Kommentar17. März 2020

Corona – Ibuprofen nehmen, oder nicht?

Eigentlich finde ich den medizinischen Hintergrund der Covid-Epidemie in der Presse ganz gut abgedeckt. Aber jetzt stoße ich doch immer wieder auf Fragen rund um die Einnahme von Ibuprofen zur Fiebersenkung: Darf man Ibuprofen einnehmen, oder ist das vielleicht gefährlich? Diese Frage ist meines Erachtens bisher nicht ausreichend gut beantwortet.

Zum Hintergrund: Es kursieren in den sozialen Medien Gerüchte, nach denen die Einnahme von Ibuprofen bei einer Covid 19 Infektion nachteilig sein könnte, weil dadurch schwere Verläufe wahrscheinlicher würden (hier eine Zusammenfassung). Angeblich habe die Universität Wien eine entsprechende Studie gemacht. Die Medizinische Universität Wien weiß aber von dieser Studie nichts. Deshalb sei das Fake News.

Andererseits gibt es auch aus seriösen Quellen Warnungen vor Ibuprofen, etwa durch den französischen Gesundheitsminister Olivier Véran, der gleichzeitig Neurologe ist. Per Twitter teilte er letzten Samstag mit, Entzündungshemmer wie Ibuprofen könnten eine Corona-Infektion verschlimmern. Sein Rat:

Bei Fieber nehmen Sie Paracetamol ein.

Auch die WHO rät von einer nicht von einem Arzt verordneten Einnahme von Ibuprofen bei einer Covid 19 Infektion ab, schränkt gleichzeitig aber ein, dass es Studien dazu noch gar nicht gäbe. Vielmehr beruhe diese Empfehlung auf Fachdiskussionen über mögliche (aber eben nicht gesicherte) unerwünschte Wirkungen. Tatsächlich wurde die Frage, ob Ibuprofen das Immunsystem gegenüber Covid 19 vielleicht verletzlicher machen könnte zuletzt in der Fachzeitschrift The Lancet als medizinische Hypothese diskutiert.

Real News oder Fake News?

Nichts Genaues weiss man also nicht? Vielleicht doch mehr Fake als News?

Genau das wäre meines Erachtens eine leichtsinnige Interpretation. Denn ja, es stimmt, dass es gesicherte Erkenntnisse über die Wirkung fiebersenkender Arzneistoffe in Bezug auf Covid 19 nicht gibt.

Und doch muss vor Ibuprofen und möglicherweise auch anderen fiebersenkenden Medikamenten aus mehreren Gründen gewarnt werden:

  • Eine experimentelle Studie, in der an zwei Gruppen verglichen wurde, wie lange eine Influenza-Grippe mit bzw. ohne Einnahme von Ibuprofen dauert, zeigt eindeutig, dass die Einnahme von Ibuprofen mit einer um etwa zwei Tage längeren Krankheitsdauer korreliert: „There was a striking correlation between antipyretic therapy and duration of illness in subjects infected with influenza A“, schreiben die Autoren. Nun ist das Influenza-Virus nicht das Corona-Virus, allerdings überschneidet sich die Immunantwort des Körpers auf beide Viren, so dass eine Übertragbarkeit der Ergebnisse nicht weit her geholt ist.
  • Andere Wissenschaftler gehen sogar so weit, dass sie Berechnungen anstellen, für wie viele Todesfälle die routinemäßige Einnahme von fiebersenkenden Mitteln bei einer Influenza-Epidemie verantwortlich sein könnte. Grundlage ihrer Berechnung ist die Annahme, dass es bei einer längeren Krankheitsdauer auch zu einer längeren Übertragung von Viren kommt und dass Patienten wegen der Fiebersenkung möglicherweise eher in Kontakt mit anderen Menschen treten (Fieber führt ja in der Regel zu „sickness behavior“, also zum Rückzug ins Bett). Ihre Berechnungen klingen drastisch – demnach könnten allein in Nordamerika jedes Jahr mehr als tausend Influenza-Todesfälle auf die Einnahme fiebersenkender Arzneien zurückzuführen sein, so eine Zusammenfassung in der Deutschen Ärzte-Zeitung.
  • Dies könnte, das zeigen andere Studien, womöglich nicht an der Substanz Ibuprofen selbst liegen, sondern generell auf den Effekt der Fiebersenkung zurückzuführen sein. Dies lässt sich tatsächlich in doppelblinden, randomisierten Experimenten eindeutig belegen (nein, nicht anhand von Coronaviren, aber anhand von z.B. Rhinoviren). Wie wichtig Fieber für eine ausreichende Immunantwort ist, zeigen auch Studien an Kindern, nach denen manche Impfungen schlechter „angehen“, wenn die Kinder nach einer Impfung routinemäßig fiebersenkende Mittel einnehmen. In beiden Studien kam es dabei nicht auf die eingenommene Substanz an (also ob etwa Ibuprofen oder Paracetamol gegeben wurde), sondern allein auf die Tatsache der Fiebersenkung.
  • Dazu muss man wissen, dass Fieber Teil der Immunantwort des adaptiven Immunsystems ist und dass Teile des Immunsystems bei erhöhten Temperaturen schneller arbeiten und möglicherweise auch die Angriffslust (Virulenz) der Erreger bei hohen Temperaturen nachlässt. Das zeigt ein klassisches Experiment: Wenn man etwa Eidechsen künstlich infiziert (etwa indem ihnen Erreger in den Körper spritzt), suchen sie instinktiv sonnige Plätze auf – die wechselwarmen Tiere erhöhen dadurch ihre Körpertemperatur um mehrere Grade. Wenn man nun einen Teil der Tiere daran hindert, den Schatten zu verlassen, so zeigen diese eine höhere Sterblichkeit als jene, die sich frei in die Sonne bewegen können.
  • Die jetzt – unter anderem durch den Tweet des französischen Gesundheitsministers – im Raum stehende Deutung, Ibuprofen sei möglicherweise schädlich, Paracetamol dagegen unschädlich, ist deshalb nicht gerechtfertigt und möglicherweise falsch.
  • Ganz sicher Humbug ist die immer wieder (auch in dem oben angeführten Spiegel-Artikel) gemachte Behauptung, die Mittel aus der Ibuprofen-Gruppe (sog. COX-Hemmer bzw. NSAID, zu dieser Gruppe gehören neben Ibuprofen etwa Acetylsalicylsäure/Aspirin oder Diclofenac) seien dem Paracetamol deshalb überlegen weil die COX-Hemmer ja nicht nur das Fieber, sondern auch die Entzündungsreaktion unterdrücken. Das ist pharmakologisch nicht richtig, weil der entzündungshemmender Effekt bei COX-Hemmern dosisabhängig ist. In den landläufig eingenommenen Dosen von meist unter 10 mg/Kilogramm Körpergewicht stellen sich sogar oft pro-inflammatorische, also entzündungsfördernde Effekte ein. Zudem wird nicht selten vergessen, dass gerade die COX-Hemmer bei älteren Menschen nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben können.

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Zusammenfassung

Zur Diskussion rund um die Frage, ob Ibuprofen oder Paracetamol oder andere fiebersenkende Mittel bei einer möglichen Covid 19 Infektion hilfreich oder schädlich sind, lässt sich deshalb mit Blick auf die gesicherte wissenschaftliche Evidenz das sagen:

  • Dass die Einnahme von Ibuprofen bei einer Covid-19-Infektion nachteilige Effekte auf den Krankheitsverlauf haben kann, ist möglich, in weiten Teilen auch plausibel.
  • Dass dies auch für die anderen COX-Hemmer gilt (wie etwa Acetylsalicylsäure/Aspirin oder Diclofenac) ist ebenfalls möglich und naheliegend
  • Ob die Einnahme von Ibuprofen gegenüber einer Covid-19-Infektion anfälliger macht, ist unbekannt. Diese Hypothese ist aber nicht einfach „Fake News“, sondern wird von anerkannten Experten in anerkannten wissenschaftlichen Magazinen als Hypothese diskutiert.
  • Es gibt keinen Hinweis, dass andere fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Metamizol von diesen möglichen nachteiligen Effekten ausgenommen sind. Die Empfehlung, bei einer Covid 19 Infektion Paracetamol zur Fiebersenkung einzusetzen beruht auf keiner wissenschaftlichen Evidenz.
  • Vor diesem Hintergrund erstaunt vor allem die Empfehlung der WHO: „Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen“, so ein Sprecher der WHO. Wie bitte? Dies suggeriert doch eines: Wer sich krank fühlt, solle jetzt Paracetamol einwerfen. Und so wird es in der Presse auch weitergegeben: „Die Experten empfehlen aktuell, im Verdachtsfall Paracetamol einzunehmen.“ schreibt die Süddeutsche Zeitung. Genau das ist aber keine evidenzbasierte Aussage – nach dem oben Gesagten könnte es sehr wohl eine schädliche Aussage sein.

Mein Rat

Betrachtet man die vorhandene Evidenz zur Fiebersenkung bei viralen Infekten, so bleibt als einziger evidenzbasierter Rat dieser übrig:

  • Die Sicherheit von fiebersenkenden Mitteln bei einer Covid 19 Infektion ist nicht ausreichend belegt, es gibt aber ernst zu nehmende Hinweise auf deren schädliche Wirkung.
  • Wo immer möglich sollte auf die nicht von einem Arzt verordnete Einnahme fiebersenkender Mittel verzichtet werden. Dies gilt auch für Paracetamol.
  • Aus wissenschaftlicher Sicht lautet die Frage nicht: Ibuprofen oder Paracetamol, sondern viel grundlegender: Fieber senken: ja oder nein?

 

[Weitere Beiträge zu "Corona" hier auf meinem Blog]
Dieser Beitrag beruht auf dem Buch des Kinderarztes und Wissenschaftlers Dr. Herbert Renz-Polster: „Gesundheit für Kinder – Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln". Es hat sich im deutschsprachigen Raum als DAS umfassende Nachschlagewerk zur Kindergesundheit etabliert.
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24 Kommentare

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  • Patrick Hager

    „Blutungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre und Perforationen, auch mit tödlichem Ausgang, wurden während der Behandlung mit allen NSARs berichtet. Sie traten mit oder ohne vorherige Warnsymptome bzw.
    schwerwiegende Ereignisse im Magen-Darm-Trakt in der Vorgeschichte zu jedem Zeitpunkt der Therapie auf.“ (aus dem Beipackzettel zu Ibuprofen)
    Das jemand sowas freiwillig nimmt, finde ich schon bemerkenswert.
    Ich denke, das Immunsystem wird vielen Menschen völlig unterschätzt. Mit den meisten Krankheiten kommt es wunderbar allein klar. Das bestätigt auch dieser Blogpost. Danke!
    Herzliche Grüße
    Patrick

  • Andrea

    Hmm, und was soll man dann bei Kleinkindern machen, die covid Symptome aufweisen, aber nicht positiv getestet wurden, da es auch gar nicht so leicht ist sich testen zu lassen? Fiebern lassen mache ich eigentlich nicht gerne bei meinem zweijährigen?

    • Ayla Linja

      Warum nicht? Mein Kind 3J hatte 41.6 für 3 Tagen und ich hatte Ihn fiebern lassen. Er hat gut getrunken und war immer bei Bewusstsein. Es kommt immer auf den Zustand des Kindes an. Ich habe noch nie Chemie zum senken gegeben.

      • Andre

        Faustregel unseres Kinderarztes: „Das Kind behandeln, nicht das Thermometer.“

    • Marcus

      Wadenwickel…

      • Herbert Renz-Polster

        Gutes Thema, ich schreib mal demnächst was dazu, ja? HRP

        • Rina

          Ja, bitte unbedingt!!!

        • Virginia

          Oh ja das wäre wirklich toll. Wäre es möglich, dabei auch auf das Thema Fieber Krampf einzugehen? Danke

      • Michael

        Wadenwickel? Wozu? Alles, was gegen Fieber hilft, ist ja automatisch falsch, weil der Körper die Temperatur braucht!

  • Philipp Bornschlegl

    Interessantes Thema, gerade in der Kinderheilkunde ist ja die reflexartige Fiebersenkung immer umstritten. Ich persönlich handhabe es so, dass die Fiebersenkung abhängig gemacht wird von der stärke der Beeinträchtigung des Kindes durch das Fieber. Damit meine ich nicht Müdigkeit und Bettpause, sondern richtige Beeinträchtigungen. Der Zusammenhang mit Fiebersenkung und viralen Infekten generell bleibt aber unklar

    • Masha

      Unsere Tochter ist jetzt 6 Jahre alt und sagt, wenn sie fiebert, dass sie gerade Viren weg brennt, wir sollen sie nicht stören und keine Zäpfchen. Wir haben so paar mal schon richtig starke Fieber überstanden.

  • Ina Schulz

    Lieber Herr Renz-Polster,
    vielen Dank für diesen äußerst informativen Beitrag!

    Eine Frage, die noch etwas weiter führt: in seriösen französischen Medien wird neben Ibuprofen auch die Einnahme von Cortison (antientzündlich…) als ungünstig im Zusammenhang mit dem Coronavirus dargestellt. Mein achtjähriger Sohn nimmt – bedingt durch sein hyperreagibles Bronchialsystem – 2x täglich Flutide. Da frage ich mich, ob Sorgen meinerseits berechtigt sein könnten in der aktuellen Situation. Herzlichen Dank im Voraus! Beste Grüße, Ina Schulz

    • Lulu

      Genau das wüsste ich auch gern! Danke!

    • Anja

      Vielen Dank Ina Schulz für deine Frage. Meine 3-jährigen Jungs bekommen auch 2x täglich Flutide und sind allgemein sehr infektanfällig. Ich selbst gehöre auch durch meine Immunsuppressiva zum Kreis der besonders anfälligen Gruppe die gefährdet sind.
      Der Vater der Jungs nimmt ebenfalls täglich cortisonhaltige Medikamente aufgrund seines Asthma’s und ist auch besonders gefährdet.

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, das ist eine gute Frage. Es gibt zur Frage der topischen Steroide (also „Sprays“, z.B. für Asthma) Stellungnahmen verschiedener ärztlicher Fachgesellschaften sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Die Essenz: die topischen Steroide sollen weiter gegeben werden. Und das macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass manche Asthmatiker, gerade Kinder, oft durch Infekte „getriggert“ werden.
      Ergänzend wäre zu sagen, dass Kinder sowieso gerade bei einer Covid 19 Infektion extrem günstige Verläufe haben, so dass auch von daher Gelassenheit angezeigt ist.
      Trotzdem würde ich noch diese Überlegung dazu geben wollen: Auch wenn es keine gesicherten Erkenntnisse dazu gibt, ob Kinder (und auch Erwachsene) durch die Anwendung von topischen Steroiden („Kortison-Sprays“) gegenüber Komplikationen bei einer Coronavirus-Infektion anfälliger werden, so kann aus theoretischen Gründen doch nicht ausgeschlossen werden, dass es den Viren bei einer Cortison-Behandlung der Atemwege möglicherweise leichter fällt, auch die unteren Luftwege zu befallen und so einer der möglichen Komplikationen wie etwa einer Lungenentzündung den Weg zu bereiten. Wie gesagt, das ist nicht nachgewiesen, aber vom Wirkmechanismus der topischen Steroide her (lokale Immunsuppression) ist es doch eine theoretische Möglichkeit.
      Das heisst nicht, dass Sie deshalb die verordnete Medikation absetzen sollten! Aber für mich wäre diese Frage ein Anlass das zu machen, was bei chronischen Krankheiten wie Kinder-Asthma sowieso immer wieder getan werden sollte – nämlich die Medikation zu überprüfen: gibt es vielleicht Raum, um etwas zu ändern? Also den Kinderarzt zu fragen, ob mit Blick auf den bisherigen Krankheitsverlauf die Medikation noch immer geboten ist und wenn ja, in welcher Dosierung. Gerade das bei Kindern recht häufige „Infekt-Asthma“ (also das nicht durch Allergene wie Hausstaub, Pollen oder Tierhaare, sondern „nur“ durch Infektionen getriggerte Asthma) kann oft auch ohne dauerhafte vorbeugende Therapie mit Kortikoiden sehr gut beherrscht werden (das Kind muss dann im Infektfalle trotzdem mit bronchienerweiterenden Sprays und manchmal auch mit Kortison-Sprays behandelt werden, ich beziehe mich hier nur auf die prophylaktische Dauer-Therapie). Jede Änderung der Medikation aber immer mit der verordnenden Kinderärztin abstimmen, ja?
      Herzlich
      HRP

      • Ina Schulz

        Ich danke Ihnen für die ausführliche Antwort und werde es mit unserem behandelnden KiArzt besprechen. Unser Sohn erhält Flutide nicht standardmäßig, sondern zur kalten Jahreszeit, wenn er ab dem Spätherbst verstärkt einschränkende Symptome aufweist (vergangenen Winter war keine BehandlungDie notwendig gewesen). Atemnot wird bei ihm sowohl durch Hausstaubmilben, durch plötzliche körperliche Anstrengung, durch plötzlichen Kältereiz, als auch durch Infekte ausgelöst – die komplette Bandbreite. Für das späte Frühjahr war das Absetzen des Cortisonsprays ohnehin vorgesehen, weil unser Sohn über die warme Jahreszeit hinweg kaum bis keine Symptome (mehr) zeigt. Wir hoffen das Beste!

  • Welli

    Lieber Herr Dr. Renz-Polster, haben Sie vielen Dank für diesen Beitrag.

    Das, was Sie schreiben, ist völlig logisch und glasklar belegt.

    Mir bereiten fiebersenkende Mittel in anderem Zusammenhang Kopfschmerzen: unsere Kinderärztinnen vor Ort verschreiben diese inflationär – auch bei nur marginalen Beschwerden. Es ist DAS Standard-Medikament für kränkelnde Kleinkinder. Auch „Öko-Mamis“ flößen ihren Kindern routinemäßig „Fiebersaft“ ein, sobald sich die Temperatur erhöht und noch bevor der erste Kräutertee aufgebrüht wird..
    Herzlich,
    V.W.

  • Verena

    Vielen Dank für den sehr informativen Text!
    Wir sind eigentlich keine Fans von Fiebersenkern. Wir lassen unseren Großen rauf fiebern, aber unser Kleiner (18 Monate alt) neigt leider zu Fieberkrämpfen – wie viele andere Kleinkinder auch. Was raten Sie in diesen Fällen? Lieber doch Fiebersenker ….
    Herzlichen Dank!

  • Sylvia

    Hallo zusammen, danke für diesen Beitrag. Meine Tochter (6) hatte dieser Tage auch Fieber und Husten (mittlerweile positiv auf Influenza getestet) und ich bin normalerweise großer Freund von fiebersenkenden Mitteln. Wir haben Ibuflam vom Kinderarzt bekommen. Nach 2x geben war das Fieber dann am nächsten Morgen soweit gesenkt, dass wir es abgesetzt haben. Am späten Nachmittag des gleichen Tages bekam die Tochter das stärkste Nasenbluten, dass ich je gesehen habe und klagte zudem über Bauchschmerzen. Viele Lappen durchgeblutet, ging eine Stunde lang, war kaum zu stoppen. Das hatten wir dann in 24h drei bis vier Mal. Ein Blick in den Beipackzettel sagte, was auch Patrick Hager oben zitierte, und es stand zusätzlich was von Schleimhautreizungen geschrieben. Der Kinderarzt meinte am Telefon nur lapidar, dass Nasenbluten bei Grippe schon mal vorkommen könne … Ich denke, ich kann normales Nasenbluten, dass ich auch nach 3x schnäuzen kriege, von unnormalem unterscheiden. Mich würden eure Erfahrungen in Sachen Ibu und solch heftigem Nasenbluten interessieren. Ich will kein Arzneimittel verteufeln, das geholfen hat, aber ich war schon echt besorgt …

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, da haben Sie beide Recht, der Anlass für das Nasenbluten sind meist die jetzt u.a. gegenüber popelnden Fingerchen empfindlicheren Schleimhäute, aber auch die Blutstillung ist unter Ibuprofen eben nicht auf ihrem normalen Niveau. Das ist wie wen nSie Ihre Tage haben, der Anlass der Blutung ist bekannt, aber wenn Sie während der Blutung Aspirin oder Ibuprofen nehmen können Sie staunen, wie viel mehr da fliesst. Danke
      HRP

  • Jarno Wätzig

    FDH mal anders 😉
    Zum Thema Fiebersenken bei (Klein) Kindern und auch Erwachsenen kann ich folgende persönliche Erfahrung weitergeben.
    Die Fiebersäfte (meist Ibuprof) erlauben eine sehr angepasste Dosierung.
    Wir geben unseren Kindern prinzipiell erst Fiebersenker, wenn sie z.B. deutlich über 39°C gehen bzw. erst wenn sie keinen Schlaf/Ruhe finden.
    Dabei ist es aber WICHTIG, jetzt nicht die volle Dosis laut Packungsbeilage zu verabreichen. das hatte in unserem Fall zu einem „sofortigen“ Rückgang auf Normaltemperatur und ggf. sogar darunter? geführt!
    Es hat sich alternativ bewährt, z.B. die HALBE Dosis zu verabreichen und das Ganze mit Messungen zu überwachen.
    So lässt sich das Fieber meist nur um ca. 1°C in den gut verträglichen Bereich zwischen z.B. 38°C und 39°C absenken.
    Die positive Wirkung des Fieberns bleibt so weitestgehend erhalten.
    PS:
    Unsere Kinder haben meist höheres Fieber wie wir Eltern, bringen vergleichbare Erkrankungen aber im allgemeinen unkomplizierter und schneller unter Kontrolle.
    Ein kausaler Zusammenhang darf gerne hergestellt werden 😉

    • Jarno Wätzig

      Auf Erwachsene mit oder ohne Corona kann das ganze natürlich ebenfalls übertragen werden.

      Ein Fieberthermometer (z.B. Messung im Ohr scheint sehr zuverlässig,komfortabel und schnell) und etwas gesunder Menschenverstand sollten aber zusätzlich zur Anwendung kommen 😉

  • Kathy

    Hallo zusammen, ich werde hier jetzt ein ganz anderes Thema ansprechen aber ich wollte nicht nichts sagen. Mein Kind hat seit er 2 Jahre alt war Verdacht auf Asthma gehabt und mit 11 Jahren wurde ein Test gemacht und Asthma bestätigt. Die Ärztin hat natürlich gleich den Asthma Spray und alles drum herum verschrieben. Ich bin aber kurz danach auf Vitamin D3 gestoßen. Er hat zuerst 10 Tage Vitamin D hochdosiert eingenommen um die Speicher aufzufüllen und danach eine Unterhaltungsdosis suplementiert. Nach vier Monaten hat er keinen asthmatischen Husten mehr bekommen und er war den ganzen Winter nicht einmal krank. Ich führe das auf die Vitamin D3 Suplementierung zurück und habe dann auch in den Vorträgen von Prof. Dr. Jörg Spitz (auf YouTube) Bestätigung gefunden. Er spricht in seinen Vorträgen auch davon, dass Asthma und andere Autoimmunerkrankungen wie Diabetes auf einen Mangel von Vitamin D zurückzuführen seien.
    Gesunde Grüße
    Kathy

  • Werner

    Herzlichen Dank für die Aufklärung. Ich war und bin immer noch sehr verunsichert bezüglich der Einnahme von Ibuprofen. Ich nutze zwar niedrige Dosen gegen meine Rückenschmerzen und nur bei Bedarf, wenn es nicht anders geht, um Schlaf zu finden, aber dieses Ibu-Fake und vor allem die folgende Stellungnahme der Uni Wien bleiben doch im Kopf hängen. Ich frage mich, warum diese Stellungnahme nichts von dem enthält, was Sie oben anführen.
    Überhaupt gehen die meisten im Netz zu findenden Behauptungen und Stellungnahmen zu Ibuprofen (und ähnlichen Medikamenten) doch von der Frage aus, ob Ibuprofen den Verlauf von Covid 19 negativ beeinflussen kann. Diese Fragestellung (Pro-Medikament) wird dann in der Regel negativ beschieden, weil es keine gesicherten Erkenntnisse gibt.
    Warum stellt man die Frage nicht andersherum: Gibt es gesicherte Erkenntnisse, die belegen, dass Ibuprofen (Paracetamol etc.) den Verlauf von Covid 19 nicht negativ beeinflusst?

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