Kommentar2. September 2021

Der Fall Winterhoff – ist Dr. Winterhoff unantastbar?

Vor bald einem Monat wurde die Dokumentation über das "System Winterhoff" ausgestrahlt. Die mir zunächst bekannt gewordenen Reaktionen: Entsetzen, gemischt mit der Frage: Wie konnte so etwas passieren? Und jetzt? Werden wir herausfinden, "wie so etwas" passieren konnte? Und: wollen das überhaupt alle?

Man könnte die Recherche zum „System Winterhoff“ eine Erfolgsgeschichte nennen. Und das ist sie auch:

  • mehrere Strafanzeigen wurden gegen Dr. Winterhoff gestellt, unter anderem erfolgte ein Klage im Namen mutmaßlicher Opfer wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung und der schweren Körperverletzung. Zivilrechtliche Klagen auf Schmerzensgeld und Schadensersatz dürften folgen
  • auch der Klage von Jana Stevens, einer der Protagonistinnen in dem Film  steht durch große Spendenbereitschaft (und dem Einsatz von – unter anderen – Inke Hummel) nichts mehr im Weg
  • „Erste“ Jugendämter haben die Zusammenarbeit mit Dr. Winterhoff aufgekündigt (ob dann irgendwann auch das „letzte“ Jugendamt nachzieht? Dazu gleich mehr)
  • die Ärztekammer Nordrhein „prüft“ ein berufsrechtliches Vorgehen gegen Dr. Winterhoff
  • die Familienministerien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben eine umfangreiche Untersuchung der Vorgänge rund um den Fall W. angekündigt
  • Veranstaltungen, zu denen Dr. Winterhoff als Top-Experte geladen war, finden nun ohne ihn statt
  • der Fernseh-Film hat so viel Resonanz gefunden, dass er bereits wiederholt wurde.
  • durch das Bekanntwerden der mutmaßlich  strafbaren Praktiken von Dr. Winterhoff haben sich viele weitere möglicherweise Geschädigte zu Wort gemeldet.

Eindeutig: Dr. Winterhoff hat Gegenwind an vielen Fronten.

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In Treue verbunden

An so manchen Fronten aber auch nicht. Da ist er nach wie vor der angesehene Kinder- und Jugendpsychiater von ehedem. Und ein Märtyrer jetzt noch dazu.

Eine Mitarbeiterin eines Jugendamtes schrieb mir wenige Tage nach Ausstrahlung der Winterhoff-Doku das:

„Wir hatten Herrn Dr. Winterhoff auch schon mehrfach hier in ###.  Was soll man dazu sagen, alle Fachleute, die konkrete Dinge (auch in der Pädagogik, Bildung, Erziehung) kritisch ansprechen, werden diffamiert und es beginnt eine Hetzjagd sondergleichen.  Mit freundlichen Grüßen, im Auftrag ###“

Es gibt also auch Jugendämter, in denen die Vorwürfe gegen Dr. W. als „Hetzjagd“ gesehen werden.

Auch manche Einrichtungen der Jugendhilfe stehen nibelungentreu an Dr. Winterhoffs Seite – das ist den laufenden Hintergrundrecherchen von Nicole Rosenbach zu entnehmen, aus denen ich die folgenden Informationen zusammenfasse (was Frau Rosenbach hier leistet, ist einfach bewundernswert – was, wenn wir diesen Journalismus nicht hätten???? Hier einmal ein dickes Dankeschön, auch an den WDR!)

  • Der Kinderhof Campemoor, schreibt, man arbeite seit vielen Jahren „oft mit gutem Erfolg“ mit Dr. Winterhoff zusammen. Die Kinder, die man betreue, zeigten vielfach „das Erscheinungsbild einer Fixierung im frühkindlichen Narzissmus“. Das sei eine Störung, die „Dr. Winterhoff in seinen Büchern ausführlich beschrieben hat“. Das Mittel das Dr. Winterhoff dagegen einsetze „verbessere zum Teil deutlich spürbar die emotionale Erreichbarkeit“ der Kinder und Jugendlichen. Offenbar hat sich hier eine unabhängige Heimleitung sehr intensiv mit den Wirkungen von Psychopharmaka beschäftigt – was für ein Zufall aber auch, dass sie auf die gleichen Formulierungen kommt wie  Dr. Winterhoff!
  • Auch der Kleine Muck e.V. in Bonn hält die ärztliche Zusammenarbeit mit Dr. Winterhoff aufrecht, denn: „Alle Fragestellungen des ärztlichen Auftrags“ wurden durch Dr. Winterhoff  im jeweiligen Einzelfall „einvernehmlich mit den jeweiligen Erziehungsberechtigten besprochen.“ Eine weit reichende Aussage zu dem komplexen  Begriff der „Einvernehmlichkeit“, zu dem in dem Film gerade in Bezug auf Dr. Winterhoff doch einige Fragen aufgeworfen wurden. Oder hat der Vorstand die Zweifel ernst genommen und sich nun seinerseits bei den Eltern erkundigt? Ich hoffe es.
  • Auch in der („heilpädagogisch orientierten“) Jugendhilfeeinrichtung HPW Dierdorf in Rheinland-Pfalz scheint alles weiterzulaufen wie bisher. Also: Pipamperon satt.
  • Und das für den Jugendschutz in dem Bundesland zuständige Familienministerium weiss über drei Wochen nach Bekanntwerden der Vorwürfe noch nicht einmal, welche Einrichtungen im Land mit Dr. W zusammenarbeiten – das „prüft man noch“. So schlimm scheint man die Ruhigstellung von Kindern zum Zwecke der Austreibung ihres „frühkindlichen Narzissmus“ im Ministerium also nicht zu finden.
  • Auch das Familienministerium von Nordrhein-Westfalen hat offenbar noch keinen Beschluss gefasst, selbst Untersuchungen durchzuführen. Man lese jetzt zuerst einmal die Berichte der Landesjugendämter (das hartnäckige und von Konsequenzen unbelastete „Prüfen“ hat man schon bei der Affaire Elternschule geübt).
  • Und die Ärztekammer Nordrhein – die schon vor Ausstrahlung des Films von Betroffenen über Winterhoffs Praktiken informiert worden war – hat nun offenbar begonnen Patientenakten anzufordern – drei Monate nach Eingang der ersten Beschwerden.

Und noch kurz ein Blick auf die abgesagten Veranstaltungen. Der größte Veranstalter, der Deutsche Kita Leitungskongress (DKLK), auf dem sich die Kita-Leitungen Deutschlands jedes Jahr auf den neuesten pädagogischen Stand bringen, begründet das Nicht-Erscheinen von Dr. Winterhoff auf dem diesjährigen Kongress nicht etwa mit dem Blick auf die möglicherweise falsch behandelten Kinder. Sondern mit dem Blick auf einen möglicherweise falsch behandelten Dr. Winterhoff: Die Mitteilung des von namhaften Institutionen getragenen Kongresses geht so:

„Herr Dr. Winterhoff wird nicht auf dem DKLK auftreten. Herr Dr. Winterhoff weist die gegen ihn vorliegenden Vorwürfe vom WDR zurück und hat dagegen bereits rechtliche Schritte unternommen.“

Und dann ist noch wichtig zu betonen, dass es sich hier keinesfalls um eine Absage durch den DKLK handelt:

„Aus Rücksicht auf den Veranstalter des DKLK ist er von seinem Auftritt als Redner auf dem DKLK 2021 zurückgetreten.“

Ein echter Gentleman, dieser Referent. Und beim DKLK klingt das nach echtem Rückgrat, eigenen Werten und Überzeugungen. Eben das was man den Erzieherinnen vermitteln will. Danke!

 

Pflichtverletzung

Spätestens als die letzten Bilder der Doku über Dr. Winterhoff über den Bildschirm liefen, war ich mir sicher: Bei der Schwere und Ungeheuerlichkeit der im Raum stehenden Vorwürfe – von der Stellung falscher Diagnosen, über die Verordnung von potentiell entwicklungshemmenden Psychopharmaka an kleine Kinder, bis hin zu sexueller Demütigung von Kindern – war ich mir über eines sicher: Ehe die Sonne des nächsten Tages untergeht, ist das Wirken dieses Mannes an und mit Kindern Geschichte. Spätestens wenn die Ämter wieder aufmachen, wird der Zug Winterhoff per Notbremse gestoppt.

Im Namen des staatlichen Schutzauftrags. Ich war mir sicher, ALLE Heimleitungen und ALLE Jugendämter, die mit Winterhoff zusammengearbeitet haben, werden sich voller Scham bei den Eltern und Kindern entschuldigen und ein einstweiliges Hausverbot gegenüber Dr. W aussprechen. Ich war mir sicher, die Staatsanwaltschaft würde tätig und die Akten im Hause Winterhoff sichern. Schliesslich steht nichts weniger im Raum als dass vielleicht schutzabhängige Kinder in ihrer Entwicklung und Gesundheit beschädigt werden. Und das jeden Tag, an dem Dr. W. weiter praktiziert.

Für mich gibt es nur eine verantwortliche Reaktion, die in jedem anderen Fall zum Tragen kommt: bis zur Klärung der Vorwürfe darf Dr. W. nicht mehr praktizieren. So wird dies in jedem einzelnen Fall etwa bei strafrechtlich relevanten Vorwürfen in pädagogischen Einrichtungen gehandhabt. Zum Schutz möglicher weiterer Opfer. Warum passiert bei Dr. Winterhoff nichts?

Doch, passiert sind Einzelaktionen mancher Jugendämter. Also das, was nach den für die meisten Menschen gängigen Standards zu erwarten ist.

Und die Aufsichtsbehörden?

Seit über 3 Wochen: keine Verfügungen, keine Anordnungen. Der mutmaßliche Missbrauch an Kindern durch Dr. Winterhoff und seine Mitwisser und Zuarbeiter in Jugendhilfeheimen geht also möglicherweise weiter.

Jeden verdammten Tag.

Man muss sich das einmal vorstellen: Vom Staat beaufsichtigte Einrichtungen verabreichen hier und heute an schutzbefohlene Kinder Psychopharmaka, um sie von einer „Störung“ zu heilen, die es gar nicht gibt. Sie verabreichen den Kindern Medikamente, von denen bekannt ist, dass sie für diesen Zweck weder indiziert noch geeignet sind. Von denen zudem bekannt ist, dass sie die Kinder in ihrer Gesundheit und Entwicklung schädigen können. Diese Informationen sind seit Erscheinen des Films jedem zugänglich, in auch Laien verständlicher Sprache.

Würden Eltern ähnliches tun, so würden ihre Kinder in Obhut genommen werden. Und zwar sofort.

Kontrolle: nicht vorgesehen!

Für mich ist die behördliche Reaktion auf die im Raum stehenden Vorwürfe nichts anderes als unterlassene Hilfeleistung.

Und ein weiterer Hinweis, dass hinter dem „System Winterhoff“ ein im Grunde unkontrolliertes System steht, das dringend reformiert werden muss. Nein, da arbeiten oft auch motivierte und kompetente Fachkräfte, das ist nicht mein Punkt, mir geht es um das System. Wie es funktioniert, beschreibt das Landesjugendamt Nordrhein-Westphalen so:

Haben Jugendhilfeeinrichtingen einmal eine Betriebserlaubnis, so sind „örtliche Prüfungen während des Betriebes nicht regelhaft vorgesehen“. (Quelle: Die Bad Honnefer Wochenzeitung vom 4.5.2012)

Wie bitte? Kinder aus belasteten Familien werden vom Staat in Einrichtungen gebracht, für die er keine „regelhafte“ Aufsicht vorsieht?

Die Politik debattiert über Kinderrechte, und wie wichtig es sei, diese vielleicht sogar im Grundgesetz zu verankern. Wo es dann GANZ KONKRETE HINWEISE auf eine Verletzung der Kinderrechte gibt, schweigen diejenigen, die die Macht hätten, diese Verletzungen zu unterbinden.

Ich kann dazu nur das sagen: Das muss sich ändern.

Der Autor: Dr. med. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, beschäftigt sich als Kinderarzt und Wissenschaftler seit langem mit der kindlichen Entwicklung und Gesundheit. Forschungstätigkeit im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung zunächst in den USA, dann am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Herausgeber und Autor diverser studentischer und ärztlicher Lehr- und Fachbücher. Einem breiten Publikum bekannt durch mehrere Sachbücher, u.a. das Standardwerk „Gesundheit für Kinder" und „Kinder verstehen - born to be wild!". Er hat 4 Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Ravensburg.

33 Kommentare

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  • Susanne

    Ich war ebenso entsetzt über den Bericht der Tagesschau. Inzwischen hatte Herr W. ja reichlich Zeit, sämtliche Papierakten zu frisieren, Dinge nachzutragen oder verschwinden zu lassen.

  • Judith

    DANKE für ihre Vehemenz und Hartnäckigkeit, lieber Herr Renz-Polster. Selten hab ich mich so für meinen eigenen pädagogischen Berufsstand geschämt, der da eifrig mitmischt in diesem System.

  • Verena

    Ich bin seit Ausstrahlung der Dokumentation fassungslos! Ich und mein Mann arbeiten in sozialen Einrichtungen und sind schockiert! Leider dachten wir wie sie dieser Mann würde mit sofortiger Wirkung aus dem Verkehr gezogen! Aber nein noch immer leiden Kinder, ganze Familien unter ihm! Was kann man tun? Petition? Demos? Was schätzen sie wäre hilfreich? Ich will hier nicht nur Betroffenheit mitteilen sondern etwas beitragen! Herzlichen Dank gr ihre Worte

    • Maren

      So geht es mir auch!

  • Deborah

    Auch das Nicht-Reagieren auf Kindeswohlgefährdung in Einrichtungen hat leider System. Ich habe über zwei Jahre gekämpft, nachdem mein Sohn in der Kita physische und psychische Gewalt erlebte. Aber den Kindern glaubt niemand, die betroffenen Eltern haben nicht direkt alles „korrekt dokumentiert“ (wir hofften ja, es erst einmal direkt klären zu können, als klar war, dass das nicht geht, waren einige Dinge nicht mehr rekonstruierbar). So ging es lange, zu lange weiter wie bisher. Ich hatte das „Glück“, in der Pandemie von Zuhause aus arbeiten zu können, so dass ich meinen Sohn zuhause lassen konnte. Nun gibt es, immerhin, eine neue Leitung, aber die Ermittlungen gegen die übergriffigen „Fachkräfte“ wurden eingestellt, weil „der Träger ja reagiert hat“. Sie haben Kinder gedemütigt, ihre Gesundheit immer und immer wieder aufs Spiel gesetzt, ihr Vertrauen und das Eltern missbraucht, Kleinstkinder körperlich gezüchtigt, … Aber sie werden nicht bestraft. Sie dürfen einfach weiterarbeiten. Denn letztlich ist diesem Staat das Wohl der Kinder egal.

    • Sabrina

      Ich habe als Kind ähnliche Erfahrungen gemacht. Im Kindergarten, Schule und der schhlimmste Fall war in einer Kinderjugendeinrichtung wo die Heimleiterin ihre Macht missbrrauchte, uns Kinder manipulierte um uns gegenseitig zu verpfeifen, uns demütigte, schickanierte und manchen Kindern gegenüber auch handgreiflich wurde. Wir haben uns nie getraut uns jemanden anzuvertrauen weil wir dachten uns „Problemkindern“ würde man ja eh nicht glauben. Das Jugendamt arbeite schließlich Hand in Hand mit denen. Warum wird immer sofort erst davon ausgegangen das Kinder lügen? Im Fall der einen Kindeergärtnerin bzw. mancher Lehrer glaube ich war es „nur“ fehlende Kompetenz. Diese Heimleiterin hat ihre Macht richtig „genossen“. Allerdings habe ich von einer ehemaligen Mitbewohnerin gehört das nach meinem Auszug Jahre später sich Kinder endlich getraut haben und ausgepackt haben über sie. Ihr wurde aber nur die Heimleitung entzogen. Ihren Beruf darf sie trotzdem noch ausüben und zwar genau in der Einrichtung! Manchmal schäme ich mich dass ich aus Angst alles nur noch schlimmer zu machen nie was gesagt zu haben.

  • Cathrin Dudda

    Ich war als Kind auch einmal bei Dr. W., zum Glück war meine Mutter mit seinen Ansichten überhaupt nicht einverstanden und ist mit mir nicht mehr dorthin gegangen.
    Mir war dieser Mensch unheimlich, ich war etwa acht Jahre alt.
    Was nun alles zutage gekommen ist, erschüttert mich zutiefst und macht mich unfassbar wütend.
    Mir fehlen die Worte, wenn ich darüber nachdenke, dass es für Dr. W. keine oder nur milde Konsequenzen für sein Verhalten geben könnte. Das macht mir richtiggehend Angst. Ich bin selbst Mutter zweier kleiner Kinder und weiß kaum noch wem ich vertrauen könnte falls ich mich mal Hilfe suchend an jemanden wenden muss.
    Danke für ihre Worte Herr Renz-Polster, sie machen mir Mut, dass es eben doch Menschen gibt die dich für das Wohl von Kindern einsetzt.

  • ama

    Wie schon befürchtet wurde: Der Fall Winterhoff entwickelt sich ämtermäßig zu einem Gelsenkirchen 2.

    Dafür gibt es einen einfachen Grund: Würde man von Winterhoff abrücken, müßte man schwere eigene Versäuminisse zugeben. Und DAS tun sie nicht, die ach so verantwortungsvollen Ämter und Ämtinnen…

    Vielleicht plant jetzt Jemand sogar die Heiligsprechung von Winterhoff?

    Das klingt verrückt? Nein, ganz und gar nicht. Bei Journalistens gibt es auch so ein Phänomen: je katastrophaler, desto mehr Preise bekommen die Leuchten des Berufs plötzlich, NACHDEM Kritik laut wurde ob des Rostes unter dem dünnen Lack. Namen nennen ich hier keine, und nein, ich meine nicht Relotius. Es gibt noch ganz andere Fälle…

    Die Wagenburg-Mentalität der Berufs-Ständischen ist ein gut gepolstertes Sofa. Man könnte es natürlich auch Filz nennen und Korruption, aber das wäre doch so gewöhnlich. Nein, das Wort heißt „Vernetzung“, und es ist ein Qualitätsmerkmal. Ein Qualitätsmerkmal GEWORDEN. Durch wen? Durch die „Vernetzten“. Honi soit qui mal y pense…

    Was mich auf den Punkt bringt: Nicht Winterhoff alleine ist verantwortlich. Nicht Winterhoff alleine ist verantwortlich gewesen, sondern ein System. Dessen Hydra-Köpfe zeigen sich jetzt. Man sollte auch sie ins Visier nehmen. Man MUSS sie ins Visier nehmen.

  • Thomas Döpp

    „Im Namen des staatlichen Schutzauftrags. Ich war mir sicher, ALLE Heimleitungen und ALLE Jugendämter, die mit Winterhoff zusammengearbeitet haben, werden sich voller Scham bei den Eltern und Kindern entschuldigen und ein einstweiliges Hausverbot gegenüber Dr. W aussprechen. Ich war mir sicher, die Staatsanwaltschaft würde tätig und die Akten im Hause Winterhoff sichern. Schliesslich steht nichts weniger im Raum als dass vielleicht schutzabhängige Kinder in ihrer Entwicklung und Gesundheit beschädigt werden. Und das jeden Tag, an dem Dr. W. weiter praktiziert.“
    Und:
    „Und die Aufsichtsbehörden? Seit über 3 Wochen: keine Verfügungen, keine Anordnungen. Der mutmaßliche Missbrauch an Kindern durch Dr. Winterhoff und seine Mitwisser und Zuarbeiter in Jugendhilfeheimen geht also möglicherweise [sehr wahrscheinlich] weiter. Jeden verdammten Tag. Man muss sich das einmal vorstellen: Vom Staat beaufsichtigte Einrichtungen verabreichen hier und heute an schutzbefohlene Kinder Psychopharmaka, um sie von einer „Störung“ zu heilen, die es gar nicht gibt.“
    Sorry lieber Herbert, ich könnte nur noch Kotz… angesichts dieses offensichtlichen Staatsversagens bei der Causa W.
    Er gehört imho mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt.
    Ich wundere mich sehr, dass die Kammer hier nicht reagiert.
    Wenn ich mir irgendwas zu schulden kommen lasse, ist die Kammer sofort da. ;(

  • Klaus Schlagmann

    Ja, es wäre sehr schön, wenn wir eine bessere Welt hätten. Aus meiner Sicht beginnt das Problem mit Herrn Winterhoff schon vor über hundert Jahren, als ein absurder Begriff erfunden wird, der der systematischen Opferbeschuldigung dient: „Narzissmus“. In seinem Namen wird den Menschen – ob Kindern oder Erwachsenen – viel Leid angetan. Hierzu ein Beitrag von mir im „Rubikon“: https://www.rubikon.news/artikel/verantwortungslose-wissenschaft

    • Herbert Renz-Polster

      @Klaus Schlagmann
      … interessante Quellenrecherche, wüsste aber nicht, was das mit den Corona-Maßnahmen zu tun hat.
      Sie schreiben: „Ein Glück, dass wir solche verantwortungsbewussten Ärzte und Ärztinnen und Psychiater und Psychiaterinnen haben, die Kindern schwere Neuroleptika dauerhaft verordnen, ihnen unerprobte Impfstoffe empfehlen, atmungshemmende Masken oder andere einschneidende Maßnahmen befürworten.“
      Sie werfen als denen, die die Corona-Maßnhmen nicht entlang Ihrer Diktion einschätzen vor, sie seien alle vom Geiste Winterhoffs?
      Gehts vielleicht noch ein bisschen plumper? Ich stelle mir gerade vor, wie es sich wohl mit einem solchen Blick auf seine Mitmenschen leben lässt. Alles Unmenschen? Puuh, anstrengend…

      • P.R.

        Hallo,
        unabhängig davon:
        Im Zusammenhang mit den aktuellen politischen Entwicklungen (Corona) habe ich inzwischen schon die Sorge, dass Behörden bei Eltern, welche ihre Kinder erst einmal nicht impfen lassen, übergriffig werden. Wie sehen Sie das? Hier ist ja die politische Linie klar, aber die Wissenschaft keineswegs einig.

      • Klaus Schlagmann

        Sollte es wirklich „plump“ sein zu sagen, dass Maskenpflicht (es gibt Studien, die gerade bei Kindern entsprechende Beeinträchtigungen konstatieren), unerprobte Impfungen (das ist doch wohl unstrittig, dass es noch keine 5-Jahres-Studie zu den Nebenwirkungen der Impfung gibt) und radikale Kontakteinschränkungen bei Kindern und Jugendlichen, die so gut wie gar nicht von „Corona“ betroffen sind, massive Einschnitte bedeuten? (In meiner Praxis höre ich permanent von solchem Leid.)

        Geht’s denn ein bisschen sachlicher? Könnten Sie nicht sagen, ja, all diese Maßnahmen bedeuten tatsächlich ziemlich nachhaltige Einschnitte in das Leben der Kinder. (Es gibt ja keinen Zweifel, dass Psychiatrie auch für Kinder hilfreich sein kann.) Es gibt aber Menschen wie mich, die solche massiven Beeinträchtigungen befürworten, weil sie sich dies und jenes davon erhoffen. Und wir laden Fachleute, die gegenteiliger Auffassung sind, einmal dazu ein, sich an einem runden Tisch dazu auszutauschen?

        Sollte nicht klar sein, dass bei allen Maßnahmen, die massiv in das Leben von Menschen – vor allem bei Kindern – eingreifen, dass diese Maßnahmen sorgfältigst auf einem Prüfstand vermessen werden, gerade dann, wenn sie quasi nach dem Gießkanne-Prinzip generalisiert ausgebracht werden? Wie wird es sein, wenn sich vielleicht in 4-5 Jahren zeigt, dass die negativen Auswirkungen all der Maßnahmen die positiven deutlich übewiegen? Was ist, wenn dann die erwachsen gewordenen Kinder und Jugendlichen davon berichten, wie diese Maßnahmen ihr Leben aus den Angeln gehoben haben? Wer wird dann tatsächlich von sich sagen können, die Maßnahmen wohl bedacht und abgewogen zu haben?

        • Veronika

          JEDER weiss, was du benennst, aber für „angemessen“ halten, es zu diskutieren, wird man erst, wenn der Regierungskurs ein anderer wird. Bis dahin wird man an dem Narrativ festhalten, gegen Corona seien alle Mittel recht, auch dysfunktionales Maskentragen und Diktatur. Ich wollte erst schreiben, hab Geduld, aber von diesen Worten kann man sich heutzutage verhöhnt fühlen, zu oft haben Politiker sie missbraucht. So schreibe ich lieber: Gott, der seiner nicht ewig spotten läßt, gebe dir Kraft.

      • Maria Schächer

        Ich finde die Vergleiche im Artikel gar nicht plump. Meiner Meinung nach trifft es im Kern genau das Problem. Es geht um Macht und Hörigkeit um Hilflosigkeit und Mühlen die unaufhaltsam Mahlen.

    • ama

      Höchstgeschätzester Herr Schlagmann, was Sie über die Corona-Maßnahmen schreiben, ist blanker Unsinn. Den zu vermengen mit der Kritik an Winterhoff schadet der Sache erheblich. Tun Sie das absichtlich oder ist Ihnen das gar nicht bewußt?

      Warum erinnert mich das jetzt an Karl Marx…?

  • Malte B.

    Ämter und Einrichtungen, die mit Winterhoff zusammen und auf der Basis seiner Ansichten gearbeitet haben, werden das nicht alle notgedrungen (mangels Alternativen) gemacht haben. Viele Menschen in den Ämtern und Einrichtungen teilen seine Sichtweise. Die Person vom Jugendamt in XY hat geschrieben, sie sei ‚kritisch‘ gegenüber ‚Dingen‘ in der Pädagogik, vermutlich meint sie demokratische und bindungsorientierte Erziehungsideale. Diese Diskussion ist mit ein paar Anordnungen und Entlassungen nicht erledigt.

    Keine Frage: die Ämter neigen zur ‚Prüfung‘ statt zur ‚Aufklärung‘ und halten lieber die Füße still, vor allem, wie meine Vorredner:innen hier gesagt haben, um eigene Fehler nicht zugestehen zu müssen. Keine Frage, darüber soll kritisch berichtet werden. Winterhoff sollte meiner Meinung nach die Approbation entzogen werden und sich mit staatsanwaltlichen Ermittlungen auseinander setzen.

    Gleichzeitig sehe ich auch einen Benefit für alle ‚anderen‘ in der Causa Winterhoff. Jetzt sind wir in der Lage, das ‚System Winterhoff‘ (eine sehr unpersönliche Einrichtung?) anzuklagen. Vorher bestätigte Winterhoff, dass Strenge und Ignoranz gegenüber Kindern auch mal gut sein kann (das schlechte Gewissen wird beruhigt), jetzt sind er und sein System das Böse und wir machen alles richtig. Das schlechte Gewissen wird wieder beruhigt, weil auch ich mal Ruhe von meinen Kind will oder ihm nicht vertraue.

  • R.

    Die Abgründe unserer Gesellschaft sind bodenlos. Ich hatte anderes gehofft, aber um ehrlich zu sein, vom deutschen Staat nicht erwartet. Die Mechanismen sind immer, immer die gleichen. Täter werden um jeden Preis geschützt. Aufarbeitung passiert dann, falls überhaupt, Jahrzehnte später, wenn es niemandem mehr weh tut. Ich bin mittlerweile jeder Illusion beraubt. Gleichzeitig verlieren Frauen ihre Kinder wegen „zu enger Bindung“, weil sie im gleichen Bett schlafen usw. Es ist unterträglich.

  • Sarah

    Danke für Ihre Arbeit!!!

  • Brigitte

    nur noch furchtbar. die Kindheit von so vielen Kindern zu stehlen

  • Ilse Lüppen

    Sehr geeheter Herr Dr. Renz-Polster,
    als ehemalige, langjährige Mitarbeiterin eines Jugendamtes kann ich nur sagen, Sie haben völlig recht! Ich würde sogar so weit gehen zu sagen dass Kinder (nicht in allen) aber in vielen Einrichtungen der Jugendhilfe gefährdet sind, Kindeswohlgefährdung durch “ öffentliche Ersatzerziehung“. Der Beamtenapparat wird seinen Aufgaben und Pflichten durch fehlende Aufsicht und Kontrolle nicht gerecht, ist damit durch Unterlassen sogar beteiligt an der Gefährdung von Kindern und steht dadurch in derVerantwortung.
    Die Gründe sind sicher vielfältig und reichen von Ausbildungsdefiziten der Erzieher und Pädagogen, finanzieller Orientierung der Einrichtungen, Angst vor der Übernahme von Verantwortung, Ärztegläubigkeit, fehlendes päd. und oft tatsächlich auch fehlendes rechtliches Wissen in den Familiengerichten bis hin zum Diktat der Verwaltung über die Sozialarbeit in den Jugendämtern usw.
    Dass Ärzte wie Dr. Winterhoff so unkritisch so häufig in Anspruch genommen werden (auch die Situation in den Kinder-und Jugendpsychiatrien wäre ein wichtiges Thema) offenbart das marode System des Kinderschutzes und der Jugendhilfe, das ist der eigentliche Skandal, der sich dadurch offenbart. Ich bin dankbar für diese feine Art des Jounalismus und hoffe, Frau Rosenbach „bleibt dran“ an dem Thema.
    Auch Ihnen Dank für Ihr Engagement!
    Herzliche Grüße

    • Malte B.

      Sehr geehrte Frau Lüppen,

      danke zunächst für Ihre Positionierung.

      Ich habe mich gefragt, welche Erfahrungen Sie mit „Diktat der Verwaltung über die Sozialarbeit in den Jugendämtern“ meinen? Das Jugendamt ist doch selbst Verwaltung, oder?

      Herzlich, Malte B.

      • Ilse Lüppen

        Lieber Malte B.,
        ja, das Jugendamt ist Verwaltung, es arbeiten aber sowohl reine Verwaltungsbeamte als auch Sozialpädagogen/Sozialarbeiter in den Ämtern, von ihrer Ausbildung her also unterschiedliche Professionen. Häufig werden Verwaltungsbeamte in Leitungspositionen gehoben und entscheiden dann über Themen, die päd. Sachverstand erfordern, das geht oft schief.
        Ich habe grundsätzlich nichts gegen Verwaltungsbeamte wenn sie ihre Arbeit verantwortingsvoll ausüben, aber würde man eine Sozialarbeiterin zur Leiterin des Hoch-und Tiefbauamtes machen? Sicher nicht, im sozialen Bereich wird das anders gesehen.
        Liebe Grüße

  • Roswitha Brumm

    Wie bequem ist es von einigen Jugendämtern weiter diesem Arzt ohne Prüfung zu vertrauen.
    Bedeutet weniger Arbeit!
    Ich dachte das Jugendamt unterstützt die Kinder!!!
    MfG

  • Ingrid Löbner

    Hallo Herbert,
    mein größter Respekt für Deinen Mut, so deutlich dran zu bleiben und alle Misstände ohne Wenn und Aber weiterhin beim Namen zu nennen, nicht zu resignieren, nicht still zu halten. Ja, es ist ein Skandal und ich danke Dir (und den Machern der Doku) für diese sorgfältigen Recherechen und Deine klaren Worte.
    im Übrigen möchte ich mich dem Kommentar von Ilse Lüppen anschließen – es bräuchte sehr viel mehr gute und kritische, auch kritikkfähige Ausbildung von uns Pädagogen, die wir im Zweifelsfall im Jugendhilfe-System so viel Macht bekommen, und doch so wenige Kriterien beigebracht bekommen haben, woran man schwerere Störungen, gar nicht nur bei Kindern, sondern auch bei betreuenden und behandelnden Erwachsenen erkennt. Frau Lüppen bringt den Notstand absolut genau und richtig auf den Punkt, dem möchte ich gar nichts hinzufügen.
    Vielen Dank Herbert, für diese Hartnäckigkeit und Deutlichkeit und ich wünsche Dir immer weiter die Energie dazu.
    Ingrid Löbner, Nehren und Tübingen

  • Gast

    Vielen Dank für Ihre Hartnäckigkeit. Bitte machen Sie weiter so! Das System Jugendamt/Jugendhilfe mit allen Beteiligten MUSS reformiert werden. Die Narrenfreiheit gepaart mit finanziellen Interessen darf nicht weiterhin auf Kosten unserer Kinder gehen! Dazu muss aber auch von innen heraus etwas passieren. Deshalb auch der Appell an alle guten, verantwortungsvollen Fachkräfte: bitte steht auf! Werdet aktiv gegen diese Machenschaften! Es kann nicht angehen, dass korrupte Menschen sich dermaßen sicher fühlen, dass sie selbst aufgedeckte Skandale mit (bildlich gesprochen) süffisanten Grinsen aussitzen, weil sie „von innen“ gedeckt werden und „von außen“ eh niemand rankommt.

  • Katja

    Kinder haben keine Lobby, daher bin ich leider wenig überrascht.
    Ich bin – wie immer – dankbar für Ihr Engagement, lieber Herr Renz-Polster.

  • Eckhardt Gehde

    Lieber Herr Kollege, ich danke Ihnen aus ganzem Herzen für Ihre Arbeit! Für mich als Erwachsenen-Psychiater und Psychoanalytiker ist die furchtbare Tradition der Kinderquälerei, von Struwwelpeter-Hoffmann über Johanna Haarer, Langer, Bueb bis zu Winterhoff, ein Gruselkabinett der bösartigen, empathielosen und plattesten Dummheit. Das immer wieder Erschreckende ist, dass solche psychopathischen Täter nicht nur lange Zeit völlig unbehelligt ihren Irrsinn verbreiten und frei schalten und walten dürfen. Ihnen werden auch von offizieller Seite Türen geöffnet, ihre Wahnideen werden gern verbreitet und schließlich von einer breiten Öffentlichkeit beklatscht. Diejenigen, die sich gegen solche substanzlosen Ideen (Kinder seien Tyrannen) stellen, haben es schwer. Ich danke Ihnen mit tiefem Respekt sehr, dass Sie — trotz des Ozeans an Dummheit ringsum — den Mut und die Kraft aufbringen, für eine echte Humanität und wirkliche Hinwendung zu Kindern und Jugendlichen einzutreten. — Dr. Eckhardt Gehde, Facharzt für Psychiatrie u. Psychotherapie, Traumatherapie, Psychoanalytiker.

  • Maria Dinkelacker

    Das ganze System ist unfassbar marode, wir kämpfen seit Jahren gegen die verheerenden Verhältnisse der Dt. Jugendhilfe, Jugendämter und Gerichtskorruption. Haben Petitionen gestellt im Dt. Bundestag und Europaparlament. Dr. Winterhoff ist nicht alleine. Die ganze Jugendhilfe braucht dringend einen Untersuchungsausschuss, der sich diesem gigantischen Problem annimmt. Was mich fassungslos macht ist, wie so viele Menschen schweigen. Und tatenlos zusehen. Es sind Kinder. Danke an alle, die helfen diesem System endlich ein Ende zu setzen. Danke Herr Renz- Polster. Im Familiengericht werden systematisch falsche Gutachten geschrieben und Kinder ihren Eltern weg genommen. Dann wird der Kontakt der Kinder zu ihren Eltern unterbunden und Kinder so behandelt. Das ganze läuft unter Jugendhilfe. Darin sind alle Jugendämter mit verstrickt. Wir haben 650.000 Inobhut genommene Kinder. Viele davon zu Unrecht. Das ist ein Geldmarkt.

  • Maike

    Ich danke Ihnen für die klaren Worte. Es macht mich sprachlos, dass der Herr W weitermachen kann wie bisher. Ich habe fest damit gerechnet, dass Konsequenzen folgen und nun Nichts. Es ist wie Sie treffend beschreiben, unterlassen Hilfeleistung und unfassbar.

  • M. Groß

    Hetzenjagd ohne konkrete Beweise. Solange die Menschheit keine Medienkompetenz hat und sich wie Lemminge manipulieren und fernsteuern lassen, weil sie nicht mal den Unterschied zwischen einer Behauptung und einem Beweis kennt oder den einer seriösen Berichtertattung und zusammenkonstruiertes Framing, ist hier Hopfen und Malz verloren. Ich beglückwünsche Euch in Eurer „schonen, neuen“ Welt, eine Welt, die in Sachen Beklopftheit ungeahnte Maßstäbe setzen wird.

  • Sabrina

    Ich hatte die gleiche Erwartung das diesem Mann auf der Stelle die Zulassung entzogen wird. Viele andere Psychiater haben sich im WDR Beitrag zu Wort gemeldet und konnten das bezeugen. Auch der eine Vormund des einen Mädchens. Haben deren Meinungen denn gar kein Gewicht? Selbst wenn es erstmal „nur“ Vorwürfe ohne Konkrete Zeugenaussagen von anderen Ärzten wären sollte man doch schon zum Schutz mutmaßlicher Opfer Gegenmaßnahmen ergreifen und vorerst die Zusammenarbeit aufkündigen bis der Fall geklärt ist. Es geht hier nicht nur um den Vorfall mit Medikamenten sondern auch um sexuelle Gewalt! Das Kindeswohl ist hier gefährdet, normalerweise ist es doch Job des Jugendamtes bei sowas zu Handeln. Oder ist damit nur Kindeswohlgefährdung durch Elltern gemeint und wenn ein Fachmann das macht ist es nicht so schlimm? Wären es Eltern würde man hier sofort handeln. Aber anscheinend reicht ein Doktortitel aus um immun zu sein. Ich bin fassungslos!

  • Dr. Ute Andersen

    Sie haben ja so recht! Ich könnte mir den Bericht nicht auf einmal anschauen, so schlimm fand ich ihn! Wenn ich denke, wie ausführlich wir im SPZ, in dem ich als Kinderärztin gearbeitet habe, Diagnostik und Gespräche durchgeführt haben, bevor Medikamente eingesetzt wurden.
    Und diese verrückten Diagnosen, die seine Erfindung sind!
    Hoffentlich ist das System bald am Ende!

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