klarer kann man sehen und fühlen & Kind wahrnehmen.

      Verhaltenstherapeuten wählen einen sehr kurzen Weg, wenig Eigentherapie, nicht zu viele Ausbildungsstunden, Ansonsten müssen die Psychoanalytiker Eigentherapie vorweisen, Stunden an Ausbildung etc. Danach kommen die tiefen Psychologen. Das ist auch ein Menschenbild, wer sich die Mühe machen möchte, weil er versteht um die Wirkungsweise oder wenn das eigentlich egal ist, wer schnell Geld verdienen möchte. Meine Erfahrung ist, dass Verhaltenstherapeuten oft die Wahrnehmung fehlt für bestimmte Dinge, deshalb haben sie sich möglicherweise auch für diese Richtung entschieden. Da ist eine große Abwehr. So funktionieren wir Menschen nun einmal. Nur wer die Bereitschaft mitbringt, sich (oft schmerzhaft) damit auseinanderzusetzen und dies zu verarbeiten, wählt das an sich erst einmal mühevoll heran Psychotherapieverfahren.

      • Lev

        Ja, genau. Im Film wird nun die Verhaltenstherapie dargestellt, so wie sie eben ist. Und möglicherweise nicht nur in dieser Klinik, sondern in den meisten verhaltenstherapeutischen Kliniken geht es ähnlich. Auch in Kinderheimen wird, hoffentlich anders als im Film, Verhaltenstherapie angewendet und erweist sich als erfolgsreich. Es gibt eher wenige tiefenpsychologisch orientierte kinderpsychiatrische Kliniken, die dann ein anderes Menschenbild zugrunde ihrer Therapie legen. Auch Therapie älterer verhaltensauffälliger Kinder beinhaltet meistens Verhaltenstherpaie und Medikation (Methylphenidat, bekannt als Ritalin), womit man möglicherweise eine Betonplatte auf die Symptomatik drauflegt. Sehr traurig das Ganze in so einem entwickelten Land.

  • Judith Stohr

    Puh, mir stockt alleine beim Lesen Ihrer Beschreibung der Atem. Danke für Ihr Wirken. Und ja, es braucht mehr Widerspruch.

  • Eva

    Dieser Film erweckt in mir große Parallelen zum Film „Clockwork Orange“, nur dass es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelte und der Film so emotional paradox und schockierend war, dass er zeitweise aufm Index stand… Erschütternd, dass eine fiktive Geschichte mehr Entrüstung in der Bevölkerung auslöst als Kindesmisshandlung…

  • Aenne

    danke, danke, danke ich habe versucht bei den kinos etwas zu erreichen,aber die stellen sich alle stur

  • Marion Güntner

    Vielen vielen Dank für die Ausführungen. Endlich sieht auch mal jemand die eigentliche Not dieser Kinder. Auch ich kann nicht verstehen, daß das sein darf, wo doch Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Ich denke, diese Kinder werden nicht geheilt, sondern noch kränker gemacht, weil die Bindung, die eh schon nicht die beste ist, hier endgültig komplett zerstört wird. Ich frage mich ehrlich wie instinktreduziert wir inzwischen eigentlich sind. Kein anderes Säugetier würde seinen Jungen freiwillig so etwas antun lassen. Die schaffen es ohne Bücher und Internet ihre Kinder liebevoll zu erziehen.

    • Julia

      Liebe Marion !
      Als eine Mutter die schon in dieser Klinik war , möchte ich Sie was anmerken . Meinen Sie ernsthaft eine Mutter geht in diese Klinik und interessiert sich nicht für das Wohl des Kindes ? Wir wurden professionell aufgeklärt was dort passiert und warum … meine Tochter wurde sehr schnell ruhiger und auch zufriedener ! Diese Klinik hat uns beiden das Leben gerettet !
      Mit freundlichen Grüßen

      • ddd

        Seien Sie vorsichtig, von seitens einiger Psychologen wird manchen Müttern sehr überzeugend einiges eingeredet.Die Pädagogik kommt aus der schwarzen Pädagogik, aus dem pädophilen Bereich und beispielsweise Marie L. Conenhttps://www.amazon.de/kann-Ihnen-helfen-wieder-loszuwerden/dp/3896705121 .
        Es kann in einer gesunden Beziehung zu einem Kind nie um Dressur gehen, immer darum zu lernen, sich besser einzufühlen, zu verstehen, was das Kind für Bedürfnisse hat, was steckt dahinter.
        Was diese Pädagogen betreiben, ist massive Gewalt gegen Kinder gegen die seelische Gesundheit. Oft wird dies dann neurobiologische erklärt, warum man dem Kind ständig Grenzen setzen muss etc. Grenzen sind wichtig, aber vor allen Dingen muss das Kind containt, gespiegelt, wahrgenommen werden mit seinen Bedürfnissen. Sonst kann es keine seelisch gesunden stabilen inneren Anteile entwickeln.Wir haben heute längst die Erfahrung, dass beispielsweise Kinder, die längere Zeit Methylphenidat nehmen, eine disoziale Persönlichkeit entwickeln und seelisch behindert bleiben.Es gibt auch einige renommierte Wissenschaftler, die dagegen aufstehen, gegen flächendeckende Verbrechen gegen die nächste Generation durch diese Medikamentisierung.

        • Holger

          Ist Íhnen eigentlich bewusst, dass sie mit Ihrem Kommentar die Mutter komplett entwerten indem sie sie als zu dumm hinstellen als das sie die Psychologen durschauen könnte und das Wohl ihres Kindes zu beurteilen.

  • Liane

    Ich habe den Trailer heute gesehn und dachte nur „unfassbar“. Als Hebamme und Kinderkrankenschwester, die auf einer wunderbaren psychosomatischen Station lernen durfte, ist dass das Verrückteste was ich seit langem gesehn hab. Wir habe auf Grund der alten Nazi Erziehung noch so viele Nachschäden, so viele Menschen mit Depressionen, Angststörungen und und und. Und dann kommt so ein Film daher, beziehungsweise noch schlimmer so ein „Konzept“. Ich kann nur sagen im Kreißsaal fängt die flächendeckende Brutalität mit Kristellern, den vielen Vakuums etc. schon an und alles badet man mit den Eltern im Wochenbett und ersten Jahr wieder aus. Das „Abgespalten“ sein in einer Form von den Kinder. Die Eltern kämpfen damit sehr. Behandelt endlich die Schwangeren, die Familien von Anfang an besser. Macht ihnen endlich nicht wieder ständig so viel Angst mit doofen Risikoberechnungen, so dass sie ihre Kindern den Schritten entsprechend binden und dann loslassen können und spüren wann ihr Kind was braucht. Wir wissen doch wie sich gesunde Bindung aufbaut. Wir brauche kein zurück mehr. .

    • Daniela

      Liane, so wahr! Das Drama beginnt zu oft mit den technisierten Entbindungen. Ich musste dies bei meinem ersten Kind selbst leidvoll erleben. Ohne die verlässliche Wochenbettbegleitung einer kompetenten Hebamme und die zehn Wochen dauernde liebevolle Unterstützung meines Mannes hätten mein Kind und ich diese traumatische Geburtserfahrung nicht so gut bewältigt.
      Der Hebammenberuf gehört unbedingt gestärkt, der Beruf der Doula etabliert und jeder werdenden Mutter kann ich nur empfehlen, vor dem Entbinden Ina May Gaskin zu lesen und sich Hilfe beim Stillenlernen zu suchen.
      Leider ist kaum bekannt, dass Stillen die beste Gewaltprävention ist: Stillen beruhigt die Mutter und tröstet zuverlässig das Kind, in jeder noch so schwierigen Situation.

  • Stefanie

    Danke danke danke. Ich bin Krankenschwester für Psychiatrie und mich erschüttert die Gewalt gegenüber Kindern die man als Therapie verkaufen möchte. Den Willen zu brechen ist nicht Therapie den Willen zu brechen ist Folter. ich lehne diese Maßnahmen aus tiefstem Herzen ab und hoffe inständig dass sich noch mehr Ärzte und Psychologen mit bekannten Namen deutlich gegen diesen Rückfall in Mittelalter Medizin und schwarze Pädagogik äußern.

  • dds

    wow, da hab ich in ein paar Jahren wieder Patienten :-), Angst- und Zwangserkrankungen, das Buch „Jedes Kind kann schlafen„ hat mit auch bereits zu solchen verholfen….

    Dressur, Konditionierung, natürlich geht es nicht um Wahrnehmung, Bedürfnisse, mütterliches Einfühlungsvermögen. Da die Mütter gleich mit konditioniert werden, wird dann auch schwierig, eine adäquate Therapie anzubieten. Es geht ja nur noch um Grenzen setzen und anpassen des Kindes.

  • Jacqueline

    Ich kann den Argwohn der diesem Artikel innweohnt verstehen. Ich selber bin ein absoluter Gegner davon, den Willen der Kinder zu brechen, sie nicht als ebenbürtig zu betrachten. Bin ein absoluter Opponent der autorotären Erziehung. Und mit genau diesem humanistischen Menschenbild generell, habe ich mit meinem Sohn in diese Klinik aufgesucht. Zu Anfang habe ich sehr gelitten. Zum einen, weil ich natürlich ohnehin am Ende meiner Kräfte war, weil ich bis dato zehn Monate nicht länger als 20 Minuten schlief (und das geht natürlich auch der Mama an die Substanz). Zum anderen, weil mich meine Sorge darum fast aufgefressen hat, meinem Sohn sein Lächeln zu nehmen, ihm eben seinen Willen zu brechen. Glauben Sie mir, ich war extrem kritisch.
    Aber diese Sicht auf das Programm, wird der Klinik nicht gerecht und ist doch sehr eindimensional. Mit Verlaub, ich finde es schon ein wenig frech zu urteilen, wenn man das Programm nicht wahrlich durchlebt hat. Gefährliches Halbwissen, so empfinde ich diesen Artikel wie auch einige der Kommentare. Aber ich kann es verstehen. Ich bin immer ein Freund davon, sich aufzulehnen und kritisch auf die Welt zu blicken. Insbesondere bei unseren Kindern. Denn sie sind vollkommen von unserem Verhalten/ unseres Schutzes abhängig.
    Ich denke ich werde mir den Film gar nicht erst anschauen.. wieso auch?! Ich habe es live erlebt. Soviel ich weiß, wurde ein Jahr lang gedreht. Bild- und Tonsequenzen zu schneiden und diese dann komprimiert wieder zusammenzufassen.. ja ich denke da kann vieles draus gemacht werden. Und auch an dieser Stelle wünsche ich mir eine eher kritische Herangehensweise der Meinungsbildung. Alle Kinder, die ich über die Zeit in der ich dort war beobachten konnte, haben zunehmend zu innerer Ruhe gefunden- haben im Laufe der Zeit immer herzlicher gelacht (was zu Anfang kaum zu beobachten war, weil die meisten völlig erschöpft waren). Und nein, keines der Kinder wurde zum Essen gezwungen. Ich könnte noch viel mehr schreiben, das Thema ist so komplex.
    Ich bitte einfach nur darum, nicht so kategorial zu denken. Und die Eltern in Schubladen zu stecken (das wird ja auch nicht bei unseren Kindern gewünscht) wie z.B. in der Annahme, das sie „einfach nur“ überfordert sind, zu wenig Empathie für ihre Kinder haben oder nicht liebevoll mit ihnen umgehen würden. Das ist ebenso nicht gerecht und entspricht (ich habe es erlebt) in den meisten Fällen nicht der Wahrheit.
    Die Ärzte dieser Klinik sind unfassbar einfühlsam und haben einen sehr positiven Blick auf die Kinder (auch wenn es vielleicht an manchen Stellen nicht so rüber kommen mag). Und glauben sie mir, ich war unfassbar kritisch.

    Ich bin dem ganzen Team der Klinik wirklich dankbar. Meinem Sohn geht es richtig gut. Er ist ein absoluter Sonnenschein und kann nun zu seiner Kraft und Ruhe gelangen, die er für seine Entwicklung braucht.
    Ich bitte einfach nur darum, sich nicht vorschnell ein Bild zu machen. Dafür ist das Programm ferner generell die Entwicklung des Kindes viel zu komplex.

    Eine Mama die „ihr“ Kind – in voller Liebe – bei dessen Seins-Werdung begleiten darf. Die es ihm aber derweil auch zugesteht, ALL seine Emotionen auszuleben (denn das wird ja in heutiger Zeit auch nicht gerne gesehen. Kinder müssen IMMER fröhlich sein. Dürfen nicht wütend oder traurig sein. Auch das ist sehr facettenarm und entspricht ja wohl nicht dem MenschSein. Oder sind Sie immer fröhlich und glücklich. Und das ist das, was die Klinik unter anderem versucht zu vermitteln).

    • Lana

      Vielen Dank für den Kommentar!

      Ich finde es unglaublich, dass hier vorgeschlagen wird, einen Film zu verbieten. Was soll diese Zensur? Es ist wichtig, eine Diskussion zu führen und dazu trägt auch dieser Film bei.

      Aus dem Trailer „Wenn ich Verhalten eines Kindes ändern will, dann muss ich erst einmal verstehen, warum es sich verhält, wie es sich verhält“
      Es wird auch davon gesprochen, zur Ruhe zu finden, den Druck herauszunehmen.

      Der Artikel hier scheint über einen anderen Trailer zu schreiben?

  • Ellen Girod

    Vielen, vielen Dank!

  • Linda

    Danke für diesen so gut erklärenden, wichtigen Artikel! Ich bin seit Tagen absolut geschockt, dass es solche „Therapien“ in einer deutschen Klinik gibt und diese auch noch gefilmt und bejaht werden.

    Was kann man dagegen tun?! Wer schreitet dort ein?

    • Jennifer

      Das ist eine gute Frage… 🙁

  • Christina

    Mir laufen die Tränen! Vielen Dank ❤️

  • Dr. Philipp Bornschlegl

    Wenn das alles immer nur so einfach wäre. Die Gesellschaftlichen Strukturen und damit auch vor allem die familiären Strukturen haben sich über Jahrzehnte massiv verändert, und damit auch der Umgang mit Kindern und die Art, wie sie aufwachsen. Neil Postman hat schon 1987 vom „Verschwinden der Kindheit“ geschrieben, und gerade jetzt in Zeiten von allgegenwärtigem Zugriff auf quasi das Gesamtarchiv audio-visueller Medien (Youtube, Streaming-Dienste) und Echtzeit-Kommunikations-Stress (WhatsApp) geht Zeit und Nerven und Ruhe für „echte Beziehungsarbeit“ mit dem Kind immer mehr verloren.
    Ich bin selbst kein Technologie-Feind, im Gegenteil (ich bin 36 Jahre alt und liebe meine diversen Gadgets), aber ich finde wie immer „Die Dosis macht das Gift“. Und klar ist es einfacher, den quengelnden Nachwuchs vor Youtube zu setzen, als sich aktiv mit ihm zu beschäftigen – das machen wir auch, gerade hier in Tansania. Aber halt nur 30min pro Tag, wenn überhaupt.
    Und mit dem Verlust der Bindung durch Zeitmangel und Auslagern (an Kitas, Omas, …) kommen die Bindungsängste der Kinder. Und ein Großteil des Fehlverhaltens entwickelt sich ja durch die Pawlow’sche Konditionierung, nur einfach in die falsche Richtung..
    Da ist es klar, dass man nach einfachen Lösungen sucht, und sie in diversen Fernsehformaten (Die Super-Nanny, usw.) findet. Das Versprechen, das Kind in 3 Wochen umprogrammieren zu können, wirkt da sehr verlockend und passt zur aktuellen funktionalisierten Wahrnehmung des modernen Lebens.
    Aber wie geht man als Gesundheitsdienstleister damit um? Unser System selbst krankt ja an den gleichen Stellen, in den Krankenhäusern herrscht Kostendruck, Unterbesetzung, Zeitmangel, selbst in vielen SPZs ist kaum wirklich Zeit, mit den Eltern zu sprechen. Die Seite der Niedergelassenen kann Dr. Renz-Polster besser beschreiben, aber hier kann es ähnlich sein. Wenn ich am Tag 50-90 Patienten sehe, bleibt wenig Zeit. Wie kann ich als Kinderarzt in diesem System eine Beziehung zu den Eltern aufbauen, um die wirklichen Sorgen zu erfahren und mit ihnen Lösungswege zu erarbeiten?
    Den Film fertig zu machen ist vielleicht nicht der richtige Weg. Da gefällt mir das Fazit von Dr. Renz-Polster am Ende viel besser: wo ist der gesellschaftliche Widerspruch? Nicht nur für diesen Film? Nicht nur für die Suche nach erzieherischer Härte? Sondern Widerspruch gegen die Entwicklungen der Gesellschaft im Umgang mit Kindern?!
    Herzliche Grüße aus Tanzania (wo es das Konzept „Kindheit“ überhaupt nicht gibt, Kinder in der Familie einfach zu funktionieren haben und Prügelstrafe Routine ist)

    PS: unser drittes Kind hat die ersten 9 Monate fast ununterbrochen durchgeschrien, Tag und Nacht. Wir haben gewisse Grunderkrankungen ausgeschlossen (Blutbild, EEG, Mitbeurteilung durch Kollegen) und dann versucht, das Schreien im Sinne einer „Regulationsstörung“ zu akzeptieren und anzunehmen. Das hat sowohl uns als auch die beiden Geschwister regelmäßig an unsere Grenzen gebracht! Aber wir waren froh, nicht an einen überaktiven Spezialisten geraten zu sein, der unser Kind mit invasiven Maßnahmen gequält hätte. Irgendwann hat es aufgehört und jetzt ist er ein dreijähriger, fröhlicher, freundlicher und völlig normaler Junge.
    Am besten hat uns in dieser Zeit geholfen, mit anderen „Betroffenen“ zu sprechen, die uns Hoffnung machen konnten, dass es irgendwann vorbei geht. Das ist sowohl für Ärzte als auch für Eltern in meinen Augen das Schwierigste: auszusprechen und anzunehmen, dass die „Moderne Medizin“ nicht alles lösen kann!

    • Thomas Zawist

      Vielen Dank für diese gute, fundierte Beteiligung an einem sachlichen und fachlichen Diskurs.

      Nachdem ich zunächst beeindruckt von diesem Film war, habe ich erst die völlig aus dem Ruder gelaufene öffentliche Diskussion bemerkt, die ein eindrucksvolleres Beispiel über „unsere Gesellschaft“ und den Umgang miteinander offen legt.

      Ich bezweifle, dass es eine gute Idee ist, mit einem kommerziellen Film in dieser Art und Weise an die breite Öffentlichkeit zu gehen.

      Offenbar ist der Film kein Pädagogik- sondern ein Psychiatriefilm. Das haben schon Viele nicht verstanden. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Dokumentation aus einer anderen Psychiatrie ebenso aufwühlend wäre.

      Allerdings bezweifle ich die Reife der Urteils- und Steuerungsfähigkeit der im Film gezeigten Eltern, die erforderlich wäre, um eine fundierte Zustimmung zur Veröffentlichung des Films zu erreichen. Insbesondere deshalb, weil die Kinder durch die Veröffentlichung auch nachhaltig beeinträchtigt werden.

      Im Film werden Teile einer Therapiemethode gezeigt, die sicherlich unter Aufsicht des MDK und anderer Kontrollstellen steht. Dass nun die uralten Grabenkämpfe zwischen den Vertretern der verschiedenen Therapiemethoden ans Licht kommen ist nun wenig verwunderlich. Und so überzeugt mich auch der Vergleich Ramsauer/Langer nicht.

      Es gibt halt nicht „die eine“ Therapie, nicht „die eine“ Wahrheit. Andererseits fehlt systemisch tatsächlich die Zeit, jeden Patienten in Ruhe einzeln anzuschauen und individuell zu behandeln.

      Statt eines defizitorientieren Ansatzes bevorzuge ich, in Möglichkeiten zu denken und da fand ich Ihr Beispiel, wie sie mit der Regulationsstörung Ihres Kindes umgegangen sind und sich mit anderen Eltern abgeglichen haben, ein sehr gutes.

      Und so sind in dem Film tatsächlich auch ein paar sehr hilfreiche edukative Elemente enthalten, die den Eltern vermitteln, wie kindliche Entwicklung, Lernen, Konditionierung gelingen oder auch misslingen.

      Eine Möglichkeit wäre also, den guten Teil der Psychoedukation in die Welt und unter die Menschen zu bringen und so präventiv zu arbeiten.

      Und es gibt bestimmt noch mehr.

  • Das Bewegte Kind ,Daniela Meyer-Söhl

    zu Tränen gerührt aus unendlicher Dankbarkeit.
    Ich Danke Ihnen, dass sie die Worte zusammenfassten die ich nicht hätte formulieren können.
    DANKE

  • Jennifer

    Das ist erschreckend. 🙁 Ich werde mir diesen Film nicht anschauen und da ich nicht in Sozialen Netzwerken unterwegs bin, ist er mir auch bislang nicht untergekommen.

    Aber wie können erwachsene Menschen sich so einen Film gegenseitig empfehlen und sich am dargestellten Leid der Kinder ergötzen?

    Mir war nicht bewusst, dass heutzutage immer noch eine solche Erziehungsmethode so selbstverständlich existiert. Auch wenn man es manchmal ahnt, aber in dieser Heftigkeit…? 🙁

    Es gibt übrigens solche und solche Hundeerziehungskonzepte. Die „funktionierenden“ zielen auch im Umgang mit dem Hund auf Verständnis und Respekt ab. Natürlich kann man bei einem Tier manipulativer vorgehen als beim Menschen, aber auch dort ist Kooperation wichtig für die Erziehung und eine gelingende Beziehung das oberste Ziel.

    Mancher Hundebesitzer ist wohl respekt- und liebevoller zu seinem Tier als die Eltern im Film zu ihren Kindern. 🙁

  • Anja – BeziehungsweiseLiebe.de

    Danke für diese Stellungnahme auf die ich seit Tagen von den „großen Namen“ warte.
    Ich bin tief schockiert von der Entwicklung und sehe schon Jahre lange, mühselige Arbeit binnen 90 Minuten von diesem Film nieder getrampelt.
    So viele Eltern, die dem Glauben schenken und öffentlich so viele positive Stimmen.

    Man mag mich nicht falsch verstehen, ich sehe es durchaus als berechtigt an, den Film erst sehen und dann bewerten zu wollen.
    Aber das Tage- oder gar wochenlange stehen lassen dieser Glorifizierung ist eine Katastrophe. Während große Namen in der Bedürfnisorientierten Erziehung, die auch von den Medien anerkannt sind stumm darauf warten, den Film erst zu sehen.
    Kommt dann in zwei Wochen ein Statement- da ist doch dieser Film lange als positiv in den Köpfen abgespeichert.

    Ich bin schockiert.
    Und wir tun was in unserer Macht steht im kleinen.
    Danke für diesen Artikel !

  • Julia Treblin

    Ein wunderbarer Text. Einzig die Überschrift finde ich nicht gelungen. Denn wie Erziehung geht, sollte doch jeder in seiner Familie selbst ausmachen. So geht Erziehung hat ebenfalls etwas vorschreibendes.

  • Birgit

    Um Gottes Willen!!!! Ich bin sowas von schockiert, dass ein BR und eine SZ diese offensichtliche Gewalttaten am Kind unterstützen!!!!! In was für einer Zeit leben wir?? Müssen wir es nicht besser wissen?? Aus diesen armen Kinderseelen werden dank dieser Methoden gefühlskalte, beziehungsunfähige und selbstverachtende Wesen kreiert!!! Ich bin selbst eine relativ strenge Mama und ich lasse mir nicht auf der Nase herumtanzen.. aber ich akzeptiere das Selbstbestimmungsrecht meiner Kinder (ausser natürlich diese Selbstbestimmung bringt sie in Gefahr) und auch ich habe sicherlich erzieherisch nicht immer vorbildlich gehandelt. Aber weil ich es beim ersten Kind nicht besser wusste. Und ich bin lernfähig und mir wurde schnell klar, dass Machtkämpfe zu nichts führen, ausser zu einer gestörten Bindung. Aber SO ETWAS von EXPERTEN zu sehen lässt meine Halsschlagader pulsieren. Diesen Maßnahmen sollten sich mal diese EXPERTEN im Selbstversuch unterziehen.

  • LeyGecko

    Was für ein kranker FIlm-Entschuldigung hier wird genau wie in den 60 er Jahren schon Mal die Unsicherheit von Eltern ausgenutzt um mit Geheimrezepten Erfolge zu versprechen.
    In den 60 er Jahren hieß es die Kinder müssen alle 4 Stunden essen ,ob ,sie dann gerade schlafen oder nicht dann werden Sie geweckt etc.
    Schrecklich klar ist Erziehung wichtig allerdings für jedes Kind das Richtige .
    Wir erziehen Menschen und keine Maschinen.Jeder tickt anders.
    Der Trailer ist wie ein Horrorfilm.

  • Marie

    Himmel, ist das wirklich legal?

  • Hermann

    Danke für diesen kritischen Kommentar. Ich hatte dazu auch im TV ein Interview mit dem Regisseur gesehen und war entsetzt über die seichten Fragen der Journalistin.

  • Andrea

    Vielen Dank. Ich habe auf einen Kommentar von Ihnen gewartet. Und wieder einmal bringen Sie es auf den Punkt. Ich stelle mir die Frage für die Zukunft: wie können Einrichtungen geschaffen werden, die Familien wirklich helfen!?

  • Susanne

    Ich habe jetzt den kurzen Filmausschnitte gesehen, mir haben sich alle Haare aufgestellt und mir sind die Tränen gekommen.
    Verzweifelten Eltern muss geholfen werden, jedoch nicht indem das Kind gebrochen wird, hier geht es um Macht. Alleine Begriffe wie die “ kleine Prinzessin muss jetzt was tun“ oh nein. Das Kind macht es doch nicht, weil es die Erwachsenen ärgern will, sondern weril es etwas braucht und keine anderen Möglichkeiten / Worte hat.
    Danke für die gute Reflexion.

  • Natalie

    Ich bin gerade etwas geschockt. Ich habe von dem Film erst heute erfahren! Mir kamen die Tränen, als ich das gesehen habe!! Ich werde den Beitrag hier sehr gerne weiter verteilen, ebenso wie die dazu gehörige Petition.

    Warum dieser Film für so wenig Aufruhr sorgt ist mir selbst ein Rätsel. Jeder normale Mensch kann verstehen, dass hier Misshandlungen an Kindern stattfinden. Warum reagiert darauf niemand?!

    • Brigitte Breidenbach

      Das kann auch ich nicht verstehen! Es ist einfach nur entsetzlich, was Eltern ihren Kindern antun, weil irgendein selbsternannter „Kinderversteher“ (das Ganze erinnert mich an Sektentum…) den Eltern diese brutalen Methoden als „liebevolle“ (???) Erziehung anpreist. Das ist psychische Vergewaltigung! Nicht auszudenken, was aus diesen Kindern für Erwachsene werden… Auch als Mutter (mittlerweile 71 Jahre) bin ich zutiefst angewidert.

  • Prof. Dr. Hans Brügelmann

    Danke für diese klare Positionierung, die sei einigen Stunden auch im Grundschulverband weitergereicht wird. Es geht um die Respektierung elementarer KinderRECHTE!

  • Jule

    Es ist unglaublich, was heutzutage wieder als Erziehungserfolg dargestellt wird. Ich dachte die Zeiten, des bedingungslosen Gehorsams wären vorbei. Das sind ja wie die Methoden unserer Großeltern…

  • Brigitte Breidenbach

    Das sind mittelalterliche Methoden,die mich wütend und traurig machen!! Als mein Sohn 1978 ngeboren wurde, hatte ich bei evtl. Unsicherheiten großartige Hilfe durch „Die Kinderrechtsbewegung“. Ekkehard von Braunmühl (1940) ist ein freier Publizist und Kinderrechtler. Er ist Begründer der Antipädagogik.
    Braunmühl tritt radikal für eine Abschaffung unseres Erziehungssystems, wie wir es kennen, ein. Der „Dressur“ der Kinder, um sie unseren Vorstellungen gemäß zu „formen“ – was ohnehin nicht gelingen kann – setzt er Respekt vor der sich entwickelnden Persönlichkeit und einen gleichberechtigten Umgang mit dem Kind gegenüber.
    Falls es Eltern interessiert, die anders mit ihren Kindern leben wollen:
    Bibliographie
    • Antipädagogik – Studien zur Abschaffung der Erziehung, 1975
    • Zeit für Kinder, Theorie und Praxis von Kinderfeindlichkeit, Kinderfreundlichkeit und Kinder-schutz, 1978
    • Der heimliche Generationenvertrag. Jenseits von Pädagogik und Antipädagogik. 1986
    • Zur Vernunft kommen – Eine Anti- Psychopädagogik, 1990
    • Annette Böhm und Ekkehard von Braunmühl: Liebe ohne Hiebe – Der Weg zur harmonischen Familienbeziehung, 1993
    • Annette Böhm und Ekkehard von Braunmühl: Gleichberechtigung im Kinderzimmer – Der ver-gessene Schritt zum Frieden, 1994
    • Was ist antipädagogische Aufklärung? Mißverständnisse, Mißbräuche, Mißerfolge der radikalen Erziehungskritik, Kid Verlag, 1997

  • Katrin

    Ich finde diesen Artikel vollkommen überzogen und diskreditierend für alle Eltern, die in einer solchen Einrichtung Hilfe suchen! Ich bin Mutter von drei Söhnen und wenn ich eines recht schnell gelernt habe, dann ist es, dass Kinder klare Strukturen brauchen. Nicht zuletzt um Freiraum zu schaffen, damit sie sich entwickeln können. Und je konsequenter man als Eltern diese Strukturen umsetzt, umso mehr Zeit bleibt mit den Kindern zu spielen, zu kuscheln, Dinge zu erleben,… Viele Mütter aus meinem Bekanntenkreis „erziehen“ ihre Kinder nach den im Artikel genannten Grundsätzen, nämlich immer nur danach zu schauen welche Bedürfnisse das Kind hat. Alles wird ausdiskutiert und am Ende wird oft das gemacht,was das Kind für richtig hält. Ob das dann sinnvoll ist, lasse ich jetzt mal offen. Aber diese stundenlangen Auseinandersetzungen mit dem Kind über einfachste Dinge wie das Essen oder Schlafengehen, führen doch erst zu Verhaltensauffälligkeiten. Wenn ich dem Kind gewisse Strukturen vorgebe und diese konsequent durchsetze, kommt es weder zu sinnbefreiten Diskussionen ( denn Sinn macht es nicht mit einem Kind zu diskutieren, denn Kinder sind von Natur aus Egoisten und auf ihren eigenen Vorteil bedacht, Moralische Grundsätze sind anerzogen) noch zu solchen Ausnahmezuständen wie in dem Film gezeigt wird. ( vorausgesetzt es gibt keine körperlichen Ursachen) Die heutige Pädagogik ist meiner Meinung nach der Grund allen Übels, denn die Eltern sind zutiefst verunsichert was richtig und was falsch ist. Sie trauen sich nicht ihren Instinkten zu folgen und ihre Kinder eben auch mal zu „unterwerfen“. Doch in einer funktionierenden Gesellschaft muss es Führer geben und eben solche, die sich unterwerfen. Wir alle unterwerfen uns den Gesetzen, den gesellschaftlichen Normen etc. pp Warum sollen sich nicht auch Kinder bestimmten Regeln unterwerfen? Das entbehrt jeder Logik und führt in letzter Konsequenz zu Anarchie. Kinder brauchen Regeln und manche Eltern eben die Anleitung wie sie die Regeln durchsetzen um Freiraum für Liebe und Selbstständigkeit zu schaffen. Ich sage nicht, dass man nicht hier und da auch kritisch hinterfragen sollte und vielleicht auch mal neue Wege beschreitet…

    • Renate

      Na klar – wir alle brauchen einen Führer! Ist es wieder so weit???

    • P. Enis

      Mit meinen Kindern, äh ich meine: mit meinen Unterwürfigen diskutieren??? Wo soll das denn bloß hinführen??? Womöglich kommen sie noch auf die irrsinnige Idee eine eigene Meinung zu haben! Erst vor ein paar Wochen musste ich mich ärgerliche 10 Minuten mit meiner Frau auseinandersetzen, die sich schon wieder vor ihren ehelichen Pflichten mit mir im Bett drücken wollte! Konnte sie dann aber doch noch unterwerfen und unter meinen Körper werfen! Sie gab dann auch schnell Ruhe und ließ mich machen. Ich glaube ich war dieses Mal konsequent genug, sodass sie in den nächsten Jahren lieber gleich spurt. Das erspart uns beiden ja auch eine Menge Anstrengung!

      • barbara

        hallo herr p.enis,
        endlich bringt mich einmal jemand auf dieser seite zum lachen, ich möchte sofort ins bett mit ihnen, falls ihre frau doch mal den gehorsam verweigert. grüße von m.uschi

    • Vreni

      Interessante Meinung…gut, dass nicht jeder Ihren zielsicheren Instinkt des Unterwerfens hat- sonst gäbe es ja nur so Kasperl die gerne Führer wären. Hier hilft wie immer Bildung, wirkliche Führung hat mit Unterwerfen nämlich so rein gar nichts zu tun.

      • Katrin

        Liebe Renate, P.Enis und Vreni, bitte hängt euch nicht an einem Wort auf. Der Grundsatz jeder Erziehung ist es bestimmte Ziele zu erreichen. Die Wege dorthin können unterschiedlicher nicht sein. Aber die Quintessenz ist es doch bestimmten Regeln und Strukturen zu folgen, für Kinder sowie für Erwachsene. Man könnte es auch netter sagen und statt „unterwerfen“ das Wort „folgen“ oder „beachten“ nutzen. Aber einen Unterschied macht es nicht. Denn am Ende kommt es auf das selbe raus. Und Eltern sind Führer, egal, ob man das hören will oder nicht! Sie geben ihren Kindern die Anleitung ins und für das Leben als Individuum und als Teil unserer Gesellschaft. Einfach weiter denken und sich nicht an Kleinigkeiten aufhängen 🙂

    • Alexandra

      Was hindert mich denn daran feste Strukturen vorzugeben und trotzdem liebevoll auf die Bedürfnisse meines Kindes einzugehen? Ist da ein Widerspruch? Das glaube ich nicht.
      Natürlich gibt es Dinge die kann und darf ein Kind nicht entscheiden. Da ist es mein Wille der zählt. Z.b wird sich im Auto angeschnallt.Punkt.
      Ob ich das mache oder meinem Kind dabei lediglich helfe ist aber Disskussionssache. Das hat auch was mit dem Bedürfnis meines Kindes zu tun. Möglich das es Strömungen gibt die AP als alleinige Willensäußerung des Kindes betrachten. Aber für mich gibt das der Begriff nicht her. Bedürfnisorientiert heisst für mich die Bedürfnisse Aller im Auge zu haben. Auch die meines Kindes. Und je jünger es ist um so mehr. Ich bin nämlich sein gesetzlicher Vertreter und je jünger es ist um so mehr liegt es doch an mir sein Recht für es zu vertreten Es kann das ja noch nicht. Um so kritischer sollte ich diesen Bedarf hinterfragen und nicht gleich abtun. Dazu gehört auch ein Wechsel der Blickrichtung. Das ist Teil meiner Elternrechte und -pflichten. So sehe ich das. Und fühle mich dabei vom Grundgesetz gedeckt. Vielleicht sollten wir den Begriff AP im deutschen Raum etwas genauer abstecken, denn ihn unreflektiert aus einer tatsächlich anderen Erziehungskultur übernehmen zu wollen finde ich problematisch v.a in Hinblick auf das Verständnis. Ebenso wie ich VT als solche nicht kritisierten würde sondern die jeweilige Auslegung. Das man niemanden zum Essen zwingt (sofern nicht eine selbstzerstörerische Krankheit wie Magersucht dahinter steckt) halte ich dabei für selbstverständlich.

  • Julia Grösch

    Vielen Dank für diese Stellungnahme. Ich habe Sie vor drei Wochen bei der AmiKi-Konferenz gehört und so gehofft, dass Sie sich einmischen! Danke für diese klaren Worte!

  • Judith G

    Amen!!!! Sie haben es wirklich auf den richtigen Punkt gebracht! Danke!

    Auch mir hat das keine Ruhe gelassen. Die Klinik beruft sich ja auf eine AWMF-Leitlinie „Psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulter“ 2015. Ich war schockiert, in meiner Recherche dort auf S.61f die „unmodifizierte Extinktion“ (Schreien lassen, die ganze Nacht) als verhaltensth. Therapieweg gegen Schlafstörungen zu lesen. Und dann der Satz, dass das „… Für die Eltern extrem belastend ist.“ Keine Rede, dass das wohl eher für das Kind extrem belastend ist. Und dann die explizite Zusammenfassung auf der nächsten Seite, dass die verhaltensth. Maßnahmen (also besonders auch diese wohl) keine neg. Auswirkungen auf die Bindungsqualität haben sollen. Das kann und darf doch niemand glauben. Wenn sowas von „ganz oben“ kommt, in einer LL für psych. Störungen, dann hat das Vorgehen wohl System. Ich dachte, hoffte, nur in der Laien- und Ratgeberliteratur geistert so etwas noch herum…

    Müssten wir also mit unserer Kritik nicht auch dort, bei den Wissenschaftlern der Leitlinie mit ansetzen? Bei der Praktik der Evidenzsynthesen, aus bestehender Literatur statistisch zusammenfassen in wirksam, unwirksam. Nur zu sehen, was ist Therapie, was kommt raus und nicht zu beachten, was passiert dabei im Menschen. Wir sind keine black box! und was, wenn zu veralteten Methoden, so wie Sie schreiben, Datenlage vorliegt und es halt leider zu den richtigen Wegen zu wenig „harte“ Evidenz gibt? Darf man auch in den starren Strukturen der LL-Entwicklung Ethik und eine gewisse menschl. Grundhaltung fordern? Ich sage ja!
    Mich wundert, hat es da in der Ärzteschaft bei so einer Empfehlung keinen Aufschrei gegeben?

    Jedenfalls:

    Ich möchte mich bei Ihnen auch für Ihre wundervolle Arbeit hier und Ihre Bücher bedanken. Ihr Wissen und Ihre Bücher haben uns seitdem wir erkannt haben, dass bei uns ein Steinzeitbaby eingezogen ist, im Wochenbett eine neue Sichtweise eröffnet. Der Grundstein, dass sich unsichere Bindungsmuster hier bei uns nicht weitervererben werden, war gelegt! Danke

    • Andrea

      Liebe Judith, auch wir hatten ein Schreibaby und auch mir haben die Bücher so geholfen. Uns wurde von Seiten des Kinderarztes geraten unseren geliebten, gerade eingezogenen Schatz allein schreien zu lassen. In unsrem inneren wussten wir, dass es falsch ist. Und Gott sei dank hatten wir um uns Menschen, die uns bestärkt haben. Ich war zb bei einem babymassage Kurs und die Kurs -Leiterin hat mich immer weiter bestärkt und mir Literatur, u.a. „Kinder verstehen“ an die Hand gegeben. Und hier wurde ich auch, wissenschaftlich erwiesen, bestärkt, dass wir alles richtig machen. Es war hart. Aber unser Kind und wir haben es gemeinsam geschafft!

      Es treibt mir Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, was diesen Kindern angetan wird.

      Leider bin ich aus eurem komplett anderem Berufsfeld. Am liebsten würde ich dieses Feld erforschen und aufzeigen, dass der von dem Film gezeigte weg der falsche sein muss.

  • Christin

    Danke. Mich hat dieser Film (habe ihn nicht gesehen, nur die Artikel gelesen und den Trailer gesehen) so aufgewühlt. Ich habe die Petition unterzeichnet und mit mehreren Menschen in meinem Umfeld darüber gesprochen, aber ich kam nicht zur Ruhe.

    Ihr Artikel hat mir geholfen, dass Ganze besser einzuordnen.

    Es ist unfassbar, dass es solche Methoden heutzutage noch gibt. Nur wenige Kilometer von mir und meiner Familie entfernt werden Kinder behandelt, als hätten sie keinerlei Wert. Das macht mich so traurig und wütend. Am schlimmsten ist jedoch, dass die Ausführenden stolz auf das sind, was sie tun. Der Gesellschaft sagen „Seht her, so muss es gemacht werden“ und dass angesehene Zeitungen dem Ganzen auch noch den Stempel aufsetzen, dass es für alle Eltern ein Gewinn sei, sich diese Katastrophe auch noch anzuschauen um davon zu lernen.

    Wohin soll das führen?

  • Laura

    Lieber Herr Renz-Polster,
    vielen Dank für Ihren so wichtigen und von mir geradezu herbeigesehnten Kommentar, Ihren Aufschrei für die Rechte der Kinder!
    Ich stimme Ihnen in jedem einzelnen Ihrer Punkte zu, und auch mich hat es zutiefst erschüttert, geradezu schockiert, wie die großen und seriösen Medien auf diesen Film reagieren.
    Ich hoffe inständig, dass Ihr fachlich so fundierter Aufschrei weite Kreise zieht und jeder Mensch, der diesen Film sieht, hinterher nur davon überzeugt sein kann, im „völlig falschen Film“ gewesen zu sein.

  • Alexandra

    Danke, für wieder einmal sehr klare und eindeutige Worte ihrerseits!!!

  • Charlotte

    Danke für Ihre Stellungnahme!

    Ähnliche Argumentationsstrukturen von Eltern und Klinikmitarbeitern, erleben „kritische und hinterfragende“ Eltern autistischer Kids, wenn es um umstrittene Therapien, wie ABA (Applied Behavior Analysis), der angewandten Verhaltensanalyse und hierauf basierenden „Therapien“ geht. Allem voran die Aussagen / Behauptungen, dass die Intervention „funktioniert“, die Kids nur damit eine Symptomreduktion erleben und Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben…etc.pp Erfolgskontrolle, Erfolgsdruck
    der Eltern und Unterwerfung spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle und nicht zuletzt eine hochgradig pathologische „Bindung“ zum Guru upps „Therapeuten“.
    Schaut man auf die Webseite des Bundesverband Allergie und Umweltkrankes Kind e.V.
    und die „Selbsthilfe“ sollte eigentlich klar werden, dass dies ein Förderverein für Eigeninteressen der Konzeption in der Gelsenkirchener Kinderklinik ist mit Quacksalberei-Ausrichtung. Dieser Konstrukt erscheint mir ziemlich fragwürdig.
    Nicht mit meinen Kids. Nicht mit mir
    Never ever!

  • Mari

    Furchtbar , solche s.g. Erziehungsmethoden und das noch im Fernsehen. Ist nicht auszuhalten.

  • M.V.

    Danke Danke – 1000 Dank. Ihre Worte, vor allem der schließende Absatz, sind so wahr und wohl gewählt. Wer macht einen solchen Film? Warum schritt da niemand ein? Ein Film, der nachweislich Kinder (-seelen) schädigt, misshandelt, kann doch nicht einfach in die Kinos kommen! Auf open Petition gibt es eine Liste, auf der unterschrieben werden kann. Vielleicht ein Schritt. Wenigstens einer, der vielleicht zum Verbot/Absetzen des Films führt. Aber das Denken in den Köpfen dieser Leute … Ja, ich weiß auch nicht.
    Herzlichst

  • C. E.

    Lieber Herr Renz-Polster, ich habe den Film gesehen und war oft gerührt, wieviel Hilfe und Unterstützung die Familien in ihrer Not dort in der Klinik bekommen. Ich habe nirgends in dem Film gesehen, dass ein Kind angeschrien oder beschämt wurde, wie Sie es beschreiben. Ganz klar handelt es sich um Familien, bei denen schon so vieles aus dem Ruder läuft, dass zum Beispiel die Gefahr von häuslicher Gewalt besteht. Die Eltern sind sehr verzweifelt und gehen schon sehr lange über Ihre Kräfte. Alle ambulanten Möglichkeiten von Hilfe und Therapie müssen bereits ausgeschöpft sein, damit die Krankenkasse den Kliniksaufenthalt bezahlt. Und mit den 3 Wochen ist es natürlich nicht zu Ende, es gibt weitere Begleitung. Über den Satz der SZ kann man sicherlich befremdet sein.
    Für mich ist die Frage: wieso gibt es Leute, die die Klinik, die Filmemacher, die Kinos beschimpfen, beleidigen und mundtot machen wollen? Wieso soll die Ausstrahlung des Filmes unterbunden werden? Das ist für mich ein totalitärer Umgang mit Menschen, die sich selbst informieren und ein Bild machen wollen.
    Mit freundlichen Grüßen und voller Wertschätzung für Ihre Arbeit
    C.E.

    • M.H.

      Danke für Deinen Kommentar. Die wenigstens hier scheinen diesen Film wirklich gesehen zu haben. Ich habe in meinem eigenen Umfeld erleben können, wie Kinder- und Jugendpsychiatrie liebevoll und kompetent einer Familie geholfen hat, die am Rande ihrer Kräfte war. Ich bin wirklich erstaunt, welche Wellen der Trailer zum Film schlägt. Es wird pauschalisiert und verurteilt. Ich bin ein grosser Fan und glaube aus tiefstem Herzen und eigener Erfahrung an Bindung, als ursächliche Kraft um gesunde Menschen wachsen zu lassen.
      Entgegen hier geäusserter Thesen, können auch Familien, die Bindungsstark sind, an ihre Grenzen kommen und die Kinder psychiologische Hilfe benötigen. Daher glaube ich nicht, dass mangelnde Bindung per se als Ursache zu benennen ist.
      Grüße
      M.H.

  • Annette

    Was ich besonders irritierend finde ist, dass in all den lobpreisenden Filmrezensionen darauf Bezug genommen wird, dass den Eltern offenbar jeder Elterninstinkt abhanden gekommen ist und ihnen dieser mit Hilfe dieser Elternschule erst mal wieder beigebracht werden muss…

    Und doch schreit in mir jedes Quäntchen Elterninstinkt, dass ich habe, vor Mitleid mit diesen Kindern auf. Alleine schon, wenn ich die Beschreibung dieser Szenen lese.

    Dass ein Kleinkind das alleine sein dadurch lernen soll, dass man es aus heiterem Himmel von den Bezugspersonen trennt und in eine fremde Umgebung verfrachtet oder dass ein Kind die Angst vorm Essen verlieren soll, wenn man es mit Zwang stopft wie eine Gans entbehrt jeder Logik.

  • C. E.

    Hallo, ich hatte einen Kommentar geschrieben, der erst sichtbar war, dann jedoch verschwunden. Was ist passiert?

    • johannes

      Der Kommentar musste erst manuell freigeschaltet werden, sry für das langsame bearbeiten.
      lg Johannes (Admin)

  • Friederike Brookland

    Vielen Dank für diesen Kommentar. Ich fände es ganz wunderbar, wenn Sie diesen als Leserbrief an die großen Medien schicken würden. Vielleicht finden Sie als bekannter Autor ja etwas Gehör. Ich bin entsetzt von dem Trailer, fast noch mehr von den fast einhellig positiven Rezensionen, egal wohin man schaut. Süddeutsche Zeitung, Zeit… Was ist da los in unserer Gesellschaft? Wie ist es möglich, eine so offensichtliche Gewaltausübung überhaupt nicht als solche zu erkennen? Ich bin fassungslos.

  • Lila

    Ich bin wirklich schockiert nur allein über den Trailer und was über den Film geschrieben wird, könnte den ganzen mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht ertragen. Stimme hier so gut wie allem zu und bin definitiv gegen Gewalt, dazu gehört in meinen Augen ganz klar auch, das erzwingen von Essen oder Kinder in den Schlaf schreien zu lassen, natürlich schlafen sie dann irgendwann ein aber nicht mit einem guten Gefühl sondern weil sie sich im Stich gelassen fühlen, warum schreien kommt ja eh keiner gucken, das verstehen die kleinsten. Was ich allerdings nicht unterschreibe ist, dass es so heißt es ja, diese Kinder Probleme hätten was die Bindungen / Beziehungen zu den Eltern angeht hätten und sie deswegen solche „unmöglichen“ Kinder seien. Hier wird für mich persönlich zu sehr verallgemeinert und behauptet das muss demnach davon kommen. Schade….ansonsten sehr toll geschrieben und beschrieben. Schlimm, dass so ein Film überhaupt besteht und entstanden ist

  • Jennifer

    Ich bin Sozialpädagogin und Mutter.
    Der Trailer zum Film macht mich fassungslos.
    Wie kann zugelassen werden, dass Kinder so schlecht behandelt werden?
    Wie kann zugelassen werden, dass Eltern so schlecht beraten werden?
    Wie kann zugelassen werden, dass „Fachpersonal“ nun ganz öffentlich so agieren darf und dafür noch „gefeiert“ wird?

    Ich danke Ihnen sehr für Ihre Worte.
    Möchte aber diesen Satz:
    „Dass Eltern nur dann mit großzügigen, gutmütigen Kindern rechnen können, wenn sie selbst großzügig und gutmütig sind, das wissen die meisten Eltern.“

    noch kritischer sehen.
    Denn er suggeriert, dass Eltern nur alles „richtig“ machen müssen, damit ihre Kinder freundlich, großzügig und gutmütig sind.

    Das stimmt nur bedingt, denn auch freundliche Eltern können unfreundliche Kinder haben.

    Sonst gehört dieser Film einfach verboten, da er meiner Meinung nach unsicheren Eltern die Genehmigung erteilt ihre Kinder zu quälen.

  • Lina

    Es ist unfassbar und traurig. In so ein modernes Land so was zu sehen. Man verliert von Tag zu Tag das Vertrauen in das Fachpersonal.
    Man vertraut das Kind an und dann passiert so was. Die Frage ist was wird aus dieser Gesellschaft?
    Warum schaffen andere Länder und Deutschland nicht, zum Beispiel „ in Holland sind die Schüler am glücklichsten usw „
    Warum ändert sich das Schulsystem nicht?
    Warum müssen die Kinder Opfer von Ignoranz, Unprofessionalität und Gleichgültigkeit sein?
    Ich würde eine Petition gegen das Bildungssystem starten. Wir wollen ein Bildungssystem wie in Finnland. Unsere Kinder verdienen glücklich und stressfrei aufzuwachsen.

    • Lev

      Unser Bildungssystem braucht wirklich dringend eine Revision. Das finnische Schulsystem wäre ein gutes Vorbild. Deutschlands Schulen, die extrem bewegungsarm und rein leistungsorientiert zu sein scheinen, bereiten enorm viel Stress für Kinder und auch oft ihre Eltern. Man hört immer wieder kritische Stimmen, die aber anscheinend nicht laut genug sind, damit eine Veränderung kommt. Einer Petition für ein bedürfnisorientiertes Bildungssystem würde ich mich auch gerne anschliessen, liebe Lina.

  • Natascha Rösgen

    Habe soeben mit grosser Dankbarkeit diese Tolle Zusammenfassung gelesen sowie die Pention unterschrieben. Den Film zu stoppen ist eine Sache doch was ist mit der Klinik?? Kann man da auch was machen?

  • Tanja

    Ich bin Mutter von Kindern mit Autismus und ADHS und oh Wunder meine Kinder habe ich immer ganz normal Bindungsorientiert erzogen.
    Dabei haben meine Kinder ja „Regulationsstörungen“ haben „Nichts gegessen“ oder das falsche oder haben nicht geschlafen und/oder nur geschrien.
    Aber ich habe kein SPZ kein Psychiater,Therapeut oder so aufgesucht.
    Ich habe einfach meine Kinder geliebt und versorgt und heute sind sie fast 5 Jahre fast 13 Jahre und meine mittlere wurde gerade eben 11 Jahre alt.
    Familienbett Familienschlafzimmer Tragetuch Termine und Aktionen reduzieren früh ins Bett gehen mit den Kindern das Baby und Kleinkind sich auf den Bauch legen.Auch wenn es schreit und diese Zeit wenigstens zum hinlegen nutzen.Und den Kindern vertrauen!Das auch wenn sie nichts oder wenig essen das sie sich gut entwickeln.

  • Nina

    Ich bin sehr froh, erleichtert und dankbar über diesen Kommentar. Auch mich erschüttert der mediale und gesellschaftliche Umgang mit diesem Film. Als zweifache Mama und Sonderpädagogin bin ich fassungslos darüber.

  • Hildegard

    Hallo Herr Renz- Polster,
    Zuerst einmal danke ich Ihnen sehr für Ihren ausführlichen Kommentar zu diesem, wie ich finde, ungeheuerlichen Umstand, dass in unserer heutigen Zeit, so öffentlich dem Kindes- und Elternwohl diametral entgegen stehende Erziehungsmethoden gezeigt werden ( dürfen?). Durch einen Post auf Facebook habe ich zum ersten Mal von diesem Film gehört und auch von dieser „ Erziehungsschule“. Wie ist es möglich, müssen wir uns fragen, dass diese Einrichtung der Kinderklink in Gelsenkirchen, nicht sofort geschlossen wird und oder die Auflage bekommt, ihre Erziehungsmethoden so zu überarbeiten, dass die Methoden an geltenden Gesetzen und vor allem an den heutigen Auffassungen von Kindeswohl orientiert sind! Wo sind die bundesweiten Proteste gegen diese Methoden? Und was sagt uns das über den momentan herrschenden Zeitgeist, wenn uns diese Methoden als die! Problemlöser präsentiert werden? Welche zukünftigen Bürger werden hier „ erzogen“ ? Wieder werden uns sehr einfache Anrworten auf sehr komplexe Zusammenhänge und Fragen angeboten und wieder gibt es viele, die das unreflektiert annehmen. Waren wir nicht schon mal viel weiter im öffentlichen Diskurs über Erziehung in Deutschland ? Ich bin Mutter von 3 erwachsenen Töchtern und ich bin heilfroh, dass ich das Aufwachsen unserer Kinder in einer Zeit von mehr Offenheit und kritischem politischen Bewußtsein begleiten durfte!!

  • Anne

    Ich bin so dankbar, dass Sie das Thema aufgefriffen haben. Sie sprechen mir aus der Seele. Unsere Gesellschaft missachtet die Kleinsten.

  • MC

    Ich hatte vom Film Elternschule noch nichts gehört als ich vor einigen Wochen diesen Artikel las, der mich erschütterte, aufrüttelte und mir auch im Hinblick auf „konservative“ Pädagogen die Augen öffnete:

    https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2018-07/ns-geschichte-mutter-kind-beziehung-kindererziehung-nazizeit-adolf-hitler

    Ich sehe starke Parallelen zu den Gelsenkirchner Methoden einerseits und natürlich zu den Ursachen/demTeufelskreis der diesem Leid zugrunde liegt.

    Dementsprechend scheinen drastische, historische Vergleiche nicht abwegig…

  • Andre Gehrmann

    DANKE!!!

  • Frauke

    Auch ich bin froh, Ihre Reaktion im Netz gefunden zu haben. Wir müssen stark argumentieren gegen diese Tendenznen , wenn wir uns für gewaltfreie Erziehung und Begleitung von kleinen Kindern einsetzen.
    Seit 15 Jahren arbeite ich in diesem Bereich – bindungsorientiert, die Nöte der Eltern und gleichermaßen die Nöte der Kinder sehend. Und ich sehe es genauso: es gibt keine schnell funktionierenden Programme, wohl aber Hilfe durch einfühlsame Begleitung und einen bindungsorientierten Blick .

    Neben individueller Beratung und dem „kreis der Sicherheit“ gibt es noch andere Programme, die wirklich bindungsorientiert sind: STEEP und SAFE oder in Österreich Grow together.

    Und ich bin froh, dass unsere Fachgesellschaft sich des Themas auch angenommen hat (GAIMH – deutschsprachige Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der frühen Kindheit).

    Schön zu sehen, dass es doch viele Proteste und eben diese Petition gibt!

  • sonnragskind

    also nachdem was ich so lese möchte ich diesen Film gar nicht anschauen….alleine ein Säugling schreien zu lassen damit es das schlafen lernt geht gar nicht….ich habe selbst kinder und frage mich ganz ehrlich was und ob sich manche Menschen bewusst sind was eltern sein bedeutet und was sie gedacht haben, das es ein knopf zum ein und ausschalten gibt und wenn es nicht so funktioniert wie man will solche Training Methoden anzuwenden…bullshit. das sind alte Methoden und ich sehe was für emotionale Krüppel in unserer Gesellschaft herangewachsen sind und dementsprechend sich unsere Gesellschaft leider auch zum negativem entwickelt…..bin empört sollen doch die Eltern therapiert werden…..Liebe und Geborgenheit ist das was ein Kind braucht….

  • Horst Brömer, Berlin

    In der langjährigen Arbeit in den Tagesgruppen im Tannenhof Berlin mit Kindern aus sozial sehr belasteten Familien zeigte sich immer, dass sobald die Eltern selbstverantwortlich lernten, wie sie a) mit sich und b) dann ihren Kindern besser umgehen konnten / können, wie sich das Familienleben und das gesame Befinden der Kinder verbesserte. Es ging / geht oft um Aufmerksamkeit, Zuneigung, Grenzen flexibel aufzeigen, niemals um Kampf und Durchsetzen, gutes Zusammenleben. Die Eltern entdecken in ihren Kindern, wie sie selbst sind; was sich bei den Kindern wiederholt, was die Eltern als Kinder bereits erlebten. Und nun ihren eigenen Kindern wieder beibringen. Ein ausgeglichenes, kindgerechtes, freundlichen Zusammenleben ist auf freundliche und annehmende Weise erlernbar.
    Horst Brömer, vorm. Geschäftsführer THBB e.V. und gGmbh, Psychotherapeut

    • Tati

      Herr Brömer, vielen Dank für Ihr Kommentar. Toll, dass so etwas gibt.
      Aber wieso nur für sozial belastete Familien? Ich fände es gut, wenn es so etwas für alle sozialen Schichten gäbe. Vielleicht muss an der Enttabuisierung der Thematik noch gearbeitet werden…

  • Leora

    Vielen Dank für Ihren reflektierten Artikel, für gesunden Menschenverstand in Verbindung mit Empathie und Wissen. Vielleicht erreicht er einige erschöpfte, verunsicherte Eltern, die sich dadurch ein wenig vom populären Gehorchen-Wahn distanzieren können bzw., wenn eigene vertrauensvolle Beziehungen nicht zum Erfahrungsrepertoire gehören, sich Hilfe zur Aufarbeitung suchen.

  • Tati

    Hallo an alle.
    Ich finde es gut, wenn hier ‚Meinungen‘ zusammenfinden und sich auch Mamis äußern können, die Erfahrungen mit der genannten Klinik oder mit einem ‚verhaltensauffälligen‘ Kind haben/hatten.
    Allerdings müssen es verzweifelte Mamis sein, die womöglich KEINE Hilfe, KEINE Unterstützung haben und KEINE Minute haben, in der sie die Situation, in der sie sich befinden (z. B. ein Schreibaby/-kind) nicht mit Abstand und Rationalität betrachten können. Die letzte Instanz, die dann bleibt, ist externe Hilfe. Und diese ist dürftig. Und verständnislos. Bald wird man selbst ins Objektiv gezogen und evtl. als böses Elternteil betrachtet, wenn man Probleme äußert, die man mit seinem Kind so hat. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in dieser Gesellschaft auch noch darauf geachtet werden muss, wie und wem man sich und sein Problem anvertraut, andernfalls wird eine Meldung beim Jugendamt riskiert?
    Ich weiß es nicht genau. Aber ich male mir die Folgen aus, Schritt für Schritt, wohin so etwas führen kann. Denn als ich mit meinem Baby 2 Tage zu Hause war und Ende November meinem Kleinen eine dünne Mütze in der kalten Wohnung aufzog, hatte mir meine Hebamme mit einer Meldung beim Jugendamt gedroht.
    Als ich Monate später unseren Kinder-Arzt fragte, was ich denn tun kann, dass dem Kleinen das Zahnen erleichtert (das Kind war ziemlich unruhig in diesen Phasen), da wurde ich genaustens angeschaut, beinahe kritisch, sodass ich mich danach fragte, ob der Arzt nun meinte, mit mir stimme etwas nicht.
    Also was ich damit letzendes sagen möchte, ist, dass ich selbst als Mutter (mit keinem Problemkind, aber mit einem ersten Kind und mit Fragen, einem Wunsch nach Ratschlägen) sehr wenig Unterstützung und Hilfe diesbezüglich erfahren habe. Sofort wird kritisch beäugt, wenn man nur den Mund öffnet und ein wenig durchsickert, dass man vielleicht erschöpft ist und etwas Rat braucht. Aber ist dies nicht normal? Nun denn, ich denke zum Einen verstehen zu können, wie Eltern an eine solche Einrichtung geraten. Und ich verstehe (leider) weshalb hierzu der Fokus auf die Kinder gelegt wird (‚Verteufelt‘) und diese die Schuld übernehmen müssen.
    Es geht doch gar nicht anders in unserer Gesellschaft. Wo ist die Hilfe, die Anlaufstelle, die Unterstützung für diejenigen, die zum ersten Mal Eltern werden? Oder für diejenigen, die es aufgrund einer problematischen Kindheit es selbst nicht besser wissen? Oder für die, die einfach überfordert sind und einfach etwas Hilfe brauchen, Zuwendung, Mut, Ratschläge, etc.?
    Diese Klinik soll nun die Antwort darauf sein? Auf all die Probleme in unserer Gesellschaft, in der man nicht schwach sein darf und um Gottes Willen, es jemanden mitbekommen lassen.
    Ich empfinde diese Klinik als eine Art Strafe für beide, Kinder und Eltern, aber noch mehr für Kinder.
    Mag sein, dass manche Tipps hilfreich sein können, gerade dann, wenn man nicht mehr weiter weiß.
    Aber hey, liebe Eltern mit diversen Problemen (jeder hat diese, in unterschiedlichster Form und Ausprägung, die meisten von uns haben die Fehler unserer Eltern im Hinblick auf Erziehung mitbekommen, aber es liegt an uns diese zu sehen und es bei unseren Kleinsten besser zu machen. Ihr habt die Chance, es zu besser zu machen.), die Antwort ist nicht in euren Kinder, sondern in euch selbst. Sie sind vor allem nie Schuld. Kinder sind der Spiegel unserer Seele. Sie zeigen uns auf, was nicht stimmt. Sie sind Indikatoren für die Wunden in euren Seelen, sei es Kränkungen seitens euerer Eltern, fehlende Anerkennung, Ängste (!wir alle haben sie), schlimmer noch seelische oder körperliche Gewalt.
    Und es ist ganz schön unfair, die Schuld an die Kleinen zu geben.
    Ja, es gibt Kinder mit einem starken Charakter (ich selbst war eins davon und mein Baby ist es ebenfalls), aber seid doch froh! Es wird sich im Leben wunderbar machen und druchsetzen können und überzeugen können. Auch wenn es euch Überzeugungsarbeit abverlangt und Diskussionen und Überredungskünste. Aber es lohnt!! Für später. Für den Erfolg euerer Kinder. Den Willen brechen – meint ihr wirklich, dies ist der Weg? Und wenn man es mit euch täte? Würdet ihr es mit euch machen lassen? Und wenn man euch in einen dunklen unvertrauten Raum stecken würde und keiner käme nach euch schauen, wenn ihr in Not seid? Im Dunkeln, ohne die Möglichkeit heraus zu gehen, nach Licht und Hilfe zu suchen? Und wenn man euch zwingen würde, etwas zu essen, was ihr nicht mögt und es euch in den Mund mit aller Gewalt schieben?
    Ein Appel an Eltern, bitte, Kinder brauchen Liebe und Verständnis UND klare Grenzen!!! Diese Grenzen sind sogar notwendig für die frühkindliche Entwicklung. Und streitet nicht untereinander und/oder vor den Kindern. Die Kleienn nehmen all eure sorgen und Probleme auf und eure Unruhen.
    Die Klinik wird euch (vielleicht!) kurfristig helfen (mit evtl. Schäden für euch und den Kleinen, Traumata etc.).
    Aber langfristig liegt es an euch, ihnen das zu geben, wonach sie sich sehnen und wofür sie nun mal so rebellisch kämpfen.
    Und weiter: wir Eltern brauchen mehr Anlaufstellen, wo wir verstanden werden, nicht mit ‚abgestumpften‘ Hebammen oder kinderlosen Ärzten/Psychologen, die ihre Erfahrungen aus den Büchern zusammentragen), sondern denen, die selbst Kinder haben und mal den einen oder anderen Ratschlag geben können.

  • barbara

    vielen dank, dass sie als fachmann sich so klar und differenziert äußern, wir „hysterischen“ mütter werden ja gerne als verzärtelnd, überemotional abgetan. liest man die FAQ auf der seite der filmemacher, dann glaubt man , in einem anderen film gewesen zu sein. gewalt gibt es gar nicht in dieser klinik. die kinder bekommen freiraum, sich zu entscheiden. ja wirklich, entweder du beruhigst dich jetzt nach der zwangstrennung von deiner mutter, oder du schreist die nächsten 100 jahre weiter. entweder du verhälst dich jetzt so, wie ich es will, oder ich stoße dich in einen psychischen abgrund. da können die kinder ganz frei entscheiden, toll oder?
    wie gut auch , dass sie die untertöne des filmes erwähnen, die häme unddie abwertung und das negative bild vom kind. man sieht auf den gesichtern der eltern und schwestern nur allzu deutlich ein tiefes unbehagen, das aber der weltanschauliche ansager durch anscheinend logische und fachliche rhetorik unter der decke zu halten vermag. ich werde das gefühl nicht los, dass da jemand im grunde angst vor kindern hat und deshalb macht um der macht willen durchsetzen muß und kinder durch das tal der tränen schicken muß, freilich unter der tarnkappe des helfenden. es ist ja nur zu deinem besten…
    dabei fehlen nachvollziehbare theorien, stattdessen gibt es schnippsel von logisch klingenden diagnosen und folgerungen. es fehlen eindeutige definitionen. ab wann hat denn ein kind eine schlafstörung, wie definiert er essstörung?
    ich würde gerne vor jeder filmvorführung flyer mit widersprechenden texten verteilen. hat jemand eine idee, was da rein könnte und wie man das bundesweit organisieren kann. ich habe sowas noch nie gemacht vorher, aber ich habe mich auchh selten so aufgeregt

  • Tobias

    Es tut mir sehr leid. Sie haben offenbar überhaupt keine Ahnung, was Gewalt ist.

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