Kommentar4. April 2018

Computerspiele und neue Webseite. Und Danke.

Also da stehe ich jetzt vor einer gewaltigen Herausforderung. Ich will eigentlich meine neue Webseite ankündigen. Und gleichzeitig grüble ich darüber nach, wie ich das schaffen kann, ohne mich komplett zum Affen zu machen.

Denn

  1. das ist gar nicht meine Webseite
  2. hat die Webseite auch sonst eine Geschichte, bei der ich mal wieder super aussehe 😉

(wem es gerade nicht nach Geschichten ist: hier kannst du gucken, stöbern und genießen…)

Also Rückblende. An unserem ersten Kind, Simon, ging die Computerspielwelle noch gerade so irgendwie – zisch – vorbei. Wir wohnten irgendwo im digitalen Niemandsland, die Bildschirme ruckelten und zuckelten, und um wirklich mal richtig am Computer zu spielen, musste man tonnenweise Gerätschaft zu „LAN-Parties“ schleppen. Uff, eine fast analoge Kindheit (heute ist er genauso digital wie wir alle).

Dann Johannes, unser Zweitältester. Alles lief anders als die Öko-Natur-Kriegsdienstverweigerer-Eltern sich das dachten. Weil: mehr Digitalsaft aus der Leitung, größere Bildschirme, in der Schule Frust, und vor allem – das verrate ich gleich noch.

Jedenfalls: Johannes spielte. Und spielte. Und spielte. Und spielte. Und spielte. Und spielte. Okay, ich höre auf damit. Aber Johannes tat das eben NICHT. Der: spielte. Und spielte. Und spielte. Und spielte. Okay ja, ich würde ja gern aufhören, aber ich bin noch nicht fertig. Denn Johannes spielte: Schweinchen tot schießen, Armeen gegen andere (noch fiesere) Armeen losschicken, und die Geräusche, die da aus dem Zimmer kamen, waren entsprechend:

BUUUUUMMMMMMM!

KRACH

PÄNG-PÄNG-PÄNG

Wir Eltern: Schock. Getroffen. Was-tut-unser-Sohn-da? Das-ist-ja-wohl… Geht gar nicht!

Zeitvereinbarungen.  Drohungen von wegen Kabel durschschneiden (mindestens!). Noch besser – Tipp eines guten Freundes – Zeitkonto einführen, da gäbe es solche Programme zum Runterladen.

Nichts hat funktioniert.

Immer mehr BUUUUUMMMMMMM! KRACH! PÄNG-PÄNG-PÄNG!

Das Problem (wir haben das mit der für Eltern üblichen Verzögerung dann auch verstanden, hat aber eine Weile gebraucht) war weder unser Kind, noch die Spiele, sondern, dass da etwas „funktionieren“ sollte. Etwas,

  1. von dem wir keine Ahnung hatten
  2. das uns Angst machte

Und für das wir auch nicht wirklich Energie hatten uns damit auseinanderzusetzen. Und gute Stimmung schon gar nicht.

Denn es ging uns Großen nicht so gut damals.

Unserem Kind – das gehört nun mal dazu – auch nicht.

Also: Total fail, nix-gut-auf-der-ganzen-Linie, um es international zu sagen.

Aber immerhin:

  1. lernte Jo das Programmieren, weil sein Stamm so eine Art Ebay-Laden hatte und er da nicht immer hinter dem Tresen hocken wollte und lieber ein Auktionsprogramm dafür schrieb. (Vielleicht wollte er auch einfach seinen Eltern zeigen, dass er doch nicht ganz so oft hinter „der Kiste“ sitzt. Denn: er ist – und war auch damals – sehr gutmütig, lieb und verständnisvoll).
  2. ging es uns Großen allmählich wieder besser. Und wir alle lebten auf. Und wieder zueinander hin.

Und der Scheinriese war auf einmal tot – ohne dass wir die Leitung durchgeschnitten haben.

Tot? Nein. Aus der Asche stieg ein Phoenix. Der sah zuerst ein bisschen poppig aus, nämlich so, nein, ja, wirklich:

Das war also meine erste Webseite.

Hat Jo für mich gemacht.

So zwischen ein paar Spielen.

Dann kam eine seriöse Welle, da war Jo dann 16.

Ja, und so ging es weiter, so hartnäckig, dass es dann auch der Katze beim Programmieren manchmal zu langweilig wurde.

Ja, das wurde dann alles ein bisschen größer. Mein Blog kam dazu und diese ganzen Mobilformate. Und über die Jahre  wurde aus der Webseite eben ein riesen Ding.

So groß wie sie jetzt ist. Hunderte von Seiten mit Blog-Beiträgen, Artikeln, Interviews, alles rund um die Entwicklung von Kindern (digitale Entwicklung inklusive 😉

Und eben: ganz besonders hübsch, alles von Hand gemacht bzw. programmiert und ein lebendes Ding. Denn: jede Woche kommen neue Beiträge dazu und alles soll weiter wachsen.

Die Menschen dahinter

Alles das war nur möglich, weil da ein paar Leute zusammen angepackt haben (ich selber bin digital ahnungslos). Und das über mehr als ein ganzes Jahr:

Johannes – Webmaster und Masterstudent der Informatik (war ja wohl logisch), 26 Jahre alt, Perfektionist, Motto: „Fremdcode auf der Seite: geht gar nicht“. Ohne ihn wäre das alles nicht gegangen.

 

Simon –  Feingeist hinter Design, Grafik  und Bildwelt, 30 Jahre alt, Kartograph (sieht man doch, man findet den Weg, und wie).

Und dann sind da noch: Laura (beste Text-Redigateurin), Judith (beste im ganzen Universum), Aaron (Bilder scannen, Kommentare aus dem Off), Lena (Text und Bild und gute Stimmung), und überhaupt, was weiß ich, wer da was im Team alles gemacht hat.

Ich kann jedenfalls nur das sagen. Eines Tages, nach einem Jahr und vielen Monaten, und vielen Rückfragen, wann wir denn in etwa mit der neuen Seite hochgehen, bekam ich zu meinem Geburtstag ein Paket. Darin war ein Stick. Darauf so ein elektronischer Zauberspruch oder so was, jedenfalls: als ich den in mein Laptop einschob, startete die neue Seite.

Und da will ich jetzt alle zum Stöbern einladen. Das aber nicht ohne meinen Kindern und deren Freundinnen DANKE zu sagen!!!!

3 Kommentare

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  • Marina Meger

    Wirklich toll, was ihr als digitales Team gemeinsam geschaffen habt! Wenn es euch langweilig werden sollte, würde ich mich freuen, wenn ihr bei mir anklopft. 😀

    Herzliche Grüße aus dem Weserbergland

  • Thomas aus RT

    Hui – frische Seiten.
    Schon vom ersten Eindruck bin ich b-geistert und g-spannt auf weitere Entdeckungen.

    Alles Gute an den ganzen Clan, wo immer ihr auch seid.

  • Petra

    Wie immer, lustig und informativ und kein bisschen belehrend oder Zeigefinger hebend. Und auch ein bisschen süß, so wie die neue Seite. Tolle Arbeit – like it!