Kommentar10. August 2021

Das „System Winterhoff“ ist kollabiert. Und das System dahinter?

Es ist jetzt viel die Rede vom "System Winterhoff". Nur: Es gibt kein "System Winterhoff". Sein System funktioniert nur, weil seine Art des Denkens über Kinder und über Beziehungen bis heute von viel zu vielen Menschen geteilt wird.

Als erstes will ich mich bei den Betroffenen der Recherche über das Werk des Dr. Winterhoff bedanken. Für ihren riesengroßen Mut und ihre Zivilcourage gegen Dr. Winterhoff auszusagen. Hut ab, wirklich, mein tief empfundener Respekt vor Ihnen als Persönlichkeiten, allesamt. Sie haben Ihre Menschlichkeit und Ehrlichkeit gegen ein System des Machtmissbrauchs gestellt. Und natürlich auch ganz großen Dank an die Filmemacherin, Nicole Rosenbach. Als wir vor vielen Monaten in Kontakt waren, war viel Verzweiflung zu spüren, von wegen, dass manches von dem Gefundenen vielleicht mangels Zeugenaussagen im Dunkeln verbleiben könnte. Aber da waren sie, die Zeugen, und wie! Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass in diesem Film nur ein Teil des gesammelten Wissens dargelegt wurde, das wurde ja auch im Vorspann des Films kurz angedeutet. So vermisse ich etwa in der Recherche den Aspekt der finanziellen Interessen. Bei früheren Medizinskandalen war es ja immer so: Erst wenn man die Spur des Geldes verstanden hat, hat man das System verstanden. Vielleicht wird das ja noch nachgereicht?

Aber weg von den Spekulationen hin zum Film. Das Geschilderte ist so grausam und eigentlich unglaublich, dass eines klar ist: Dass diese Inalte seit über einem Jahrzehnt WAHR sind, von Kindern und Eltern und Betreuenden REAL ERLEBT wurden und werden (!), das ist der eigentliche Skandal dieser Geschichte.

Deshalb meine erste Zwischenfrage: Wo ist die einstweilige richterliche Verfügung einer sofortigen Überprüfung aller von Dr. Winterhoff verantworteten Verordnungen in den vielen Einrichtungen der Jugend“hilfe“, die er betreut? Praktiziert Dr. Winterhoff noch? Hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Dr. W. aufgenommen? Überprüft die zuständige Ärztekammer seine Approbation? Ist Dr. Winterhoff nach wie vor Vertragspartner der kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenkassen? Nach allem, was ich aus diesem Film ablese, berühren diese Fragen unmittelbar den Kinderschutz. Sie müssen JETZT beantwortet werden.

Inobhutnahmen in neuem Licht

Bei dem Film wurde mir auch eines sonnenklar, was ich zuvor nur vermutet hatte: Das System der Inobhutnahmen von Kindern aufgrund angeblich „zu enger Bindung“ dürfte nach dem jetzt Bekannten mehr oder weniger direkt auf das Wirken von Dr. Winterhoff zurückzuführen sein.

Zur Erinnerung: seit vielen Jahren häufen sich an bestimmten Jugendämtern die Fälle, in denen Kinder ihren Eltern (in aller Regel: alleinerziehenden Müttern) mit der Begründung der Kindwohlsgefährdung wegen einer „symbiotischen Bindung“ weggenommen und in Heimen untergebracht werden. Dazu reichen in manchen Fällen offenbar „Tatbestände“ aus wie:

  • die Mutter habe das Schlafzimmer mit ihrem Kind geteilt
  • sie habe ihr Kind zuhause betreut und nicht in eine Kita gegeben
  • das Kind sei innerhalb von 6 Wochen mehrmals wegen Krankheit nicht zur Schule gegangen.

Inzwischen bekomme ich auch immer wieder Fälle mit, in denen eine angeblich „symbiotische“ Bindung bei Sorgerechtsstreitigkeiten auf Betreiben des Vaters vor Familiengerichten verhandelt wird. Etwa, weil eine Mutter ihr Kleinkind noch stillen will.

Ich muss sagen: ich bin mir sicher, dass auch über diese Fälle ein Film gedreht werden könnte, der einem genauso den Schauer über den Rücken treiben würde wie dieser Film.

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Die Filme gehören zusammen

Und für mich gehören diese beiden Filme dann zusammen. Denn wer hat das Konstrukt der symbiotischen Bindung denn in den Diskurs eingeführt? Dr. Winterhoff. Wer macht Fortbildungen für JugendamtmitarbeiterInnen? Dr. W. Wer ist in der Jugendhilfeszene als betreuender Kinder- und Jugendpsychiater in „20 bis 30“ (so in dem Film) Einrichtungen und Wohngruppen der Jugendhilfe tätig? Dr. W. Wer betreibt mit seinem Verein selbst eine Einrichtung der Jugendhilfe? Dr. W. Auf wen hören viele FamilienrichterInnen? Die Beispiele in dem Film zeigen: auf Dr. W.

Ich vermute deshalb das: die Epidemie der Inobhutnahmen wegen angeblich „zu enger Bindung“ geht letzten Endes auf die 2008 von einem deutschen Kinder- und Jugendpsychiater lancierten Behauptungen zurück. Es wäre interessant zu wissen, inwieweit sich die Häufung dieser Diagnose an bestimmten Jugendämtern mit den Fortbildungstätigkeiten des Dr. Winterhoff deckt.

Deshalb meine zweite Zwischenfrage: Wann gibt es eine Revision der Fälle von Inbhutnahmen, die mit der Begründung einer „symbiotischen“ Mutter-Kind-Beziehung begründet wurden? Wann gibt es eine Revision der Jugendämter, an denen solche Fälle dokumentiert sind? Wann gibt es eine Schulung von JugendamtsmitarbeiterInnen, die bisher Schulungen von Dr. W erhalten haben?

Ich halte diese Maßnahmen für überfällig. Nicht als Pauschalverdacht gegen „die“ Jugendämter. Im Gegenteil. Jugendämter sind ein essentieller Teil des Kinderschutzes und der Familienhilfe. Wir brauchen gut funktionierende Jugendämter, und die meisten MitarbeiterInnen der Jugendämter sind engagiert, kompetent, kind- und familienorientiert. Was aber an den Statistiken zur Inobhutnahme sowie den Fallsammlungen von Dr. Hammer auffällt, ist eine geografische Häufung von a) Inobhutnahmen und vor allem aber b) Inobhutnahmen aufgrund von nicht haltbaren Konstrukten a la „symbiotische Mutter-Kind-Beziehung“.

Unheimliche Parallelen mit der „Elternschule“

Was mir an dem Film auch auffiel: die Parallelen zur „Elternschule“. Als erstes natürlich das Kinderbild. Das Kind wird einmal als „der größte Egoist auf der Welt“ bezeichnet (so der „Elternschule“-Psychologe Dietmar Langer), bei Michael Winterhoff dann sind die Kinder „Monster“, die, wenn sie erwachsen werden, „die Existenz unserer friedlich zusammenlebenden Gesellschaft“ bedrohten. Ähnlich auch: Das System läuft jahrzehntelang, einzelne Whistleblower werden abgetan, dann plötzlich fliegt das System auf. Selbst Details sind auf fast unheimliche Art ähnlich. Etwa die Ganzkörperuntersuchung bei Kindern mit seelischen Leiden – allein, ohne Eltern. Bei Dr. Winterhoff war anscheinend die Hodeninspektion sehr wichtig, in der Elternschule die Racheninspektion. Für mich sind das Macht-Rituale (im Falle der „Elternschule“ lautete die Begründung, dass die Kinder so gegen Stress abgehärtet würden). Sogar die Kommunikationsmuster ähneln sich: wie viele Anwaltskanzleien finden ihr Auskommen in der Vertretung und Verteidigung dieser Machtstrukturen? Immerhin gibt es einen Unterschied: zu den Verteidigern der „Elternschule“-Philosophie gehörte ein guter Teil der psychologischen Fachwelt, wie etwa die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie und die Deutsche Gesellschaft für Psychologie. So wie ich es erinnere, war die psychologische Fachwelt bei Winterhoff dagegen von Anfang an kritisch.

Das System Winterhoff funktioniert nur mit einem weiteren System

Und das bringt mich zu meinem letzten Punkt. Es ist jetzt viel die Rede vom „System Winterhoff“. Gibt es ein „System Winterhoff“ – also ein nur mit diesem Namen verbundenes System? Nein. Sein System funktioniert tatsächlich nur per Beifall und Kollaboration. Sein System funktioniert, weil die von ihm formulierte Art des Denkens über Kinder und über Erwachsenen-Kind-Beziehungen auf weit verbreitete Haltungen in der Gesellschaft, in der Pädagogik und in der Jugendhilfe stößt.

Etwa, in der Gesellschaft. Schauen wir uns doch den Siegeszug der Winterhoffschen Bücher und Thesen an. Da kommt ein bisher unbekannter niedergelassener Kinder- und Jugendpsychiater mit einem Buch heraus – und gilt innerhalb von Monaten im Mainstream der Gesellschaft als DIE Autorität in Sachen Kindererziehung. Das muss man sich einmal vorstellen: Da zieht ein Arzt durch die Lande, der für die allermeisten seiner fachlich beschlagenen und akademisch verankerten KollegInnen nichts anderes ist als eine Art Verteter einer medizinischen Sekte (in dem Film zum Beispiel gut von Prof. Schulte-Markwort herausgearbeitet, Danke!). Und sein Schlangenöl geht weg wie warme Wecken.

Wirklich. Wenn ich seine Vorträge betrachte (ein Beispiel hier, Titel: „His Majesty, the Baby“): Ein Faxenmacher, der seinen ZuhörerInnen irgendwas vom Pferd erzählt. Nur: die jubeln ihm zu. Weil er einen Nerv getroffen hat, wie die Kinder angeblich sind. Und wie mit ihnen umzugehen sei: von oben nach unten. Die autoritäre Bereitschaft in weiten Teilen der Bevölkerung, das ist für mich die tiefste Ebene des Systems Winterhoff.

Etwa, in der Presse. Wer hat MW groß gemacht? Die üblichen Aufregerformate: Winterhoff bei Anne Will, Winterhoff bei Markus Lanz. Ein paar Jahre vorher wurde Bernhard Bueb durchgereicht, der „strengste Lehrer der Republik“. Beigetragen hat natürlich auch Winterhoff selbst: ein Sunnyboy, medial stark präsent. Fakten-Checking schien keine Rolle zu spielen. Wenn man die Aufnahmen der Fernsehsendungen mit Michael Winterhoff betrachtet, denkt man tatsächlich: Wie kommt der nur mit solchen Behauptungen durch? Hier immerhin könnte die Pandemie etwas verändert haben, ich glaube, die „große“ Presse ist insgesamt faktenkritischer geworden.

 

Etwa, in der Pädagogik. Ich habe früher sehr viele Vorträge gemacht. Oft war Winterhoff schon da gewesen: „Ja, wir hatten vor 2 Monaten Dr. Winterhoff hier – war das wunderbar!“ Und ich: wundere mich. Fairerweise: es gibt auch viele Einrichtungen, die auf seinen Pädagogik-Firlefanz nicht hereingefallen sind. Ich freue mich darüber. Und bin mir auch sicher, dass es immer mehr werden 😉

Etwa, im Jugendhilfesystem. Am erschütterndsten aber finde ich die Resonanz, die MW im Jugendhilfesystem bekommen hat.

Und hier muss ich ausholen, denn es geht mir nicht nur um die „Resonanz“. Ich nenne es bewusst: Kollaboration. Dr. Winterhoff ist nach Angaben des ARD-Films beratend für „20 bis 30“ Jugendhilfeeinrichtungen und Wohngruppen tätig (vielleicht wäre er auch für hunderte zuständig, wenn er es zeitlich geschafft hätte, er hat sein Pensum ja wohl nur über ein System von Bus-Shuttles geschafft). Wie viele Leitungen und Mitarbeitenden waren also Teil dieses Systems? Haben brav die Pillen hergerichtet? Ihre Wirkung dokumentiert? Sich vielleicht gewundert über die welken Kinder? Untereinander getuschelt und geredet? Sind mit ihren Leitungen vertraulich ins Gespräch gegangen? Ich vermute, dass hier Hunderte in Wirklichkeit „Wissende“ waren.

Und nichts kam an die Öffentlichkeit.

Trotz mutiger Versuche. Wie ich einem Kommentar unter meinem gestrigen Blogbeitrag entnehme (Danke!!), berichtete bereits am 4. Mai 2012 die Bad Honnefer Wochenzeitung über mutmaßlich missbräuchliche Medikamentenverordnungen in einer Einrichtung der Jugendhilfe – unter anderem über die Dauermedikation von 3-jährigen Kindern mit dem Medikament Pipamperon (dass der Namen des zuständigen Kinder- und Jugendpsychiaters in dem Artikel nicht genannt wird, weist für mich darauf hin, dass schon damals die Anwaltsmaschine von Dr. Winterhoff gut geölt lief). Passiert ist: nichts. Doch: die zuständigen Jugendämter haben die Fälle überprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass alles in Ordnung sei. Mehr noch: aus den Berichten der in den Fall involvierten MitarbeiterInnen ist zu erkennen, dass diejenigen, die den Kindern damals helfen wollten, verunglimpft und benachteiligt wurden.

Deshalb: Das System hinter dem System Winterhoff ist für mich auch eine kranke Jugendhilfe. Nein, das heisst NICHT, dass diejenigen, die dort arbeiten krank sind (meine Tochter etwa, Grüßle, liebe Judith!). Im Gegenteil, sie dürften in ihrer Mehrheit kindorientiert, liebevoll und aufopfernd hilfreich sein.

Und doch versagt dieses System ganz offenbar.

Weil es in sich geschlossen ist. Weil viele Jugendämter zu wenig eigene Expertise haben. Weil eine echte Supervision oft nicht stattfindet. Weil viele noch immer ÄrztInnen  gegenüber hörig sind. Weil FamilienrichterInnen oft keine gute Ausbildung in Kinder- und Familiendingen haben und heillos überfordert sind. Weil finanzielle Anreize für eine Verstetigung von Diagnosen und Abläufen sorgen. Weil die Hilfe zur Erziehung zuhause oft inadäquat sind. Und und und. Ich kann nur sagen: Wir können uns dieses System als Gesellschaft nicht mehr leisten, zu viele Kinder verzweifeln darin an der Welt.

Meine Hoffnung

Zum Schluss deshalb meine Hoffnung, dass wir jetzt reinen Tisch machen. Die Akte Winterhoff muss offen bleiben, alles muss auf den Tisch. Keine Ausflüchte, klare Kante, was die Konsequenzen angeht, es geht hier um gestohlene Kindheiten, so sehe ich das, wie die meisten auch, die diesen Film gesehen haben.

Vor allem aber ist meine Hoffnung, dass sich diejenigen hinterfragen, die auf Michael Winterhoff hereingefallen sind, die seine Behauptungen übernommen und verbreitet haben. Man darf sich hinterfragen, man darf sich auch schämen, jeder hat das Recht dazu, ich selbst mache von ihm auch Gebrauch, wo es nötig ist. Nur so kommen wir weiter.

Nur so kommen wir weg von diesem fatalen Kreislauf aus toxischen Kinderbildern („Egoisten“, „Monster“) und einer daraus folgenden – hier im wahrsten Sinn des Wortes – „toxischen“ Behandlung der Kinder. Nur so kommen wir dorthin, dass wir von innen heraus das verstehen, was die Kinder- und Jugendpsychiaterin Ulrike Mattern-Ott in dem Film so wunderschön ausdrückt:

„Ohnmächtige Kinder gilt es zu verstehen und nicht zu entmachten“.

Und nur so werden wir unserer Verantwortung gerecht. Ich will sie mit den Worten eines der Betroffenen ausdrücken:

 

P.S. Eine Gruppe von UnterstützerInnen sammelt hier Geld für eine Klage wegen Falschbehandlung. Bitte teilen!

 

[Und hier ein Beitrag, wie es in dem Fall Winterhoff bisher weiterging…]

 

Der Autor: Dr. med. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, beschäftigt sich als Kinderarzt und Wissenschaftler seit langem mit der kindlichen Entwicklung und Gesundheit. Forschungstätigkeit im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung zunächst in den USA, dann am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Herausgeber und Autor diverser studentischer und ärztlicher Lehr- und Fachbücher. Einem breiten Publikum bekannt durch mehrere Sachbücher, u.a. das Standardwerk „Gesundheit für Kinder" und „Kinder verstehen - born to be wild!". Er hat 4 Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Ravensburg.

101 Kommentare

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  • Thomas Knoche

    Vielleicht mal die Veranstalter, die Winterhoff in den nächsten Wochen eingeladen haben, darauf ansprechen/hinweisen:
    Kulturwerk Wissen
    Deutscher Kitaleitungskongress
    Kaufmännische Schule Göppingen Förderverein
    CDU Landtagsfraktion des Saarlandes
    Marl, Hans-Böckler-Berufskolleg

    Das sind nur ein paar. Winterhoff ist bis weit ins nächste Jahr ausgebucht.

    • Herbert Renz-Polster

      whow, nicht vorstellbar, dass MW dort redet. Wäre für mich ein nogo für weitere Anfragen dieser Veranstalter. Danke. HRP

      • Ursula Carle

        Da mir das so unwahrscheinlich klingt, habe ich mir die Referentenlisten stichprobenartig angeschaut und konnte den Namen Winterhoff nicht finden…

        • Maren

          Winterhoff steht beim DKLK an 2. Stelle.

    • Christina Göldner

      Dem Kitaleitungskongress habe ich gerade geschrieben. Vllt sollten das viele tun…

      • Maren

        Gerade dann kann es doch ein Anreiz sein, dort Vorträge zu halten, Herr Renz-Polster. Um eine alternative Sichtweise zu bieten, die dringend notwendig ist. Und dieses auch im Vortrag deutlich zu machen. Im Dialog kann viel bewegt werden. Was meinen Sie?

        • Evelyn

          Die Jugendhilfeeinrichtung des bischöflichen Generalvikariats Trier hat ihn ebenfalls ausgeladen und seinen Vortrag abgesagt

        • Maria Hermann

          Insbesondere diese Inobhutnahmen, ohne richterlichen Beschluss, sollte ein Riegel vorgeschoben werden! Im Kreis Euskirchen z.B., ist scheinbar gängige Praxis. Spannend ist hier auch, daß einige ehemalige Mitarbeiter eines Kinderheims, inzwischen beim örtlichen Jugendamt arbeiten und auffällig aggressiv ihren Kinderklau betreiben. Es ist legalisierter Kinderhandel!

    • Maren

      Das ist wirklich unglaublich.

    • Bernhard

      Ich habe die Organisatoren des DKLK auch schon angeschrieben und werde noch Barbara Leitner, die dort auch als Referentin auftreten wird, kontaktieren. Sie ist auch Mitglied der Expertenkonferenz des Arbeitskreises Menschenrechtsbildung, die die Reckahner Reflexionen zur Ethik pädagogischer Beziehungen entwickelten. Ich werde sie bitten, als Referentin ebenfalls mit den Veranstaltern des DKLK zu sprechen.

      • Maike Reese

        Als ich als Referentin zusagte, hatte Ich bereits Mühe mit der Idee, dass ein Herr Winterhoff sich dort als Keynote ausbreiten soll…kein gutes Agendasetting, dachte aber noch, dass eine offene und öffentliche Kontoverse da evtl auch förderlich und bildend sein könnte…das stellt sich nun anders dar und ich denke, der Veranstalter und auch alle Referenten sollten sich mutig gemeinsam der Vielzahl an Themen, die auf dem Tisch liegen und die weit über die Praxis von Herrn Winterhoff hinausgehen, stellen. Betroffene Grüße aus Hamburg von Maike Reese

    • Marie

      Unfassbar und erschreckend wieviele Vorträge er in diesem Jahr geplant hat und bei welchen Einrichtungen! Vielleicht könnten andere wie Sie, Herr Renz-Polster, Nora Imlau, Susanne Mierau … für ihn einspringen. Es wäre eine wirkliche Bereicherung.

    • Tabea

      Herzlichen Dank für den Hinweis, Thomas Knoche!

      Mittlerweile scheinen Winterhoffs Auftritte beim Kulturwerk Wissen, beim Deutschen Kitaleitungskongress und dem Hans-Böckler-Berufskolleg gecancelt worden zu sein, zumindest tauchen sie auf den Webseiten nicht mehr auf.

      👍

      • Tabea

        Vorträge
        07.09.2021 Hamburg
        Deutscher Kitaleitungskongress

        16.09.2021 57537 Wissen
        19:00h Kulturwerk

        21.09.2021 Berlin
        Deutscher Kitaleitungskongress

        23.09.2021 08451 Crimmitschau
        nicht öffentlich Reha Klinik Eubios

        27.09.2021 73035 Göppingen
        19:00h Stadthalle, Kaufmännische Schule Förderverein

        06.10.2021 66018 Saarbrücken
        CDU Landtagsfraktion des Saarlandes

        29.10.2021 89518 Heidenheim
        nicht öffentlich Bundeselternratstagung freie Waldorfschule

        09.11.2021 54290 Trier
        nicht öffentlich Jugendhilfeeinrichtungen des bischöflichen Generalvikariats

        10.11.2021 Pforzheim
        nicht öffentlich Verband Bildung und Erziehung Landesverband Baden-Württemberg

        17.11.2021 45768 Marl
        nicht öffentlich Hans-Böckler-Berufskolleg

        24.11.2021 01705 Freital
        nicht öffentlich „Tag des Erziehers“

        01.12.2021 01445 Radebeul
        nicht öffentlich Grundschule Niederlößnitz

        24.08.2022 04758 Oschatz
        https://www.michael-winterhoff.com/vortraege

        • Figurenzauberei

          vielleicht lassen sich hier ja auch Demonstrationen organisieren – wenn die Einrichtungen nicht selbst diese Veranstaltungen absagen. Doch ich hoffe sehr, dass Herr W. ein Verbot auferlegt bekommt….

      • ama

        Kulturwerk Wissen: Termin ist abgesagt!

    • Daniela

      Beim DKLK kam die Antwort, dass sie Winterhoff kontaktiert und um Stellungnahme gebeten hätten und sich danach überlegen, wie sie vorgehen…

      • Sandra

        Da benötigt man wirklich noch eine Stellungnahme von MW? Was man da wohl erwartet, wie die inhaltlich aussieht?

        • ama

          Das ist ein Fall des Vertragsrechts. Für den Vortrag wurde bestimmt ein Vertrag unterzeichnet. Die Rücktrittsklauseln dürften interessant sein. Ob der Veranstalter einen Imageschaden befürchtet? Ich denke, daß ja. Anwälte haben ihre kleinen Freuden…

  • Birgitta

    Ich habe die Dokumentation heute in der Mediathek gesehen und bin entsetzt. Und leider nicht überrascht.

    Da tun sich Abgründe auf. Und endlich kommt da hoffentlich Licht hinein. Und das nicht nur im System Jugendhilfe, sondern auch im Bildungssystem, wenn man da genauer hinschaut.

    Zum Wohl der jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft.

  • Mohrs Thomas

    Winterhoff passt ins System, das System passt zu Winterhoff, damit ist doch schon mal viel erklärt. HRP ist ein Querkopf, Unruhestifter, der ist dem System lästig.

    Winterhoff wird unbeschadet und angemessen gewürdigt in den Ruhestand verschwinden, aber das Handwerk wird ihm nicht gelegt, fürchte ich.

    • Eckhardt Gehde

      Da sollten wir alles tun, dass dieser kriminelle Psychopath nicht wie viele solcher Täter ins Nirwana abtauchen kann. Seine Handlungen sind ein riesiges Verbrechen. Das gehört bis ins Letzte aufgedeckt und sämtliche Mittäter müssen ebenfalls vor Gericht.

    • Tom23.de

      und wenn MW geht, werden neue MW`s kommen. Das Spiel geht weiter, weil zu viel Geld und Macht dahinter steht. Und ja, wer den Mund aufmacht und Missstände anprangert und öffentlich macht, wird denunziert, gedisst und geächtet!

      • Sahra Melz

        Wir sind stark und lassen sowas nicht durchgehen. Bleibt in der Liebe somit fühlt man sich auch nicht gedisst oder verachtet. Wir müssen Laut und offen sein. Jeder soll hören was für ein Unheil getrieben wird.

  • Christina Göldner

    Es ist unglaublich schrecklich und hat mich tief geschockt. Es hat meine tiefsten Ängste getroffen, denn dass es so viele Menschen gibt die frischen Eltern das Buch über angeblich tyrannische Kinder schenken war für mich schon immer absurd und grausam. Ich habe dahinter ganz tief verankerte grausame, verachtende, toxische Bilder vom Kind und der Beziehung zum Kind vermutet. Dass es so viel jubelndes Publikum und Mittäter gibt für diese so grausamen und haltlosen, absurdenTheorien dieses Menschen Winterhoff finde ich den wahren Skandal daran und bestätigt meine Befürchtungen dass wir noch lange nicht beim gesunden Bild vom Kind und wie wir ihm liebevoll begleitend begegnen können angelangt sind. Ja, dass wir noch viel dieser ganzen kranken Sicht vom Kind als ,Tyrann’ und ,Monster’ und der Mutter als verweichlichte unfähige Person der man von Aussen sagen muss wie sie sich ja nur so hart und erbarmunglos wie möglich verhalten soll denn sonst würde das Kind die ganze Gesellschaft bedrohen, in uns tragen, mitten in unserer Gesellschaft. Unfassbar traurig! Ich sehe darin nichts anderes als die Fortsetzung der ganzen Johanna Haarer/NS Regime Erziehungsbilder und gäbe es nicht auch so viele andere wertvolle Strömungen wie die Ihre, Herr Renz-Polster, oder Nora Imlau, Nicola Schmidt, Susanne Mierau, würde ich verzweifeln. Schon allein beim Zuhören einzelner Passagen aus dem hier verlinkten Vortrag von M. Winterhoff wird es mir übeln. Und ich bin nur Hebamme, keine Pädagogin und mir fällt mit meinem Bildungsstand schon auf, dass er sehr substanzlose Dinge von sich gibt. Wie erschreckend, dass es von Jugendämter als Fortbildung angehört wird. Bitte, bitte, bitte lasst uns laut werden und ich hoffe, wir sind mehr als die! Unsere Kinder haben es verdient. Sie sollen nicht so werden wie viele der Menschen scheinbar noch sind. Es würde uns soviel mehr Gesundheit und Frieden auf der Welt schaffen wenn gewaltfreier, bindungs- und bedürfnisorientierter Umgang und ein positives Bild vom Kind Alltag wären!!!

    • Figurenzauberei

      Liebe Christina Güldner, leider ist mein langer Beitrag einfach weg – ich wollte Sie ermuntern, das WIR LAUT und LAUTER werden, das wir – falls nicht schon vorhanden eine Petition ins Leben rufen sollten, mit der Aufforderung, das diese Mach(t)enschaften in keinem Gutachten, keinem Jugendamt keiner Kindertageseinrichtung mehr praktiziert werden dürfen usw.
      DANKE an Herrn Renz-Polster, Nora Imlau, Anke Hummel, Anke Elisabeth Ballmann und Gundula Göbel, dass sie so wertvolle andere und vor allem gesunde und natürliche Impulse und wertschätzende Sichtweisen in die Welt setzen!

      • die gute Kinderstube

        JA, eine Petition ins Leben rufen gegen diesen Wolf in Schaftspelz ist eine gute Idee!! Bitte macht das, ich bin dabei und viele tausende auch.

  • Judith

    Vielen Dank, lieber Herr Renz-Polster, für diesen Beitrag. Ich habe schon drauf gewartet…Ich habe die verlinkte Zusammenfassung von Dr. Hammer nur kurz überflogen (mich hat die Region der Häufung der Fälle interessiert 😉 ) und bin über die hohe Anzahl an Adipositas-Diagnosen nach der Fremdunterbringung der Kinder gestolpert. Vielleicht ist das ja zu weit hergeholt, aber gibt es da eventuell einen Zusammenhang mit einer eventuellen Verabreichung von Pimpanperon? Ich finde die Häufung schon sehr auffällig…

    • Sabrina

      Zu dem Artikel von Dr. Hammer gab es eine Fortsetzung über die Zuschriften.
      Problematische Inobhutnahmen und
      Fremdunterbringungen / Teil II
      Auswertung von 612 Rückmeldungen zur Fallstudie vom November 2019. In: Blickpunkt Jugendhilfe 1 2021
      „Von den Rückmeldungen der 397 Betroffenen kamen 368 Beschwerden
      verteilt auf insgesamt 124 Jugendämter aus allen 16 Bundesländern.
      Weitere 17 Beschwerden kamen aus Österreich und 12 Beschwerden aus
      der Schweiz.“ „Weitere 215 Rückmeldungen kamen von Fachleuten, …Hervorzuheben ist dabei der Austausch mit bundesweit agierenden Selbsthilfeorganisationen, Ombudsstellen sowie mit AnwältInnen und Kinder- und JugendärztInnen, deren Rückmeldungen auf der Basis jahrelanger Erfahrungen mit
      problematischen Inobhutnahmen erfolgten.“
      Zur Adipositas: Sedierung führt generell zu Bewegungsmangel. Kummer kann aber ebenfalls zu Adipositas führen.

    • KaBa

      Zwei der Betroffenen sagen im Film, dass die Gewichtszunahme eine Folge von dem Medikament waren/sind.

  • Anne

    Ich bin geschockt. Wie gut dass einige Menschen den Mut aufgebracht haben, den Deckel zu lüften und nachzusehen was da vor sich hin gärt… Hoffentlich fliegt es allen destruktiv Beteiligten ordentlich um die Ohren.
    Bleibt auch die Frage offen, wie denn bitte die eigentliche Therapie aussieht, für die die Kinder durch die Medikation zugänglich gemacht werden sollen?! Gab es die überhaupt?

  • Martin

    Lieben Dank an alle, die diese Doku möglich gemacht haben. Lieben Dank an die Menschen, die den Mut hatten vor die Kamera zu sprechen, auch wenn sie Angst haben vor diesem Mann und seinen Anwälten. Ich danke euch, dass solche schrecklichen Methoden an die Öffentlichkeit kommen. Danke fürs Ausstrahlen der Doku und Danke Herr Renz-Polster für ihre Artikel zu dem Thema.

  • Jana Strahl

    Als Pädagogin in der Elternarbeit hatte ich schon mit Eltern zu tun, die durch die Thesen des Herr Winterhoff komplett verunsichert waren. Da gibt es – leider – Kitas, die ihren Eltern das Buch empfehlen und ganz beseelt beim Elternabend über eine Fortbildungsveranstaltung des Herrn Winterhoff schwärmen. Eltern, die verunsichert sind, weil sie manchmal mit dem Verhalten ihrer Kinder überfordert zu sein scheinen, gehören nicht auch noch bestraft durch diese kruden Theorien und Phantasiediagnosen. Diese Eltern brauchten Ermutigung, sie müssen kindlichen Verhalten verstehen lernen und brauchen gute Impulse für Handlungsalternativen. Wir Menschen sind soziale Wesen und auf die Beziehung zu anderen Menschen angewiesen. Die Sehnsucht nach diesem Zugehörigkeitsgefühl prägt Verhalten, menschliches und vor allem kindliches. Meine Arbeit besteht darin, Eltern diesen Zusammenhang bewusst zu machen und den Wert positiver Beziehungsmomente für kindliches Verhalten zu verdeutlichen. Mit seinem Gefasel von „symbiotischen“ Eltern-Kind-Beziehungen und seiner Lösung, die Kinder genauer dieser Beziehungsmomente zu berauben, hat Dr. Winterhoff auch meine Arbeit regelmäßig torpediert. Danke, dass es diese Doku – auch, wenn sie weh tat – gab. Ich verbinde mit diesem Dank an die Fimemacherin auch die Hoffnung darauf, dass dies keine Eintagsfliege bleibt und das „System Winterhoff“ in Zukunft keine Chance mehr hat, auf Kinderseelen herumzutreten.

  • Marco Riemer

    Hallo an Alle.

    Ja, in der Tat, in seiner Vortrags-Liste steht gar viel (https://www.michael-winterhoff.com/vortraege) und ich habe auch schon Gestern gleich einige (DKLK u.a.) via Email – unter Verweis auf die ARD-Mediathek – angeschrieben, ob sie ihre Rednerliste nicht noch einmal überdenken wöllten. ABER: Nirgends eine Rückmeldung.

    In unserem Hort stehen drei seiner Bücher im Regal des Erzieher-Zimmers. Ich habe heute einfach mal den Begleit-Artikel zur Doku aus der ARD-Mediathek ausgedruckt und auf den Tisch für’s allg. und anonyme Interesse hingelegt.

    Ich denke, das Problem ist wirklich, das seine spärlichen und vergifteten Samen auf ein noch sehr empfängliches Feld gefallen sind und dort weitere Wurzeln hat verfestigen können.

    Jeder Einzelne wird nun gefragt sein, an der Stelle – wo er wirkt – wieder Partei für eine kindzentrierten Umgang in der Pädagogik zu werben.

    Und die Staatsanwaltschaft; da braucht es am Ende eine Anzeige. Ob die sich damit auseinandersetzen, wenn ein Arzt sich mit seiner „Behandlungsfreiheit“ herausreden könnte?? Pipamperon, ggf. im Off-label-use gegeben, ist lt. Gelber Liste ja wohl auch im Kindes- und Jugendalter verordnungsfähig, und späte Dyskinesien im Fall des Benjamin (ab Min. 20:50) sind halt gefürchtete Spätfolgen von niedrigpotenten NL.

    Ganz nebenbei, ab Minute 21:00 in der Reportage ist im Arztbericht ja sogar zu erahnen, das auch Risperidon (atypisches NL) auf Beni‘s Medi-Liste gestanden haben könnte.

    Welche AWMF-Leitlinie das hergibt, sollten dann schon die ärztlichen Gremien (Ärztekammer etc.) einordnen und nachverfolgen.

    LG
    Marco

  • Willi Schewski

    Warum haben so viele weggeschaut? Ich habe immer seine Bücher und Aussagen im TV für großen Mist gehalten und meistens weggeschaltet – was ich nun in der Doku über ihn gesehen habe, wusste ich NICHT und übersteigert meine Vorstellungskraft.
    Ich halte die Doku für ein Meisterwerk, das mag übertrieben sein, zeigt aber, man kann sich – bei aller Kritik – auch mal wieder auf das Öffentlich-Rechentliche verlasen. Aber auch Kritik ist – bezogen auf die Pressemedien – vonnöten: Wie konnte er im TV seine kruden Thesen so ungeprüft verbreiten? Warum war man nicht kritischer? Ich entsinne mich an die Anfang 1990er Jahre als ich blühender Verfechter der Thesen von Alice Miller war, man, wie hat man mich gehasst und angegriffen.
    Was mich auch bestürzt, warum „glauben“ so viele Menschen diesen Guru, warum sind die ihm hörig? Zum Glück und das zeigt die Doku, gab es Menschen, Eltern, Kinder, Jugendliche, die dieses perfide Spiel durchschauten und Zweifel hegten. Manche fanden Ohr und Hilfe, viele andere leider nicht. Es gibt viel aufzuarbeiten und vor allem auch die Frage zu klären: warum glaubten so viele diesem Winterhoff? Ist es die strengen lieblose Erziehung die so viele erlebten und sie unfähig machten, Figuren wie Winterhoff zu hinterfragen? War es Angst? War es Druck von Außen, von der Justiz, den Jugendämtern? Jeder Fall muss einzeln betrachtet werden, jede Person individuell angeschaut werden – es gibt viel zu tun – auch auf Seiten der Justiz und: was lief und läuft da schief in en Jugendämtern? Warum sind so viele dem System Winterhoff erlegen?

    • Regina

      Sehr geehrter Herr Schewski,

      die ARD-Doku hat mich auch tief berührt und ich hoffe zunächst einmal, dass den mitwirkenden (ehemaligen) Kindern und Jugendlichen sowie den Eltern(teilen) in jeder Hinsicht Verständnis und die erforderliche Unterstützung zuteil wird.
      Auf weitere Aufklärung der Fälle warte ich ebenso, aber ich denke, dass das langwierig wird.

      In Ihrem Post bin ich über Alice Miller gestolpert und auch über den Begriff „Guru“, und da habe ich mich an ein Interview mit dem Sohn der Alice Miller erinnert (auch weil der Begriff „Guru“ im Interview vorkommt):
      „Alice Miller gilt als die Kämpferin für die Würde des Kindes und gegen Misshandlungen. Ihr eigener Sohn Martin jedoch litt sehr unter ihrer Rücksichts- und Herzlosigkeit. Er erklärt es damit, dass sie ihre im Krieg gewählte Überlebensstrategie nicht ablegen und ihre Traumata nicht bewältigt habe.“

      „von Billerbeck: Nun müsste man ja schildern, was da eigentlich geschehen ist. 1950 wird ein Kind geboren in Zürich, es nimmt die mütterliche Brust nicht, es wird weggegeben zu einer Bekannten. Als der Junge sechs ist, wird eine Schwester geboren mit Down-Syndrom. Er, der Sohn, der Bettnässer kommt ins Heim, wo die Eltern ihn nie besuchen, nicht mal am ersten Schultag. Mit acht kommt er zurück in die Familie, fühlt sich als Ausländer, die Eltern sprechen miteinander polnisch, und mit 17 bittet er darum, ins Internat zu kommen, das katholisch und hart ist, aber immer noch besser als die Familienhölle. Das könnte eine Fallgeschichte aus der Praxis der berühmten Psychologin Alice Miller sein, das war aber Ihr Leben, Herr Miller. Da müssen Sie sie doch gehasst haben.“

      „Und meine Mutter hat sich eigentlich nie echt entschuldigt, sie hat sich nie erkundigt, wie ist es dir eigentlich dort ergangen. Sie hat im Prinzip sich selber wieder den Kopf aus der Schlinge gezogen und ist wieder zur Tagesordnung übergegangen.“
      https://www.deutschlandfunkkultur.de/es-war-nicht-schoen-der-sohn-von-alice-miller-zu-sein.954.de.html?dram:article_id=262988

  • Ch. Li

    Was mich interessiert: wessen finanzielle Interessen wurden in diesem grausigen System bedient? Geht es MW nur um Ausübung von Macht oder hat er durch die Medikation mit den Neuroleptika Vorteile erhalten?
    Sein Wirken ist so monströs, dass es mir nach dem Ansehen der Dokumentation den Schlaf geraubt hat.

    • Maren

      Das würde mich auch interessieren. Wäre nicht verwunderlich wenn die Pharmaindustrie mitmischt.

  • Bianca Kessel

    Endlich: Der „König“ kippt!

    Als Erziehungswissenschaftlerin warne ich seit Jahren in meinem Arbeitskontext vor den Augenwischereien des Herrn Winterhoff. Wiederholt haben mir Seminateilnehmerinnen in Bonn von ihren Erfahrungen mit ihm geschildert: Er hat es in kürzester Zeit geschafft, die Müttern abzuwerten, sie noch mehr zu verunsichern und sie als Schuldige anzuprangern, wenn es ihnen seiner Meinung und Erwartungen nach nicht gelang, die „Kinder in den Griff zu kriegen.“
    Ich kenne durchaus die Merkmale, die eine narzisstische Persönlichkeit ausmachen: In seinem machtvollen Gebahren ist vieles davon für mich wiedererkennbar.
    Ich bin wirklich froh, dass mit diesem seriös recherchierten Film nun der erste öffentliche Schritt getan ist, den „König“ auch juristisch endgültig von seinem Sockel zu reissen.

  • Aurora0881

    Nunja! Ehrlich gesagt will ich gar nicht wissen wieviele WH sich in der bunten Jugendhilfe Landschaft tummeln. Das ist wohl nur die Spitze des Eisbergs. Ich kenne so einige Haus- und Hof KJPler die mit Einrichtungen kooperieren. Keine Aufnahme in die entsprechende Einrichtung ohne Diagnostik..Da lässt sich ne Menge Geld mit verdienen. Und Hey! Das läuft doch gut rein, wenn die Kinder medikamentös so eingestellt sind, dass sie keine Arbeit machen.
    Zu den symbiotischen Müttern: da muss so einiges schief laufen, damit ein solcher Antrag bei Gericht durch geht…bzw.da müssen ne menge nulpen am start sein, die einen sorgerechtsentzug auf basis solcher Fakten durchwinken…oder…es sind nicht alle Fakten in die Öffentlichkeit gedrungen.

  • Martina Eberle

    Hallo,
    ich bin entsetzt über den Bericht und war auch direkt an die „Elternschule“ erinnert.
    Ich möchte auch möglichst viele der Veranstalter anschreiben, die MW gebucht haben. Wenn es eine Möglichkeit gibt, mir die Kontaktdaten zukommen zu lassen, wäre das schön und erspart mir lange zu suchen.
    Herzliche Grüße
    Martina Eberle

  • Joseph Kuhn

    Die Interpretation der körperlichen Untersuchung als Machtritual ist interessant und würde sich bruchlos ins Gesamtbild fügen. Danke für den Hinweis.

    Frau Stevens hat ihr Sammelziel von 18.000 Euro für die Klage wegen Falschbehandlung übrigens schon erreicht. Innerhalb eines Tages. Sehr schön!

    • ama

      Das Ziel sind 70.000 Euro. Es geht um eine Sammelklage.

      • Joseph Kuhn

        @ ama:

        Danke für das Update. Heute früh stand da noch 18.000 als Ziel. Dann gibt es also noch was zu tun.

        • Sabrina

          Ich Teile schon auf allen Kanälen die ich zur Verfügung habe.
          Positiv fand ich, dass die Betreuerinnen in der Kita meiner Tochter MW nicht kannten.

  • ama

    Dieser Termin ist bei Winterhoff nicht mehr auf der Veranstaltungsliste:
    „25.08.2021 23843 Bad Oldeslohe
    nicht öffentlich Schulamt des Kreises Stormann“

    Weiter so!

  • ama

    Deutscher Kitaleitungskongress: Die Eventfirma ist in Kontakt mit Winterhoff.

    Nach Lage der Dinge wird es eine Pressemitteilung geben.

    Stay tuned!

  • ama

    „27.09.2021 73035 Göppingen“
    19:00h Stadthalle, Kaufmännische Schule Förderverein
    https://www.ks-goeppingen.de/foerderverein
    Verantwortlich ist offenbar Akademieleiter Prof Dr. Dieter Kassner.
    Dem eine Mail schicken an
    sl@ks-goeppingen.de

    Das sind schon welche, aber die Denkfähigkeit der 14. Klasse ist anscheinend noch überfordert. Man sollte ihr Nachhilfe geben…

  • Laura Z.

    Ich arbeite selbst im Jugendamt und habe den Beitrag gestern Abend ahnungslos gesehen. Mich haben seine literarischen Werke nicht interessiert, zu reißerisch die Titel. Aber was ich gesehen habe, hat mich gleich veranlasst, mit meinen Kolleg*innen (ich arbeite selbst im Jugendamt) in einen fachlichen Diskurs zu gehen. Wie oft wir doch uns an die Empfehlung der Ärzt*innen halten weil.wor ja selbst medizinisch nicht gebildet sind. Weil Ärzt*innen wie auch Richter*innenimmer noch ein quasi hoheitliches Amt einnehmen und wir „kleinen“ Pädagog*innen doch zu wenig ernst genommen werden. Uns zu wenig mit unserer Profession durchsetzen. Unsicher sind.
    Danke für Ihren Beitrag. Er hat mich noch mehr aufgerüttelt, kritisch zu sein, zu hinterfragen. Und vor allem zuzuhören. Noch mehr. Trotz begrenzter Ressourcen.
    Danke.

    • Bianca Kessel

      Ihre Reaktion finde ich sehr professionell und bemerkenswert!

    • Teresa

      Danke für diese Reaktion! Ich hoffe sehr, es geht vielen Mitarbeitern in Ihrem Sektor so.

      Genau diese Reaktion erhoffe ich mir bei uns Eltern- nicht blind dem Rat der Halbgötter in weiß zu folgen, sondern hinterfragen, selbst recherchieren, Zweitmeinungen einholen und v.a. dem Bauchgefühl vertrauen, wenn das schon NEIN sagt!

  • elke

    ja, ich habe die Dokumentation auch in der Mediathek gesehen und bin davon sehr betroffen
    leider hat Dr. W. es wohl immer wieder geschafft zu „überzeugen“
    doch wenn, wie im Bericht gesagt , so viele andere Therapeuten ihre Zweifel hatten …. warum haben diese fachlich kompetenten Menschen nicht mal lauter den Mund aufgemacht ????? das verwundert mich doch sehr …

    • Friederike

      Das habe ich mich auch gefragt. Dann gilt in der Ärzteschaft und steht über allem. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus – oder so.

  • Phil

    MW hat mittlerweile auf seiner Homepage einen Kommentar verfasst und will sich aus allem rausreden:

    https://www.michael-winterhoff.com/aktuelles

    Das ist echt unfassbar wie dieser Mann agiert. Es gilt nun alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass dieser „Arzt“ seine Approbation verliert, hinter Gittern landet und Schadensersatz bezahlen muss, bis er keinen Penny mehr hat.

    Wenn ein Arzt in seinem Alter, sich wissenschaftlich konstant zurück entwickelt, wäre vllt für ihn die Diagnose „starke Entwicklungsretardierung mit spätmännlichem Narzissmus“ auch eine Option. Behandeln würde ich ihn in diesem Fall vorzugsweise mit Pipamperon. Besonders vor seinen Vorträgen. Stoppt das! Jetzt! Child Live Matter!

    • Nadine

      Er ist lediglich auf die medikamentöse Behandlung und die körperliche Untersuchung eingegangen. Auf die falschen Abrechnungen ging er nicht ein.
      Zu 2 von vielen Anklagepunkten hat er Stellung bezogen.

    • Reka Forster-Pal

      Jaaaa den Artikel hab ich auch gerade entdeckt, es tut sich was. Hurra. Diese Verbrechen gehören aufgeklärt und herrn dr. W. gehört die approbation entzogen…. Damit keine weiteren Leiden geschaffen werden. Und Opfer Gehör finden.es ist unfassbar traurig dass Macht so ausgenutzt wird.
      Ich weiß nicht wsd ihm widerfahren sein muss, dasd er so von sich abgeschnitten ist, von seinem wahren selbst ohne selbstmitgefuhl und Empathie nur das ego fütternd. Bestimmt auch viel Leid und keine empathische Beziehungsperson. Aber weil er darüber leider nicht reflektieren kann. Muss von außen noch mehr Druck kommen damit das Wirken ein Ende hat.danke schon mal für alle statements und dem mutigen Film.
      Jetzt alle Kraft voraus auf Juristischem Gebiet an Anwälte und Betroffene.

    • Trakehner

      Rechtsanwalt Daimagüler hat den Strsfantrag gestellt und sucht weitere Betroffene von Winterhoff.
      Tel. O2241 2413120 mobil 0176 61635659
      damit die Klage auch erfolgreich vor Gericht angenommen wird

  • Hans-Joachim Rohnke

    Aus meiner Sicht gebührt allen Beteilgten großer Dank für ihr couragiertes Auftreten (Filmemacher*innen, Akteur*innen und Herrn Dr. Renz-Polster) rund um diesen wichtigen und aufklärenden Film. Man ist schier fassungslos, dass sich solche Vorkommnisse im 21. Jhrdt. in einem bildungsbeflissenen und hochinformiertem Land ereignen können. Man greift sich an den Kopf angesichts der offensichtlichen Untätigkeit der Behörden und fehlenden kritischen Stellungnahmen von beachtlichen Teilen der Fachöffentlichkeit.
    Welche schwarzpädagogischen Geisteshaltungen und Komplizenschaften lassen sich hinter der hier zutagetretenden Ignoranz vermuten? Wo sind die zuständigen Kinder- und Jugendpolitiker der Parteien, Behörden und Medien (auch Fachzeitschriften), die die ganz offensichtlichen Kindeswohlgefährdungen nicht nur anprangern, sondern auch energisch dagegen vorgehen? Wie kann es sein, dass stattdessan zahlreiche und renommierte Veranstalter sich offenbar blauäugig für die Verbreitung hochproblematischen Gedankenguts engagieren und dafür Plattformen und Bühnen bereitstellen?
    Im Sinne der betroffenen und leidgeprägten Kinder und ihrer Angehörigen sollten wir uns alle anstrengen – wo immer wir das können – diese furchtbaren Ereignisse anzuprangern und für eine breite Öffentlichkeit sorgen, um den nötigen Druck aufzubauen, damit solche skandalösen Zustände möglichst schnell ein Ende finden!

  • Brigitte

    Alle, die etwas tun wollen, können ja zb auch auf gewissen Bücherplattformen entsprechende Rezensionen hinterlassen, um Unwissende über seine Bücher aufzuklären.

    • CBW

      Das ist eine wunderbare Idee. Wahrscheinlich ist es auch konstruktiv mit Bücherkonzerne, wie Thalia in Kontakt zu treten.

  • CBW

    Sehr geehrter Herr Renz-Polster,
    persönlich macht mich das zutiefst betroffen. Mir fehlen die Worte für das angetane Leid an all den Kindern und ihren Familien. Wie oft habe ich schon allein wegen seiner Buchtitel den Kopf geschüttelt und sein selbstherrlicher Vortrag in der sächsischen Lehrer*innenschaft war erschreckend. Soviele Fragen über unser gesellschaftliches System machen sich breit, die derartige Machenschaften zulassen. Wie kann es nun möglich sein öffentlich so zu agieren, dass jeder „Fall“ für sich gewürdigt wird und dieser Mensch und seine Mittäterschaft Verantwortung übernimmt? Welche Konsequenzen ergeben sich sowohl für die öffentliche als auch für die freien Träger der Kinder-und Jugendhilfe? Die Abgründe in der Bildung, Betreuung und Erziehung scheinbar im Sinne des Kindes geben genau solchen Menschen einen idealen Nährboden. Im Alltag als Mutter von vier Kindern und als SoA erlebe ich nicht nur, jedoch regelmäßig absurde Situationen, entwertenden Äußerungen gegenüber Kindern, die dazu führen, dass wir selbst Buchtitel wie jene inzwischen als Normalität betrachten.
    Bitte, bitte Menschen lasst uns im Sinne unserer Kinder endlich laut werden. Die Bücher müssen vom Ladentisch, seine ideologischen Vorträge gestoppt und bitte sehr geehrte Judikative machen Sie Ihren Job adäquat. Ich bin Nicole Rosenbach sehr dankbar über den Mut und wahrscheinlich für die Vehemenz, damit dieses Verbrechen öffentlich wurde. Für all die Betroffenen sollten wir dankbar sein, denn sie beweisen Mut und Kraft wohlwissend, dass dies kein leichter Weg war und sein wird.

  • Monika Achermann-Weinert

    Lieber Herr Dr. Renz-Polster,
    auch über 10 Jahre später tut mir Ihre Stellungnahme wohl: meine Kinder sind 2007 und 2009 geboren und ich wurde massiv mit den Ansichten von MW konfrontiert. Glücklicherweise ist mir „Die Antwort“ von Dr. Wofgang Bergmann auf sein Buch in die Hände gefallen („Warum unsere Kinder ein Glück sind“). Ich sehe die aktuellen Vorgänge als riesige Chance für ein Umdenken derer, die ihre inneren Impulse der Elterlichkeit von (dubiosen) Fachleuten überdecken lassen.
    Tausend Dank für Ihr Engagement!

    • Trakehner

      Sekundäre Kindeswohlgefährdung ist die juristische Bezeichnung für das falsche willkürliche Handeln von Jugendämtern, Gerichten ! in ganz Deutschland.
      Da hat S Y S T E M . Und wird genauso weiter praktiziert ,ein Milliardengeschäft, das Tausende von Arbeitsplätze sichert.
      Informieren , recherchieren , dann weiss man, wie das System funktioniert

  • Kerstin

    Ich habe vorgestern alle auf der Seite von Herrn Winterhoff genannten Veranstalter angeschrieben, bei denen er eine Lesung geplant hatte. Einige haben geantwortet und teilten mit, dass es einige Zuschriften zu dem Thema gab. Der Deutscher Kitaleitungskongress will erst Mit Herrn Dr.Winterhoff in Kontakt treten und dann entscheiden, Kulturwerk Wissen (Lesung „Deutschland verdummt“) wird in Kürze informieren, ob die Lesung stattfindet, Die Kaufmänische Schule Göppingen, das Bistum Trier und Bund der Freien Waldofschulen (Bundeselternratstagung) haben alle die Lesungen/Vorträge abgesagt, wobei mich bei dem Bund der Freien Waldofschulen grundsätzlich wundert, dass sie jemanden mit diesem Blick aufs Kind zu sich einlädt…
    P.s. auf der Homepage von Herrn Winterhoff konnte ich heute Seite mit den Vorträgen nicht mehr öffnen…
    P.s. Lieber Herr Renz-Polster viiiiielen Dank, dass sie so engagiert sind und immer so sachlich bleiben, mir kommen bei diesen Themen oft nur schlimme, wenig konstruktive Worte über die Lippen 😉

    • Hans-Joachim Rohnke

      Prima, jetzt wird es interessant. Ich bin sehr gespannt, welche Reaktionen ihre Anfragen ergeben werden…
      Viele Grüße H.-J. Rohnke

      • Melanie

        Ich bin ziemlich stark schockiert darüber, dass so etwas in der heutigen Zeit passiert. Ich kann mich noch gut an die Aufsteller von Ws Bücher in meiner Stammbuchhandlung erinnern. Ich bin sehr jung zum ersten Mal Mutter geworden. Gott sei Dank war ich schon immer ein Dickkopf und habe mich nicht in der Begleitung meiner Kinder beirren lassen. 2003 ein Kind im Winter im Tragetuch zu tragen hat schon so manche (unerwünschte) Diskussion ausgelöst. Im Krankenhaus versuchte man mir nach der Geburt das Stillen nach Bedarf schlecht zu reden. Und wie konnte ich bloß versuchen meine große Tochter mit Worten aus ihrem „Wutanfall“ zu bekommen! Die muss man doch brüllen lassen, weil sie einem sonst ewig auf der Nase rumtanzt. Ich kann beruhigend berichten, dass sie im Oktober 18 Jahre alt wird, die Ausbildung als Erzieherin (Begleiterin klingt doch irgendwie netter?!) absolviert und mir nicht auf der Nase rumtanzt. Es ist eher so, dass meine große Tochter mir von sich aus gelegentlich mit ihren fünf jüngeren Geschwistern hilft. Einfach ein toller einfühlsamer und fröhlicher Mensch ist. Die Elternschule ist völlig an mir vorbei gegangen. Ich habe mich jetzt im Nachgang belesen. Ich kann es nicht in Worte fassen. Es erschreckt mich zu tiefst, dass es Erwachsene gibt die bei so etwas mitmachen. Für mich gehören sie eingesperrt.

  • Hans-Joachim Rohnke

    Lesehinweise:

    Am 01.06.19 hat der Zeit-Redakteur Martin Spiewak einen interessanten Artikel (Rezension) zu einer Buchveröffentlichung von M. Winterhoff auf Zeit-Online geschrieben. Er kommt darin ebenfalls zu klaren Einschätzungen bzgl. des Wirkens von Herrn Winterhoff.

    Der Link lautet:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2019-05/deutschland-verdummt-michael-winterhoff-bildungssystem-paedagogik-kinder?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.startfenster.de%2F

    Ebenfalls auf Zeit-Online findet sich ein ganz frischer Text von Johannes Süßmann vom 13.08.21 mit dem Titel: Michael Winterhoff „Der Vorgang scheint größere Ausmaße anzunehmen“

    Der Link lautet:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-08/michael-winterhoff-vorwuerfe-kinderpsychiater-bestsellerautor?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.startfenster.de%2F

    Auch der Wikipedia-Eintrag bringt eine gute und aktuelle Zusammenfassung rund um das Thema „Michael Winterhoff“:

    Hier der Link:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Winterhoff

    Im Berliner „Tagesspiegel“ hat Daniela Martens am 12.08.21 einen ambitionierten Beitrag geschrieben: „Warum Kinder keine Tyrannen sind“ Strafanzheige gegen Winterhoff gestellt wegen immer gleicher Diagnose

    Link:https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-08/michael-winterhoff-vorwürfe-kinderpsyciater-bestsellerautor

  • Emma

    Bin schockiert. Vor mehr als 20 Jahren war ich selbst bei MW in Behandlung, mein Bruder vor ca 12 Jahren. Alles war dort OK. Ich wurde sehr wertschätzend behandelt, an eine körperliche Untersuchung kann ich mich nicht erinnern.
    Herr Winterhoff war freundlich. Ich kann mich erinnern, dass er mich einmal provoziert hat (warum ich die Bravo nicht trotzdem lese, obwohl die Eltern es verboten hatten ;-)). Im Anschluss haben wir darüber geredet – mir meinen Eltern zusammen.
    Da muss sich ja in der Zeit massivst was geändert haben. Der Bericht ist wirklich krass. Das passt überhaupt nicht zu dem alten Bild in meiner Erinnerung. Ich weiß gar nicht, was ich davon halten soll. Sehr heftig, das alles

  • tina

    um zu verstehen, warum die deutschen so eine affinität zur grausamkeit haben, finde ich alice miller dazu unverzichtbar. schwarze pädagogik ist das stichwort. das drama des begabten kindes und am anfang war erziehung.

  • Christel van Dieken

    Vielen Dank für die „klare Kante“ Herr Renz-Polster. Eine Erfahrung, die ich mit den Aussagen Herrn W.s teile, ist die Wirkung seines Kindbildes in die Kitapädagogik. Erinnere viele Fortbildungen, in denen die kruden Thesen des Herrn W. eingebracht und als „wahr“ diskutiert wurden. Erzieher*innen berichteten über Eltern, die den Thesen von Herrn W. folgten und von ihnen gleiches erwarteten. In seinem Buch“Deutschland verdummt“ macht er dann ja auch u.a. den offenen Unterricht und die offene Arbeit in Kitas verantwortlich dafür, dass Kinder in Bildungsinstitutionen in Deutschland leiden. Lt. seiner Aussage werden in diesen Konzepten die Kinder sich weitgehend selbst überlassen. Er weiß natürlich die Lösung: „Weg von Kompetenzorientierung und den unfreiwillig zu Lernbegleitern degradierten Lehrern, hin zu echter Bildung und Pädagogen, die den Kindern wieder ein Gegenüber sein dürfen. Denn nur die Orientierung an Bezugspersonen ermöglicht die Entwicklung von emotionaler und sozialer Psyche.“ Welch perfide Wortwahl. Wenn man den Film gesehen und seine stets wiederholten menschenverachtenden Aussagen über Kinder gelesen und gehört hat, weiß man, was sich hinter seinen Aussagen verbirgt.Lasst uns gemeinsam laut, ganz laut werden, damit solchen Scharlatanen das Handwerk gelegt wird. Und alle Werkstattpädagoginnen können dazu beitragen, das System um die Winterhoffs dieser Welt zu stören.

  • Sandra

    Die Eltern gehen mit ihren Kindern zum Psychiater, zB weil der 17jährige gute Schüler am Sonntag in einen Baumarkt eingebrochen ist, und seinen jüngeren Bruder Schmiere hat stehen lassen. Der Jugendliche hätte genug Geld, um sich das Werkzeug zu kaufen, aber “ er wollte nicht bis Montag warten“. Die Eltern sind ratlos, ehrlich besorgt. An Fürsorge mangelt es dem intelligenten Jugendlichen wohl nicht. Wie kommt so etwas? Aus MWs Beschreibung entnehme ich, dass die Verantwortung häufig bei den Erwachsenen liegt und eben nicht bei den Kindern. Das müssen die Eltern aber erstmal erkennen können, im Grunde sind das die Zielpersonen.

  • Hans-Joachim Rohnke

    Es gibt weitere Veröffentlichungen zum Thema:

    * Julia Bell am 13.08.21 auf Business Insider
    „Der Psychiater, der Kinder mit Medikamenten ruhigstellte: Was ein Experte zu den Vorwürfen gegen Michael Winterhoff sagt“
    Link: https://www.businessinsider.de/leben/vorwuerfe-gegen-kinderpsychiater-winterhoff-was-ein-experte-sagt-a/

    * Claudia Wangerin am 13. August 2021 auf Heise Online: Telepolis:
    „Von Kindern und Tyrannen: Der Fall Dr. Winterhoff“

    Link: https://www.heise.de/tp/features/Von-Kindern-und-Tyrannen-Der-Fall-Dr-Winterhoff-6165299.html

    * Nathalie Dreschke und Anna Maria Beekes am 13.08.21 im Bonner Generalanzeiger
    „Nach schweren Vorwürfen: Kinderpsychiater Winterhoff tritt aus Vorstand des Vereins „Kleiner Muck“ zurück“

    Link: https://ga.de/bonn/stadt-bonn/winterhoff-bonn-strafanzeige-gegen-kinderpsychiater-jugendaemter-reagieren_aid-62133057

    * Focus online am 13.08.21 (ohne Autor*innenangabe)
    „Schwere Vorwürfe nach ARD-Doku: Jugendamt schmeißt Kinderpsychiater Michael Winterhoff raus“

    Link: https://www.focus.de/kultur/kino_tv/tv-schwere-vorwuerfe-nach-ard-doku-jugendamt-schmeisst-kinderpsychiater-michael-winterhoff-raus_id_13589446.html

    * Leserdiskussion in der SZ 12.08.21
    „Fall Winterhoff: Müssen Psychiatriepatienten besser geschützt werden?“

    Link: https://www.sueddeutsche.de/politik/kinder-psychiatrie-michael-winterhoff-strafanzeige-kinderwohl-1.5381157

    * Welt.de am 11.08.21 ohne Autor*innenangabe
    „Schwere Vorwürfe gegen Kinderpsychiater Winterhoff“
    Link: https://www.welt.de/vermischtes/article233079177/Michael-Winterhoff-Schwere-Vorwuerfe-gegen-den-Kinderpsychiater.html?icid=search.product.onsitesearch

    * der Vollständigkeit halber: auch auf Bild.de und in der Hamburger Morgenpost (online) finden sich Artikel

  • Rosebrock

    Ich gehe nun seit 2008 den Weg mit mit Müttern / Familien / Großeltern („entsorgt“), denen ihre Kinder von deutschen Jugendämtern genommen und in Heime / Pflegestellen kamen (ohne direkten Zusammenhang zu M.W.). Die entkinderten Eltern, Mamas, Großeltern, Tanten sind verzweifelt und versuchen, gegen das „System“ – es geht nur der schwierige, aufwendige Gerichtsweg – gegenan zu kommen. Die Kinder in den Einrichtungen sind haltlos. Werden (viel zu) früh mit Gewalt, Alkohol, Drogen, Krminalität (ab 10 Jahren, Drogen mit 12 / 13) konfrontiert, beginnen zu konsumieren, zu klauen, werden „Opfer“, auch sexueller Übergriffe (Mitbewohner, Betreuer!). Es ist erschütternd, was im „besten Deutschland aller Zeiten“ alles so „gerichtsangeordnet“ passiert. Inkl. dass missbrauchte Kinder den Missbrauchern (in den Fällen leider Väter) zugesprochen und den Müttern – die das aufgedeckt haben, in Schmerz – entrissen, entfremdet werden. Es scheint mir (fast) mehr „normal“ als Ausnahme zu sein (kenne leider viel zu viele Betroffene). Abkassieren tun Heimträger, Gutachter, Gerichte, Anwälte, Therapeuten, Familienhilfe-Firmen, Betreuer, Verfahrenspfleger, Umgangsbegleiter, usw. . (Beispiel: Eine Famlienhilfe-Stunde wird mit 75 Euro dem Steuerzahler in Rechnung gestellt! Und Eltern werden, weil sie mit dem wenigen Geld nicht klarkommen, die Kinder genommen… .)

  • Thomas Döpp

    Lieber Herbert Renz-Polster,
    vielen Dank für diesen ganz tollen Blog!
    Ich habe die sehr gute und sehr fundierte Reportage von Frau Rosenbach gesehen und bin immer noch entsetzt!
    Es gibt keine Diagnose: „frühkindlicher Narzissmus bei symbiotischer Beziehung“, und es gibt auch absolut keine Indikation zur medikamentösen Therapie mit nieder-/mittelpotenten Neuroleptika von Persönlichkeitsstörungen/-akzentuierungen! Weder bei Kindern und Jugendlichen, noch bei Erwachsenen. Bei letzteren kann es -als Ergänzung der Psychotherapie- eine Off-Label-Medikation zur Kupierung von starken Erregungszuständen sein. Es ist aber keine „kausale“ Therapie. Die Therapie der Wahl bei Persönlichkeitsstörungen/-akzentuierungen ist: Psychotherapie!
    Ich bin Frau Rosenbach und auch Ihnen sehr dankbar, dieses Thema endlich in den Focus der Öffentlichkeit gerückt zu haben, wo es definitiv hingehört. Ich hoffe nur, dass die Aufmerksamkeit für die zahlreichen -in meinen Augen misshandelten- Kinder nicht so schnell nachlässt!
    LG
    Thomas Döpp
    Psychologischer Psychotherapeut
    Leitender Psychologe am Zentrum für Seelische Gesundheit Marienheide (NRW)

  • Dr. Wolfgang Klosterhalfen

    Frühere Vorträge von Dr. Winterhoff:
    https://web.archive.org/web/20200901000000*/https://www.michael-winterhoff.com/vortraege

    Winterhoff verstand sich natürlich auch gut mit den Kinderschindern in Gelsenkirchen:
    „Am 23. September feiert der Bundesverband AUK sein 25-jähriges Jubiläum im Beisein von Oberbürgermeister Frank Baranowski, der Leitenden Ministerialrätin des Familienministeriums NRW und einem Fachvortrag des Bestsellerautors und Psychotherapeut Dr. Michael Winterhoff zum Thema „SOS Kinderseele“.“
    https://web.archive.org/web/20191015133250/https:/www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/verband-hilft-eltern-allergieplagter-kinder-seit-25-jahren-id12191864.html

    Der Gelsenkirchener Klinikskandal zeigt besonders deutlich, wie durchgeknallte Ärzte bisweilen von für deren Überwachung zuständigen Behörden, Politikern und den Medien toleriert oder sogar unterstützt werden:
    http://www.kinderklinik-gelsenkirchen-kritik.de

    • ama

      Hier ist eine umfangreiche Liste der Vortragstermine der im Archive gespeicherten Webseiten:

      http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=12157.msg31789#msg31789

      Schon interessant, wo Winterhoff überall war. Warum ist nicht schon früher vor Winterhoff gewarnt worden? Machen die Leute Veranstaltungen ohne den Vortragenden zuzuhören?

      Zuhören ist ganz offensichtlich eine völlig unterentwickelte Fähigkeit. Ausgerechnet da, wo es um Kinder geht. Aber denen hört auch – und erst recht – keiner zu (sic!).

  • Hans-Joachim Rohnke

    Weitere Echos in den Medien…

    – TV-Spielfilm (Online) von Michael Hille am 12.08.21:

    „Nach ARD-Doku: Kinderpsychiater Michael Winterhoff wird von Jugendamt entlassen“

    Link: https://www.tvspielfilm.de/news/tv/nach-ard-doku-kinderpsychiater-michael-winterhoff-wird-von-jugendamt-entlassen,10462355,ApplicationArticle.html

    – ÄrzteZeitung (Online) 14.08.21 (red.)

    „Beschwerden von Patienten:
    Ärztekammer Nordrhein prüft berufsrechtliches Vorgehen gegen Kinderpsychiater“

    Link: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Aerztekammer-Nordrhein-prueft-berufsrechtliches-Vorgehen-gegen-Kinderpsychiater-421987.html

    – Kurier.at am 14.08.21 (red.)

    „Strafanzeige gegen Buchautor und Psychiater Michael Winterhoff“

    Link: https://www.msn.com/de-at/lifestyle/life/strafanzeige-gegen-buchautor-und-psychiater-michael-winterhoff/ar-AANhNqt?ocid=BingNewsSearch

    – Domradio.de am 13.08.2021 (KNA)

    „Caritas zieht Konsequenzen nach Vorwürfen gegen Psychiater: Sehr erschrocken“

    Link: https://www.domradio.de/themen/caritas/2021-08-13/sehr-erschrocken-caritas-zieht-konsequenzen-nach-vorwuerfen-gegen-psychiater

    – Die Presse am 12.08.21 (Red.)

    „Schwere Vorwürfe gegen prominenten Kinderpsychiater“

    Link: https://www.diepresse.com/6020153/schwere-vorwurfe-gegen-prominenten-kinderpsychiater

    – The Sunday Times am 13.08.21 von Oliver Moody

    „TV psychiatrist Michael Winterhoff accused of fostering cult“

    Link: https://www.thetimes.co.uk/article/tv-psychiatrist-michael-winterhoff-accused-of-fostering-cult-ctrxjswlh

    – StadtLandMama.de mit Jana Stevens am 12.08.21

    „Dr. Winterhoff hat meine Kindheit ruiniert“

    Link:https://www.stadtlandmama.de/content/jana-stevens-dr-winterhoff-hat-meine-kindheit-ruiniert

    – Finanznachrichten.de am 11.08.21 (ots)

    „Viele Betroffene melden sich nach WDR-Film: Warum Kinder keine Tyrannen sind“

    Link: https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2021-08/53655065-viele-betroffene-melden-sich-nach-wdr-film-warum-kinder-keine-tyrannen-sind-heute-nochmal-im-tv-007.htm

    – Deutschlandfunk – Kultur (ausgestrahlt am 14.08.21 mit Kai von Klitzing als Interviewpartner)

    „Vorwürfe gegen den Kinderpsychiater Winterhoff – Das Bild vom Tyrannenkind ist gefährlich“

    Link: https://www.podcast.de/episode/586277987/vorwuerfe-gegen-den-kinderpsychiater-winterhoff-das-bild-vom-tyrannenkind-ist-gefaehrlich

  • Ingrid Löbner

    Hallo Herbert,
    vielen Dank für Deine Ausführungen, dass wir merken,was da läuft. Die Doku zur Arbeit von M. Winterhoff hat mich extrem schockiert. Danke, danke für den großen Mut, dem allem nachzugehen, das Ganze wirklich öffentlich zu machen.
    Das Phänomen heutiger, quengeliger Kinder kennt man, klar – aber die Lösung geht doch anders; auch das, was Winterhoff theoretisch zur psychischen Entwicklung von jüngeren Kindern sagt, muss man viel viel differenzierter und in der Logik wirklich anders darstellen.
    Es ist hilfreich, mit heutigen Eltern genauer zu besprechen, wann sie was entscheiden dürfen, auch entscheiden sollten. Aber ganz genau so sehr muss man mit ihnen besprechen, wann auch die Kinder unbedingt gehört werden müssen, wann und worüber sie entscheiden dürfen. Und: Dass es einfach niemals darum gehen darf, dass man die Würde einer Seite verletzt, nicht die der Eltern, aber auch niemals die der Kinder. Wenn Kinder das merken, dass man ihre Würde genauso respektiert wie die der Erwachsenen, dass es nicht um Gehorsam geht, sondern um gute Wege raus aus Konflikten, gute Wege, Streit zu bewältigen, werden Kinder hoch kooperativ, das erlebe ich wirklich täglich mehrfach in Beratungen mit Eltern und ihren Kindern. Beide Seiten gehen dann unbeschädigt aus Streitigkeiten heraus und finden gute Kompromisse, die alle Beteiligten auch noch innerlich ruhig machen.
    Ich wünsche Dir Herbert, den Filmemachern, dass euer Mut ernsthaft was bewegt. Jederzeit gerne unterstütze ich.
    Wieder nur Gehorsam und Unterwerfung ist wirklich überhaupt gar keine Lösung.
    Alles Gute für diesen ganzen Prozess,
    herzliche Grüße und Danke!
    Ingrid Löbner, Tübingen.

    • Jana H.

      Vielen Dank, liebe Frau Löbner, für Ihre warmen Worte! Sie scheinen ja „vom Fach“ zu sein, so lese ich das jedenfalls. Es tut so gut, zu hören und lesen, dass es so viele empathische Menschen gibt, die Familien helfen, ihren Weg zu finden. Sie sprechen mir aus der Seele! Als Laie, die am Thema interessiert ist und als Mutter von drei ganz tollen, wunderbaren, warmherzigen, patenten erwachsenen Kindern bzw. Teenager kann ich das nur bestätigen!!!! Die ‚Mehrarbeit“ am Anfang, wenn man es so nennen will, zahlt sich doppelt und dreifach und noch viel mehr aus. Kinder merken ganz schnell, ob man gemeinsame Lösungen finden will oder nur seinen Willen durchsetzen. Wenn sie lernen, dass sie nicht übervorteilt sondern stets mitgedacht werden, können sie tatsächlich nach recht kurzer Zeit sehr gut mit Situationen umgehen, bei denen sie nicht „ihren Willen kriegen“. Das ist jedenfalls meine Meinung und meine Kinder und die in meinem Umfeld, die auch so behandelt wurden, sind ganz prächtig gelungen!!!! Nur – sie lassen sich nicht alles gefallen und hinterfragen die Dinge. Aber stets mit Respekt und Anstand und wir können eine Menge von diesen jungen Menschen lernen!

  • Hans-Joachim Rohnke

    In der heute erschienenen „Die Zeit“, Nr. 34, 19.08.21 hat Martin Spiewak auf S. 31 einen ganzseitigen, kritischen Artikel mit dem Titel: „Was versteht dieser Mann von Kindern?“ über Michael Winterhoff veröffentlicht.

  • Jana H.

    Ich bin fassungslos, das solcherlei Handeln in unserer Zeit so lange so unhinterfragt möglich war! Ich schreibe „war“ in der Hoffnung, dass keine Kinderseelen mehr leiden müssen!
    Mir fehlen die Worte, immernoch…
    Ich dachte, MW tingelt durch die Medien und schreibt seine kruden Bücher. Dass er so vielen Kindern schaden konnte, macht mich ohnmächtig!
    Mir war schon immer unklar, warum er ständig eingeladen wurde, mit seiner Theorie konnte ich so gar nichts anfangen und habe sie gleich als untauglich und bösartig eingestuft!
    Das beste Gegenbeispiel waren und sind meine 3 Kinder, die mittlerweile zu ganz wundervollen jungen Menschen herangewachsen sind, die mich stolz machen! Nach MWs Meinung müsste das genaue Gegenteil passiert sein, da wir alles falsch gemacht haben, was nur geht. Wirklich ALLES! Wir haben unsere Kinder als gleichberechtigte Menschen behandelt.
    Wo in seinen Worten finden sich die Begriffe WÜRDE und RESPEKT und LIEBE? Die magischen 3 Worte, die wir Familien brauchen?

    Lieber Herr Renz-Polster, ich kann Ihnen gar nicht genug danken für Ihr Engagement und Ihre tollen Bücher, die uns in unserer Menschlichkeit bestärken und die Wete vermitteln, die wir und unsere Kinder brauchen! Zum Glück gibt es viele tolle Menschen wie Sie, die das Herz auf dem richtigen Fleck haben und auc h für unsere Kinder Herzensbildung als oberstes Gut ansehen! Tausend Dank und liebe Grüße!
    Womöglich werden meine Kinder nicht in unser Marktwirtschaftssystem passen, das war ja auch eine These des MW. Das liegt aber daran, dass die Entwicklung der letzten Jahrzehnte technik- und nicht mensch-orientiert war. Ein großer Fehler und immer mehr Thema in Fachkreisen zu Arbeit 4.0 („Wie wollen wir in Zukunft arbeiten“).
    Insofern eine logische Folge, dass das System nicht mehr zum Menschsein passt, nicht andersrum! Wie können wir nur unsere Kinder für etwas verantwortlich machen, dass WIR verbockt haben????
    Laut MW müssten meine Kinder totale Narzissten sein und egoistisch von anderen Menschen unberührt durch die Welt springen.
    Tun sie aber nicht! Ich bin immernoch fassungslos, dass das über Jahre so ging, den Betroffenen gilt mein Mitgefühl!
    Mir rollen sich die Fußnägel hoch, wenn ein schlecht gelaunter Misanthrop mit narzistischer Persönlichkeitsstörung (diagnostiziere ich jetzt einfach mal) solche Theorien in die Welt posaunt und nicht minder gruselig ist die Resonanz darauf.
    Es scheint doch einen Nerv getroffen zu haben bei viel zu velen Menschen!
    Traurig…
    Ganz wütend werde ich, wenn ein Arzt, der Kinder heilen soll, ihnen sagt, SIE wären das Problem, was hat er davon? Wollen wir die Antwort wirklich wissen?????

  • Carmen

    Ganz lieben Dank für diesen tollen Beitrag. Endlich kommt Bewegung in diese sensible Thematik. Leider ist das System Winterhoff nur „die Spitze des Eisberges“
    Ich habe als Mutter eines inzwischen erwachsenen Kindes in Kinder- und Jugendpsychiatrien ähnliche Machtsysteme erlebt.
    Diagnosen wurden nach einem Gespräch gestellt und sofort werden Medikamente verordnet, die zum Teil Off-Label verschrieben werden, wenn sie für eine bestimmte Altersgruppe noch nicht zulässig sind.
    Die Einnahme ist nur nach Außen freiwillig, da sofort mit dem Jugendamt gedroht wird, wenn man nicht zustimmt. Auch „freiwillige Einweisungen“ werden so erzwungen.
    Man ist als Eltern machtlos und wird extrem eingeschüchtert. Selbst Rechtsanwälte können in diesem System wenig ausrichten. Und wir waren „normale Eltern“ ohne Scheidung und mit akademischen Berufen. Jugendämter hinterfragen keine psychiatrischen Diagnosen. Wir haben aus Angst allem zugestimmt. Die Diagnose unseres Kindes hat sich als falsch herausgestellt, aber es gibt bis heute körperliche Folgen der Medikamenteneinnahmen, die bei Neuroleptika nur sehr schwer wieder zurückgehen, z. B. Bewegungsunruhe, die auch nach Absetzen anhält, Diabetes durch starke Gewichtszunahme, da viele Medikamente extreme Heißhungeranfälle verursachen. Hoffentlich ändert sich etwas. Es gibt recht viele „Winterhoffs“ im System.

  • ama

    „Neue Vorwürfe gegen Jugendpsychiater: Schwarze Pädagogik 2.0
    Die Bestürzung über die Praktiken des Kinderpsychiaters Michael Winterhoff ist groß. Aber warum konnte er über­haupt einen solchen Erfolg haben?“
    23. 8. 2021
    REINHARD KAHL
    https://taz.de/!5791300/

    Frei lesbar.

  • Dr. Manfred Wonner

    Eine sehr traurige Geschichte:

    Ein Experte für die Seele von Kindern und Jugendlichen, der die ihm anvertrauten Patienten offenbar hasst. Ein „Sarrazin der Erziehungswissenschaften [sic!]“, dessen Weltuntergangsthesen reißenden Absatz finden. Und ein Arzt, der seine Macht missbraucht, Kinder vergiftet.

    Da ich selbst Neuroleptika einnehme, weiß ich, was für ein Verbrechen es ist, diese Medikamente Kindern ohne jede fundierte Indikation zu geben. Man schaltet sie mit der Sedierung aus, stiehlt ihnen ihre Gefühle, ihre Lebendigkeit und jede Chance, das Leben kennen zu lernen.

    Was Dr. Winterhoff angetrieben hat, ist letztlich nicht so bedeutsam wie die Frage, warum ihm so viele gefolgt sind, seine „Expertise“ geglaubt und exekutiert haben. Wenn Jugendämter Inobhutnahmen wegen „zu enger Mutter-Kind-Beziehung“ veranlassen, dann sind wir wieder in repressiven Zeiten, die jedes Maß vergessen haben.

    Ich hoffe sehr, dass es eine gerichtliche Aufarbeitung gibt und wünsche den Betroffenen viel Kraft, Durchhaltevermögen und Heilung ihrer so tief missbrauchten Seelen!

    • Iris

      Wir waren von 2004 bis 2010 mit unserem Sohn (Bj. 2001) in Behandlung. Wir wurden kompetent und informativ begleitet. Therapiert wurden eigentlich die Eltern, unser Sohn war lediglich der Spiegel. Der Kindergarten wollte uns mit der kompetenten Diagnose „Autismus“ an einen zugewandten Kinderpsychologen verweisen. (Mehr gestörte Kinder ergeben einen höheren Personalschlüssel) Die Grundschule stufte ihn als lernunwillig ein. Wir haben unsere Erkenntnisse aus der Zeit bei Herrn Dr. Winterhoff mitgenommen, unser Verhalten dem Kind gegenüber kind- und altersgerecht angepasst. Und er hat sein Verhalten geändert und seine Lernfreude
      gefunden. Heute ist er ein zufriedener, neugieriger, lebenslustiger und reflektierter Zwanzigjähriger mit Verantwortungsbewusstsein für sich und andere. Dr. Winterhoff und seinen Theorien sei Dank. Pädagogisch wäre dieses Kind kaputt geschrieben worden. Von daher kann ich mich dieser Hetzkampagne nicht anschließen.

  • Hans-Joachim Rohnke

    Zu dem vorstehenden Kommentar eine Ergänzung aus „Die Zeit“, Leserbriefe online, vom 27.08.21

    Man muss etwa in die Mitte der Leserbriefseite scrollen, um die zum Thema gehörenden Leserbriefe zu finden. U.a. findet sich dort der folgende Auszug:

    Hier der Link:
    https://blog.zeit.de/leserbriefe/2021/08/27/19-august-2021-ausgabe-34/

    Leserbriefe zu „Was versteht dieser Mann von Kindern?“ von Martin Spiewak

    „Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Bonn habe ich natürlich auch mit Eltern zu tun gehabt, die mir ein sehr negatives Bild von Dr. Winterhoff vermittelt haben. Es ist das, was schon vielfach genannt wurde: Keine ausführliche Diagnostik, kein interessiertes Gespräch, nur Vorträge. Ratschläge, die eher Anweisungen waren. Härte und Drill als Maßnahmen, um die Kinder in Grenzen zu verweisen. Wer nicht einverstanden ist, kann ja gehen…“ Angelika Schuh

    Der Vollständigkeit halber wäre es hilfreich zu wissen, ob und welche Art von Medikamenten bei der Behandlung des mittlerweile 20 Jährigen seinerzeit verschrieben und verabreicht wurden.

    • Iris

      Ritalin, über 3 Monate nach vorheriger umfangreicher Aufklärung und Rücksprache mit dem begleitenden Kinderarzt. Mein Sohn hat, nach aktueller Rücksprache, die Zeit mit und bei Dr. Winterhoff nicht als Belastung empfunden, sondern ist froh, dass ihm der Status einer „Behinderung“ erspart geblieben ist. Er hat aber Freunde, deren Eltern den Status „Störung“ gerne angenommen haben und diese „Kinder“ sind heute ohne Ihre Eltern weder leistungs- noch lebensfähig.

      • Hans-Joachim Rohnke

        Vielen Dank für diese Zusatzinfos! Mit freundlichen Grüßen

  • Hans-Joachim Rohnke

    Die o.g. Initiative zur rechtlichen Klärung von Behandlungsmethoden des Dr. W. hat in kurzer Zeit bereits € 60.000,- (!) der angestrebten € 70.000,- einsammeln können.
    Hier noch einmal der Link für weitere Spendenwillige:

    https://www.betterplace.me/juristisch-gegen-falschbehandlung?utm_campaign=user_share&utm_medium=campaign_sticky_facebook_messenger&utm_source=Facebook%20Messenger&fbclid=IwAR32QcGpBAzUP9WSAOqvKNbz8wId2W594EGJr0bpQTZZeXDiCUsto2QiKtM

  • Nina Homann

    Der einzige Narzisst ist der Winterhoff selbst und bei ihm darf man es aufgrund seines Alters schon lange diagnostizieren…einfach widerlich!!!

  • Diane

    Ich schreibe als Betroffene des Systems. Ich bin alleinerziehend und kämpfe seit 2016 um passende Hilfen für meine autistische Tochter. Unsere Vorgeschichte: Meiner Tochter wurde mittlerweile zweimal eine Störung aus dem Autismus-Spektrum (Asperger Syndrom) bei kognitiver Hochfunktionalität im Bereich einer Hochbegabung und juveniler Epilepsie diagnostiziert. Durch starkes physisches wie psychisches Mobbing in der Schule ist sie traumatisiert (PTBS, ebenfalls diagnostiziert). Ein Regelschulbesuch ist aufgrund dieser Kombination Seit 2018 nicht mehr möglich und meine Tochter ist von der Landesschulbehörde bis 2023 von der Schulpräsenzpflicht befreit, damit sie in ruhiger Umgebung Online beschult werden kann. Die Kosten für diese Art der Beschulung trägt die Eingliederungshilfe, unser Jugendamt verweigerte die Hilfe und ich musste vor dem Verwaltungsgericht klagen. Ich erstritt nach langer Unbeschulbarkeit die Kostenübernahme, meine Tochter wird nun beschult. Im letzten Jahr meldete das Jugendamt Kindeswohlgefährdung wegen einer symbiotischen Beziehung und angeblich fehlender sozialer Kontakte, für die sie keinerlei Beweise hatten, außer den Umstand, dass meine Tochter nicht regelbeschulbar ist. Die Diagnosen und Gutachten spielen vor Gericht keinerlei Rolle. Der mittlerweile bestellte Psychologe für ein Erziehungsfähigkeitsgutachten ignoriert ebenfalls die Diagnosen und das außerfamiliäre Umfeld meiner Tochter. Er zeichnet das Bild eines narzisstischen Kindes, dass ich als Mutter nicht im Griff habe. Und genau das wollen Gericht und Jugendamt hören!

  • B.Albert

    Hallo Herr Renz-Polster,

    vielen Dank für ihren Beitrag.
    Ich bin sehr froh, dass mit der Dokumentation des WDR über Herrn Winterhoff ein Steinchen ins Rollen gekommen ist und der Blick der Öffentlichkeit auch auf die Hilfen zur Erziehung fällt.
    Ich arbeite selber seit vielen Jahren in der Erziehungshilfe und mein Neffe und späterer Pflegesohn hat lange in einer stationären Intensiv-Heimgruppe gelebt. Daher weiß ich aus nächster Nähe, wie schwer es ist Einfluss auszuüben, wenn man auf Hilfe angewiesen ist aber mit der Art und Weise der Hilfen so überhaupt nicht einverstanden sein kann. Die in den Konzepten der Einrichtungen hoch gehaltene Partizipation und Beschwerdeverfahren erweisen sich häufig in der Praxis als noch wenig tragfähig. Zu gering ist das Interesse, Beschwerden nicht nur zuzulassen sondern aktiv zu fördern, zu gering ist die Hoffnung der Betroffenen darauf, wirklich gehört zu werden ohne Nachteile befürchten zu müssen.

    Ich glaube nicht daran, dass mehr Aus-und Fortbildungen und Supervisionen hieran etwas ändern können. Die Betroffenen benötigen vielmehr die Möglichkeit, sich zu äußern und brauchen unabhängige, niederschwellige, glaubwürdige Anlaufstellen die sich als Interessenvertretung verstehen. Die Einrichtungen müssten spüren, dass ihre Arbeit von Interesse ist und das über sie gesprochen wird. Im Guten wie im nicht so Guten. Wer etwas zu sagen hat weiß doch kaum, wohin er sich wenden kann. Aus diesem Grunde können die Einrichtungen recht (sorgen-)frei handeln, wie sie es für richtig halten und sich problemlos damit schmücken mit einer Koryphäe wie Herrn Winterhoff zusammen zu arbeiten. Ein Blick ins Internet reicht um festzustellen, dass weit mehr Erfahrungen mit der Pflege von Katzen ausgetauscht werden als über Erfahrungen mit der Pflege von Heimkindern. Dieses Thema ist soweit ich es überblicke kaum existent (außer in Fachkreisen).
    Das jetzt einige Betroffene (und Pädagogen) den enormen Mut aufgebracht haben, von ihren Erfahrungen zu berichten und die öffentliche Resonanz darauf ist genau das, was einige Einrichtungen brauchen, um sich zu bewegen. Dafür kann man den Akteuren nicht genug danken.
    Ich hoffe nur, dass das Steinchen weiter rollt. Echte Veränderungen brauchen einen langen Atem.

    Schöne Grüße,
    B.A.

  • Stephan Potting

    Dem ärztlichen Kollegen danke ich von Herzen für diese sehr hervorragende Stellungnahme gegen das faschistoide „System Winterhoff“ Meine eigenen Erfahrungen decken sich, insbesondere in Bezug auf Träger der Heimerziehung und Jugendämter zu 100 Prozent.
    Stephan Potting
    Psychotherapeut, Köln

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