FAQ

Was ist normal? Fakten zum Kinderschlaf

Die erste Tatsache zum Kinderschlaf ist eigentlich die: dass es DEN Kinderschlaf nicht gibt. Und das sollte eigentlich nicht verwundern − Kinder sind nun einmal in allen Verhaltenweisen (vom Essen bis zu den Ausscheidungen) sehr unterschiedlich. Warum sollten sie ausgerechnet beim Schlafen gleich sein?

Die Schlafdauer: Als Neugeborene schlafen manche Babys 11, andere 20 Stunden pro Tag. Im Mittel liegen sie bei 14,5 Stunden. Mit 6 Monaten schlafen sie durchschnittlich immerhin noch 13 Stunden. Manche kommen allerdings mit 9 Stunden aus, andere brauchen dagegen bis zu 17 Stunden. Im zweiten Lebensjahr liegt der tägliche Schlafbedarf im Schnitt bei 12 Stunden, plus/minus 2 Stunden. Mit 5 Jahren kommen manche Kleinkinder mit 9 Stunden aus, andere brauchen aber noch immer 14 Stunden. Also: So wie manche Kinder gute »Futterverwerter« sind, so scheinen manche gute »Schlafverwerter« zu sein, und umgekehrt!

Die Schlafhäppchen: Während der Schlaf beim Neugeborenen gleichmäßig über Tag und Nacht verteilt ist, lässt sich ab zwei bis drei Monaten immerhin schon ein Muster erkennen: Jetzt wickeln die Babys einen immer größeren Teil ihres Schlafs in der Nacht ab. Trotzdem halten die meisten Babys mit fünf bis sechs Monaten immer noch etwa drei Tagesschläfchen, wenige Monate später kommen viele von ihnen dann tagsüber schon mit zwei Schlafportionen aus. Und sobald sie laufen können, begnügen sich viele von ihnen, aber eben längst nicht alle, mit einem einzigen Mittagsschlaf. Und mit vier, spätestens fünf ist auch der bei den allermeisten Kindern Geschichte.

Das »Durchschlafen«: dass ein Baby die ganze Nacht ohne Pause schläft, ist sehr selten. In der Wissenschaft zählt deshalb ein Baby dann zu den »Durchschläfern«, wenn es nach Angaben der Eltern von Mitternacht bis 5 Uhr Ruhe gibt. Im ersten Lebenshalbjahr wachen (nach Elternangaben) 86 Prozent der Säuglinge regelmäßig nachts auf. Etwa ein Viertel davon sogar dreimal und mehr. Zwischen 13 und 18 Monaten wachen noch immer zwei Drittel der Kleinkinder regelmäßig nachts auf. Jungs wachen nachts insgesamt häufiger auf als Mädchen. Auch Babys im Elternbett melden sich häufiger, dafür kürzer. Gestillte Kinder sind mit dem »Durchschlafen« insgesamt später dran als nicht gestillte Kinder.

Wann Kinder ohne elterliche Hilfe durchschlafen, hängt zudem nicht nur von ihrem Temperament ab, sondern auch davon, was in ihrem Leben gerade so läuft. Oft wird das Durchschlafen mit dem Beginn der Fremdelphase (acht bis elf Monate) wieder schwieriger. Und auch im »magischen« Alter − also mit etwa drei bis vier Jahren − wachen viele Kinder nachts wieder häufiger auf.

Fazit: Dass Kinder regelmäßig und dauerhaft durchschlafen, ist in den ersten drei Lebensjahren eher die Ausnahme als die Regel.

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