Kommentar22. November 2021

Sollen wir die Kinder impfen? (Letzter Teil)

Wir sind jetzt ziemlich in der Patsche. Viele Menschen (inklusive Politiker aus allen Lagern) haben das Virus unterschätzt. Andere wollten mal endlich ihre Agenda durchziehen. Freedom Day! Jetzt sieht es eher danach aus, wie wenn die Ärzte in den Krankenhäusern bald in aller Freiheit Triage praktizieren dürfen. Also: den Impfturbo anwerfen. Genau – aber für wen? Und wenn ja, wie viele?

Zuletzt hat sich tatsächlich Dr. Richard David Precht auch zu dieser Frage zu Wort gemeldet. Und hat gleich gezeigt, wie kompliziert das Thema in Wirklichkeit ist.

Bei den Kinder-Impfungen auf einmal alles in Schwarz-Weiß

Die wohl eindrücklichste Beobachtung in dieser Pandemie ist für mich die gewesen: Dass immer alles entweder als schwarz angesehen wird, oder aber als weiß. Richtig oder falsch. Gut oder schlecht. Keine Zwischentöne, keine Abwägungen.

Deshalb fallen die Dominosteine praktisch immer in die gleiche Richtung. Die inzwischen vielen Tausend Kommentare zu Coronathemen auf diesem Blog sind ein Beispiel dafür: Lehnt jemand die Impfungen ab, kommt als nächstes garantiert der Hinweis, Corona sei nur eine Grippe. Und Long Covid bestenfalls „umstritten“. Alles wird zu einem stimmigen Paket geschnürt. Und damit der Knoten auch stramm sitzt, kommt dann meist noch der Hinweis auf irgendeine Gemeinheit, die da im Gange ist: Jemand will hier Böses tun!

Dasselbe gilt aber auch auf der anderen Seite: Wer Corona als große Gefahr sieht, findet die Impfungen dann meist so richtig super. Die Nebenwirkungen: nicht der Rede wert. Und Einwände dagegen: eine Zumutung. Und die Impfmuffel? Alles Idioten.

Und jedes der Rudel neigt zu ziemlich radikalen Meinungen über die andere Seite.

Übt jetzt auch Herr Precht das Päckle-Schnüren ?

Offenbar kann sich dem selbst Deutschlands bekanntester Denker, Dr. Richard David Precht, nicht entziehen. Herr Precht, dessen Positionen ich in der Regel teile und der tatsächlich oft sehr differenziert und klug über die Themen unserer Zeit redet, liess sich zuletzt zu Positionen hinreißen, die mich wirklich von den Socken hauen. So in einem Podcast mit Deutschlands bekanntestem Moderator, Markus Lanz, und auch in einem Beitrag für Phoenix. Beidesmal ging es um das heisse Thema: Sollen die Kinder gegen Corona geimpft werden?

Was es da auf die Ohren gibt: whow! „Wir impfen unsere Kinder, damit Statistiker sagen können: Wir haben noch mehr Geimpfte.« Wir sollten endlich gegen die „Herrschaft der Statistiker“ aufbegehren! Herr Precht verweist auch gleich noch auf „Populationsgenetiker“ und meint: „Wenn die sich anschauen, wie sieht es um die deutsche Bevölkerung aus – dann wird auf Freiheitsrechte und Individualschicksale tatsächlich immer weniger Wert gelegt.“ Puuh – welche Populationsgenetiker denn, habe ich was verpasst?

Und das alles wegen der Kinderimpfungen. Die seien völlig überflüssig. Für Kinder sei Corona nämlich „komplett ungefährlich“ – und zwar zu 99,9 Prozent. Deshalb seien die Impfungen in Wirklichkeit eine Bedrohung für die Kinder, er befürchte spätere Autoimmunkrankheiten.

„Weil, ein im Aufbau befindliches Immunsystem mit diesem Impfstoff zu bearbeiten – das würde ich nicht tun“.

Nun bin ich eigentlich geneigt zu vermuten, dass Herr Precht hier einfach über das Ziel hinausgeschossen ist, ich kann mir diesen Ausbruch einfach anders nicht erklären – und zuletzt scheint er ja auch zurückzurudern. Und auch wenn da manches für mich ein bisschen spiegelverkehrt klingt, ist an seiner Erklärung bestimmt was dran: Die andere Seite würde „die 50 Schattierungen von Grau nicht thematisieren, die es gibt.“ Tatsächlich war die Reaktion auf Herrn Prechts Impf-Bashing dann zum Teil nicht weniger Schwarz-Weiß.

Kinderimpfungen – leider ein sehr komplexes Thema

Schauen wir uns das Thema „Impfen von Kindern“ einmal an, dann wird rasch klar, wie komplex die Frage ist – und wie verlockend es deshalb vielleicht ist, einfach mal in die Vollen zu gehen. Ich will die Kinder-Impffrage in zwei Teilfragen untergliedern.

Erstens: Wie gut sind die Kinder-Impfungen?

Herr Precht meint, eine Impfung mit dem Gen-Impfstoff würde das sich entwickelnde Immunsystem des Kindes schwächen. Weil er in dem Beitrag gleichzeitig die Kinderimpfungen generell zu befürworten scheint, nehme ich an, dass sich dieses Argument auf den mRNA-Impfstoff bezieht. Nun ist zu dieser neuen Art der Impfung schon viel behauptet worden (einmal entsteht dadurch Krebs, einmal neurodegenerative Erkrankungen a la Alzheimer und einmal Autoimmunerkrankungen), und weil ich kein Experte für Gen-Translation bin, kann ich diese Behauptungen nicht widerlegen. Ich kann nur darauf hinweisen, dass ich diese Sorgen von keinem renommierten Immunologen oder Genetiker gehört habe, dafür sehr häufig von Menschen, die grundsätzliche Bedenken gegen Impfungen oder andere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben.

Unspezifische Immuneffekte von Impfungen

Natürlich stimmt es, dass das sich entwickelnde Immunsystem des Kindes offen ist für Umwelteinflüsse – das zeigt das Beispiel der Allergien (bei denen schon der Geburtsmodus eines Kindes eine Rolle spielen kann, an den ersten Arbeiten dazu war ich selbst beteiligt). Auch Impfungen können einen Einfluss auf die Abwehrbereitschaft des Kindes haben – hier werden allerdings bisher vor allem positive Einflüsse diskutiert. So hat sich gezeigt, dass bestimmte Impfungen das Immunsystem nicht nur gegen den jeweiligen Erreger fit machen, sondern auch insgesamt einen stärkenden Einfluss auf das Immunsystem haben.

Führt man etwa die Masernimpfung für Kinder in einem Entwicklungsland ein, so nimmt die Kindersterblichkeit dort viel stärker ab als das nur durch den Rückgang der Masernfälle zu erwarten wäre. Manche Impfungen „trainieren“ also tatsächlich das Immunsystem (zu dieser Gruppe gehören Masern, Influenza, orales Polio, BCG und die Kuhpockenimpfung). Interessanterweise werden solche „trained immunity“ Effekte derzeit als ein möglicher Ansatz gegen gegen Long Covid erforscht, etwa von Akiko Iwasaki. Könnten manche Impfungen das Immunsystem auch eine Zeit lang schwächen? Darüber wird ebenfalls hin und her diskutiert, manches spricht dafür, manches dagegen, die Lage ist ungeklärt (was schon zeigt, dass der Effekt nicht *sehr* groß sein dürfte).

Autoimmune Reaktionen nach Impfungen?

Können Impfungen zur Entwicklung von Autoimmunität bzw. Autoimmunerkrankungen beitragen? Diese Frage ist für Immunologen tatsächlich eine wichtige Forschungsfrage, denn wo immer das Immunsystem angefahren wird, besteht auch die Möglichkeit, dass Autoimmunprozesse in Gang kommen (oder physiologische Autoimmunprozesse gestört werden). Eine sehr umfassende Arbeit (preprint) zur SARS-CoV-2 Impfung kommt zu dem Schluss, dass zwar noch Kenntnislücken bestünden, aber alles dafür spreche, dass eine Wildinfektion mit SARS-CoV-2 um ein Vielfaches stärker zu Autoimmunreaktionen führen dürfte  (tatsächlich hinterlässt Covid-19 sehr häufig eine unglaublich breite Schleifspur an Autoimmunphänomenen, und Immunologen erwarten tatsächlich einen deutlichen Anstieg von Autoimmunerkrankungen aller Art).

Nebenwirkungen von Impfungen?

Gibt es bei der Impfung gegen SARS-CoV-2 Nebenwirkungen? Ja, die gibt es. Zum einen natürlich im Sinne von Impfreaktionen (Fieber, Abgeschlagenheit, Schmerzen). Es wird nun einmal das Immunsystem angefahren, und das zeigt sich an diesen Reaktionen, die bei den mRNA-Impfungen gegen SARS-CoV-2 tatsächlich üppiger ausfallen als bei anderen Impfungen, gerade bei jungen Erwachsenen und auch Jugendlichen. (Bei dem jetzt für die jüngeren Kinder entwickelten mRNA-Impfstoff wird nur ein Drittel der Impf-Dosis gegeben, die Verträglichkeit in den Zulassungsstudien war recht gut).

Impf-Komplikationen?

Kommen auch Impf-Komplikationen vor (also Impf-Schäden)? Auch das ist möglich, wir haben davon ja gehört (z.B. Thrombosen beim vektorbasierten AstraZeneca Impfstoff, Herzentzündungen bei den mRNA-Impfstoffen, auch seltene neurologische Komplikationen, inklusive „Long Covid“, das sich in seltenen Fällen auch einmal nach einer Impfung entwickeln kann). Das Immunsystem macht in seltenen Fällen sozusagen auch nach Impfungen Blödsinn, und der kann auch zu bleibenden Schäden führen. Nur: diese Schädigungen sind sehr selten und deutlich seltener als die Schädigungen, die durch eine natürliche Infektion entstehen können.

Gibt es Impfnebenwirkungen, die sich nicht gleich einstellen? Das wird immer wieder kategorisch verneint, nur, es stimmt nicht ganz. So können durch manche Impfungen (auch gegen SARS-CoV-2) zum Beispiel sehr selten Herzentzündungen entstehen, die zunächst nicht unbedingt auffallen, weil sie vielleicht nur wenig oder unspezifische Beschwerden machen; allerdings können dabei selten einmal auch Vernarbungen am Herzen entstehen, die dann erst später im Leben auffallen. Sind solche Fälle auch bei der SARS-CoV-2 Impfung zu erwarten? Das ist nicht auszuschliessen, und das wird auch von den an dieser Frage beteiligten Forschern nicht ausgeschlossen. Auch hat sich gezeigt, dass das Spike-Protein an den Gefäßinnenwänden Entzündungsreaktionen hervorrufen kann – und es könnte sein, dass solche Prozesse in einem gewissen Maß auch durch die Impfung angeschoben werden (entsprechende Untersuchungen sind bisher allerdings noch nicht fachlich begutachtet). Aber auch hier gilt: die möglichen Folgen dürften sehr viel seltener sein als nach einer SARS-CoV-2 Wildinfektion.

Es ist also keineswegs so, dass Impfungen immer garantiert unbedenklich, 100 % sicher und die ideale Lösung schlechthin sind. Jeder einzelne Impfstoff-Forscher wird mehrere Punkte aufzählen können, die er oder sie sich an Verbesserungen wünschen würde. Nur: wir haben eben nur die jetzigen Impfstoffe zur Verfügung. Und ja, das macht die Entscheidung nicht immer so idioten-einfach, wie manchmal dargestellt. Alles läuft ja auf eine Frage der Abwägung zwischen der Begegnung mit SARS-CoV-2 per Spritze oder per Aerosol hinaus (die Hoffnung, sowohl ohne Impfung als auch ohne natürliche Infektion durch die Pandemie zu kommen, ist nicht sehr realistisch, auch wenn es Einzelfälle mit einem vorbestehenden, „natürlichen“ Schutz vielleicht tatsächlich gibt).

Ich kann also nur sagen: Die Begegnung mit SARS-CoV-2 per Spritze ist – von seltenem Pech abgesehen – die weitaus bessere Wahl als die Begegnung „in echt“.

 

Zweitens: wie viel „Krankheit“ droht den Kindern?

Herr Precht sagt: Nicht mehr als 0,1 % der Kinder haben Probleme durch eine Covid-Erkrankung zu befürchten.

Ich habe diese Frage sehr intensiv über Monate verfolgt und muss dazu das sagen: Das stimmt nicht.

Es stimmt zwar, dass Kinder sehr selten an akuten Komplikationen von COVID-19 zu leiden haben oder gar sterben (in Deutschland sind bisher etwa 2000 Kinder wegen oder mit einer SARS-CoV-2 Infektion in ein Krankenhaus aufgenommen worden, etwa 100 davon auf eine Intensivstation. Und etwa 30 Kinder – die meisten davon waren schon vorher krank – starben mit oder an SARS-CoV-2. Zudem wurden immerhin 455 Fälle von PIMS gemeldet, von denen über 90% folgenlos ausgeheilt sind). Ob dieses Zahlen immer noch bei 0,1% der Kinder bleiben, wenn alle Kinder infiziert wären, weiß ich nicht, aber auf die Gesamtzahl der Infektionen berechnet ist das individuelle Risiko der Kinder tatsächlich überschaubar (auf jeden Fall dürfte das Akut-Risiko einer SARS-CoV-2 Infektion weit über dem Risiko vieler anderer Infektionskrankheiten liegen, gegen die wir Kinderärzte Impfungen empfehlen, inklusive Windpocken, Rotaviren, Meningokokken C, HPV, Hepatitis B, Mumps und vielleicht auch Hämophilus influenzae B).

Dennoch stellt eine SARS-CoV-2 Infektion für Kinder kein „kleines Risiko“ dar. Denn auch Kinder haben ein substantielles Risiko für Langzeitfolgen. Ich rede von Long Covid (oder auch post-Covid, PASC oder Post Covid Syndrom genannt – ich verwende in diesem Beitrag ohne Unterscheidung für alle Langzeitverläufe den Begriff Long Covid).

Long Covid: ein Topf mit vielen Ursachen

Kurz etwas dazu: LongCovid ist ein Topf mit sehr vielen Ursachen: Da sind von der Akuterkrankung übrig gebliebene Organschädigungen drin (von Schlaganfällen bis Geruchsstörungen), da sind posttraumatische Belastungsstörungen drin (zumeist vom Überlebenskampf auf Intensivstationen), da sind durch SARS-CoV-2 neu entstandene Krankheiten drin (wie etwa Diabetes, Herzentzündungen oder auch neurologische Erkrankungen). Etwa ein Drittel der Long Covid Fälle verlaufen als schwelende Entgleisung des Immunsystems, wie sie auch nach anderen Infektionen auftreten können, ob nach Pfeifferschem Drüsenfieber (Epstein Barr Virus, EBV), Influenza, Enteroviren, Ebola, Chikungunya Fieber oder auch SARS und MERS. (Tatsächlich leiden von den in den Jahren 2002/2003 an SARS Erkrankten auch heute noch über ein Drittel an Langzeitfolgen. Nach heutigem Verständnis gehören solche postinfektiösen Verläufe zum Kleingedruckten von überraschend vielen Infektionserkrankungen, d.h., neben Long Covid gibt es eben auch Long-Influenza, Long-EBV, Long-Ebola, und so weiter.

Diese Verläufe betreffen auch akut nur mild Erkrankte. Und sie betreffen auch Kinder. Und sie treten häufig genug auf, dass wir ihnen unbedingt vorbeugen müssen. Beides ist für mich inzwischen zweifelsfrei belegt.

Wie häufig ist Long Covid?

Dass es hier Kontroversen gibt, ist darauf zurückzuführen, dass es überraschend schwer ist, Langzeitverläufe korrekt zu untersuchen und ihre Häufigkeit zu bestimmen – ich werde das noch detailiiert besprechen, aber hier schon einmal eine Grafik dazu, die zeigt wie unterschiedlich die Häufigkeit von LongCovid bei Erwachsenen in verschiedenen Studien eingeschätzt wird (Quelle):

Zwischen 0,5% und 70% ist also alles mit dabei (ich nehme an, dass für die Erwachsenen eine Rate von etwa 10 bis 15% an durch SARS-CoV-2  ausgelösten Langzeitproblemen plausibel ist).

Und bei den Kindern?

Auch hier gibt es keine klare Antwort. In den bisher etwa 14 dazu veröffentlichten Studien wird eine Spanne zwischen 1,2% und 66% angegeben.

Diese Unsicherheit hat mit gleich mehreren Problemen zu tun.

Zum einen gibt es erst seit Kurzem eine klare Falldefinition von LongCovid, so dass die Studien schon deshalb oft nicht vergleichbar sind. Ausserdem treten Langzeitfolgen teilweise mit einer zeitlichen Verzögerung nach der Akutinfektion auf, und oft wechseln sich Phasen der Besserung mit Phasen der Verschlechterung ab. Studien, die sich auf zeitliche Punktmessungen verlassen, sind deshalb oft unzuverlässig. Zudem ist das Krankheitsbild sehr vielgestaltig und enthält auch neuropsychiatrische Elemente (wie Denkstörung, Erinnerungslücken, Angststörung oder Fatigue), die tatsächlich auch durch die soziale Isolation in der Pandemie entstehen können.

Deshalb ist der Vergleich mit einer Kontrollgruppe sehr wichtig, Studien überschätzen sonst die Häufigkeit von LongCovid. Allerdings ist ein solcher Vergleich methodisch gar nicht so einfach.  Am Anfang der Pandemie etwa war es mehr oder weniger Zufall, wer einen PCR Test bekam und wer nicht (gerade bei Kindern, die ja zudem eine Infektion meist ohne klinische Zeichen durchmachen).

Viele Studien mussten sich deshalb auf Antikörpertests verlassen um vormals Infizierte von vormals Nicht-Infizierten zu unterscheiden. Nur: wie wir heute wissen, entsteht dabei vor allem Datenschrott. Dies liegt zum einen daran, dass manche Menschen nach einer SARS-CoV-2 Infektion gar keine Antikörper bilden, dieser Anteil kann bei den Erwachsenen bis zu 36% ausmachen, bei den Kindern macht dieser Teil wahrscheinlich sogar die deutliche Mehrheit aus. Zudem gehen die Antikörper im Lauf der Monate zurück und sind dann zum Teil gar nicht mehr nachweisbar (6 Monate nach einer SARS-CoV-2 Infektion sind bei immerhin 40% der vormals Infizierten in Routinetests keine Antikörper mehr nachweisbar).

Problem Antikörpertests in Long Covid Studien

Zudem haben Antikörpertests ein weiteres, leider schwer wiegendes Problem. Weil sie nicht 100%ig treffsicher sind, identifizieren sie immer auch einen gewissen Prozentsatz an „falsch negativen“ und an „falsch positiven“ Ergebnissen. Während ersteres Problem in den LongCovid Studien weniger zu Buche schlägt, haben es die „falsch positiven“ Ergebnisse in sich. Denn damit werden manche Probanden fälschlicherweise den „vormals Infizierten“ zugerechnet, obwohl diese nie Covid hatten. Selbst wenn ein Antikörpertest damit vielleicht nur 2,5% der Teilnehmer falsch klassifiziert, kann dadurch die ganze Studie ihre Aussagekraft verlieren.

Leider hat die Long-Covid Forschung mehrere solche Potemkinschen Vergleichsstudien hervorgebracht, davon gleich zwei an Kindern (und zuletzt eine besonders peinliche Studie an Erwachsenen).  Inzwischen belegen Studien mit T-Zell basierten Tests zur Feststellung einer vorangegangenen SARS-CoV-2 Infektion, dass die auf Antikörperbestimmung beruhenden Long-Covid-Studien praktisch wertlos sind.

Long Covid bei Kindern: was ist *häufig*, was ist *selten*?

Orientiert man sich nun an den Studien zu LongCovid bei Kindern, die sowohl eine Kontrollgruppe geführt haben als auch als Infektionsnachweis auf gesicherte Diagnosen auf PCR-Basis zurückgreifen konnten, so ist eines klar: LongCovid bei Kindern ist real, und es ist gar nicht so selten.

Trotzdem geben auch diese Studien keine wirklich verlässliche Größenangabe. Miller´s Studie (preprint) aus dem UK etwa gibt die Prävalenz von Langzeitverläufen bei Kinder und Jugendlichen mit 4,6% an (im Vergleich zu 1,7 % in der gesamten Untersuchungsgruppe) – als „Langzeit“ galt hier allerdings schon eine Persistenz von Symptomen über 4 Wochen hinaus. Stephensen´s Team analysierte Selbstangaben von Kindern und Jugendlichen aus dem UK und fand zum einen eine überraschend hohe Krankheitslast auch bei den nicht-infizierten Kindern, zum anderen zeigte der Vergleich mit den tatsächlich (PCR-gesichert) infizierten Kindern, dass diese 15 Wochen nach ihrer Diagnose deutlich mehr Beschwerden und vor allem Einschränkungen im täglichen Leben hatten als die Kontrollgruppe (grob gesagt könnten laut dieser Studie bis zu 14% der mit Covid diagnostizierten Kinder langfristige Folgeerscheinungen mit sich herumschleppen, was sicherlich ein eher hoch gegriffener Wert ist).

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein vor kurzem erschienene Datenanalyse deutscher Versicherungen, die zeigen konnte, dass 3 Monate nach der Diagnose die Häufigkeit neu dokumentierter Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen mit COVID-19 um ca. 30% höher liegt als bei Kindern ohne COVID-19-Diagnose. Natürlich sind auch hier methodische Begrenzungen zu beachten, allerdings liegt hier immerhin ein einigermaßen valider Vergleich vor.  Ähnliches (dies als Nachtrag) gilt für die recht häufig zitierten Daten der Nationalen Statistikbehörde des UK (ONS), die leider an manchen Stellen kranken, aber dennoch zeigen, dass Langzeitverläufe auch bei Kindern keine Seltenheit sind. Erwähnenswert sind aber auch (finde ich), die jetzt inzwischen vorliegenden Berichte der Praktiker aus Israel, das in dieser Pandemie oft dort steht, wo wir in einem halben Jahr sein werden.

Jedes Prozent ist eines zu viel

Mir geht es hier im Übrigen gar nicht darum jetzt genau festzulegen, ob Long Covid nach einer SARS-CoV-2 Infektion nun bei 1,5% der Kinder auftritt oder bei 5%.

In Wirklichkeit sind das nämlich riesig große Zahlen. Jedes einzelne Prozent ist ein Prozent zu viel.

Dieser Tweet bringt es gut auf den Punkt:

Fakt ist für mich das:

  • LongCovid verläuft auch bei Kindern zum Teil schwer, also mit Einschränkungen, die dem Kind eine Teilhabe am Alltagsgeschehen (z.B. Schulbesuch) unmöglich machen.
  • LongCovid betrifft vor allem ältere Kinder und Jugendliche, aber kommt auch bei jüngeren Kindern vor.
  • Inzwischen ist davon auszugehen, dass LongCovid-Verläufe durch Impfungen zumindest in großen Teilen verhindert werden können.
  • Auch ist davon auszugehen, dass LongCovid-Verläufe bei Durchbruchinfektionen nach Impfung seltener vorkommen als bei Infektionen ohne vorhergehende Impfung.

Das alles spricht für mich für die Impfung, auch von Kindern. (Und noch einmal: nein, die sind nicht perfekt, und nein, die sind auch keine Garantie gegen spätere Infektionen und auch nicht gegen alle Langzeitverläufe – aber sie reduzieren das Risiko deutlich).

Mehr noch: Für mich sollten diese  Langzeitverläufe Dreh- und Angelpunkt der Diskussion sein – mindestens im gleichen Maß als die Belegung der Intensivstationen. Denn noch einmal: Long Covid ist nicht nur „ein paar Monate schlapp sein“ – Long Covid kann eine schwere Behinderung, in manchen Fällen gar eine Art Ausschluss aus dem Leben sein. Hierzu will ich zum Schluss noch etwas sagen.

Überschneidung mit ME/CFS

Glücklicherweise heilen viele Fälle von Long Covid nach ein paar Monaten aus oder werden besser. Ein kleinerer Teil – die Schätzungen gehen von 5 bis 15 % aus – allerdings verlaufen als Chronisches Fatigue Syndrom, auch ME/CFS genannt (für: Myalgische Enzephalomyelitis/Cronisches Fatigue Syndrom). Der in Deutschland manchmal zu hörende Begriff Chronisches „Müdigkeits“ Syndrom ist eine Verniedlichung, denn die dabei auftretende Fatigue ist keine Müdigkeit, sondern ein mit Schlafstörungen, sensorischer Überreizung (Licht- und Geräuschempfindlichkeit) und oft auch einem Gefühl von „Untergang“ verbundener Zustand.

Leider ist ME/CFS bis heute meist ein lebenslanges Schicksal, für ein Viertel der Betroffenen bedeutet es Bettlägerigkeit und komplette Isolation – auch für die betroffenen Jugendlichen und Kinder. Ich kenne Mütter, die ihre kleinen Kinder nur noch wenige Minuten am Tag sehen können, ich kenne Teenager, die noch nie eine Party erlebt haben, ich kenne Menschen, denen wirklich alles genommen ist. Und doch ist ME/CFS eine bisher in der Gesellschaft nur wenig wahrgenommene Erkrankung, eine stille Katastrophe, wie mein Kollege, der Radiologe Dr. Lösch, es ausdrückt:

Ich persönlich wünsche mir, dass alle Menschen sich über Long Covid und ME/CFS informieren, denn diese Entgleisungen des Immunsystems können jeden treffen. Auch fitte Fußballer übrigens (um vielleicht Herrn Kimmich doch noch umzustimmen). Oder Marina Weisband, die manche noch als Piratin kennen.  Oder die etwa 40 Tausend Jugendlichen mit ME/CFS in Deutschland, die nach einem „Infekt“ einfach nimmer auf die Beine kommen. Mich selbst hat diese Erkrankung, an der ich im Winter 2016 durch eine Influenza erkrankt bin, regelrecht den Boden unter den Füßen weggezogen, und auch wenn ich nur moderat betroffen bin, ist es ein eingeschränktes Leben, in dem jede Überlastung ihren Preis hat und so viel wegfällt was mich vorher getragen hat (vom Kicken über Fahrradfahren bis Musik machen).

Ich kann deshalb nur sagen: nehmt diese Verläufe ernst! Schont Euch, wenn Ihr krank seid, gebt Euch Zeit zum Auskurieren (Überlastungen während einer akuten Infektion werden als Risikofaktor für die Entwicklung eines postviralen ME/CFS angesehen). Ich selbst vermute, dass SARS-CoV-2 Infektionen bei etwa 1 bis 2% der betroffenen Erwachsenen zu einem postviralen ME/CFS führen. Wenn es bei den Kindern nur die Hälfte oder ein Viertel wären, wäre das eine Katastrophe.

Denn  ein Prozent oder ein halbes Prozent mag nach wenig klingen. Aber wenn man bedenkt, wie viele Menschen sich an SARS-CoV-2 früher oder später anstecken, kommen in Deutschland gleich zig Tausende zusammen. Und bei denen wird sich rächen, dass ME/CFS so lange nicht wirklich erforscht und ernst genommen wurde – in Wirklichkeit stehen nämlich keinerlei Therapien zur Verfügung.

Ich jedenfalls bin mir sicher, dass wir einmal im Nachhinein mit Erschrecken zurückblicken werden, wie blauäugig wir diesen Langzeitverläufen gegenüber gewesen sind.

Der Autor: Dr. med. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, beschäftigt sich als Kinderarzt und Wissenschaftler seit langem mit der kindlichen Entwicklung und Gesundheit. Forschungstätigkeit im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung zunächst in den USA, dann am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Herausgeber und Autor diverser studentischer und ärztlicher Lehr- und Fachbücher. Einem breiten Publikum bekannt durch mehrere Sachbücher, u.a. das Standardwerk „Gesundheit für Kinder" und „Kinder verstehen - born to be wild!". Er hat 4 Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Ravensburg.

102 Kommentare

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  • Petra Rodenberg

    Herzlichen Dank für diesen sehr guten Artikel
    Ich freue mich einmal eine so gute Zusammenfassung in unaufgeregtem Ton zu lesen.

  • Theresa H.

    Vielen Dank für Ihre wieder einmal umfassende Recherche, Ihre Sachlichkeit und Ihre klaren Ansichten.
    Würden doch nur die Entscheidungsträger so differenziert hinsehen und die ihre Entscheidungen auf so gut fundierte Überlegungen hin treffen.
    Es hätte uns schon so manches Leid erspart.

  • Stephanie

    Ich hatte Impftermine, offlabel, für meine beiden Kinder gefunden, nach wochenlangen Arztsuche. Weil all das, was HRP hier so eindrücklich zusammen gefasst hat, mir sehr klar vor Augen stand.

    5 Tage vorher hatte mein Sohn einen positiven Schnelltest. 5 Kinder seiner Klasse sind inzwischen positiv. Ubd gleichzeitig wird behauptet, man müsse die Schulen unbedingt offen halten, denn die Schulen würden das Infektionsgeschehen unter Kindern „kontrollieren“. Weil ja getestet wird.

    Das ist, als ob ständiges Schwangerschaftstesten vor Schwangerschaften schützen würde.

    Jetzt ist der kleine Bruder krank und mein Mann mit einem Impfdurchbruch krank und ich habe im Bewusstsein, dass eine nicht unwesentliche Gefahr besteht, dass meine Kinder davon etwas davontragen.

    Und bin so wütend! Da läuft eine ganze Generation ins offene Messer! Es ist zum Haareraufen!

    • Lenina

      Ich wünsche gute BEsserung! Schade, dass ihr es nicht bis zur Impfung „geschafft habt“.

    • Kat Eck

      Hallo Stephanie,
      auch von mir gute Besserung. Ich kann deine Wut sehr gut verstehen und befürchte immer bei uns das gleiche Schicksal. Ich habe von Off-Label Impfungen gehört, habe aber keine Ahnung wie ich an eine herankommen könnte. Ich wäre sofort dabei. Impft die Kinder!
      Aber ich hätte tatsächlich eine Frage: wie komme ich an eine Adresse für Kinderimpfungen?
      LG
      Kat

      • BaG

        Hallo Kat!
        Hier organisieren sich Eltern und Ärzte, um off-Label-Impfungen anbieten zu können:
        https://u12schutz.de/
        Alles Gute!

  • Martin B.

    Vielen Dank! Endlich mal ein sachlicher, ausgewogener und doch emotionaler Artikel zum Thema. Und er hat mich tatsächlich zum Nachdenken angeregt.

  • ama

    „Führt man etwa die Masernimpfung für Kinder in einem Entwicklungsland ein, so nimmt die Kindersterblichkeit dort viel stärker ab als das nur durch den Rückgang der Masernfälle zu erwarten wäre.“
    Masern schädigen das Immunsystem sehr stark und setzen es für mindestens 6 Wochen sehr zurück. Ein sehr wesentlicher Schaden ist, daß Masern-Infektion bereits vorhandene Immunität gegen andere Krankheiten zerstört. Wenn also nach einer Masern-Infektion eine andere Krankheit zuschlägt, kann das Kind Opfer dieser anderen Krankheit werden, aber der Auslöser davon ist die Masern-Infektion.
    Wenn die Masern-Infektion durch die Impfung verhindert wird, hat das als Nebenwirkung auch den Schutz vor anderen Infektionskrankheiten in sich.

    • Lena

      Interessante Ansicht, das habe ich tatsächlich noch nie in meinen zahlreichen Impfratgebern gelesen. Können Sie ein wissenschaftliche Studie nachreichen?

      • ama

        Das ist keine Ansicht, sondern etablierte Tatsache.
        Ich habe kurz gesucht und die Kurzfassung hier gefunden:

        [*QUOTE*]
        Masern führen zum Reset der erworbenen Immunität

        Das Masernvirus zerstört unter anderem die Gedächtniszellen des Immunsystems und damit die durch Impfungen und Infektionen erworbene Immunität. Bis der spezifische körpereigene Infektionsschutz wieder auf dem Stand vor den Masern ist, können Jahre vergehen.
        [*/QUOTE*]
        Quelle:
        https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/masern-reset-immunitaet

        Suchen Sie mit Google mit diesem Satz:
        masern infektion zerstört vorhandene immunität?
        Das liefert Ihnen auch andere Treffer.

        • Lena

          Vielen Dank für die Info, ich werde mich noch in weitere Studien einlesen.

  • Maja Reuter

    Vielen Dank für diese tolle, wunderbar lesbare und verständliche Serie zu dieser wichtigen Frage. Hinter diesen Artikeln steht soviel Recherche- Arbeit und Zeit. Ich fühle mich wirklich umfassend und in alle Richtungen informiert und bleibe sicher treue Leserin.

  • Anna

    Vielen Dank!!!
    Ich werde den Artikel sicherlich vielen Eltern zu lesen geben. So differentiert.
    Anna

  • Jonas Petersen

    Danke für die hervorragende Zusammenfassung. Wir haben heute unsere Kinder offlabel impfen lassen, weil sich die Möglichkeit geboten hat. Nach umfassender Recherche halte ich die Risiken durch die Impfung für deutlich geringer als die durch Infektion. Und eine Alltäglichkeit, die mich am Ende auch noch überzeugt hat: ich habe meiner Großen ein Paracetamolzäpfchen gegeben und die Packungsbeilage studiert. Die seltenste Kategorie dort (mit den eher schweren Nebenwirkungen) ist 1-10 auf 10.000 Probanden. Selbst die Myokarditen bei Impfung werden auf 100.000 gerechnet. Bei Medikamenten werden regelmäßig viel größere Wahrscheinlichkeiten in Kauf genommen, warum ist man bei der Impfung so überempfindlich?

    Und, Stichwort Myokarditen, eine Frage an Sie, Herr Renz-Polster: warum wird in der Diskussion so selten herausgestellt, dass die durch Impfung induzierten Fälle sterile Myokarditen ohne vermehrungsfähigen Erreger sind? Wenn man sich Sorgen wegen einer Immunreaktion am Herzen wegen Spike-Proteinen macht, dann sollte man sich dieser Sorgen doch um ein Vielfaches bei vermehrungsfähigen Viren und einer um viele Größenordnungen höheren Menge Spike-Protein im Körper machen.

    • Kat Eck

      Ja, die Kosten- / Nutzen – Abwägung scheint bei de Covid-19-Impung anderen Kreiterien zu unterliegen. Warum?

      Ich wüßte wirklich gerne, wie ich es anstellen muss, eine Impfung für mein Kind zu bekommen! Kann mir jemand weiter helfen?

      • Lenina

        Ich fürchte, wenn du niemand kennst, der jemand kennt, bleibt nur, durchzutelefonieren. Wovon aber grad viele Arztpraxen wegen Zeitmangel genervt sind. Vielleicht haben es in deinem Ort schon welche auf der Homepage? Viel Erfolg

      • Christine

        Schauen Sie mal hier:
        https://u12schutz.de/

        Das ist eine Website, die Off Label impfende Ärzte und Eltern zusammenbringt. In vielen größeren Städten wie München und Berlin gibt es bereits Kinderimpfstraßen, wo einfach ein Drittel des Erwachsenen -Impfstoffes genommen wird, statt auf die orangen Kindervials zu warten. In Sachsen empfiehlt die SIKO (Sächsische Impfkommission) die Impfung bereits offiziell. Vorrangig für Risikokinder, aber es soll „niemand abgewiesen“ werden.

  • ama

    Während Erwachsene ein bereits entwickeltes Gehirn haben, muß das von Kindenr erst wachsen. Je jünger ein Kind ist, desto mehr muß es wachsen. Wenn eine die Blutgefäße schädigende Infektion wie Covid-19 zuschlägt, und sie schlägt überall im Körper zu, tut sie das auch im Gehirn.
    Die Wirkung auf das Gehirn ist nicht sofort zu sehen. Was jetzt als „Long Covid“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit gar nicht DAS Long Covid, also die Summe aller bleibenden Folgen der Infektion, sondern nur der kleine Teil, den man jetzt, nach noch nicht einmal 2 Jahren, feststellen kann.
    Hirnschäden festzustellen dauert noch viele Jahre. Man wird die Folgen der Infektion in den nächsten 20-30 Jahren sehen können, und zwar sehr direkt: mit Intelligenztests.
    Aber dann ist es zu spät.

  • Jay Gee

    Wie ist Ihre aktuelle Einschätzung bzgl. der „Originalen Antigensünde“, die Sie im ersten Teil ansprachen?

    • Herbert Renz-Polster

      Ja, gute Frage – es steht ja im Raum, dass das Immunsystem bei der ersten Begegnung mit einem Virus ein bleibendes Gedächtnis gegen genau dieses Virus entwickelt, dann aber, wenn ihm später ein auch nur ein bisschen anderes Virus (etwa eine Mutante) begegnet, diesem gegenüber nicht wirklich anspringt, weil dieses nicht seinem abgesoeicherten „Bild“ entspricht (the first cut is the deepest“). Das könnte z.B. bedeuten, dass die Hoffnung auf „natürliche Auffrischungen“ durch Delta für die vormals mit Alpha (oder Wuhan) Infizierten nicht aufgehen. Oder es könnte bedeuten, dass vormals mit der Alphavariante „natürlich“ Erkrankte dann gegenüber Delta weniger stark reagieren. Oder dass die mit dem Wuhan Spike-Protein Geimpften später gegenüber einem Virus mit einer anderen Spike-Protein-Variante nicht ausreichend reagieren… So wie ich es verstehe, hat sich keines der Phänomene bisher wirklich als relevant erwiesen. Allerdings gehen die Mutationen ja weiter, so dass das nicht ausgeschlossen ist. Andererseits ist auch die Impfstoffentwicklung inzwischen so „schnell“ geworden, dass entsprechend reagiert werden könnte. Mehr und Tiefergründiges gibt’s bestimmt mal im ndr Podcast bei Herr Drosten.

  • Amelie

    Wir haben nun glücklicherweise einen Kinderarzt gefunden, der unsere Kinder kommende Woche off-lable impfen wird. Unser eigener macht dies leider ausschließlich bei vorerkrankten Kindern oder bei solchen, die mindestens einen Elternteil haben, der selbst Mediziner*in ist. Leider hat sich auch bei uns vorletzte Woche der Älteste mit Covid infiziert. Glücklicherweise wurde er extrem schnell isoliert (Pooltest PCR morgens noch negativ, Nachmittags bereits Symptome und positiven Schnelltest), sodass seine Geschwister sich nicht angesteckt haben. Gerade die Quarantäne wird meiner Meinung nach doch sehr unterschätzt. Er hat es mit seinen 10 Jahren halbwegs gut gemeistert, aber für seine jüngeren Geschwister wäre das keine Option gewesen. Schade, dass wieder so wenig Ärzte off-lable impfen. Das Drama hatte ich bereits einmal bei mir selbst im Juni, weil schwanger und stillend. Die Stiko versagt hier in meinen Augen kläglich, wenn sie solche Ewigkeiten benötigt um die Impfungen trotz „Go“ von der EMA zu empfehlen.

    • Kerstin

      Danke, das sehe ich ganz genau so.

    • Dr. Johannes Günther

      Die STIKO-Empfehlung ist doch das Sahnehäubchen, wichtiger wäre eine schnellere Zulassung. Aber es ist ja auch wichtig, gerade bei Kindern, dem wissenschaftlichen Prozess penibel zu folgen. Und das dauert leider auch wieder seine Zeit. Wenn ich es richtig mitbekommen habe soll die Zulassung in Kürze erfolgen, möglicherweise bereits am Donnerstag.

  • Fritz Stumm

    Der Precht ist ein vollkommen überschätzter Wirrkopf. Vielleicht ist er deswegen bei den anderen Wirrköpfen so beliebt, weil er die Angst und die Verwirrung so offensichtlich zeigt, und so erbarmungswürdig um Liebe und Verständnis bettelt. warum soll er auch nicht mal rechthaben? Kinder, Idioten und besoffene sagen gelegentlich die wahrheit. Traurig, wer sich nicht selbst ein Bild machen kann, und solche wirrköpfe braucht.

  • Thomas P

    Mir ist das alles zu einfach und ohne genügend Risiko-Abwägung. Völlig unabhängig davon, dass ich die „Corona-Pandemie“ aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachte ein paar Denkanstöße:

    Asbest war einmal ein fantastischer Baustoff und wurde viele Jahrzehnte im vorbeugenden Brandschutz eingesetzt. Bis klar wurde, dass dieser Stoff extrem gesundheitsschädlich ist.

    Atomenergie / Atomkraftwerke waren auch DIE Lösung für die Energieprobleme der Menschheit. Bis durch die ersten Un- oder Zwischenfälle die Unlösbarkeit bestimmter Probleme offensichtlich wurden.

    Pflanzenschutzmittel galten auch vor vielen Jahren als DIE Lösung für bessere und sicherere Erträge von Nahrungsmitteln. Bis man herausfinden musste, dass diese Chemikalien durch verschiedenste Kreisläufe bis in unsere Organe gelangen und dort für gesundheitliche Beeinträchtigungen sorgen (können).

    Ich könnte noch weitere Beispiele in dieser Art aufführen und werde meine Kinder auch basierend auf diesen Beispielen ganz sicher nicht mit dieser Gentherapie behandeln lassen – Kinder und Menschen allgemein sollten keine Versuchskaninchen sein – wer das freiwillig tun möchte soll das tun.

    Ein Blick in die Zusammenstellung der unerwünschten Impfreaktionen nach „Imfpung“ genügt mir da vollkommen, wenn ich mir dann noch anschaue wieviele „Geimpfte“ Kollegen/Nachbarn/Bekannte ich kenne die trotz „Behandlung“ mit C19 krank geworden sind frage ich mich ernsthaft wovon wir hier eigentlich sprechen.

    • ama

      „Ein Blick in die Zusammenstellung der unerwünschten Impfreaktionen nach „Imfpung“ genügt mir da vollkommen, wenn ich mir dann noch anschaue wieviele „Geimpfte“ Kollegen/Nachbarn/Bekannte ich kenne die trotz „Behandlung“ mit C19 krank geworden sind frage ich mich ernsthaft wovon wir hier eigentlich sprechen.“

      Was SIE sprechen, sieht man doch: Impfgegner-Unfug. Schon der Begriff „Gentherapie“ ist TOTALER BLÖDSINN. Pflanzenschutzmittel und Kernkraftwerke sind andere Themen und haben mit Impfung nichts zu tun.

      Für Leute, die eher mit den Finger und Gummifröschen hantieren, ist hier ein praktisches Beispiel vorgerechnet:
      „Was es bedeutet, wenn ein immer größer werdender Anteil an Geimpften im Spital liegt.“
      https://www.youtube.com/watch?v=7NInAvTNRzs

      Im übrigen hat die Menschheit bereits 225 Jahre Erfahrung mit dem Impfen:
      https://www.geo.de/geolino/mensch/22100-rtkl-kleiner-piks-grosse-wirkung-edward-jenner-der-mann-der-das-impfen-erfand

      Da können Sie nicht mithalten. 🙂

      • Thomas P

        Ach ja… 🙂

        Nun, Sie haben sicher recht, wie könnte es anders sein. Aber Sie haben im Ansatz nicht verstanden was ich sagen möchte. Bleiben Sie ruhig bei dem Standpunkt, dass man schon seit 225 Jahren durch Impfung den menschlichen Organismus dazu bringt SELBST bestimmte Teile des Krankheitserregers zu produzieren damit DANN erst das Immunsystem diese vom Körper selbst hergestellten Bestandteile erkennt und ggfls. dagegen angeht mit einer Immunantwort. Schon klar. Machen wir schon seit Anbeginn der Impfung so und nicht anders. Nein nein, diese „Imfpung“ ist genau so aufgebaut wie alle anderen Impfungen vorher, da ist so gar nichts „neu“, mRNA-„Impfungen“ werden seit 225 Jahren angewandt. Sie merken es, oder?

        Ich muss das jetzt fragen: Wie würden Sie das denn bezeichnen wenn Ihnen Stoffe injiziert werden die Ihre Zellen anregen bestimmte Dinge zu tun? Proteine, genauer Spike-Proteine, zu produzieren? Funktionieren auf diese
        Weise die bisherigen Impfstoffe z.B. gegen Masern auch?

        Haben Sie einen schönen Tag mit Ihrem Fachwissen.

        • Dr. Johannes Günther

          Ihre Ausführungen zeigen, dass sie da ein paar Grundlagen noch nicht verstanden haben. Das ist ok, aber die Konsequenz sollte sein, die Wissenslücken zu schließen und dann das Problem neu zu betrachten; nicht, solche Fragen zu stellen, die fachlich gar keine offenen Fragen sind.

        • Thomas P

          Nun kann ich Ihnen gar nicht antworten (oh, kann ich doch!) – zielführend wäre doch, wenn Sie mich aufklären würden? Ansonsten sind Sie mit dieser „Gegendarstellung“ zumindest für mich nicht ernst zu nehmen.

        • Dr. Johannes Günther

          Gerne, wenn sie das möchten. Ich spare mir das mittlerweile ohne ausdrücklichen Wunsch, es kostet viel Zeit und wenn sich das Gegenüber dann nicht damit beschäftigt muss ich mir die Zeit nicht unbedingt nehmen.

          mRNA-basierte Technologie gibt es bereits seit über 30 Jahren. Dass es bis jetzt keinen Durchbruch und keine breite Einführung gab lag primär daran, dass die enormen Investitionen für Entwicklung und Einführung nicht gemacht wurden. Die Ausnahmesituation der Pandemie führte zu einem „perfect storm“: Investitionen wurden in großer Höhe kurzfristig verfügbar gemacht; dazu kam eine Reduktion in den Hindernissen bei der Einführung (z. B. im regulativen Bereich aber vor allem durch eine ubiquitäre Verfügbarkeit von Probanden – in der vorherigen Situation standen über viele Jahre mehr hinweg deutlich geringere Fallzahlen zur Verfügung). Dazu kam, dass – wie ihre Zweifel ja belegen – zu Recht Schwierigkeiten bei der Akzeptanz befürchtet wurden.

          Zu Ihrer weiteren Frage: die passendste Formulierung ist vermutlich „auf Gentechnik basierend“. Gentherapie ist jedenfalls nicht zutreffend. Auf Gentechnik basierend ist der Impfstoff deswegen, weil die mRNA des SARS-Cov-2 Virus analysiert wurde und basierend auf diesen Informationen die Impfstoff-mRNA codiert wurde. Dabei wurden noch einige wenige Anpassungen vorgenommen, relevant ist eigentlich nur die, damit das Immunsystem nicht zuviel mRNA inaktiviert (dazu wurde Uridin durch Pseudouridin ersetzt). Das ist der Anteil an „Gentechnik“. Im Körper des Patienten lagert sich ein Ribosom an einen mRNA-Strang an und liest die Informationen aus (Translation) und baut basierend darauf ein Spike-Protein. Dieser Vorgang findet gerade jetzt, genauso, mit anderen Proteinen in ihrem Körper statt, da werden keine Gene manipuliert, therapiert oder irgendetwas sonst. Nach dem Ablesen wird die mRNA zügig enzymatisch abgebaut, auch da wird nichts manipuliert. Letzteres ist übrigens auch der Grund, warum aus wissenschaftlicher Sicht vollkommen klar ist, dass es keine „Langzeitschäden“ nach Monaten geben kann. Eine Impfreaktion ist immer eine zeitnahe Immunreaktion.

        • Thomas P

          Vielen Dank für die ausführliche Antwort / Erklärung, melde mich später zurück.

        • Thomas P

          Guten Tag,
          leider ist es auf dieser Plattform ja nicht möglich Bilder einzufügen, allerdings möchte ich auch keine links von irgendwelchen Websites einfügen / heranziehen.

          Die Anzahl an unerwünschten Nebenwirkungen ist mir persönlich viel zu hoch. Mindestens merkwürdig finde ich auch, dass es bis zum heutigen Tage keinen Impfstoff gegen HIV gibt, auch gegen Krebs wurde noch nichts Nennenswertes entwickelt. Selbst die Influenza-Impfung wird jährlich neu gewürfelt mit mäßigem Erfolg. Und nun bekommen wir ein ein „neuartiges Corona-Virus“ und vier Firmen entwickeln ganz plötzlich einen „sicheren und wirksamen Impfstoff“?

          Ich bin vielleicht schon etwas zu lange auf diesem Globus unterwegs, aber meine im ersten Post angegebenen Beispiele zu neuen Entwicklungen oder Verfahrensweisen mit dem erst späteren Bekanntwerden der Nachteile treten bei dieser „Impfung“ hoffentlich nicht auf.

          Was mich jedoch interessiert: Wer könnte mich denn bitte mal infizieren mit dem SARS-Cov-2-Virus? Ich würde zur Eindämmung der Pandemie nämlich gern den „natürlichen“ Weg gehen. Hierfür würde ich auch eine Patientenverfügung unterzeichnen, dass ich im Falle des Falles KEIN Intensivbett bzw. Intensivbehandlung beanspruchen würde. Alle bisherigen Versuche mich zu infizieren schlugen fehl, aber ich habe einfach kein Interesse daran, dass unter anderem Nano-Lipide in meinen Körper gebracht werden wo es einfach noch keine Langzeiterfahrungen geben kann – Die Verabreichung erfolgt ja erst seit 12/20.

          Noch etwas zu Langzeitschäden: Sie sagen: “…dass es keine „Langzeitschäden“ nach Monaten geben kann. Eine Impfreaktion ist immer eine zeitnahe Immunreaktion.“ Die Fälle von Narkolepsie sind doch aber deutlich zeitversetzt registriert bzw. aufgenommen worden nach der Impfung gegen „Schweinegrippe“?

        • Herbert Renz-Polster

          Demnächst wird es Impfungen ohne „Nano-Lipide geben.
          Ihr Zitat:
          “…dass es keine „Langzeitschäden“ nach Monaten geben kann. Eine Impfreaktion ist immer eine zeitnahe Immunreaktion.“
          stammt nicht von mir. Ich halte diese Aussage für Unsinn.

        • Dr. Johannes Günther

          Vorab: Ihre Bedenken sind meiner Ansicht nach allesamt unbegründet und stammen davon, dass Ihnen die zugrunde liegenden Sachverhalte nicht oder nicht hinreichend bekannt sind. Wenn Sie sich die Zeit nehmen und sich hier den wissenschaftlichen Stand erarbeiten würden diese Stück für Stück wegfallen. Ich kann Ihnen hier nicht bei Allem weiterhelfen, tue dies aber gerne und gehe auf Ihre Punkte ein, wo es mir möglich ist.

          Zu den Verschwörungstheorien, die sie eingangs anführen möchte ich mich nicht weiter äußern, außer dass ich bereits den „perfect storm“ einer weitgehend entwickelten und bereitliegenden Technologie erwähnt habe, für die dann die besonderen Umstände die Hindernisse beseitigt haben. HI-Viren sind eine völlig andere Virenart als Coronaviren mit anderen Eigenschaften. In wenigen Wochen entwickeln sich in einem einzelnen Infizierten mehr Varianten als bei einem Coronavirus weltweit in einem Jahr. Für Krebsarten, die durch Virusinfektionen hervorgerufen werden gibt es bereits Impfungen, z. B. für HPV.

          Zu den „Langzeitschäden“: Sie müssen hier unterscheiden, zum einen gibt es den zeitlichen Zusammenhang zwischen Impfung und dem Auftreten einer Unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW). Der ist aus oben angerissenen Gründen zeitlich nah. Und dann gibt es den zeitlichen Zusammenhang zwischen Beginn der Impfungen und Feststellung von bestimmten UAW, wie bei dem von Ihnen angeführten Beispiel von Narkolepsie bei der Impfung gegen Schweinegrippe. Das Auftreten von Narkolepsie nach Impfung bei Einzelpersonen war immer zeitnah. Aber um den Zusammenhang statistisch signifikant nachweisen zu können braucht man eine gewisse Gesamtanzahl an Fällen. Und die dafür nötige Anzahl an Impfungen und danach an Infektionen kam damals erst nach längerer Zeit zusammen. In der momentanen Pandemie mangelte es weder an Probanden, noch an Infektionsfällen nach Impfung. Daher sind schlichtweg keine weiteren unerwarteten UAW zu erwarten. Wenn diese erst irgendwann später, nach vielen weiteren Milliarden(!) Impfdosen festgestellt werden, dann sind sie auch zwangsweise so selten, dass sie keine Rolle mehr für die Risikobewertung spielen.

          Ich empfehle Ihnen stark sich zu informieren und nicht ungeimpft mit SARS-Cov-2 in Kontakt zu treten. Wie Dr. Renz-Polster in seiner Zusammenfassung gut gezeigt hat handelt eshandelt sich hierbei um ein potentiell neuropathogenes und gefäßveränderndes Virus, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auf entsprechende Effekte.

      • Lenina

        Dr. Johannes Günther

        Vielen Dank, schön, dass es mal jemand wissenschaftlich kurz und knapp zusammen fasst.
        Um es zu verstehen empfehle ich inzwischen, sich Folgen von “ Es war einmal das Leben“ anzuschauen. Dort ist sehr schön gezeigt, wie das mit der DNA, der M-RNA usw funktioniert.
        Und auch, dass nochmal auf den Punkt gebracht wurde, was ein „perfect storm“ leisten kann. Wenn es in Ordnung ist, würde ich gerne bei manchen Mitmenschen aus diesem Beitrag zitieren?

  • Dr. LJ

    Vielen Dank für diesen differenzierten und zugleich prägnant geschriebenen Artikel!
    Kostbare Perlen heutzutage 😉
    Ich habe meine Kinder (1 und 4) aus ähnlicher Überlegung heraus vor einer Woche offlabel geimpft. Das ging in Absprache mit einem niedergelassenen Kollegen, aus dem „Rest“ unten in den BioNTech-Ampullen.

  • Ankediekranke

    Guter Artikel! Meine Kinder sind groß und längst geimpft, aber gerade die StiKo sollte ihn lesen und verinnerlichen. Eine Anmerkung: Mein Beileid für Ihre ME/CFS-Erkrankung, die Ihnen bestimmt viel genommen hat. Da Sie aber meines Wissens noch praktizieren, sind Sie bestimmt nicht „moderat“ sondern nur „mild“ erkrankt. Das ist ja das Schlimme an ME, dass eine „milde“ Erkrankung schon so eingreifend ist. Ich selbst bin „mild“ erkrankt, da ich noch das Haus verlassen kann, bin aber komplett arbeitsunfähig.

  • Anne König

    Vielen Dank für Ihre unterstützenden Artikel!

  • Nadja

    Ich finde den Artikel nüchtern und von allen Seiten recht gut beleuchteten!
    Mir kommt trotzdem die Frage: Warum versucht so ziemlich jeder, noch nicht geimpfte Menschen ständig umzustimmen?
    Ich bin auch noch nicht geimpft. Ich möchte die Menschen, die sich haben impfen lassen erst einmal beobachten. Ich bin so zusagen noch am aussuchen des zu mir passenden Impfstoffes. (Meine Mutter ist z.B. seit Mitte August 2021, 3 Wochen nach ihrer Covid-Impfung arbeitsunfähig, sie hat starke Schmerzen in den Beinen…)
    Der oft boshafte Druck, der von außen, vor allem durch Medien und Politik gemacht wird, macht mich nur kirre, sodass ich nicht in Ruhe beobachten kann, sondern nur Panik verspüre. Lasst mich in Ruhe aussuchen.

    • Dr. Johannes Günther

      Warum? Weil es insgesamt unsozial ist, die Einzelentscheidung betrifft in ihren Konsequenzen die gesamte Gesellschaft, und durch das Zögern sterben Menschen. Die Intensivstationen sind voll und jeder mit einem Taschenrechner kann mit den aktuellen Infektionszahlen ausrechnen, wie das in drei Wochen aussehen wird. Das hätte sich sich durch eine höhere Impfquote verhindern lassen.

      Abgesehen davon ist die Covid-19 Impfung die bisher sicherste und bestuntersuchte in der Menschheitsgeschichte (und eine der Wirksamsten übrigens auch). Nie zuvor wurden so viele Impfdosen verabreicht. Konträr zu populärem Glauben finden Nebenwirkungen auch immer innerhalb kurzer Zeit nach der Verabreichung statt, wenn sie spät bemerkt wurden (z. B. bei der Schweinegrippe) lag das an der langen Dauer bis hinreichend viele Fälle auftraten. Bei Milliarden verabreichten Dosen ist es nicht zu erwarten, dass zur Covid-19 Impfung noch etwas Unerwartetes auftritt.

      Auch wenn es für konkret Betroffene schwierig zu akzeptieren ist: die Probleme ihrer Mutter waren zeitlich korreliert, das heißt aber nicht, dass eine Kausalität vorliegt. Wenn jemand zwei Tage nach der Impfung bei einem Autounfall stirbt ist derjenige auch nicht an der Impfung gestorben.

      Wenn Menschen Sorgen wegen der Impfung haben ist das vollkommen verständlich. Es ist auch verständlich, dass es für einige Menschen schwierig und aufwändig wäre die biologischen Grundlagen zum Verständnis nachzuholen. Aber man darf sich dann nicht deswegen an Anbieter einfacher Antworten wenden, man muss diese Wissenlücken schließen. Notfalls sollte man sich dabei helfen lassen und von Menschen erklären lassen, die das nötige Fachwissen haben und gut erklären können.

      • Lenina

        Ja, wäre die Impfquote höher, wäre die Viruslast, die im Umlauf ist, niedriger, weniger Menschen steckten sich an.
        Wer infiziert ist, hustet z.B. und schleudert die Viren noch stärker durch die Gegend. Ein Virus, dass auf einen vorbereiteten Organismus (geimpft) trifft, hat so viel weniger Gelegenheit Schaden anzurichten und sich weiter zu verbreiten.

        Wir wären es nicht los, würden aber nicht DIESE Zahlen haben, die in den nächsten Wochen wohl noch für viel Leid sorgen würden.

  • Kati

    Vielen Dank! Ich habe keine Zeit, mich durch die Originalliteratur zu wühlen, und danke Ihnen für die transparente Aufarbeitung und dem geglückten Versuch, die Grautöne anzuerkennen, ich liebe die unaufgeregte Tiefgründigkeit Ihrer Artikel.

    Die Langzeitfolgen sind wirklich schwer, fassbar zu machen, vielleicht stößt die Coronapandemie ja etwas an in diese Richtung.

    Liebe Grüße, Kati

  • Schrader

    Weiß jemand warum die Daten der Prüfung (amer. FDA) der Pfizer Biontech Impfung erst im Jahr 2076 veröffentlicht werden? Ernst gemeinte Frage.
    Bin damit im Frühling geimpft worden. Bisher alles ok.

    • Christian Becker

      Das ist ein Missverständnis. Die FDA hat auf einen FOIA-Antrag, einen Antrag nach Informationsfreiheit, auf 300.000 Seiten bekommen und argumentiert, dass sie circa jeweils 500 Seiten pro Monat reviewen und freigeben könnten und damit 2076 fertig wären.

      Das zuständige Gericht wird sich am 14.12. mit der Veröffentlichung nochmal befassen.

      https://www.snopes.com/news/2021/11/19/fda-2076-vaccine-data/

  • Horst Schulte

    Ich sage einfach mal Danke.

  • theres

    Einmal mehr, und dieses Mal mit Tränen der Berührtheit in den Augen: DANKE für Ihre großartige Arbeit, Ihren Humanismus, Ihren Weitblick, Ihre Differenziertheit! Sie sind so ein Lichtblick, als Kinderarzt, als Mensch und seit fast zwei Jahren als Berater in dieser Pandemie.
    Alles Gute!

  • Fachfremder

    Danke für den interessanten und wie immer unaufgeregten Kommentar!
    Während ich dem ersten Teil sehr gut folgen kann, habe ich beim zweiten Teil Schwierigkeiten; nicht nur, weil ich den Containerbegriff „LongCovid“ insgesamt eher wenig hilfreich finde; sei’s drum:
    Weil ich andere Zahlen im Kopf hatte, habe ich mir das Review von Zimmermann et. al. angeschaut. Es fällt sofort auf, dass hier der Frage nach der Impfung von Kindern *unter* 12 Jahren nachgegangen werden soll. Die Prävalenz-Range wird, unter Bezug auf ONS-Daten, mit zwischen 1,2% [sic!] und 66% angegeben. Diese 1,2% sind aber der Wert für die 12- bis 16-Jährigen (Tab. 2 *). Für das Alter 2-11 sind tatsächlich nur 0,7% ausgewiesen (ebd.).
    Die Rate üblicher Symptome nach einer Infektion mit COVID19 sind bei Kindern (!) nach 12 Wochen im Vergleich mit einer geeigneten Kontrollgruppe extrem niedrig (0% bis 1,7%). Das altbekannte Phänomen: Sowohl nach 4 als auch nach 12 Wochen hatten MEHR Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren in der Kontrollgruppe Symptome als in der Gruppe, die positiv auf COVID19 getestet worden war.
    Überdies war die Rate der über 12 Wochen anhaltenden Symptome auch bei den Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren, die positiv getestet worden waren, extrem niedrig (nur etwa 1%). Diese Quote war generell in der gesamten Studie niedrig: 3% der COVID-Positiven gegenüber 0,5% der Kontrollgruppe. Selbst bei Verwendung eines Containerbegriffs im Self-Reporting waren die Werte bei Kindern immer noch extrem niedrig; insbesondere bei Kindern mit Symptomen, die das tägliche Leben beeinträchtigen: nur 1 % der Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren.
    Ohne Kleinreden zu wollen, dass „Long Covid“ für diejenigen, die es betrifft, eine Schwächung darstellt, komme ich doch zu dem Schluss, dass es für die überwältigende Mehrheit der Kinder kein großes Problem ist. Mal ganz unabhängig von der Impffrage finde ich diese Nachricht für Kinder sehr beruhigend und Eltern sollten sich vielleicht doch keine allzu großen Sorgen machen.
    Disclaimer: Ich bin nicht vom Fach und lese solche Studien mit wissenschaftlicher Ausbildung in einem anderen Gebiet. Sollte ich etwas übersehen haben, freue ich mich über eine erhellende Rückmeldung.

    Alles Gute weiterhin!

    *https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/healthandsocialcare/conditionsanddiseases/articles/technicalarticleupdatedestimatesoftheprevalenceofpostacutesymptomsamongpeoplewithcoronaviruscovid19intheuk/26april2020to1august2021

    • Herbert Renz-Polster

      Danke! Die ONS Daten sind auf jeden Fall interessant, man muss sie aber auch kritisch einordnen.
      Denn wie in anderen Studien auch ist die Falldefinition ein echtes Problem, wenn es um den Vergleich mit einer Kontrollgruppe geht. Da gibt es bei ONS gleich mehrere Probleme. Die 12 LongCovid Kriterien der ONS heissen: fever, headache, muscle ache, weakness/tiredness, nausea/vomiting, abdominal pain, diarrhoea, sore throat, cough, shortness of breath, loss of taste, and loss of smell. Das heisst (und stößt auch zu Recht auf Unverständnis bei anderen Forschern): ein Teil der typischen LC-Symptome ist gar nicht dabei (etwa: sleep problems, cognitive problems, memory problems, sensory overstimulation) . Noch bedenklicher: das Kardinalsymptom der postviralen Fatige (exertion intolerance) fehlt ebenfalls. Dafür sind viele häufige, unspezifische Symptome drin, die natürlich auch bei LC vorkommen können, aber eben auch sehr häufig in der Nicht-LC Gruppe sind. Natürlich ist bei einer derart unspezifischen Definition dann die Unterscheidbarkeit nicht wirklich gut (man könnte sich sogar darüber wundern, dass dabei trotzdem noch teils deutliche Unterschiede zu messen waren). ONS ist darüber inzwischen selber unglücklich (“It is likely that the 12 symptoms included in the survival analysis approach do not include some symptoms often associated with long COVID“).
      Approach 2 (cont. Symptoms) ist bei LC problematisch, weil sich hier eben häufig gute und schlechte Phasen abwechseln – ONS schreibt hierzu selber: „The self-reported long COVID response may better capture the relapsing nature of long COVID symptoms“
      Deshalb ist an den ONS-Daten der methodisch sauberste Teil eigentlich approach 3, also die offene Frage („Would you describe yourself as having ‚long COVID‘, that is, you are still experiencing symptoms more than four weeks after you first had COVID-19, that are not explained by something else?“). Und ich finde das Ergebnis wirklich besorgniserregend (siehe Figure 4): nach 12 Wochen berichten 7,5 % der vormals Infizierten deutliche (also die Aktivitäten des täglichen Lebens einschränkende) Symptome. Und nach weiteren 12 bis 14 Wochen (wir sind jetzt bei fast einem halben Jahr) sind es immer noch etwa 6,5 Prozent, die Kurve stabilisiert sich für die schwereren Verläufe praktisch bei 6 % – und das entspricht auch den im November publizierten Folgeuntersuchungen (https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/healthandsocialcare/conditionsanddiseases/bulletins/prevalenceofongoingsymptomsfollowingcoronaviruscovid19infectionintheuk/4november2021): „The proportion of people with self-reported long COVID who reported that it reduced their ability to carry out daily activities remained stable compared with previous months“. Das ist wirklich besorgniserregend (natürlich ist es ein Manko, dass bei dieser Methodik keine Kontrollgruppe dabei ist, allerdings bezieht sich die gestellte Frage ja auf durch die Infektion neu aufgetretene Probleme „not explained by something else).
      Und zu den Kindern. Eigentlich ist das genau das was ich sagen wollte: Wenn 1% der 2 bis 11 Jährigen und 2,7 % der 12 bis 16 Jährigen persistierende Symptome haben, die ihre täglichen Aktivitäten einschränken (und die zudem, zwischen 4 und 12 Wochen nach der Infektion praktisch in unveränderter Häufigkeit fortbestehen! ), dann ist das ein schwer wiegender Befund. Das sind in Deutschland dann zig tausende von Kindern.
      Wenn Sie also schreiben, es sei beruhigend, dass die Werte bei Kindern immer noch „extrem niedrig“ seien, „insbesondere bei Kindern mit Symptomen, die das tägliche Leben beeinträchtigen: nur 1 % der Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren“ – dann würde ich als Kinderarzt dazu das sagen: wenn wir schwer wiegende, möglicherweise chronische und damit die Entwicklung einschränkende Krankheiten bei Kindern haben, die 1% der Kinder betreffen, dann sind wir wirklich extrem besorgt.

  • Regina Heid

    Lieben Dank für Ihre Einschätzung!
    Ich hatte Ihren Blog schon länger verfolgt.
    Als die Unsicherheit durch das Maskentragen hochkochte, las ich aus Ihren Beiträgen eine Zerrissenheit heraus. Auch las ich Ihre Bemühungen, negativen Kommentatoren zu begegnen.
    Ich konnte mir nicht vorstellen, wie Sie dem allem gerecht werden und dabei noch ein gutes Leben führen können.
    Irgendwann konnte bzw. wollte ich das Bashing nicht mehr ertragen und machte insgesamt eine Pause.
    Nach dieser Pause landete ich bei u.a. Twitter.
    Schön, dass ich Sie jetzt dort wieder gefunden habe.
    Alles Gute weiterhin🍀

  • Katharina Teufel-Lieli

    Lieber Herr Renz-Polster, diesen Artikel empfinde ich als wohltuend ehrlich. Endlich mal kein schwarz weiß, kein Verurteilen der Menschen, die zögern, ehrliches Aufzeigen des Für und Wider und kein Schönreden der Impfung. Das gelingt nicht vielen und ich habe Sie auch schon polarisierender erlebt.

    Mich freut also, dass Ängste vor der Impfung endlich ernster genommen werden.
    Ein bisschen bin ich allerdings erschrocken über die Aufzählung der Longcovid Symptome.
    Ich habe drei Frauen (20, 22, 40 Jahre) im sehr nahen Bekannten bzw Verwandtenkreis, die seit der Impfung über Gedächtnissstörungen, kurzen Amnesien und bleierne Müdigkeit klagen.
    Es scheint, als könnte auch die Impfung Longcovid Symptome erzeugen.

  • info

    Hallo Nathan Cole,
    ich bin kein Impfgegner aber Physiker.
    Für einen 40 bis 49 jährigen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit in den nächsten 7 Jahren an irgendetwas ausser COVID zu sterben über 1%. Kann ich deshalb ohne Angst nachts noch ruhig schlafen? Ja, ich kann.
    Da rauben mir 0,082% mehr tatsächlich nicht den Schlaf.

    • Dr. Johannes Günther

      Aus einem rein egozentrischen Blickwinkel mag das stimmen. Was Sie sagen ist „38376 Flugzeugabstürze mehr weltweit pro Jahr sind mir egal, solange ich in keinem der Flugzeuge sitze.“

      Für empathischere Menschen ist ein vermeidbarer Verlust an Menschenleben in dieser Größenordnung tatsächlich etwas, das sie dazu bringt, alles zu tun, um das verhindern oder reduzieren zu können.

      • info

        Warum kein Rauchverbot ? Rettet 120 000 Leben jedes Jahr und nicht nur einmal. Da muss auch nur der Betroffene etwas tun und nicht die ganze Bevölkerung. Das sind 1,2 Mio in 10 Jahren. Alkohol schafft wohl noch einmal so viel. Ja, jedes Leben zählt. Jedes Prozent ist zuviel. Und die Unvernünftigen müssen vor sich selbst geschützt werden. Genau.
        Sorry, dass ich hier so emotional werde. Ich möchte Sie nicht beleidigen oder angreifen.
        Aber auf solche realitätsverfremdenden Angstmacherstatistiken reagiere ich inzwischen allergisch. Den Realitätsverlust halte ich inzwischen für das grösste Problem der Pandemie.
        Persönliches Highlight ist hier übrigens der z.Zt. in den Medien gerne gezeigte Inzidenzvergleich zwischen Geimpten und Ungeimpften. Da schalte ich gleich ab. Ich erkläre ihn gerne… oder sie sehen sich die sehr guten Wochenberichte der Gesundheitsbehörde in Grossbritannien an…

        • ama

          „Warum kein Rauchverbot ?“

          Und auch das schon wieder eines der typischen „Argumente“ der Impfgegner und ihrer Hintermänner.
          Kaum hat Herr Renz-Polster einen neuen Artikel veröffentlicht, tauchen sie auf, einer nach dem anderen. Natürlich auch mit Verspätung, wenn Keiner mehr so genau hinsieht – um auf diese Weise, wenn kein Kontra kommt, das letzte Wort zu haben.
          Diese Manöver sind dermaßen durchsichtig, daß es eine Beleidigung für unsere Intelligenz ist, wenn es einer dieser Trolle wagt, hier zu erscheinen.
          UND DANN auch noch mit dem Pseudonym „info“. Das ist doch seit über 20 Jahren kalter Kaffee. Das stammt nämlich aus der Scientologen-Szene. Die hat damals Impfgegner und Hamer-Anhänger subventioniert und denen die Foren bezahlt, damit sie dort gegen die wissenschaftlliche Medizin hetzen.

        • Christian Becker

          „Warum kein Rauchverbot“

          Es gibt ein Rauchverbot in dem Kontext der Schädigung anderer. Das BNichtrSchG ist seit 2007 in Kraft und stützt sich letztlich auch auf den Anspruch auf Schutz nach der eigenen Gesundheit nach GG Artikel 2.2, gerade erst vom BVerfG länglich kommentiert.

          So, jetzt vielleicht zurück zu einer übertragbaren Krankheit, bei der man mit Impfung auch anderen diesen Schutz gewährt.

      • Thomas P

        Ich stimme „info“ in vollem Umfang zu. Wobei wir hier noch die Übergewichtigen mit in den Ring holen könnten. Mit Empathie und Solidarität lässt sich diese „Krise“ ganz sicher nicht lösen. Es wird seinen Grund haben, dass ich seit Jahren KEINE Infekte habe und mir weder jetzt noch vor „Corona“ die Hände wie ein Irrer desinfiziere. Auch wenn viele aufschreien – das Immunsystem ist vorhanden und könnte bei den allermeisten Mitmenschen deutlich besser arbeiten. Aber man muss SELBST ziemlich aktiv etwas dafür tun.

        • Dr. Johannes Günther

          Weder Übergewicht noch Rauchen sind ansteckend, der Vergleich ist nicht zulässig. Und da wo Rauchen anderen schaden konnte (Passivrauchen) ist es auch in der Öffentlichkeit mittlerweile stark limitiert.

          Ihre Haltung zum Immunsystem ist leider eher esoterisch. Abhängig vom Virus kann ihr Immunsystem vollkommen fit sein, Sie werden sich je nach Infektionsdosis aber dennoch infizieren. Oder glauben Sie ihr gutes Immunsystem schützt sie vor Gelbfieber, HIV oder Ebola? Für die Infektion mit hämorrhagischem Fieber durch das Ebolavirus reichen 1-10 Viruspartikel.

          Viel wahrscheinlicher ist – sie haben ja auf ihr fortgeschrittenes Alter hingewiesen – dass sie die in ihrem Lebensbereich typischerweise kreisenden Erreger bereits gehabt haben und ihr Immunsystem diese kennt. Ein starkes Immunsystem kann, insbesondere bei einem für das jeweilige Virus naiven Immunsystem, sogar zu einem Nachteil werden; sie haben möglicherweise sogar in der Tagespresse von sogenannten Zytokinstürmen gelesen. Es gibt Grippevarianten, die besonders viele schwere Fälle und Todesfälle in den Altersgruppen mit starkem Immunsystem zur Folge hatten.

          Der beste Weg ein starkes Immunsystem für ein Virus zu haben und es zu unterstützen ist nach wie vor eine Impfung.

        • Herbert Renz-Polster

          Ja natürlich muss man selbst etwas tun. Aber was wer wie gut tun kann, hängt von sehr vielen Einflüssen ab, die oft nicht in unserer Hand sind. Ich könnte selbst noch viel dazu sagen, weil ich ein Leben mit viel Rückenwind gut kenne. Und auch ein Leben mit Gegenwind. Wir geben uns die Karten die wir spielen nicht selber in die Hand.

  • Claudia

    Herzlichen Dank ❤️ Ihre Worte über das aktuelle schwarz-weiß Denken sprechen mir sooo sehr aus der Seele. Wie erfrischend endlich einmal eine differenzierte Meinung zu dem Thema zu lesen.

  • Martin

    Danke für den Artikel. Was den aufgeführten Twitter Tweet bzgl. Vergleich mit der Letalität bei Flugzeugabstürzen angeht, so sehe ich keinen Vergleich zu der Häufigkeit/Schwere von Nebenwirkungen bzw. Schäden durch Impfen aufgeführt. Entweder fliege ich oder nicht, aber ich da muss ich mich nicht impfen lassen. Daher hinkt dieser Vergleich aus meiner Sicht, was die gesamtheitliche Risikobewertung (Fliegen vs. CoVid-19) angeht.

  • Thomas Döpp

    Lieber Herbert Renz-Polster,
    vielen Dank für den höchst informativen und wieder sehr gut recherchierten Beitrag!
    Das Einzige, was mich doch überrascht, ist Ihre Verwunderung über das -im übrigen schon lange bekannte- Geschwurbel von Herrn Precht.
    Herr Precht präsentiert gefühlt zu jedem beliebigen Thema seine Meinung, und genau das ist das Problem: eine Meinung zu allem zu haben, mag ganz nett sein, aber wenn sie bar jeder (um im philosophischen Kontext zu sprechen) Erkenntnis und vor allem jeder wissenschaftlichen Expertise bleibt, ist sie wertlos.
    Btw, ich schaue solche TV-Sendungen wie „Lanz“ oder „Plasberg“ niemals, weil der Informations- und Erkenntnisgewinn dieser Formate in meinen Augen durchweg gegen Null geht.
    LG Thomas

  • Welli

    Die Situation einschätzen kann ich nicht.

    Wir stellen in unserem Umfeld nur fest, dass wir ein paar Menschen mit Schäden durch Impfung kennen, aber keinen einzigen, der durch Corona geschädigt wurde. Das ist einfach unsere eigene empirische Wahrnehmung.

    Was mich irritiert, ist die Verschiebung der Dramatik. Ginge es wirklich um Sicherheit, würde man doch beispielsweise erreichen wollen, dass kurze Wege nicht mit dem Auto zurückgelegt werden. Oder der nicht geimpften Schwimmlehrerin Einlass gewähren.

    • ama

      „Wir stellen in unserem Umfeld nur fest, dass wir ein paar Menschen mit Schäden durch Impfung kennen, aber keinen einzigen, der durch Corona geschädigt wurde. Das ist einfach unsere eigene empirische Wahrnehmung.“

      Und wieder ein Griff in die Mottenkiste.

      Weltweit sind es bisher 258 Millionen Infizierte und 5,16 Millionen Todesfälle. Das Fernsehen ist voll mit Berichten von überall, bis hin zu den Krematorien, die unter Überlast 3-schichtig arbeiten müssen, und inzwischen sogar die Meldungen aus den Krankenhäusern, daß Kranke (was auch immer sie haben) abgewiesen werden, weil man sie nicht mehr aufnehmen KANN. Hier eine Meldung von heute aus Österreich:
      „Vierte Corona-Welle: 20 Herzoperationen an Kindern in Linz verschoben“
      https://www.derstandard.at/story/2000131361944/vierte-corona-welle-20-herzoperationen-an-kindern-in-linz-verschoben
      UND DANN stellen Sie sich hin und behaupten zu Ihrem Unfug: „Das ist einfach unsere eigene empirische Wahrnehmung.“
      In welcher Parallelwelt leben Sie eigentlich!?

      • Thomas P

        Denken Sie nach. Unsere „Regierung“ könnte – wenn sie denn wollte – mehr als genug Personal für Kliniken und Pflege rekrutieren. Ganz einfach in dem man festlegt, dass das Gehalt einer Pflegekraft und / oder Krankenschwester so attraktiv wird, dass a) viele diesen Job (wieder) aufnehmen und b) die Arbeit durch viele Kollegen auch wieder zu bewerkstelligen ist. Stattdessen werden jedoch z.B. 600 Millionen Euro nach Afghanistan gesandt. Genau mein Humor. Wenn Sie diesen Gedanken zu Ende denken müssten Sie eigentlich selbst darauf kommen, dass diese Meldungen der überlasteten Krankenhäuser Mumpitz sind und durch nichts und niemanden sonst verursacht werden außer unserer grandiosen „Politiker“. Diesen Poltikern stünden nämlich unserer Steuergelder für die Finanzierung solcher Arbeitsplätze in einer „Pandemie“ zur Verfügung, stattdessen wird das Steuergeld für den letzten Blödsinn vergeudet.

        Ist Herr Dr. Renz-Polster auch der Auffassung, dass JEDER positiv Getestete ein „Infizierter“ ist? Der krank ist und automatisch und zwangsläufig in der Klinik landen wird? Dass symptomlose Menschen mit positivem Testergebnis zwangsläufig „spreaden“? Sie zumindest scheinen diesen Unfug zu glauben.

        Corona-Viren treten schon seit vielen Jahrzehnten in Nordeuropa auf, von November – April – und Sie wundern sich über die hohen „Fallzahlen“. Googeln Sie einfach mal „Auftreten von Viren im Jahresverlauf“, Sie werden feststellen, dass Sie Tabellen von VOR „Corona“ finden werden. Danach können Sie vergleichen, dass die „Wellen“ sich diesen Zeiträumen immer exakt „angepasst“ haben. Sehr merkwürdig.

        • Thomas P

          Hallo Herr Dr. Günther,
          Sie hatten mir doch immer so eifrig geantwortet – können Sie zu meiner letzten Frage noch etwas sagen?

    • Thomas P

      …könnte „ama“ vielleicht auch mal den Panik-Modus verlassen?
      Exakt diese Wahrnehmung gibt es auch in meinem Umfeld. KEIN einziger C-Patient oder sogar Todesopfer an oder mit C. Allerdings drei Impfschäden und ein Todesfall nach Impfung. Weiterer Aspekt: Ich lebe mittlerweile in Dänemark, merkwürdigerweise ist das „Impfen“ hier überhaupt kein großes Thema, auch sonst wird recht normal gelebt. Ja, das könnte man dann Parallelwelt nennen, aber mit Ihrer Welt, werte Ama, möchte ich ganz sicher nicht tauschen.

      • Dr. Johannes Günther

        Bitte hören Sie auf von Impfschäden zu reden. Ich bezweifle das sehr stark. Überraschenderweise kommen solche Berichte immer von Impfgegnern, die dann alle möglichen Unpässlichkeiten auf die Impfung schieben (wenn es jene Unpässlichkeiten überhaupt gibt). Korrelation heißt nicht Kausalität.

        • Herbert Renz-Polster

          Es gibt auch bei der SARS-CoV-2 Impfung eindeutig Impfschäden, das bezweifelt kein Wissenschaftler.
          https://www.nature.com/articles/s41591-021-01556-7
          Impfungen sind wie andere Medizinprodukte auch keine 100%ig idealen Lösungen, leider. Ist aber so.

        • Thomas P

          Herr Dr. Günther,
          das wundert mich schon sehr stark, dass Sie als Mediziner (?) tatsächlich nichts von Impfschäden gehört haben wollen, sehr merkwürdig. Zu den mRNA-Behandlungen habe ich hier einen Auszug:

          „Wie funktioniert die Gentherapie?

          Viele Krankheiten entstehen aufgrund von Fehlfunktionen in Genen. Um solche Erbkrankheiten oder Gendefekte zu behandeln, werden bei einer Gentherapie Gene oder Genabschnitte mit der korrekten Erbinformation in Körperzellen oder Gewebe der Betroffenen eingefügt. Die Gene wirken dann wie ein Medikament: Die korrekte DNA wird in RNA und schließlich in Proteine umgewandelt. Je nach Methode verbleiben die „neuen“ Gene über Tage, Wochen, Monate oder Jahre in den Körperzellen. Derzeit werden Gentherapien weltweit in zahlreichen klinischen Studien erprobt – überwiegend bei schweren Krankheiten, bei denen konventionelle Therapien versagen. Dennoch befindet sich die Gentherapie noch in der Entwicklung und birgt Risiken: So erkrankten zum Beispiel in Frankreich vier Patienten, die wegen einer schweren Immunerkrankung gentherapeutisch behandelt wurden, Jahre später als Folge an Leukämie.“

          Die Quelle hierzu ist das „Bundesministerium für Forschung und Bildung“, der Auszug stammt aus dem Jahre 2012.

          Ich würde mich freuen, wenn Sie mir anschaulich darlegen könnten, warum HEUTE spätere Nebenwirkungen bei der mRNA-Therapie ausgeschlossen sein sollen? Vielen Dank im voraus.

        • Lenina

          Thomas P: Ich habe leider gerade keine Zeit, das durchzulesen, aber ist nicht der springende Punkt: DNA vs RNA bzw MRNA.
          Die Impfung enthält RNA. Diese KANN NICHT in den Zellkern gelangen. Das geht einfach nicht. Die DNA kann ebenso wenig raus. Dafür gibt es andere Mechanismen. Das heißt, die Impfung kann keine bleibenden Daten austauschen. Weil immer nur das Orignal, die DNA, kopiert wird.

          Außerhalb! des Zellkerns werden dann anhand des Bauplans Spikeproteine gebaut. Auf die reagiert das Immunsystem. Und dieser Bauplan zerfällt nach Stunden wieder. Es gibt ihn nicht mehr. Die DNA hat sich nicht verändert und der eingebrachte Bauplan ist auch weg. Es werden wieder alle vorherigen Arbeiten aufgenommen. Mit dem Unterschied: Das Immunsystem des Körpers weiß jetzt, dass es sich gegen diese Spikeproteine zur Wehr setzen muss.

          Das ist doch eigentlich ziemlich verständlich.

      • ama

        „Thomas P“: „…könnte „ama“ vielleicht auch mal den Panik-Modus verlassen?“

        Das sind typische Anzeichen eines Hardcore-Impfgegners: Aggression und Wiederholen der immer gleichen unwahren Tatsachenbehauptungen.

        Von so etwas darf man sich nicht einschüchtern lassen. Auch die frei erfundene Behauptung
        „KEIN einziger C-Patient oder sogar Todesopfer an oder mit C“
        gehört zum Repertoire dieser Spezies.
        Weltweit mehr als 5 Millionen Tote, im Fernsehen Berichte aus den Intensivstationen – und dann so eine dreiste Behauptung. Als ob diese Behauptung, selbst wenn sie wahr wäre, irgendetwas beweisen würde.

        Man sieht deutlich, wie die Tatsachen aus der realen Welt an solchen Personen wirkungslos abprallen. Da helfen auch Erklärungen der wahren Sachverhalte nicht, egal wieviel Mühe man sich gibt. Die werden rundweg ignoriert.
        Hier sieht man es schon wieder.
        Ich hatte auf die 5 Millionen Toten hingewiesen – trotzdem kam die dreiste Aussage
        „KEIN einziger C-Patient oder sogar Todesopfer an oder mit C.“,
        verbunden mit dem rhetorischen Angriff
        „…könnte „ama“ vielleicht auch mal den Panik-Modus verlassen?“

        Gehört „Thomas P“ etwa zu der Szene, die in Berlin durch die U-Bahn/Straßenbahn-Wagons und Geschäfte gestürmt ist (und dabei die anwesenden Personen vorsätzlich belästigt und der Vireninfektion ausgesetzt hat) und „Ein bißchen SARS muß sein!“ gegrölt hat? Wundern würde es mich nicht.
        Wir haben in knapp einem Monat 2 Jahre seit Beginn der Pandemie. Wer es bis heute immer noch nicht gelernt hat, was Sterben bedeutet und welche Gefahr er durch sein Verhalten für Andere darstellt, sollte von der Polizei aus dem Verkehr gezogen werden. Brandstifter werden „kaltgestellt“. Warum dann nicht die Hetzredner gegen die Schutzmaßnahmen, und all die anderen Täuscher?
        Ich weise noch einmal darauf hin, daß im Auftrag russischer Geheimdienste Foren und Kommentarbereiche von Zeitungen und Onlinemedien gezielt mit unwahren Behauptungen und glatten Lügen vollgepumpt werden. Wir haben – de fakto – einen kalten Krieg, und er fordert Tote. Wollen Sie es sein? Soll Ihr Kind wegen solcher Auftragstäter sterben?
        Man kann die Täter an ihrer Rhetorik erkennen. Sehen Sie genau hin.

        • Herbert Renz-Polster

          Ja, wir gucken alle genau hin, aber so „kaltstellen“ oder so ist auch nicht jedermanns Sache 😉
          Lg
          HRP

        • Thomas P

          Ama, Sie sind ja dermaßen indoktriniert und manipuliert – Ihnen scheint jegliches logische und rationale Denken unmöglich geworden zu sein.
          Sehen Sie, ich halte mich beruflich viel im Ausland auf, vornehmlich Skandinavien. Mein Bruder lebt in Bulgarien, mein Vater in Rumänien. Einige meiner Mitarbeiter leben in Russland, Serbien, ja, nochmal Bulgarien.
          IN ALL DIESEN LÄNDERN wird nomal gelebt. KEIN Krankenhaus ist überlastet, und die Anzahl verfügbarer Intensivbetten pro 100.000 Einwohner ist längst nicht so üppig wie die in Deutschland. In den genannten Ländern wird ohne Maske einkaufen gegangen, die Fitness-Studios sind offen, die Schüler gehen ohne Test in die Schule usw. usf. – ein normales Leben.
          Verstehen Sie das, was ich oben geschrieben habe? Können Sie das in Ihrem Wahn noch erkennen? Was soll hier in Deutschland so anders sein? Was bitte? Warum schauen Sie nicht nach Indien wo nichts los ist? Oder Afrika?
          Ich kann Ihnen nur nochmals sagen, dass in den oben genannten Ländern ein fast vollständig normales Leben stattfindet. Selbst erlebt/beobachtet oder aus allererster Hand von den Landsleuten dort erfahren. Und niemand liegt dort erstickend auf den Gehsteigen.
          Allerdings kann ich Ihnen versichern, dass SIE sich bald damit auseinandersetzen müssen, wie sehr Sie getäuscht worden sind – es dauert nicht mehr allzu lange.

        • Herbert Renz-Polster

          Es ist für mich wirklich eine deprimierende Morgenlektüre, wenn die Leser meines Beitrags sich in diesem Ton angiften. Ich frage mich: Muss das sein? Die Storys werden durch Angriffe auf das Gegenüber nicht besser.
          Über das Faktische will ich jetzt gar nichts sagen.

        • Thomas P

          ..es sind vom 01. Januar 2021 bis zum heutigen Tag weltweit schon über 53 Millionen Menschen verstorben, an egal was und woran, Alter, Unfall, Krankheit, und sehr viele, unfassbar viele davon wegen Hunger und Unterernährung. Was möchten Sie dagegen unternehmen?
          Quelle: worldometers.info

          Des Weiteren bin ich mitnichten „aggressiv“ wie Sie mir unterstellen. Ich bin sachlich, nüchtern und aufgeklärt unterwegs. Aggressiv sind eher Sie mit Ihrer Rhetorik und Ihrem Auftreten.

        • ama

          „Thomas P vor 13 Stunden
          ..es sind vom 01. Januar 2021 bis zum heutigen Tag weltweit schon über 53 Millionen Menschen verstorben, an egal was und woran, Alter, Unfall, Krankheit, und sehr viele, unfassbar viele davon wegen Hunger und Unterernährung. Was möchten Sie dagegen unternehmen?“

          Das ist typische Impfgegner-Rhetorik. Methode: Ablenken auf andere Themen, um damit das eigentliche Thema zu verharmlosen, es anderen unterzuordnen.

          Wir haben in Österreich ein aktuelles Beispiel:
          „Corona-Camp im Stadtpark: „Menschen sterben immer““
          https://www.derstandard.at/story/2000131246890/corona-camp-im-stadtpark-menschen-sterben-immer?ref=rec

          Es sind immer wieder die gleichen Stereotypen. Logisches Denken ist Impfgegnern fremd.

        • ama

          „Ja, wir gucken alle genau hin, aber so „kaltstellen“ oder so ist auch nicht jedermanns Sache 😉“

          Ich hätte das ausführlicher schreiben sollen. Ich meinte, daß die in den Knast oder in die Psychiatrie verbracht werden. Weil es nicht anders geht.
          Der Staat hat eine Aufsichtspflicht. Der sollte er endlich nachkommen.
          (Koalitionsverhandlungen tun das definitiv nicht. Die sind nicht anderes als „die Reise nach Rom“ eines Haufens entlaufener Kindergartengören.)

        • ama

          „Es ist für mich wirklich eine deprimierende Morgenlektüre, wenn die Leser meines Beitrags sich in diesem Ton angiften. Ich frage mich: Muss das sein? Die Storys werden durch Angriffe auf das Gegenüber nicht besser.
          Über das Faktische will ich jetzt gar nichts sagen.“

          Impfgegner schneien herein und verbreiten ihre Unwahrheiten, ihre Verbogenheiten und ihre glatten Lügen.
          Gegenwehr? Keine.
          So erobern Impfgegner die Stammtischhoheit. Früher oder später haben sie es geschafft.
          Genau so findet das bei den Krankenschwestern statt.
          Genau so findet das bei den Hebammen statt.
          Genau so findet das in den Apotheken statt.
          Genau so findet das in den Krankenhäusern statt.
          Genau so findet das in den Hochschulen statt.
          Genau so findet das überall statt, wo man sich gegen diese Verbreiter gefährlichen Unsinns nicht zur Wehr setzt.
          Es gibt aber auch Plätze im WWW, wo dem nicht so ist. Wo Impfgegner geteert und gefedert werden – Orte, wo sie zwar hinein können, aber nie wieder raus. Das Forum 1 zum Beispiel, da könnten die sich anmelden. Aber sie tun es nicht. Weil sie genau wissen, was ihnen dann blüht.
          Das hier
          http://www.pharmamafia.com
          ist die größte Website im ganzen WWW zum Thema Impfgegner. Ein Forum? Das braucht es da nicht. Das ist wie die Trompeten von Jericho, da bleiben von den Impfgegnern und ihren Lügen höchstens Atome übrig.
          In Deutschland haben wir bis heute 100.000 Tote durch Covid-19. Bis zum Frühling können es 200.000 werden. Mit der neuen Variante aus Afrika können es auch 300.000 sein. Und dann 2 Millionen? Oder mehr?
          Das dicke Ende kommt noch. Wer von uns wird dann noch dabei sein?
          „Der Klügere gibt nach“, heißt es.
          Kann er das vor der Welt verantworten?

        • Thomas P

          Ama, sich mit Ihnen auszutauschen ist zwecklos wie es scheint. Sie haben Ihren Standpunkt und offenbar jeder, der einer anderen Meinung bzw. einen anderen Blickwinkel hat soll – wie sagen Sie? – in den Knast kommen.

          Falls Sie noch aufnahmefähig sind empfehle ich Ihnen einen Blick auf diese Website und die aufgezeichneten Todesfälle nach Impfung. Diese Tabelle bezieht sich auf Todesfälle nach Impfung gegen Masern, Mumps und was man nicht alles bekommen kann, von 1990 bis heute. Sie werden leicht erkennen, dass von 1990 – 2020 alles recht moderat verlaufen ist was Todesfälle nach Impfung betrifft.. Sollten Sie entgegen meiner Erwartung tatsächlich keine signifikanten Veränderungen seit Verabreichung der „Impfung“ gegen C19 feststellen, dann – ja dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

          https://openvaers.com/covid-data

          Dies sind nur die Todesfälle in den USA, von bleibenden Impfreaktionen / Schäden fange ich hier gar nicht erst an.

        • Herbert Renz-Polster

          Danke, aber in VAERS werden nicht impfbedingte Todesfälle abgebildet, wie Sie schreiben, sondern die Meldungen entsprechender Verdachtsfälle, die ein jeder Bürger dort eintragen kann. Deshalb:
          „VAERS alleine kann nicht verwendet werden, um zu bestimmen, ob eine potentielle Nebenwirkung selten oder häufig auftritt.“
          https://de.wikipedia.org/wiki/Vaccine_Adverse_Event_Reporting_System
          So wie Sie es schreiben, ist Ihre Aussage nicht richtig.

        • Christian Becker

          Zu VAERS, VigiAccess und EudraVigilance geistern leidern auch geradezu bösartige falsche Bilder durchs Netz.

          Viele gehen nicht zu diesen Quellen. Sie lesen sich nicht die Hinweise zur Meldungsquelle (Fachpersonal versus Patient, VigiAccess : bei üblichen Impfstoffen um 80:20, bei Covid19 50:50), zur Datenqualität (Doppelmeldungen) und zum Suchen durch und fallen dann darauf herein.

          Beispiel: es werden Bildern benutzt, bei denen für einen Masern-Impfstoff 6k Nebenwirkungen „seit 1963“ aus VigiAccess gemeldet werden, für Covid19 2.5M.

          Es wird aber in Deutschland seit mindestens zwei Jahrzehnten ein MMR Kombinationsimpfstoff (Priorix, MMRVaxPro) genutzt. Dazu finden sich dann auch 150k Nebenwirkungsmeldungen.

          (Kleine Rechenaufgabe: mit 150k Meldungen auf 575 Mio Impfungen (WHO) ist man bei 1 Meldung auf 4000 Impfungen. Mit den gepoolten 2,5 Mio Meldungen auf 7,7 Milliarden Impfungen ist man bei 1 Meldung auf 3000 Impfungen.)

          Die OpenVAERS-Seite ist genau so eine furchtbare Weiterverwertung. Sie lässt diese Anmerkungen (https://vaers.hhs.gov/data.html) gleich weg, ganz zu schweigen vom direkten Verlinken des inhaltsleeren Lazarus-Report zum Underreporting von Events auf der Startseite. So präsentiert man Daten nicht sauber.

  • Maja

    Vielen Dank für die Zusammenfassung und die differenzierte Betrachtung.
    Sie schreiben, dass Impf-Komplikationen und Impf-Schäden durchaus möglich seien und man abwägen müsse.
    Würden Sie eine Impfung (bei Kindern und auch bei Erwachsenen) empfehlen, wenn bereits eine Covid Infektion bestand und nachweislich ausreichend Antikörper gebildet wurden? Sollte man die Gefahr von möglichen Impf-Nebenwirkungen eingehen, wenn nicht unbedingt erforderlich?
    Ich war vor einigen Monaten mit Covid infiziert und hatte einen mittelschweren Verlauf mit Krankenhaus Aufenthalt, jedoch nicht auf der Intensivstation. Zum Glück keine (spürbaren) Long Covid Folgen. Mein Kind war zum damaligen Zeitpunkt noch in meinem Bauch und es konnten auch nach der Geburt keine negativen Folgen von der Infektion festgestellt werden.
    Aktuell stille ich noch voll und bald läuft mein Genesenen-Schutz ab. Zwar empfiehlt die STIKO mittlerweile die Impfung bei Schwangeren und Stillenden, jedoch bezieht sich die Empfehlung auf eine Abwägung, dass die Risiken einer Infektion die Risiken einer Impfung überwiegen. Genau diese Argumentation und Betrachtungsweise führen Sie auch in Ihrem Beitrag auf. Was aber, wenn gar keine Notwendigkeit besteht? (Nachgewiesene Antikörper bei Mutter und Kind)
    Ich habe sehr große Sorge mein Kind in der Stillzeit durch die Impfung zu gefährden, die ja nach sechs Monaten nach Infektion erfolgen muss, um den 2G Status zu behalten. Durch die drohenden politischen Einschränkungen fühle ich mich gezwungen, möchte aber aus medizinischer Sicht das Richtige tun.

    • Maja

      Vielleicht muss ich die Frage anders formulieren – empfehlen Sie eine Impfung auch bei genesenen Kindern, die eine Infektion bereits überstanden haben?

  • Katja

    DANKE DANKE DANKE, lieber Herr Dr. Renz-Polster!

  • sophie

    Sehr geehrter Herr Dr. Renz-Polster,
    danke für Ihren gewissenhaften Versuch, den Nebel zu lichten.

    Die Sorge um die Risiko-Nutzen-Abwägung wird bei mir vor allem durch die vorliegenden Zahlen genährt. ZB vermerkt die Bundesregierung auf ihrer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/Bundesregierung/photos/a.769938079764597/4587111974713836/?type=3&theater), dass 1 von 5.000 Geimpften mit schwerwiegenden Nebenwirkungen zu rechnen hat. Laut aktuellen RKI-Daten sind zB in der Altersgruppe 12–17 Jahre 28.000 symptomatische Fälle vermerkt, davon 133 im Spital, 0 auf der Intensivstation und 0 gestorben. Für mich spricht diese Tendenz recht klar gegen eine Impfung. Insbesondere auch deshalb, weil eine Untererfassung der Impfnebenwirkungen auch von Ärzten nicht geleugnet wird. Während ich Verwandte habe, die zwei kürzlich an Covid verstorbene Personen kennen, habe ich selbst einige Bekannte, die von Schlaganfällen, Thrombosen, Herzinfarkten, Wasser in der Lunge, Gesichtslähmungen etc. berichten – im Rahmen derer vielfach berichtet wird, dass selbst Todesfälle nicht untersucht oder gemeldet werden. Und das höre ich keineswegs nur von Menschen, die die Impfung skeptisch sehen. Diese Umstände verunischern mich zutiefst. Wenn keine klare Datenlage verfügbar ist, kann ich doch nicht mich oder mein Kind im Blindflug einer reinen Hoffnung aussetzen?

    Es grüßt Sie herzlich
    Sophie

    • Herbert Renz-Polster

      Danke. Ich schätze die akute Krankheitslast bei den Kindern höher ein als aus diesen Zahlen hervorgeht. Und wie beschrieben geht mein Blick tatsächlich stark zu den möglichen Langzeitfolgen. In dieser Betrachtung halte ich die Impfung für „unter dem Strich“ effektiv.
      Dass auch bei Impfungen schwerwiegende Nebenwirkungen entstehen können ist richtig, die Entscheidung erfordert tatsächlich eine Abwägung (deshalb ist dieser Beitrag auch so lang 😉
      Dass Impfnebenwirkungen von vielen Ärzten unterschätzt und auch untererfasst werden, ist leider richtig, und ich verstehe jeden, der sich darüber wundert und dies beklagt.

  • Katharina Öhrlein

    ME/CFS kann, wenn ich Sie richtig verstanden habe, nach jeder Infektionskrankheit auftreten. Vor kurzem waren die Kinderkrankenhäuser voll – allerdings hatten die Kinder dort kein Corona und dennoch eine schwere Infektion der Atemwege, die womöglich genauso wahrscheinlich ME/CFS auslösen kann wie die Corona-Erkrankung.
    Weshalb gab es lange Zeit keine Empfehlung, Kinder gegen Grippe impfen zu lassen? Und schon gar keine Pflicht? Aber warum sollte jetzt die Corona-Impfung auch schon für die ganz Kleinen zur Pflicht werden? Zumindest sind bei Erwachsenen viele schwere Impfnebenwirkungen bekannt und ein guter Teil wurde nicht gemeldet, weil die Impfung zum Auftreten der Beschwerden schon zwei Wochen zurücklag.
    In ihrem letzten Artikel schreiben Sie, dass die Impfung einen guten Selbsschutz bietet, aber kaum Fremdschutz. Warum dann eine Impfpflicht?

    • Herbert Renz-Polster

      Leitender Parameter bei dieser Diskussion ist so wie ich es verstehe die Vermeidung einer Überlastung der Intensivstationen. Hierzu tragen die Impfungen unabhängig von der Diskussion Selbst- versus Fremschutz ihren Teil bei.
      Zu Influenza: diese Empfehlung gibt es in den USA (f. Kinder ab 2 J), hierzulande nur für Kinder mit best. Vorerkrankungen. Wie die Siko das begründet, weiss ich nicht.
      Dass die Corona-Impfung schon für die kleinen Kinder Pflicht werden soll kann ich mir nicht vorstellen, eine Pflichtimpfung für diese Gruppe wäre aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen.

      • Katharina Öhrlein

        Die Impfpflicht ist für Kinder ab 12 im Grunde genommen schon da, noch zwar als reiner Impfdruck, aber ich denke, es wird nicht lange dauern, bis nach Einführung der Pflicht für Erwachsene und Akzeptanz dieser neuen Regelung in der Allgemeinbevölkerung auch die Pflicht für Kinder eingeführt wird.
        In Österreich ist die Impfung bereits ab 5 Jahren offiziell empfohlen, da ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Empfehlung in eine Pflicht umschlägt.
        Das macht mir wirklich Sorgen, denn jetzt kommt es sehr wohl darauf an, ob die Impfung einen nennenswerten Fremdschutz bietet.

  • Anne

    Vielen, vielen Dank auch für diesen Text.
    Ich schätze Ihre Arbeit sehr.

  • Lenina

    Das war mal ein ziemlich klares Statement. Danke. Mit am wichtigsten fand ich die Einordnung der 0,x Prozente. Denn es klingt wirklich doch arg so wenig. Bis man es in konkrete Zahlen umrechnet. Ich frage inzwischen Leute: Stellt euch vor, das wäre die Wahrscheinlichkeit, im Lotto zu gewinne – ihr würdet sofort spielen, oder?

    Ich hoffe sehr, dass wir in ein paar Jahren den Umgang mit Covid nicht bitter bereuen. Und uns fragen: warum lässt man alles einfach so laufen?

  • Olivia

    Impfung bei Schwangeren?

    Vielen Dank für Ihren Artikel.
    Werden Sie eine weitere Auflage „Alles über Corona“ herausbringen?

    In Ihrer 6. Auflage vom Dezember 2020 schrieben Sie
    „Nach den bisherigen Daten scheint es so, wie wenn Schwangere bei einer COVID-19-Erkrankung fast immer glimpflich davonkommen, und die ungeborenen Kinder im Mutterleib auch.“

    Hat die Datenlage der letzten 11 Monate diese Aussage bestätigt?

    Ich bin schwanger und meine Gynäkologin hat mir empfohlen mich zu isolieren statt mich zu impfen; das ist für im Ordnung und die bessere Option, allerdings redet mein Umfeld massiv auf mich ein, mich in der Schwangerschaft impfen zu lassen….

    Ich hoffe sehr auf eine 7. Auflage Ihres Buches…

    • Sumi

      Mittlerweile wird Schwangeren ja die Impfung empfohlen und angesichts der möglichen Folgen bei Infektion (Frühgeburt, Schäden oder Tod des Kindes oder viel zu früher Kaiserschnitt, wenn Mutter beatmet werden muss u.a.), was du aber auch noch mal nachrecherchieren kannst, würde ich mich impfen lassen, v.a. etwa nach der 20. Woche. Vorteil ist, dass das Ungeborene wohl danach erst mal Impfschutz hat. Aber wenn vollständige Isolation für dich möglich ist, geht das vllt auch. Wünsche dir so oder so nur das Beste, auch für die Geburt in dieser Zeit.

  • Peter Menke

    Danke für den wie immer sachlichen und ausgewogenen Artikel. „Nur: wir haben eben nur die jetzigen Impfstoffe zur Verfügung“. Warum eigentlich?
    Es gibt laut WHO mittlerweile 10 Impfstoffe mit Phase IV Studien, davon drei Totimpfstoffe und ein Proteinimpfstoff.
    Allein nur um den Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, müsste man endlich ein Impfung damit zulassen!

    • Christian Becker

      Die EMA wägt bei Zulassung nicht nur das Risiko nach Studienlage ab, sondern will auch Zugang zu Produktionsdaten und Produktion. Das hat zB im März 2021 dazu geführt, dass bei Helix in Leiden/Belgien Astra-Zeneca-Impfstoff produziert wurde, der nicht in Europa verwendet werden durfte, aber bei Entdeckung im Abfüllwerk bei Rom einen gigantische Eklat auslösten. Das Leidener Werk wurde erst wenig später zertifiziert.

      Dieser Anspruch führt dazu, dass die Sputnik-Produktionsstätten inspiziert wurden. Laut EMA fehlen aber weiter Daten und es wurden Inspektionsreisen im Oktober abgesagt. Das könnte sich bis zum (geplanten) Produktionsstart bei R-Pharm in Bayern hinziehen: da kann man dann sicherlich eher reinschauen.

      Dazu: die EMA kann zwar einen „rolling review“ starten um Daten schon zu bewerten, einen Antrag muss die Firma aber schon selbst stellen. Bei CoronaVac/SinoVac ist das bisher nicht geschehen, der Antrag für Nuvaxovid/NovaVax ist am 17.11. eingegangen und wird jetzt bearbeitet.

  • Miri

    Wie ist das dann mit den Impfdurchbrüchen?
    Ist es da nicht auch möglich an ME/CFS zu erkranken? Da ist ja die Erkrankung impfbedingt abgemildert. Aber eben die leichte Erkrankung und das nicht richtige Auskurieren der Erkrankung sind doch ein hoher Risikofaktor dafür.
    Kann man andere Länder als Vergleich so einfach nehmen?
    Israel z. B hat doch nicht so ausgeprägte Winter wie Deutschland?

    • Herbert Renz-Polster

      Doch, auch bei Durchbruchinfektionen kann ME/CFS entstehen – es gibt dazu mehrere Studien, grob würde ich die so zusammenfassen: das Risiko ist dann um etwa die Hälfte geringer. HRP

  • Sumi

    Vielen Dank für diesen super Überblick. Ich habe auch eine Bekannte, die seit einer anderen Virusinfektion an ME/CFS leidet, was auch lange nicht richtig erkannt wurde. Sie ist leider überwiegend bettlägerig, hat zwei Kinder, an deren Leben sie kaum teilhaben kann. Stand vorher mitten im Leben, Anfang 40. Es ist schrecklich. Meine Tochter hat nun mit 2 Jahren ihre erst offlabel Impfung erhalten. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aner angesichts der bewusst durch die Politik gewählten Durchseuchung der Kinder und der üblen Inzidenzen und völlig überlasteten KH und eben der ggü. der Impfung größeren Risiken eine Infektion ist das die für uns einzige Möglichkeit, etwas zum Schutz unseres Kindes zu tun…

  • Jessica P.

    Vielen Dank für ihre lesenswerten und informativen Artikel!
    Meine Kinder (3,5 Jahre und 1,5 Jahre) haben das EB-Virus. Meine Tochter ist seit drei Wochen immer wieder lethargisch. Wo kann man sich über long EBV bei Kindern weiter informieren? Haben Sie weitere Quellen?

  • Gabi

    Unsere Kinder 9 und 11 hatten vor einem Monat Corona. Würden Sie denn in diesem Fall auch für eine Impfung plädieren?

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