Kommentar30. Januar 2022

Long Covid bei Kindern – wie hoch ist das Risiko?

Weil ich meine Empfehlung, auch die Kinder gegen SARS-CoV-2 zu impfen, vor allem mit der Gefahr von Long Covid begründe, lese ich die Studien zur Häufigkeit von Long Covid bei Kindern mit großer Aufmerksamkeit. Jetzt kam endlich eine lang ersehnte größere Studie dazu heraus.

Ihr Fazit: Nur etwa 0,8% der 6 bis 17-jährigen Kinder hätten nach einer SARS-CoV-2 Infektion mit Long Covid zu rechnen. Zudem hielten die Symptome überwiegend nicht länger als 4 Wochen an. Die Autoren schlussfolgern:

Long COVID in children is rare and mainly of short duration.

Also: Long Covid bei Kindern ist selten und zudem meist von kurzer Dauer.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Schauen wir uns die Studie deshalb genauer an.

Nun werden manche LeserInnen, die sonst wenig mit wissenschaftlichen Arbeiten zu tun haben, vielleicht fragen: Ist das überhaupt nötig, das ist doch eine begutachtete Studie. Und sie ist in einem reputablen wissenschaftlichen Journal erschienen, hier: dem European Journal of Pediatrics.

Das stimmt. Allerdings muss man dazu wissen, dass auch die Begutachtung und Veröffentlichung nicht davor schützt, dass problematische Studien veröffentlicht werden. Jüngstes Beispiel: eine Studie zu den Auswirkungen des Maskentragens bei Kindern, die nichts anderes war als frei zusammengequirlter Unsinn. Gemerkt haben es die Herausgeber erst nachdem einige Leser (darunter auch ich) durch Briefe an die Herausgeber auf die Probleme aufmerksam gemacht haben. Ähnlich bei einer anderen Studie französischer Psychiater, die nachweisen wollten, dass Long Covid eigentlich nur Glaubenssache sei. Die Zuschriften an den Verleger machten dann auch hier deutlich: da stimmen nicht einmal die Basics. Heute wird die Studie gerne als Beispiel genommen, was in Long Covid Studien alles schief gehen kann.

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Vieles spricht für die Studie

Zurück zur aktuellen Studie. Sie hat zunächst einmal alle Argumente auf ihrer Seite. Sie ist groß (die Autoren reden von > 100.000 Teilnehmern, was ein bisschen übertrieben ist, denn ja, man hat schon 100.000 angeschrieben, aber wirklich teilgenommen haben dann insgesamt etwa 30.000). Und sie hat eine Kontrollgruppe. Zur Erinnerung: viele Long Covid Studien haken daran, dass sie das Hintergrundrauschen an Krankheitssymptomen nicht berücksichtigen können und damit die Folgen einer Covid-Infektion eher überschätzen.

Nicht nur das: in dieser Studie steht der Vergleich zwischen den Erkrankten und den Nicht-Erkrankten auf recht sicheren Beinen, weil die Fallgruppe (also die Kinder, die als Covid-erkrankt angenommen wurden) einen positiven PCR-Test vorweisen konnte. Als Kontrollgruppe dienten Kinder, die bisher keine Covid-Diagnose hatten. Das ist natürlich auch nicht perfekt, weil sich unter Letzteren ja durchaus auch Kinder befinden könnten, die unerkannt eine Covid Infektion durchgemacht haben. Aber tatsächlich gibt es Indizien, dass dieser Faktor keine große Rolle gespielt haben dürfte.  Jedenfalls ist die Sicherung als „Fall“ oder „Nicht-Fall“ durch PCR um ein Vielfaches besser als die in den meisten bisherigen Studien verwendete Sicherung per Antikörper-Test (diese Methode ist insbesondere bei Kindern praktisch wertlos, das war Thema in diesem Beitrag).

Alles gut also?

Leider nein, und WIE problematisch auch diese Studie ist, zeigt sich leider erst beim Blick in das „supplemental material“, also die vielen Listen von Details, die die Autoren eben nicht in der Arbeit selber unterbringen konnten (a special thanks to Hisham Ziauddeen for your phantastic comments on twitter!)

Schauen wir uns da einmal die Fragen an, die an die Eltern gestellt wurden. Und da entdecken wir Bemerkenswertes: Für die „Fälle“ und für die „Kontrollen“ wurden unterschiedliche Fragebögen mit unterschiedlich formulierten Fragen verwendet!

Die „Fälle“ sollen beantworten, wie häufig bestimmte, über 4 Wochen anhaltende Symptome „nach dem positiven Corona-Test“ aufgetreten sind.

Die Kontrollgruppe wird ebenfalls nach über 4 Wochen anhaltenden Symptomen befragt. Allerdings mit einer anderen Frage. Und die fragt nach Symptomen, die „innerhalb des letzten Jahres“ aufgetreten sind.

 

Wie bitte? Einmal wird nach Symptomen im Anschluss an eine SARS-CoV-2 Infektion gefragt, ein ander Mal dagegen nach Symptomen „innerhalb des letzten Jahres“? Das sind nicht nur komplett unterschiedliche Beobachtungs- bzw. Berichtzeiträume, sondern auch unterschiedliche Berichtanlässe.

Wie stark das zu Buche schlagen kann, zeigt sich etwa am Beispiel von chronischen Erkrankungen. Wie die Autoren zeigen, leiden jeweils 5% der Kinder (sowohl in der Fall-Gruppe als auch in der Kontrollgruppe) unter chronischen Erkrankungen. Es ist plausibel, dass einige der Kinder wegen ihrer Grunderkrankung an über 4 Wochen anhaltenden Symptomen leiden. Aufgrund der ungleichen Konstruktion der Fragen werden diese in der Kontrollgruppe der Gesamtlast an Symptomen zugerechnet, in der Fall-Gruppe dagegen nicht. Dasselbe gilt für andere akute Erkrankungen (von Blinddarmentzündung bis zu anderen Infektionskrankheiten): wegen der diskrepanten Fragestellung schlagen eventuell damit zusammenhängende Symptome nur bei den Kontroll-Kindern zu Buche.

Diese Unterschiede sind gravierend, denn: aus dem Vergleich zwischen der Häufigkeit der berichteten Symptome wird nachher die angeblich „wahre“ Häufigkeit von Long Covid berechnet.

Man muss schon sehr optimistisch sein, wenn man da den Glauben nicht verlieren will.

Eindeutig ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen

Und das zeigt sich dann auch im Ergebnis, über das man eigentlich lachen könnte, wenn es nicht so „wissenschaftlich“ vorgebracht würde. Die Autoren stellen nämlich fest, dass, wenn sie bei den vormals infizierten 6 bis 17-jährigen Kindern die Häufigkeiten der über 4 Wochen anhaltenden Symptome zusammenzählen, auf eine Summe (Gesamtprävalenz) von 28% kommen.

Und in der Kontrollgruppe? Da waren es 27,2%

Daraus schliessen die Autoren: Die Häufigkeit von Long Covid bei Kindern liegt – bei 0,8 %

Welchen Unsinn sie da zusammenrechnen, zeigen die Autoren dann selbst. Verfahren sie nämlich bei den 0 bis 5 Jährigen genauso, so kommen sie bei den Covid-Fällen auf eine Gesamtprävalenz an über 4 Wochen persistierenden Symptomen von 14,8%. Bei den Kontrollen waren es 17,6%. Die Häufigkeit von Long Covid in dieser Altersgruppe liegt also: bei MINUS 2,8 %. Wunderbar: eine Covid-Infektion schützt vor Long Covid!

Spätestens hier hätten die Autoren noch einmal in ihre Datensammlung schauen sollen.

Welcher Unsinn durch die unterschiedlich gestellten Fragen entsteht, zeigt sich aber auch an anderer Stelle. So wurden unter den 14 Symptomen beispielsweise auch „Konzentrationsschwierigkeiten“ abgefragt. Das berichten bei den vormals coronaerkrankten 5 bis 17 Jährigen 7,3 Prozent. In der Kontrollgruppe dagegen klagten doppelt so viele über Konzentrationsschwierigkeiten! Noch einmal: Spätestens hier hätte den AutorInnen dämmern müssen, dass sie ein gewaltiges Problem haben. Tatsächlich ist dieser Befund nur zu erklären, wenn man bedenkt, dass sich die Angaben bei den Letzteren auf ein ganzes Jahr beziehen, bei ersteren aber nur auf eine Zeitperiode im Anschluss an die Coronainfektion!

Nur, was folgern die Autoren stattdessen? Sie stellen fest, dass Konzentrationsschwierigkeiten in der Kontrollgruppe häufiger sind als bei den vormals Coronaerkrankten – und schliessen daraus, dass Konzentrationsschwierigkeiten „nicht Teil von Long Covid“ seien. Auf diese Weise entsteht dann auch noch ein falsches Bild von „Long Covid“  – hier gehören Konzentrationsschwierigkeiten eindeutig dazu.

Corona schützt vor Husten – wie bitte?

Es gibt nicht wenige Covid-Verläufe mit Lungenbeteiligung und den entsprechenden Nachwehen – also etwa länger anhaltender Husten. Da wäre also zu erwarten, dass in der Fall-Gruppe, also unter den vormals mit Corona Infizierten, häufiger über Husten berichtet wird als in der Kontrollgruppe, oder? Was aber zeigen die Daten dieser Studie? Husten ist in der Kontrollgruppe häufiger als in der Fall-Gruppe, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern: zweieinhalb mal häufiger. Zweieinhalb mal! Konkret hiesse das also: eine Corona-Infektion schützt vor Husten. Und zwar recht gut. Avanti dilletanti.

In Wirklichkeit präsentiert diese Studie Warnzeichen

Versuchen wir jetzt trotzdem diese Studie so gut es geht zu zu nutzen um an mögliche Erkenntnisse zu Long Covid bei Kindern zu kommen.

Anstatt Entwarnung enthält sie allerdings in meinen Augen eindeutige Warnhinweise. Wie das Beispiel der Konzentrationsschwierigkeiten zeigt, ist faktisch anzunehmen, dass die Symptomprävalenz in der Kontrollgruppe um mindestens 100% überschätzt wird (das heisst umgekehrt, dass die Long Covid zuzurechnende Symptomatik deutlich unterschätzt wird). Wenn man die eindeutig mit Long Covid assoziierten Symptome herausgreift und separat betrachtet, so spricht einiges dafür, Long Covid auch bei Kindern nicht auf die leichte Schulter zu nehmen:

  • Eine über 4 Wochen anhaltende Fatigue wird in der Studie bei den an Covid erkrankten Kindern in 10,6% berichtet. In der Kontrollgruppe (trotz der  dort wegen des längeren Beobachtungszeitraums deutlichen Überschätzung) dagehen in „nur“ 4,3%. Es ist also anzunehmen, dass mindestens 6 % der Kinder (in Wirklichkeit wahrscheinlich aber eher 8 bis 9%) als Folge einer SARS-CoV-2 Infektion längere Zeit an einer Fatigue leiden.
  • 9,4 % der Kinder in der Fallgruppe berichten über drei oder mehr Symptome, die länger als 4 Wochen anhalten. In der Kontrollgruppe sind es 4,1%. Auch hier ist der Unterschied also deutlich (und wäre bei sauberer Datenerhebung noch deutlicher).
  • Etwa 40% der Kinder mit Long Covid hatten über 5 Monate nach Diagnosestellung hinaus noch immer Long-Covid Symptome (manche davon bis zu 13 Monate, was dem Ende des Beobachtungszeitraums entspricht).

Natürlich ist damit zu rechnen, dass die genannten Häufigkeiten im Lauf der Zeit weniger werden. Nur: in welchem Ausmaß, das wissen wir nicht, und das beantwortet auch diese Studie – wen wundert es – nicht.

Ganz sicher allerdings kann das gesagt werden. Die Schlussfolgerung, die die Autoren verbreiten, und die jetzt selbstverständlich durch die Presselandschaft ziehen wird, ist falsch. Denn die Aussage „Long COVID in children is rare and mainly of short duration” gründet sich auf eine erschütternd fehlerhafte Studie. Und leider lässt sich der Fehler erst erkennen, wenn man das ergänzende Material zur Studie durcharbeitet, und wer macht das schon.

Wirklich schade, denn wie sollen Eltern ein verlässliches Bild des Risikos einer Corona-Infektion für ihre Kinder bekommen, wenn Wissenschaftler solche schwachen Arbeiten abliefern?

 

P.S. Und was mir imponiert hat, war nicht nur die Diskussion auf Twitter wie die Studie hätte besser gestaltet werden können, sondern auch der Beitrag von WissenschaftlerInnen hier auf meinem Blog, die sogar Vorschläge machten, wie in der Auswertung das Problem der unterschiedlichen Zeitspannen hätte gelöst werden können. Alle Achtung, Danke an Caroline Keeling!

Der Autor: Dr. med. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, beschäftigt sich als Kinderarzt und Wissenschaftler seit langem mit der kindlichen Entwicklung und Gesundheit. Forschungstätigkeit im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung zunächst in den USA, dann am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Herausgeber und Autor diverser studentischer und ärztlicher Lehr- und Fachbücher. Einem breiten Publikum bekannt durch mehrere Sachbücher, u.a. das Standardwerk „Gesundheit für Kinder" und „Kinder verstehen - born to be wild!". Er hat 4 Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Ravensburg.

54 Kommentare

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  • Silke T.

    Ich bin selber im 23. Monat meiner Long Coviderkrankung. Besserung ist nicht in Sicht, die Symptome wechseln ab und an, sind aber immer wiederkehrend aus dem bunten Strauß der bekannten LC-Symptome. Ich bin Mitglied einer deutschen Interessenvertretung für LC, und es sind auch Eltern von betroffenen Kindern mit organisiert.
    Das Schicksal dieser Kinder ist herzzerreißend und es sind einige, die auch schon über 13 Monate „dabei“ sind. Sie können nicht zur Schule gehen, ihre vorher oft intensiv betriebenen Hobbies nicht mehr ausüben, keinen Sport mehr machen, leiden unter starken Dauerschmerzen in Muskeln und Gelenken, sind chronisch erschöpft, etc. Und werden von ihremn Kinderärzten oft immer noch nicht ernst genommen.
    Was da gerade abläuft, das „durchlaufen“ lassen der Infektionswelle, ist ein Verbrechen an unseren Kindern. Und die Folgen von LC-Kindern und auch -Erwachsenen wird unsere Gesellschaft noch zu spüren bekommen.

    • JusTus

      Es wäre wirklich gut, wenn Sie und Ihre Interessenvertretung gaaanz viel Aufklärungsarbeit leisten. Ganz viel veröffentlichen, immer wieder und in allen Medien!

      Ich sehe das auch als ein sehr großes Problem für unsere Gesellschaft an, was da noch auf uns zukommen wird.
      Leider nehmen die meisten Menschen das weder wahr, noch ernst.
      Darüber wird gar nicht nachgedacht. Man ist ja geimpft und geboostert… also, was soll´s, da kann ja nichts passieren.

      Und, Kinder betrifft es ja quasi so gut wie gar nicht, und wenn sie sich infizieren, dann stärkt es ja ihr Immunsystem…..
      das denken wirklich viele. Leider.

      Das gab es doch bei den Masern auch schon…. Masernpartys!
      Ganz schlimm!

      Von daher, Danke für Ihren Beitrag und bleiben Sie dran,
      dazu aufzuklären!
      Das ist sehr gut und wichtig!!!

  • Theresa

    Und deswegen sind Ihre Beiträge für uns Eltern von so großem Wert!
    Vielen vielen Dank, dass Sie sich die Arbeit und Mühe machen, stets möglichst sachlich, faktenbasiert Fragen und Informationen zu beleuchten! Danke!

    • Mascha R.

      Dem kann ich mich nur anschließen! DANKE!

    • Beatrix Schumacher

      auch ich möchte mir sehr bedanken für Ihre Mühe – es ist erschreckend, wie ungenau veröffentlichte Studien sein können, Wasser auf die Mühlen der „Wissenschaftsleugner“!
      Beatrix Schumacher

  • Anita Miller

    Guten Abend Herr Dr. Renz-Polster,
    vielen Dank für Ihre sachlichen und glaubwürdigen Informationen. Wie sehen Sie das Thema Autismus und Impfung? Aktuell lese ich das Buch von J.B. Handley: Die Autismus-Epidemie beenden – Wie Impfungen bei Kindern schwerwiegende Störungen verursachen können. Er fordert die Gesundheitsbehörden auf über die wahren Hintergründe von Autismus aufzuklären. Vor kurzem habe ich auf ARTE die Dokumentation über den englischen Arzt Andrew Jeremy Wakefield gesehen, der in Großbritannien Berufsverbot bekam und jetzt in den USA lebt. Ist Autismus heilbar oder wie kann Heilung entstehen?

    • Thomas Knoche

      Wenn der ARTE-Film zu dem Verbrecher Jeremy Wakefield nicht reicht, vielleicht mal bei wikipedia nachschauen incl. aller dort verlinkten Berichte und Studien.

    • KerstinD

      Seien Sie mir bitte nicht böse. Wenn ich diesen hahnebüchenen Unsinn von einem zusammenfabulierten Zusammenhang von Autismus und Impfungen lese, dann möchte einfach nur schreien und den Menschen ganz fest schütteln, der diesem Gewäsch Glauben schenkt.

      Ich bin Mutter eines frühkindlichen Autisten. Und ich kann Ihnen sagen, er war von Geburt an anders, also schon deutlich vor der ersten Impfung. Er wollte keinen Körperkontakt, hat das Stillen wegen zu viel Nähe verweigert, wollte nicht getragen werden, und man hat gemerkt, dass er wie Frederick die Maus Bilder, Farben, Sonnenstrahlen sammelt.

      Ja, es ist anstrengend mit einem weitgehend nonverbalen Sechsjährigen, der noch 24/7 auf Windeln angewiesen ist. Er ist allerdings trotzdem ein ganz toller Junge, nur eben anders.

      Diese Abwertung von Autisten ob Ihrer Andersartigkeit, die in dieser ganzen Schwurbelliteratur zur Schau gestellt wird, ist einfach krank.

      Autisten sind vielleicht anders, jedoch sind sie keine schlechten Menschen.

      Nehmen Sie dieses Pamphlet, das sie da lesen, stopfen Sie es in einen Kamin und zünden Sie es an. Dann hatten Sie wenigstens ein paar Minuten Wärme davon.

      • Melanie L. Theiß

        Danke!

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, dem schliesse ich mich an – Andrew Wakefield ist als Wissenschaftler diskreditiert, seine These vielfach widerlegt. Ich wundere mich, dass seine Behauptungen immer noch weitergereicht werden.

      • Melanie L. Theiß

        Danke, lieber Herbert!

    • Myriam

      Autismus ist keine Krankheit, es kann also auch keine Heilung geben. Es ist einfach ein anders aufgebautes Gehirn, so wie zB auch bei ADHS. Und wir sollten alles dafür tun, dass auch Menschen mit einem solchen Gehirn ein gutes Leben in unserer Gesellschaft führen können.

    • Regina

      Ich bin auch Mutter eines frühkindlichen Autisten.
      Durch Ängste(klein und leicht), haben wir ihn erst mit 2,5 vollständig impfen lassen.
      Würde ich heute nie wieder so machen!!
      Aber ein Gutes hat hat – die Diagnose auf Autismus war schon durch 😉
      Und immer, wenn ich so einen Zusammenhang lese, wird mir richtig schlecht!
      Das ist nicht so.
      Unser Sohn war auch schon von Anfang an „anders“. Aber ohne „Vergleichskinder“, war es bei uns so früh nicht erkennbar(als Eltern!)

      Autismus ist nicht heilbar!

      Es ist anstrengend, man kann aber viel an seinem Alltag arbeiten und ein schönes, wertschätzendes und passendes Umfeld schaffen.

      Ich hoffe das diese schrecklichen Versuche der „Autismus-Heilung“ bald aufhören werden!

      • Chris

        Also ganz nüchtern betrachtet gibt es Long-Covid-Symptome, die in der Kontrollgruppe häufiger beobachtet wurden – sozusagen eine negative Korellation. Somit schreibt Long-Covid insgesamt keine relevante Rolle zu spielen, zumindest bei jüngeren Kindern. Oder verstehe ich das falsch?
        Ist denn dann eine Impfung jüngerer Kinder sinnvoll, wenn doch von der Stiko nicht empfohlen? Scheint mir in diesem Kontext dann doch wenig relevant?

    • Melanie L. Theiß

      Nein. Autismus bzw. das Autismus-Spektrum ist eine angeborene Behinderung, die nicht erworben werden kann. Sie ist nicht heilbar. Sie ist auch nicht durch Gewalt „abtrainierbar“. (Vorsicht vor „Verhaltenstherapien“, die darauf angelegt sind, autistisches Verhalten abzutrainieren.) Es ist eine Behinderung, die anzunehmen ist. Und dann muss der Mensch, der diese angeborene Behinderung hat (und für ihn‘sie selbst daher völlig normal), gesehen werden: was sind seine‘ihre Bedürfnisse? Was tut gut? Was ist schlecht? Was braucht er‘sie als Hilfe zum selbstständigen Leben?

      Mit freundlichen Grüßen,
      Melanie L. Theiß
      Inklusive Kindheitspädagogin B.A.

  • Katharina Teufel-Lieli

    Man findet eben immer, was man finden will.
    Die Studie ist bestimmt schlecht gemacht, deshalb gehört sie in den Müll. Dass Sie darin etwas finden, was in Ihr Bild der großen Gefährlichkeit passt, befremdet mich. Das ist nicht besser, als die kritisierte Studie. Kann man kübeln

    • Wolfgang

      Naja, er zieht sich dass nicht aus den Fingern sondern erklärt nachvollziebar wie er dazu kommt. Haben sie daswirklich gelesen?

  • Jørn Martin Hajek

    Viele Menschen sehen nur Überschriften und den Anfang von Artikeln, gerade wenn sie auf sozialen Medien geteilt werden.

    Auf Facebook zB sehe ich die Überschrift und „Ihr Fazit: Nur etwa 0,8% der 6 bis 17-jährigen Kinder hätten nach einer SARS-CoV-2 Infekti…“

    Wenn ich nur das lese, ist mein Verständnis ein ganz anderes, als wenn ich den gesamten Artikel lese.

    Das sollte man sich als Autor bewusst machen.

    • Angela Rauch

      Nur etwa 0,8 Prozent wären bei uns in Deutschland bei über 8 Millionen Schülern schon über 64000, wenn sich davon nur die Hälfte ansteckt, sind es immernoch über 32000 und da sind die jüngeren noch garnicht mitberücksichtigt. In Zahlen wirken doch sogar die beschönigten 0,8 Prozent, schon ganz anders und sehr beängstigend

  • JusTus

    Es ist schon erstaunlich, dass solch stümperhafte Studien überhaupt veröffentlich werden (dürfen) und dann oft ungefiltert verbreitet werden.
    Das kommt leider gar nicht so selten vor.

    Kein Wunder, dass dann nicht nur Fake News entstehen sondern auch diverse verschwörerische Theorien
    abgeleitet werden.
    Danke für die Aufklärung dazu!

  • Anna

    Danke für die genaue Analyse! Das ist für uns als Eltern von Kleinkindern sehr wertvoll. Und Bestärkung darin, zumindest zu versuchen, das ungeimpfte Kind weiter zu schützen, auch wenn es rundherum alle für unnötig halten.

    • Anne

      Für uns ein weiteres Argument, unsere Kinder impfen zu lassen. Auch wenn es etwas gedauert hat, einen Arzt zu finden der U5 Offlabel impft, sind wir seit der Impfung deutlich entspannter. Sich vor der Infektion schützen ist für Kita-Kinder quasi unmöglich geworden..

  • Bernd

    Zitat:
    „Unter den „Fällen“ berichten etwa 30% über Krankheitssymptome. Bei den Kontroll-Kindern [..] geben fast 70% Krankheitssymptome an. [..] Warum haben wir in unserer Kontrollgruppe denn so verdammt viele kränkelnde Kinder?“

    Weil Herr Polster die Tabelle falsch gelesen hat und 30%/70% die Verteilung der Stichproben ist und nicht die Summe der kränkelnden Kinder.

    Ich hoffe im Rest des Artikel beruhen nicht noch mehr Schlüsse auf falschem Leseverständnis.

    • Malte B.

      Das ist richtig. Leider fehlt in der Tabelle die Angabe, wie viel Prozent angegeben haben, keine Symptome gehabt zu haben. ‚Other‘ fehlt auch.

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, vielen Dank, da habe ich wirklich die Prozentangaben auf die gelisteten Symptome bezogen. Ich hab das korrigiert. Danke!

  • Sophie

    Sehr geehrter Herr Renz-Polster,

    danke für Ihre genaue Durchsicht der Studie – das ist sehr wertvoll.
    Mich würde noch interessieren, inwieweit eine Impfung Long-Covid verhindern kann. Dieses ist ja die Folge einer Covid-Infektion, die bekanntermaßen durch die Impfung nur kurz (oder gar nicht?) verhindert wird. Liegen belastbare Studien zu geimpften Kindern mit Long-Covid-Symptomatik vor?

    Danke und liebe Grüße aus Wien
    Sophie

    • Bernd

      Dem schließe ich mich an. Können Sie dazu entsprechende Studien/Informationen geben? Meine Kinder sind geimpft, aber die Unsicherheit, besonders gegenüber LC, bleibt.

    • Esther

      Das würde mich auch sehr stark interessieren. An anderer Astelle habe ich bei einem Vortrag von Herrn Rabe und einem weiteren Kollegen aus Hamburg gehört, dass es bisher keine verlässlichen Daten zu Impfung und Long Covid/PIMMS gibt, bzw., dass diese auch nach Impfung auftreten können. Ausserdem erschreckt mich immer noch die Vergleichsweise hohe Zahl an Hezmuskelentzündungen bei über 12 jährigen nach Impfung.

  • Welli

    Lieber Herr Dr. Renz-Polster,
    bitte kommen Sie wieder auf Spur; der Name Ihrer Internet-Präsenz heißt: „Kinder verstehen“ – ich lese nur noch Pharma und Medizin und Maßnahmen verstehen…
    Herzlich,
    Welli

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, mache ich, ich wünsche mir das selbst auch!

  • Malte B.

    Zu der Differenz ‚Symptome in den letzten vier Wochen‘ und ‚Symptome im letzten Jahr‘: bei der Kontrollgruppe wurde ja sogar gefragt, welche Symptome im letzten Jahr 4 Wochen lang anhielten (wie Herr Renz-Polster richtig geschrieben hat).

    Abgesehen von der Frage, was das letzte Jahr genau ist (Kalenderjahr, 12 Monate?) wundert mich die häufige Nennung von Husten. Sagen wir, dass 2,3 % angeben, 4 Wochen oder länger Konzentrationsstörugen beobachtet zu haben (wieder abgesehen davon, was die Eltern darunter genau verstehen), scheint das gar nicht so viel zu sein. Aber 10 % hatten 4 Wochen lang Husten? Und 3 % hatten 4 Wochen lang Fieber? Ist das realistisch? Oder ist die Frage nicht auch leicht zu missverstehen: Mein Kind hatte im letzten Jahr Symptom XY?

    • Anne

      4 Wochen Husten gelten noch als akut, als chronisch gilt das erst nach 6-8 Wochen. Postviraler Husten ist nicht so selten z. B. nach RSV-Infektion, da finde ich 10% eigentlich sogar wenig, wenn für ein ganzes Jahr gefragt wird. Ich erinnere mich hier an kaum ein Jahr, in dem nicht mindestens einer von 4 Personen Husten hatte, der 4 Wochen oder länger angehalten hat.
      4 Wochen Fieber sind eine andere Liga, da wäre wohl auch eine ausgiebige Diagnostik fällig.

  • Eckhardt Gehde

    Danke für diesen sorgfältigen Kommentar. Die mangelnde Kompetenz der Autoren ist erschütternd. Oder sollte man von Absicht sprechen?

  • Adrian B.

    Dass die meisten Mediziner wenig Ahnung von Statistik haben, ist allgemein bekannt. Zumindest unter Mathematikern. Wobei auch Ihre Argumentation nicht ganz frei ist von Fehlern:
    – In der Frage nach dem Symptomen nach an Covid-erkrankten Kinder heisst es explizit „4 weeks *or more*“, also nix mit unterschiedlicher Betrachtungszeitraum oder zumindest nicht in dem Umfang, wie Sie ihn sehen
    – da wir hier Kontrollgruppen vergleichen, wäre eine relative Risikobetrachtung der hier angewandten absoluten Risikobetrachtung vorzuziehen. Und dann sieht man eigentlich auch gut: bezüglich einzelner Symptome lässt sich keine klare Evidenz für oder gegen Long Covid herstellen
    – spannender wird es tatsächlich im Fall von drei oder mehr Symptomen, und das hätte tatsächlich mehr Beachtung verdient. Dazu habe ich kürzlich ein Interview mit einem Kinderarzt in der Schweiz gelesen, der Kinder mit Long-Covid Symptomen therapiert und seine Antwort auf die Frage nach langwierigen Symptomen war, dass sich die allermeisten seiner Patienten innerhalb 3 – 6 Monaten vollständig erholen und er nur sehr wenige Fälle kennt, wo die Symptome länger als ein Jahr anhielten.
    Mein persönliches Fazit (als Mathematiker, nicht als Mediziner) ist deshalb nach der Lektüre mehrerer Studien: Ja, Long-Covid bei Kindern gibt es, ist aber wie die Krankheit selbst bei Kindern tatsächlich weniger dramatisch als bei Erwachsenen. Und wenn man Covid mit anderen Gefahren vergleicht, denen Kinder sonst noch ausgesetzt sind (Gewalt, Strassenverkehr, Drogen, aber zum Beispiel auch Übergewicht), so erscheint die Aufmerksamkeit, die Covid zurzeit erfährt, übersteigert.

    • Angela Rauch

      Leider muss ich ihnen da vehement widersprechen, man sollte die Gefahr von Long-Covid auf gar keinen Fall unterschätzen und schon gar nicht bei Kindern, denn das werden erfahrungsgemäß leider zu einem sehr hohen Prozentsatz noch die meisten Ärzte und Kliniken tun. Man braucht sich nur mal mit Me/CFS beschäftigen und dem Umgang mit den vielen Erkrankten, von denen viele durch keine oder noch schlimmer falsche Behandlung Zustandverschlimmerungen erleiden müssen. Ich bin mir sicher, dass viele LC Betroffene auch recht schnell in die Psychoecke geschoben werden. Wenn es schlimm wird, ist es furchtbarste was man sich vorstellen kann, man sieht sein Kind und merkt wie nichts mehr wie vorher ist und Kindern wird noch viel weniger geglaubt als Erwachsenen. Wenn man Glück hat und auf keinen Fall irgendetwas macht, was über die Möglichkeiten des Kindes geht, ist die Chance auf Besserung oder vielleicht sogar Heilung bei Kindern wohl wirklich höher als bei Erwachsenen. Es wird da wohl eine riesige Welle von LC Betroffenen zurückbleiben (leider im wahrsten Sinne des Wortes) Erwachsene die nicht mehr arbeiten können und im schlimmsten Fall pflegebedürftig werden, Kinder die erst nicht mehr spielen können, weil sie hoffen wenigstens noch die Schulstunden zu schaffen, dann geht das auch immer weniger, wir als Eltern verzweifelt nach Hilfe suchen und oft genug das Gegenteil finden. Am schlimmsten ist aber dieses Gefühl aushalten zu müssen, ich kann meinem wundervollen Kind einfach nicht helfen, muß zusehen, wie es einfach nicht mehr am normalen Leben teilhaben kann und trotzdem immer wieder Mut zuzusprechen, damit die Seele nicht auch noch kaputt geht, das ist ungelogen eine Hölle die ich meinem schlimmsten Feind nicht wünsche. Ich würde wirklich jedem zur Impfung raten, die Infektion kann harmlos ablaufen, aber jeder noch so klein“gerechneter“ Prozentsatz von LC Fällen sind viele Tausend Kinder und Erwachsene.
      Angela R. eine betroffene Mutter

      • Adrian B.

        Das tut mir leid für Sie und Ihr Kind und ich wünsche ihm/ihr schnelle und vollständige Genesung.
        Ob die Impfung in dem Umfang hilft, wie Sie hier schreiben, bleibt allerdings dahingestellt, denn gemäss den Studien die ich kenne, senkt die Impfung das Risiko um rund die Hälfte. Das ist schon mal nicht schlecht, aber würde noch nicht die Tausenden von Fälle verhindern, die Sie erwarten. Zudem ist noch unklar, wie gross der Langzeitschutz der Impfung vor LC ist, ganz zu schweigen von den Auswirkungen neuer Virenvarianten. (Aber so oder so ist die Impfung sicher keine schlechte Idee.)
        Man kann es drehen wie man will, Corona und damit auch Long Covid werden bleiben und am besten man beginnt damit, die damit verbundenen Risiken als Teil des Lebens zu akzeptieren. Zum Glück scheinen die Risiken zumindest nicht so gross zu sein, wie einige uns dauernd einzubläuen versuchen.

    • Anne

      „– In der Frage nach dem Symptomen nach an Covid-erkrankten Kinder heisst es explizit „4 weeks *or more*“, also nix mit unterschiedlicher Betrachtungszeitraum oder zumindest nicht in dem Umfang, wie Sie ihn sehen“
      Es ist aber schon ein Bias. Sagen wir mal Beispiel A, Kontrollgruppe: Kind hustet den ganzen Januar, aber kein Covid – wird mitgezählt, das gehört quasi zum Grundrauschen (dafür haben wir ja eine Kontrollgruppe). Beispiel B, Fallgruppe: Kind hustet den ganzen Januar, bekommt im April Covid, hustet dann aber keine 4 Wochen. In der Kontrollgruppe würden diese Symptome aus dem Januar gezählt und als Grundrauschen in die Statistik eingehen. Da in der Fallgruppe aber nur nach den Symptomen nach der Covid-Diagnose gefragt wird, wird dieses Grundrauschen quasi abgeschnitten.

    • Pascal

      Zitat:
      „In der Frage nach dem Symptomen nach an Covid-erkrankten Kinder heisst es explizit „4 weeks *or more*“, also nix mit unterschiedlicher Betrachtungszeitraum oder zumindest nicht in dem Umfang, wie Sie ihn sehen“
      Da haben sie offensichtlich selbst als Mathematiker nicht verstanden worum es geht.
      Der wichtige Punkt ist nämlich: „Within the last year“ Und „after his/her positive corona test“
      Der Betrachtungszeitraum beträgt bei den nicht-Corona Erkrankten ein Jahr und bei den Corona Erkrankten halt nicht. Ich weiß jetzt nicht wie die durchschnittliche Dauer zwischen Studie und Erkrankung war, aber wahrscheinlich unter 1 Jahr, eher so im Bereich von 6 Monaten.
      Solche Fehler passieren halt. Ich hatte auch letztens ein simuliertes Model mathematisch durchgerechnet und vergessen, dass die Simulation vorzeit abbrechen kann. Meine analytische Lösung passten nicht zur simmulierten.
      Gleicher Fehler – passiert schnell.
      Alles was man machen kann, um solche Fehler zu vermeiden, ist: Überprüfen, ob die Ergebnisse stimmig sind. Sind sie es nicht, hat man sicher irgendwo einen Fehler gemacht. Und in dieser Studie sind die Ergebnisse halt alles andere als stimmig.

      • Adrian B.

        Die Formulierung der Frage ist ungünstig, klar. Aber daraus zu schliessen, dass die Autoren die Grundlagen für Vergleiche von Gruppen vergessen haben, ist zumindest abenteuerlich. Leider ist die Studie in dem Punkt nicht detailliert genug, um die Frage abschliessend zu klären. So aber bleibt es eine unfundierte Unterstellung.

  • Anja W.

    Danke für ihren Artikel, leider werden unsere Kinder immer noch nicht richtig Ernst genommen. Mein Tochter ist ebenfalls betroffen. Ich wollte eine Überweisung zur Kinder Post Covid Ambulanz. Wir wurden von der Dame am Tresen belehrt das die eh nicht helfen können und sie es später der Ärztin vorlegt. Nach fast 4 Wochen immer noch keine Antwort. Meine Tochter hat jetzt eine neue Kinderärztin und sofort die Überweisung zur Ambulanz und Kardiologen erhalten. Sie hat starke Einschränkungen, aber die Dame ist der Meinung am Tresen eine Diagnose stellen zu können.

  • Heiko S.

    Nachtigall ick hör Dir trapsen.
    Wenn ich Ihre Analyse lese, werde ich den Verdacht nicht los, sowohl Studien- als auch Fragebodendesign waren von vornherein so angelegt, dass ein geringes LongCovid-Risiko als Studienergebnis angestrebt war.
    So schlampig kann niemand wissenschaftlich arbeiten, dass einem die Diskrepanzen u.a. negativer Wahrscheinlichkeiten an mehreren Stellen nicht auffallen. Da steckt eventuell Absicht dahinter.
    Letztlich muss man aber auch konstatieren, dass die Reviewer das nie hätten zur Publikation zulassen dürfen.

  • Rena

    Ich vermute stark, dass die Autoren der Studie nicht zufällig und unbeabsichtigt so schlampig und undifferenziert gearbeitet haben. Man könnte glatt meinen, dass die Ergebnisse ins Narrativ von den ungefährdeten Kindern, die maximal „2 Päckle Taschentücher“ brauchen, passen sollten.
    Das wird jetzt wieder überall rumgereicht und dient dazu, die Kinder weiter zu durchseuchen.
    Was kann schon schiefgehen….

    • Adrian B.

      Alle die, die hier den Autoren unsaubere Arbeit oder sogar unlautere Absichten unterstellen, haben wahrscheinlich schlicht keine Ahnung wie schwierig es ist, eine methodisch und mathematisch saubere Vergleichsstudie durchzuführen. Und es hilft natürlich auch nicht, dass der Herr Dr. Renz-Polster die Autoren hier als Dilettanten hinstellt, obwohl seine eigene Argumentation entweder aus Unwissenheit oder aus Effekthascherei ebenfalls unsauber und mathematisch unschlüssig ist. Alles in allem habe ich schon deutlich schlechtere Studien gesehen.
      Was ich zusätzlich erschreckend finde, wie der Autor und die Kommentarschreiber alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, versuchen klein zu reden oder anderen rundum böse Absichten unterstellen. In diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht von den Corona-Leugnern, über die sie sonst so gerne verachtend herziehen.

      • Caroline Keeling

        :-D,so eine Art kollektive Paranoia….

      • Tatsiana

        Ja, den Eindruck habe ich leider leider auch.

  • Tina Reindl

    Leider sind dieselben Symptome auch in mindestens derselben Häufigkeit nach den Impfungen festzustellen 😔

    • Anne

      Das klingt ja dramatisch! Steht das in derselben Studie? Würde mich sehr über eine seriöse Quelle für diese Info freuen.

  • Maria

    Hallo Herr Renz-Polster,

    Sie kritisieren die unterschiedlichen Fragestellungen bei den beiden Gruppen.
    Aber wie hätten Sie die Frage denn formuliert? Schließlich haben wir ja das Problem, dass es bei den Corona-Infizierten einen festen Zeitpunkt gibt (Feststellung der Infektion), bei der Kontrollgruppe jedoch naturgemäß nicht.

    Was würden Sie also anstelle des einjährigen Bezugszeitraums bei der Kontrollgruppe vorschlagen, damit die Studie in Ihren Augen nicht mehr so kritikwürdig wäre?

    Danke für Ihre Antwort!

    • Caroline Keeling

      Hallo Maria, da haben mein Mann und ich uns heute beim Mittag auch Gedanken drüber gemacht. Theoretisch hätte man sich die Verteilung der Infektionszeitpunkte bei den nachweislich mit SARS-CoV2 infizierten Kindern hernehmen können und den Kindern aus der Kontrollgruppe dann „künstliche“ Infektionszeitpunkte aus dieser Verteilung generieren können. Dann hätte man die Frage in der Kontrollgruppe identisch stellen können: „Hatte ihr Kind 4 Wochen oder länger nach diesem Datum folgende Symptome:“…. aber ich finde das in der Praxis schwierig: wenn ich jetzt so ein Fragebogen bekommen würde, mit einem bestimmten Datum, das evtl. mehrere Monate zurückliegt, ob ich mich da korrekt erinnere, ob/ bzw. welche Symptome meine Kinder zu diesem Zeitpunnkt zeigten? Vielleicht wenn man Buch führt, oder im Kalender schaut ob man in dem Zeitraum beim Kinderarzt war… und je mehr Aufwand, desto weniger Eltern beantworten dann den Fragebogen..

      • caroline Keeling

        Oder man befragt halt beide Gruppen nach den Krankheitssymptomen innerhalb des letzten Jahres…

    • Herbert Renz-Polster

      Das ist wirkich eine sehr komplexe Frage, der etwa die LC-Forscher Athena Akrami nachgeht, und tatsächlich gibt es inzwischen für LC validierte Fragebögen.
      Also entscheidend für einen guten Vergleich ist zunächst einmal dass die Fragen auch die Kernsymptomatik von Long Covid mit abdeckt. Dafür sind zwei Parameter entscheidend:
      Erstens muss die spezifischste Symtomatik von LC abgefragt werden, und das ist vor allem die Symptomverschlechterung nach Belastung (dass die Kinder also durch Sport oder spielerische Belastung einen „Rückfall“ oder „Crash“ erleben), aber auch die kognitive Verlangsamung/Gedächtnisproblematik (brain fog) und Herzrasen/Ohnmachtsgefühle beim Stehen als Hinweis auf ein assoziiertes POTS.
      Dann müssen die unspezifischen Symptome (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten oder „Fatigue“ nach ihrer Schwere (z.B. Skala zwischen 1 und 10) graduiert werden. Denn: natürlich ist es eine andere Sache ob hinter der angekreuzten „> 4 Wochen anhaltende Konzentrationsschwierigkeit“ ein Teenager steht, der halt nicht richtig aus den Federn kommt oder Stress in der Schule hat, oder einer einer schweren Hirnfunktionsstörung bettlägrig ist (dasselbe mit Fatigue).
      In den hier verwendeten Fragebögen hätte zudem der „Kontrollfragebogen“ die Frage enthalten müssen, ob die angekreuzten Symtome im Zusammenhang mit der angegebenen Grunderkrankung stehen (denn diese Angaben dürften dann nicht gewertet werden).
      Was den Kontrollzeitraum angeht: es ist okay einen anderen Zeitraum abzufragen (der kann auch 6 Minste sein oder 2 Jahre), nur dann muss man dafür statistisch kontrollieren, also z.B, eine zu erwartende zeitraumbezogene (sagen wir: Monat) Symptomprävalenz errechnen, und das dann mit den in der Fallgrupp angegebenen „Symptommonaten“ verrechnen (manche hatte da 1 Monat anhaltende Beschwerden, andere 2 Monate usw.
      Vor allem hätten in der Analyse auch die Symptomcluster mehr Aufmerksamkeit bekommen sollen, denn so schon zeigt sich, dass die Fallgruppe viel „dichtere“ Symtpome hat: In der Fallgruppe werden z.B. 0,63 Symptome pro Person angegeben, in der Kontrollgruppe 0,40 – gleichzeitig gibt in beiden Gruppen etwa der gleiche Prozentsatz KEINE Symptome an. Hier hätte ich z.B. neben einem „severity Index“ auch einen quantitativen Index erwartet.
      Vor allem aber krankt die Studie daran, dass Symptome willkürlich als „nicht relevant für LC“ definiert wurden – weil sie in der Kontrollgruppe häufiger vorkommen. Das geht einfach nicht, weil die Überhäufung in der Kontrollgruppe ja methodisch schon angelegt ist.

      • Caroline Keeling

        Lieber Herr Renz-Polster,

        könnte es sich nicht trotzdem lohnen, den Datensatz dieser dänischen Studie zu „re-analysieren“? Ich glaube mich zu erinnern solche Paper gelesen zu haben, in denen Wissenschaftler ihre eigenen Analysen veröffentlichen, zu Daten, die im Rahmen anderer Studien erhoben, analysiert und veröffentlicht wurden. Und dann war es besonders spannend, wenn die Ergebnisse sich wiedersprachen.

        Ich kann mir vorstellen, dass man mit relativ wenig zeitlichem Aufwand trotzdem noch einige Erkenntisse über LC aus diesem Datensatz gewinnen kann. Mir haben sich ein paar Ideen aufgedrängt (die mit grosser Vorsicht zu geniessen sind, da ich leider selbst keine ausgebildete Statistikerin bin, sondern eher Autodidakt). Ich schreib die hier trotzdem mal ganz vermessen in den Blog:

        Ich denke, der Datensatz könnte trotzdem möglicherweise aussagekräftige Details zu LC enthalten (auch wenn der Fragebogen nicht dem entspricht, was Sie weiter oben als LC validierten Fragebogen beschrieben haben):

        Könnte man nicht nochmal an dem Datensatz anwenden, ungefähr was sie weiter oben beschrieben haben? Also statistisch für den Unterschiedlichen Beobachtungszeitraum kontrollieren? Wenn man die Kinder in der Fall-Gruppe zum Beispiel nach der Länge des Beobachtungszeitraums gruppieren könnte (2 Monate, 3 Monate …) und dann pro Gruppe die Prävalenz an Kindern mit z.B. Husten plus Müdigkeit länger als 4 Wochen (oder was auch immer man sich anschauen will) ausrechnet, könnte man eventuell einen 12 monatigen Beobachtungszeitraum extrapolieren und diesen dann mit der Prävalenz innerhalb der Kontrollgruppe vergleichen. Erstmal würde ich das allerdings alles plotten und anschauen, ob es plausibel aussieht, z.b. dass sich die Prävalenzen/Beobachtungszeiteinheit nicht nennenswert zwischen den Gruppen unterscheiden. Ich vermute da gibt es einfachere und auch ausgefeiltere statistische Methoden um dann einen 12 monatigen Beobachtungszeitraum zu extrapolieren . Und man könnte z.B. vielleicht noch einbeziehen, dass manche Prävalenzen z.B. für respiratorische Symptome in den Wintermonaten höher ausfallen…. Ich persönlich hätte ja sehr grosse Lust einmal mit diesem grossen Datensatz zu spielen :-). Und wäre das nicht auch was für Sie und Ihre Mannheimer Kollegen Herr Renz-Polster?

  • Jonas

    Nicht zu vergessen die knapp 20-30% Jugendlichen, die an Geschmacks- und Geruchsverlust leiden.

    Und je mehr Symptome, die laut der Studie überhaupt nicht bei LongCovid auftauchen (Durchfall, Übelkeit, Fieber), man mit in den Vergleichspool nimmt, desto näher kommt man der 0%. Nimmt man zum Beispiel noch Blindheit, Hörverlust und Klumpfuß mit auf, kann man die 0,8% noch drücken, weil es da zwischen LC und Kontrollgruppe keinen Unterschied gibt.

    Richtig wäre es, das Symptom mit dem höchsten Unterschied zu nehmen für eine Altersgruppe. Denn man hat ja schon mit einem anhaltenden Symptom LongCovid.

  • KH

    Die Analyse der Studie ist ein blödsinn. Warum glauben irgendwelche dahergelaufenen Möchtegernwissenschaftler es besser zu wissen als Menschen, die sich seit Jahrzehnten mit solchen Sachen beschäftigen.
    Ein Vergleich 4 Wochen vs. 4 Wochen macht nur dann Sinn, wenn man alle Kinder der Kontrollegruppe auch alle mit sämtlichen Krankheiten krank macht, um dann zu sehen, ob Covid schlimmer ist als die anderen Krankheiten. Die Covid Kinder waren nachweislich krank. Die Kontrollegruppe aber nicht. Also muss man bei der Kontrollegruppe überprüfen, ob in den letzten 12 Monaten es auch Krankheiten gab, die länger als 4 Wochen angedauert haben. Man hätte auch 24 oder 36 Monate nehmen können, aber da hätte sich keiner dran erinnert. Also nimmt man den Studienzeitraum von 12 Monaten her.
    Fazit: Abweichungen von ein paar Prozent sind normal. Ob es am Ende 2% sind oder nur 0,5%, ist nicht so wichtig. Es sind auf jeden Fall nicht 40%. Also die Aussage und die Richtung der Studie sind richtig.

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