Kommentar31. August 2019

Sachsen wählt, die Kinder wählen mit

Morgen ist Wahl in Sachsen, und die AfD könnte stärkste Partei werden. Nein, nicht schön.

Und doch wird mein Blick woanders hin gehen: auf das Wahlergebnis unter den jungen Wählerinnen und Wählern nämlich. Ob die wiederstehen können – das ist, was mich brennend interessiert.

Warum? Weil die Zukunft nun einmal bei den Jungen liegt.

Vor allem aber, weil der Blick auf die Jüngeren eindeutig Mut macht. Schauen wir doch hin – was genau sollte uns da denn beängstigen?

  • Hätten bei der Europawahl in Deutschland nur die unter 25-Jährigen gewählt – hätte die AfD nur 5% der Stimmen erhalten. Müsste also um den Einzug ins Parlament bangen.
  • Wir hätten auch keinen Trump, wenn es in den USA nach den jungen und mittelalten Wählerinnen und Wählern gegangen wäre.
  • Und auch keinen Brexit.

Autoritaritäre Haltungen wachsen nämlich von unten. Wir behandeln unsere Kinder einfach zu gut, als dass sie so gut gedeihen könnten wie früher.

Wen diese Aussage überrascht, den will ich an mein Buch „Erziehung prägt Gesinnung“ verweisen. Dort führe ich diesen Zusammenhang genauer aus und begründe ihn mit den entsprechenden wissenschaftlichen Arbeiten.

Wer sich die Zeit bis zum Wahlergebnis mit einem Gespräch über die politische Seite der Kindheit vertreiben will, der kann das hier tun – die „Kritische Schreibwerkstatt“-Bloggerin Sandra Siehl hat mir kritische Fragen gestellt.

Viel Spass beim Lesen!

Der Autor: Dr. Herbert Renz-Polster, geb. 1960, beschäftigt sich als Kinderarzt und Wissenschaftler seit langem mit der kindlichen Entwicklung. Forschungstätigkeit im Bereich Kinderheilkunde, Prävention und Gesundheitsförderung zunächst in den USA, dann am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. Bekannt durch mehrere Sachbücher, u.a. „Kinder verstehen - born to be wild!" und „Wie Kinder heute wachsen". Er hat 4 Kinder und lebt mit seiner Frau in der Nähe von Ravensburg.

3 Kommentare

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  • Martin Baatzsch

    jede wahl geht gut. Auch die Wahl von 1933 ging gut. Fragt sich nur, was man dann als Lernaufgabe vor sich hat und wen man sich bei sowas @eintritt@
    wer nicht holistisch unterwegs ist, für den is alles komisch was nicht ins eigene konzept passt…

    • Herbert Renz-Polster

      hmmm, keine Ahnung was Sie da sagen wollen… lg
      hrp

  • Sabine Kohwagner

    Ich bin heute erst auf diesen Kommentar gestoßen – nach der Wahl in Thüringen. ei der die über 60-jährigen verhindert haben, dass die AfD stärkste Partei wird. Und leider die jungen Wählergruppen anders entschieden haben. Das finde ich sehr beklemmend. Bis dato haben ich den Hoffnungsstrohhalm, den Sie in Ihrem Buch und Kommentaren wie diesen verbreiten, mehr als dankbar angenommen.
    Vielen Dank für die tollen Texte!