Kommentar3. November 2021

Jetzt alle impfen ? Von Joshua Kimmich und den Nagelsmännern

Joshua Kimmich tut mir schon irgendwie leid. Er wird ja derzeit öffentlich ausgeschumpfen, weil er sich nicht impfen lassen will. Ist die Schelte gerechtfertigt? Und was können wir Nicht-Fußballer daraus vielleicht lernen?

Jetzt ist also Joshua Kimmich dran. Er will auf einen anderen Impfstoff warten, ich glaube er redet von einem Totimpfstoff. Also old school: Virus abtöten und die Bestandteile spritzen, ein solcher Impfstoff könnte tatsächlich ja bald schon zugelassen werden.  Dann steht vielleicht bald das ganze Bayern-Team geimpft auf dem Rasen.

Der Kimmich-Aufreger

Seit er sich als ungeimpft geoutet hat, wird der gute Kimmich, der immer so konzentriert guckt, egal ob er einen Ball tritt oder nicht, mit strenger Mine belehrt (die Rolle ist auf Prof. Lauterbach perfekt zugeschnitten, den ich übrigens für seine warnende und vorsichtige Position schätze, ich würde ihm auf jeden Fall in jedem Film die (Ober)Lehrer-Rolle geben). Es heisst dann: das ist schlecht von Dir, Joshi, denn wenn wir nicht möglichst viele Menschen impfen, kommt bald die nächste Welle. Du als Vorbild solltest aber ein Wellenbrecher sein, so wie auf dem Fußballplatz. Ab in die Ecke mit Dir!

Nur, stimmt das Argument? Dass es nicht ganz so einfach ist, zeigt fast zeitgleich (bei den Bayern stimmt die Koordinierung einfach immer perfekt) Kimmichs Trainer, Julian Nagelsmann. Er ist ja auch im Fußball der Mann fürs Kleingedruckte, und jetzt liest er uns nebenbei auch das Kleingedruckte von „Delta“ vor. Obwohl doppelt geimpft, hat er sich eine Corona-Infektion zugezogen und musste sein Team, mit dem er im Flieger nach Spanien geflogen war, vom Hotelzimmer aus coachen (dass er Corona hatte, wurde *natürlich* erst nach dem Spiel bekannt, vorher hatte er einfach eine „Grippe“ 😉 ).

Verkehrte Welt – das spielen wir jetzt öfter

Also, verkehrte Welt: Wer da die anderen Spieler des Weltclubs gefährdet hat, war nicht der ausgeschumpfene ungeimpfte Joshua, sondern sein geimpfter Trainer Julian Nagelsmann (der im Gegensatz zu seinem ernsten Spieler nie ohne ein kleines Lächeln im Gesicht zu sehen ist – außer Bayern München verliert, aber das kommt ja praktisch nie vor). Offensichtlich können also auch Geimpfte das Virus bekommen, wir erleben ja gerade täglich, dass diese Fälle zunehmen: Herr Stoiber, Joe Bidens Pressesprecherin, bald vielleicht sogar Herr Lauterbach – ich will damit nur das sagen: es kann jeden treffen. Und auch an den Statisken sieht man es: Nachdem noch vor wenigen Monaten geimpfte Covid-Patienten auf den deutschen Intensivstationen eine Rarität waren, sind es inzwischen 25%, Tendenz steigend.

Schauen wir uns das Dilemma einmal in Zahlen und wissenschaftlichen Studien an. Da gibt es ja die drei bekannten Fragen:

  • Wie oft werden Geimpfte trotzdem krank, erleiden also eine so genannte Durchbruchinfektion?
  • Wie schlimm werden sie dann krank (z.B. im Vergleich zu den Ungeimpften)?
  • In welchem Maß geben auch Geimpfte das Virus weiter (sind also ansteckend) – egal, ob sie dabei selbst krank werden oder die Infektion gar nicht bemerken? Diese Frage erlaubte dann gleichzeitig eine Aussage darüber, ob und wie viel das Impfen gegen eine weitere Ausbreitung der Pandemie hilft.

Schwindender Optimismus – und eine neue Strategie

Bei allen drei Fragen waren alle Experten vor wenigen Monaten noch viel optimistischer als heute. Heute sind sie im Klagen vereint: die Impfungen gegen SARS-CoV-2 halten weniger als sie verspochen haben.

Eine Analyse der Impfungen im gesamten schwedischen Gesundheitssystem etwa zeigt, dass die (Zweifach-)Impfung mit dem Biontech mRNA Impfstoff im ersten Monat nach der Impfung zu 92% vor einer weiteren Infektion mit SARS-CoV-2 schützt. Super, nur: 3 bis 5 Monate später lag die Rate nur noch bei 47% – wobei sie gerade bei den Männern und den Älteren – also dem eher risikobehafteten Bevölkerungsteil, noch weiter abfiel. Nach 7 Monaten konnte überhaupt keine Schutzwirkung mehr nachgewiesen werden. Noch deutlicher zeigt sich der Schwund, wenn man die schwer wiegenden Verläufe betrachtet. Hier sank die Schutzwirkung von 89 % im ersten Monat auf nur 42 % ein halbes Jahr nach der Impfung. Auch hier liegt der Wert gerade für die Menschen mit Vorerkrankungen, also die alten und gebrechlichen Menschen sowie für die Männer insgesamt noch niedriger (für die Männer sinkt die Schutzwirkung  auf 26% ab, für die über 50-Jährigen auf 5 bis 11%, für die Vorerkrankten auf 15%). Schlecht ist das.

Ohne Drittimpfung wird das nichts mit den Freedom Days

Zusammenfassung: Ohne Drittimpfung (und womöglich weitere Impfungen) zerrinnt der durch Impfung erworbene individuelle Schutz wie Sand zwischen den Fingern. Ich wundere mich, dass das noch nicht Konsens ist.

Eine andere gerade als Preprint veröffentlichte Studie aus den USA bestätigt den Trend.  In dieser Datenanalyse an 10 Millionen US-Amerikanern liess sich zwar insgesamt (also auf alle Geimpften berechnet) eine auch über 6 Monate fortbestehende Schutzwirkung der Impfung nachweisen. Nein, auch die war nicht perfekt, aber immerhin hatten die doppelt Geimpften im Vergleich zu den Ungeimpften nach 180 Tagen nur 62% des Risikos an einer SARS-CoV2 Infektion zu sterben.  Auch hier aber wieder der gleiche Pferdefuß: Bei den über 60 Jährigen waren die Schutzwirkungen der Impfung eher enttäuschend: Für eine Intensivbehandlung lag das Risiko der Geimpften im Vergleich zu den Ungeimpften nur um 8% niedriger, für Todesfälle nur um um 9%.

Die individuelle Schutzwirkung der Impfung ist in den ersten Monaten nach der Impfung also recht gut, fällt dann aber stark ab. Während die jüngere Altersgruppe (unter 50 bis 60 Jahren) von der Impfung besser geschützt ist, ist die Schutzwirkung für die Älteren und Vorerkrankten weniger gut.

Wir müssen das wirklich kapieren und sehr rasch Schlüsse daraus ziehen sonst sind wir wieder schnell an unseren Belastungsgrenzen.

Was hätte Herr Kimmich tun sollen?

Was heisst das auf den Fall Joshua Kimmich bezogen? Weil er zu den Jüngeren gehört, hätte er den Vorteil einer für diese Altersgruppe klar bestehenden recht guten Schutzwirkung der Impfung vor schweren Verläufen mitnehmen können. Nun könnte er sagen: aber als junger Mensch habe ich auch als Ungeimpfter ein eher kleines Risiko für einen akuten schweren Verlauf. Und das stimmt. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass für Herrn Kimmich noch ein weiterer Faktor zu berücksichtigen wäre, nämlich die Langzeitverläufe, Long Covid. Das müssen wir unbedingt noch genauer anschauen (wenn ich es in diesem Beitrag nicht schaffe, dann im nächsten, versprochen).

Für die *Älteren* (wohlgemerkt, je nach Studie sind das die über 50 oder über 60 Jährigen!) und die weniger Fitten interpretiere ich die oben dargelegten Daten so: Spätestens nach 4 bis 5 Monaten müsstet Ihr zu einer Auffrischimpfung antreten. Die stellt den Schutz dann wieder auf „hoch“, so wie er in der schottischen Studie sich abbildet (siehe Fußnote 1). Die Devise heisst also: Auffrischen, was das Zeug hält. Wie sich in Israel zeigt, und wie sich auch an Modellen berechnen lässt, lässt sich dadurch der Krankenstand in der Gesellschaft in Grenzen halten (in Israel sind Auffrisch-Impfungen für alle ab einem Alter von zwölf Jahren vorgesehen, deren zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt). Interessanterweise scheinen dabei heterologe Auffrischungen (also mit einem anderen Impfstoff als bei der Erst- und Zweitimpfung) besser zu wirken als mit dem gleichen  – vielleicht bekommen wir dann irgendwann alle auch noch den Kimmich-Totimpfstoff angeboten 😉.

Wie geht es weiter?

Unklar ist allerdings, wie das Spiel dann weiter geht: Impfung alle paar Monate? Oder hält der Schutz nach der dritten Impfung länger? Oder haben wir dann irgendwann effektivere Impfstoffe? Ein Impfstoff für die Nase wird entwickelt (von über die Schleimhaut wirkende Impfstoffe erwartet man einen höheren Schutz vor Übertragungen auf andere), sogar eine Impfung per Hautpflaster steht in den Startlöchern – vielleicht kleben wir uns also bald immer mal wieder ein Pflaster auf? Sicher ist nur das: Wir brauchen Impfstoffe, deren Schutzwirkung nicht schon nach ein paar Wochen/Monate in die Knie gehen. Also: die Frage nach dem „richtigen“ Impfstoff beschäftigt derzeit nicht nur Herrn Kimmich.

(Übrigens, nur dass wir nicht ins Träumen kommen: Auch die „natürliche“ Infektion schützt langfristig nicht vor weiteren Ansteckungen. Zwar könnte es sein, dass der natürlich erworbene Schutz etwas länger anhält  – dafür schützt er aber womöglich weniger gut gegen Mutanten. Jedenfalls zeigen Daten aus Israel, dass eine vorausgegangene „natürliche“ Infektion nicht besser schützt als eine doppelte Impfung. Letztere – das ist wiederum aus Daten aus den USA abzulesen – dürfte in den ersten 6 Monaten nach der Impfung sogar mehr Schutz verleihen als die vorausgegangene „natürliche“ Infektion. Zudem ist der mögliche Preis der Wildinfektion bekannt.

Verhindern die Impfungen die Ansteckung anderer?

Und wie steht es mit der Frage, ob durch Impfungen die Ansteckung anderer, also die Weitergabe des Virus, verhindert werden kann? Wie sieht es also mit dem Vorwurf aus, Joshua Kimmich sei kein Wellenbrecher? Er steht nicht für die Mannschaft ein (also die deutsche Gesellschaft, the Mannschaft). Weil er sich nicht impfen liesse, würden wir vielleicht eine schlimme Winterwelle bekommen, eben weil zu viele Ungeimpfte jetzt das Virus bekommen – und weitergeben.

Hier lag die Latte von Anfang an nicht ganz so hoch. Dass Impfungen Infektionen (und daraus möglicherweise resultierende weitere Übertragungen) bei den Geimpften komplett verhindern (so wie das der Masernimpfstoff für die Masern tut), war ein Traum, mehr nicht. Realistisch wurde eher angenommen, dass durch die Impfungen ein Teil der Übertragungen verhindert wird.

Auch hier: Wasser im Wein

Wie groß ist dieser Teil? Auch hier werden die Erwartungen derzeit eher heruntergeschraubt. Eine niederländische Studie lässt vermuten, dass Geimpfte das Virus etwa 63% seltener an andere weitergeben als Ungeimpfte . Das ist zwar um 10 absolute Prozentpunkte schlechter als bei der Alpha-Variante, aber immerhin. Aber auch hier kommt immer mehr Wasser in den Wein. Und zwar mit jedem Monat, der nach einer Impfung vergeht umso mehr. Das zeigt zuletzt eine Britische Studie:

“Transmission reductions declined over time since second vaccination, for Delta reaching similar levels to unvaccinated individuals by 12 weeks for ChAdOx1 and attenuating substantially for BNT162b2.”

Also: Schon 12 Wochen nach der Impfung liess sich für den Oxford-Impfstoff (AstraZeneca) keine Auswirkung auf die Ansteckung anderer nachweisen, für Biontech nur noch ein kleiner Effekt. Offenbar stimmt es zwar, dass geimpfte Menschen die sich mit Delta anstecken, das Virus weniger leicht an ihre engen Kontaktpersonen weitergeben -allerdings ist dieser präventive Effekt eher gering und verliert sich fast vollständig nach etwa drei Monaten nach der zweiten Impfung.

Nach nur 3 Monaten!! Das heisst: die meisten Geimpften, die dort draußen herumlaufen sind praktisch genauso ansteckend wie die Ungeimpften. Denn in den letzten Monaten war der Ansturm auf die Spritzen ja nicht so gewaltig.

Auch hier wären also Auffrischimpfungen der einzige Weg um neue hohe Wellen zu verhindern. Ja, Joshua Kimmich hätte durch eine Impfung bestimmt auch ein bisschen dazu beitragen können, dass weniger Virus in Deutschland zirkuliert, aber eben nur ein bisschen.

Kein Grund jetzt militant zu sein, auf beiden Seiten!

Ein Grund, finde ich, jetzt damit aufzuhören mit dem langen dicken Finger auf Ungeimpfte zu zeigen oder gar eine Impfpflicht zu fordern, etwa für Lehrer (ich finde ganz konkret, dass sich die Bundeselternverband mit dieser Forderung blamiert, denn auch Elternvertreter sollten sich mit der wissenschaftlichen Literatur zuerst vertraut machen, bevor sie steile Forderungen stellen).

Ausserdem finde ich diese schwüle und fast schon militante moralische Atmosphäre sehr belastend.

Ich finde zudem, dass die öffentliche Schelte von Herrn Kimmich etwas Befremdliches hat. Er wird wie ein unvernünftiges Kind vorgeführt, der die Wissenschaft nicht versteht, dabei ist die wissenschaftliche Evidenz selbst für Wissenschaftler derzeit schwer zu überblicken (das sieht man an dem langen Text, den ich hier schreibe). Ausserdem hat Herr Kimmich meines Erachtens nichts Falsches behauptet – anders als Frau Wagenknecht zuletzt, die mal einfach in die Kamera guckt und behauptet Long Covid sei „umstritten“.

Genau genommen erscheint mir Herr Kimmich da im Vergleich fast wie  ein Angestellter des Robert-Koch-Instituts. Vielleicht kann er bei Gelegenheit mal Frau Wagenknecht über Covid 19 aufklären.

Offen sein

Und warum sollte Herr Kimmich nicht darüber reden, dass er sich um mögliche Nebenwirkungen Sorgen macht? Diese Sorgen teilt er mit vielen anderen, und die Antwort darauf kann nicht sein, Impfungen einfach für „super“ und „sicher“ zu erklären. Impfnebenwirkungsleugner helfen nicht gegen Coronaleugner.

Warum nicht klar darüber reden: Auch Impfungen können Nebenwirkungen haben, und ja, manche von denen können auch schwer sein und anhalten. Nur: diese Fälle sind nachweislich selten, im Vergleich zur Wildinfektion hast Du vielleicht eine geladene Kugel pro 50 000 Schüsse (ich leite das aus diesen Daten ab). Aber bei der Wildinfektion kommst du – je nach Alter und Geschlecht – auf vielleicht 10, 100, 1000 oder noch mehr geladene Magazine. Wir vergessen manchmal einfach, was dieses Virus anrichten kann.

Impfen kann helfen, ist aber kein Schweizer Allzweckmesser

Aber zurück zu the Mannschaft, also den Auswirkungen des Impfens auf den Pandemieverlauf: Klar bringt das Impfen auch populationsbezogen etwas. Aber wegen der hohen Rate an Durchbruchinfektionen bei den Geimpften ist dieser Effekt nicht riesig. Das mag mit einer dritten Impfung vielleicht besser werden, aber derzeit zeigen die Wellenverläufe eher, dass sie von den Impfquoten relativ unbeeindruckt sind. Dass jetzt in manchen bayerischen Landkreisen die Inzidenzen 10 oder 20 mal höher ist als in anderen Teilen der Republik, liegt gewiss nicht nur an den unterschiedlichen Impfquoten – sondern wie gehabt ganz stark an der Anzahl der dort stattfindenden superspreader-Ereignissen, die auch heute noch die Wellen antreiben – und die, wie gesagt, auch von Geimpften ausgehen können. Und das gilt auch für Rumänien und Russland: Ja, dort sind die Impfquoten gering. Aber da war man eben auch super lasch mit den Hygieneregeln. In Japan dagegen lassen die Impfquoten auch zu wünschen übrig, trotzdem ging die Welle zurück – weil weiterhin auf effektive andere Schutzmaßnahmen gesetzt wurde. Das heisst: wer jetzt alle Karten auf das Impfen setzt, gibt sich einer falschen Sicherheit hin. In Wirklichkeit werden wir auch in diesem Winter die anderen Schutzmaßnahmen brauchen, damit die Welle nicht zu stark ansteigt (und das zeichnet sich gerade ja ab).

Wichtig also, dass wir alles offen diskutieren können: Brauchen wir einen besseren Impfstoff? Das ist noch das einfachste – alle sind dafür, ob sie nun Joshua Kimmich heissen oder Lisa Musterfrau. Oder Prof. Lauterbach.  Das zweite: es wird immer deutlicher, dass wir zu lange der Erzählung vom „Zweifach“-Impfstoff gelauscht haben. Die war nicht frei erfunden – aber ein bisschen wackelig war sie schon, wenn man sich vor Augen hält, dass es in den Impfstudien vor jungen, gesunden Leuten nur so wimmelte, und das einmal mit dem echten Leben vergleicht. Jetzt zieht die Realität die Impfgeschichte wohl in die Länge: wir brauchen Auffrisch-Impfungen. Also: Wenn impfen, dann richtig. Natürlich, dieses „richtig“ nervt, muss aber diskutiert werden. Die Sächsische Impfkommision hat da richtig reagiert: Wenn man den Abfall des Impfschutzes nach wenigen Monaten ernst nimmt, dann heisst das Fazit: Auffrischung ist jetzt für alle angezeigt (die Sächsische Impfkommision empfiehlt Auffrischungen für alle ab 18 Jahren). Nur wird das jetzt gar nicht so leicht sein, diese neue, lästige Geschichte zu erzählen.

Die Bestrafungsstrategie gegen Ungeimpfte trifft alle

Und da wären weitere Fragen: Wie klug war es denn, die Schnelltests kostenpflichtig zu machen – für mich ist das barer Unsinn, denn sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte gehören nach dem oben Gesagten zu den möglichen Überträgern (die Nagelsmänner lassen grüßen). Natürlich sollten sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte leichten und barrierefreien Zugriff auf Schnelltests haben! Für mich war das eine von Ideologie getriebene Entscheidung, die nie auf ihre Wirksamkeit und Nebenwirkungen überprüft wurde. Dafür hat man vielleicht ein gutes Gefühl, wie manche Eltern ein gutes Gefühl haben, wenn sie ihre Kinder bestrafen. Bringen tut es nur langfristige Probleme.

Und auch das müssen wir uns fragen: Können wir uns wirklich auf 2G-Veranstaltungen verlassen? Bei denen hält man zwar die Joshua Kimmichs dieser Welt draußen, begegnet aber den Nagelsmännern.

Wir haben wirklich viel zu klären, und das leider in einer nicht gerade diskussionsoffenen und stets gewitterträchtigen Athmosphäre.

Impfen oder nicht?

Ich glaube das oben Gesagte erklärt meinen Standpunkt. A) Ich bin dafür. B) Wenn, dann richtig. Wir müssen jetzt wirklich mit den Auffrischimpfungen Gas geben, sonst bleiben die ausgerufenen Freedom-Parolen nichts als Geplappere. Denn, wie dieser Beitrag zeigen soll: Die Impfquote ist nur eine Zahl, sie allein sagt nur wenig aus. Sie hat ein Verfallsdatum. Sie müsste also dringend ergänzt werden durch einen Hinweis, wie „frisch“ sie ist.

Und die Ungeimpften? Ich bin auch dafür, sie zu überzeugen. Aber mit Druck und Beschämung funktioniert das nicht. Und hat zu viele Nebenwirkungen. Ich bin hier ratlos, weiß aber aus vielen Gesprächen, dass Druck nur Gegendruck erzeugt.

Aber da ist noch etwas. Nämlich ein Punkt, von dem bisher noch gar nicht die Rede war: Long Covid.

Und weil mich damit eine sehr persönliche Geschichte verbindet, und weil ich dieses Thema sehr ernst nehme (und auch wissenschaftlich sehr spannend finde) will ich dieses Thema – und was ich daraus ableite, insbesondere für die Frage der Impfung von Kindern – separat besprechen. Sonst läuft dieser Post ins Endlose. Zudem kursieren hier – ein Herr Precht lässt grüßen, der nun offenbar auch über das Immunsystem philosophiert (was ich ihm übrigens absolut zugestehe) – so viele Meinungen und Ratschläge, dass ich ein bisschen Zeit dafür brauche.

Ja, viel Unklarheit – müssen wir aushalten.

 

 

50 Kommentare

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  • Kathi

    Vielen Dank Herr Renz-Polster, ich weiß Ihre Arbeit sehr zu schätzen!
    Als selbst Betroffene hat es mich traurig gemacht zu hören, dass sie auch an ME/CFS leiden. Ich habe die Diagnose erst vor kurzem nach über 10 jähriger Ärtzeodysse erhalten und bin immer noch sprachlos, wie eine solche Krankheit völlig unbeachtet bleiben konnte und wie wenig Hilfe Betroffene erhalten. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Kathi

    • Rainer Rückschloß

      Lieber Herr Renz-Polster,
      in Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Und das ist gut so! Wie die Politik und auch die öffentlich-rechtlichen Medien mit Nichtgeimpften umgehen erinnert mich immer mehr an einen totalitären Staat. Freie Meinungsäußerung ohne Stigmatisierung kaum noch möglich. Öffentliche Debatten mit ehemals hoch anerkannten Wissenschaftlern: Fehlanzeige! Kritiker werden diffamiert, öffentlich an den Pranger gestellt. Es gab und gibt in Deutschland bei den allermeisten Altersgruppen keine Übersterblichkeit. Die Sterblichkeit ist im Bereich der saisonalen Grippe, die es mittlerweile fast nicht mehr gibt. PCR-Tests sind nicht geeignet um Infektionen nachzuweisen, aber Menschen, die innerhalb von 14 Tagen nach einem positiven Test z.B. durch einen Verkehrsunfall und Leben kommen, werden als Corona-Tote gezählt und Maßnahmen dürfen laut Herrn Wieler niemals hinterfragt werden. Die Kollateralschäden, die durch unsere „Volksvertreter“ verursacht wurden und weiter werden sind noch nicht vollends absehbar und können nie wieder gutgemacht werden!
      Es macht mich traurig und wütend, dass ein großer Teil des deutschen Volkes aufgehört hat selbständig zu Denken!
      Zu behaupten, dass mRNA-Impfstoffe kaum Langzeit-Nebenwirkungen haben, ist meiner Meinung nach fatal, weil es eine, vor Corona noch nie an mehreren Menschen zugelassene, neue Impfmethode ist. Warum wohl will niemand für etwaige Impfschäden haften?
      Ich jedenfalls, werde mich aus Überzeugung nicht impfen lassen, da ich eine größere Angst vor der Spritze als vor dem Virus habe!
      Liebe Grüße Rainer

      • ama

        Was Rainer Rückschloß behauptet, ist von a bis z totaler Blödsinn. Ich will jetzt nicht auf die Einzelheiten eingehen. Das lohnt sich erstens nicht, weil er genau weiß, wie es sich in Wahrheit verhält. Und zweitens, weil es diesen Blog unlesbar machen würde.
        Ich will aber auf etwas sehr wesentliches hinweisen: daß diese Störaktionen ganz gezielt aus Rußland betrieben und unterstützt werden. Durch Blogs und Zeitungsforen zieht ein Troß bezahlter Agitatoren, der grobe und gröbste Lügen verbreitet, um damit die Bevölkerung zu verunsichern. Genau das ist eine der Hauptaufgaben der Geheimdienste. Die Geheimdienste wären dumm, wenn sie das nicht so versuchen würden. Wir aber wären sehr dumm, wenn wir den Geheimdiensten auf den Leim gehen würden.
        Wehret den Anfängen!

      • Herbert Renz-Polster

        Aus dieser Argumentation würde ich dann eher folgern, mich mit einem „old school“ Impfstoff impfen zu lassen. Ich kann nur sagen: Sie unterschätzen dieses Virus.
        Auch finde ich Ihre Argumentation nicht trennscharf. Sie stellen fest, dass Ihnen die Impfung nicht behagt und dass Sie sich aus Angst vor den Nebenwirkungen nicht impfen lassen wollen. Gleichzeitig beschreiben Sie Corona als im Grunde harmlos.
        Seltsam, dass diese Punkte immer im gleichen Paket liegen. Vielleicht weil dann die eigene *emotionale* Entscheidung auch *sachlich* als richtig erscheint?
        Denn de facto ist Ihre Aussage, Corona sei weiter nicht schlimm, weil es in Deutschland keine Üersterblichkeit gäbe, natürlich Unsinn – weil ein logischer Zirkelschluss. Es gibt in D keine große Übersterblichkeit, eben weil wir dieses Virus ernst genommen haben und etwas gegen seine Ausbreitung getan haben. Hier eine Übersicht über die Sterblichkeit (hier: Rückgang der durchschnittlichen Lebenserwartung) im Jahr 2020 in 37 Ländern dieser Erde, inkl. Deutschland:
        https://www.bmj.com/content/bmj/375/bmj-2021-066768.full.pdf
        Sie sehen daran: Die Lebenserwartung sank dort drastisch, wo Corona stark wütete.
        Ich weiß, dass Sie das nicht überzeugt, die „Spritze“ steht für tiefere Einstellungen, sie sind meiner Meinung nach (fast) unverhandelbar:
        https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/corona-skeptiker-verstehen-es-kommt-auf-sie-an-prof-bhakdi/
        Zum Schluss: Bei diesen Haltungen geht es nicht darum, ob Menschen gut oder schlecht sind, deshalb wehre ich mich gegen die moralische Dimension dieser Debatte.

  • ama

    Ich hatte schon mal aus diesem Text zitiert:

    https://www.ariplex.com/ama/amasumpf.htm
    [*quote*]
    Sumpf

    Stellen Sie sich vor, Sie müssen durch einen Sumpf gehen in das Dorf X.

    Zu diesem Dorf X führen zwei Wege: Weg A und Weg B.

    Sie wissen, daß von 1000 Leuten, die es über Weg A versucht haben,
    nur 10 lebend in X angekommen sind.

    Sie wissen, daß von 1000 Leuten, die es über Weg B versucht haben,
    800 lebend in X angekommen sind.

    Welchen Weg würden Sie gehen?
    [*/quote*]

    Das Beispiel war mit sehr einfach zu erkennenden Zahlen:

    10 Überlebende zu 800 Überlebende. Umgerechnet auf Covid-19: 990 Tote zu 200 Tote.

    Bei Covid-19 sind die Verhältnisse wesentlich schlechter geworden. Gemessen an den aus Österreich bekannten Zahlen aus den Intensivstationen (5 infizierte Geimpfte zu 95 Ungeimpfte bis 1 infizierter Geimpfter zu 100 Ungeimpfte) sind wir jetzt möglicherweise bei 25 infizierte Geimpfte zu 75 Ungeimpfte. Bezogen auf den zitierten Text wären das dann nicht mehr 10 zu 800, sondern „750 beißen ins Gras“ zu „250 beißen ins Gras“. Demnächst 600 zu 400?

    Mit anderen Worten: Die Chance, lebend oder wenigstens unbeschadet davon zu kommen, ist dramatisch gesunken.

    Was bedeutet das? Daß wir impfen müssen, was das Zeug hält, um den Verfall so weit wie möglich hinauszuzögern. Jedes bißchen mehr an Sicherheit hilft uns ein kleines bißchen mehr. Währenddessen – mit dieser gewonnenen Zeit – haben wir vielleicht das Glück, einen besseren Impfstoff als die vorhandenen zu finden.
    Wir leben auf geborgte Zeit. Wir sollten jeden Tag, jede Stunde, jede Minute nützen. Uns bleibt nichts anderes übrig.
    Uns bleibt am Ende
    nichts.

    • Armando PIROVINO

      „ama“: Ganz toll kontrapunktiert! So viel doktoralen Text und doch knapp am Ziel vorbeigeschossen. Komme von einer Herz-OP mit Kurzaufenthalt in der Intensivstation, aber langen Gesprächen mit Fachleuten. Das öffnet die Augen: über 90% Ungeimpfte…

      • ama

        Sie verkennen den Ernst der Lage. Ich habe gerade wieder mit einem Amtsarzt in einem der bayerischen Landkreise gesprochen. Die Zahlen sind alarmierend. Das mit den 90 Prozent Ungeimpften geht dem Ende zu. Das aus zwei Gründen: zum Einen, weil die Zahl der Ungeimpften abnimmt und zum Anderen, weil die Viren immer aggressiver werden. UND DANN gibt es weitere, NOCH UNBEKANNTE Ursachen, nach denen die Gesundheitsämter verzweifelt suchen.
        Hier ist ein Schnappschuß, den jemand vor 2 Tagen gemacht hat:
        http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=12294.msg32531#msg32531
        Die Zahlen haben sich in den letzten 2 Wochen verdoppelt. Das bedeutet, daß die Viren 4x so aggressiv zuschlagen wie vorher. Warum der Faktor 4? Weil die Zielfläche, die Menschen, die noch immer ungeimpft sind, von „ganze Bevölkerung“ auf „halbe Bevölkerung“ geschrumpt ist. Wenn sich die Zahl der Infizierten verdoppelt, ist das 2x der Faktor 2. Also der Faktor 4. Das ist mehr als nur besorgniserregend.
        UND DANN kommt auch noch die Heizperiode, wo möglichst alle Türen und Fenster verrammelt werden, so daß es keinen Luftaustausch mit der Außenwelt gibt – dem einzigen, was uns die Viren vom Leib hält.

        Das RKI lügt der Bevölkerung die Hucke voll. In Österreich ist die Beobachtungsstatistik wesentlich besser. Dort warnen die Intensivmediziner mit Zahlen aus ihren Kliniken. Das RKI behauptet, es hätte solche Zahlen nicht. Tatsache ist aber, daß die Landkreise diese Zahlen ans RKI schicken.
        Das ist auch nicht das erste Mal, daß das RKI so erbärmlich versagt. Schon vor über 15 Jahren, damals noch bei Masern-Ausbrüchen, hat das RKI falsche Zahlen (Stichwort SSPE) veröffentlicht, obwohl es darauf hingewiesen wurde, daß erstens die Zahlen falsch sind und daß es zweitens mit diesen verharmlosenden Zahlen den Impfgegnern in die Hände arbeitet. Der Ruf, das RKI wegen dessen himmelschreiender, wissentlich begangener Fehler aufzulösen und eine komplett neue Institution aufzubauen, ist sehr berechtigt. Im Gesundheitsministerium, im BfArM und im RKI ist eine Menge oberfaul. Ursache: ideologisch durchgeknallte Politik und Korruption. Laumann, Laschet, Spahn, Wagenknecht, Lafontaine und Co sind nicht die einzigen Totalversager. Das zieht sich quer durch alle Fraktionen von ganz oben bis ganz unten durch.

        • Herbert Renz-Polster

          Puuh, da kommen aber viele Totalversager vor 😉

        • Friedo Pagel

          Oh Mann. Haben Sie den Artikel von Herrn Renz-Polster überhaupt gelesen?
          Alarmierend ist, dass der Impfschutz erheblich früher zurückgeht als man gehofft hat. Alarmierend ist auch, dass immer noch viele Menschen nur politische Regeln verstehen aber nicht die Gesetzmäßigkeiten der Natur dieses Virus. Warum ist das so gefährlich?
          Mein QR-Code läuft z.B. am 22.07.2022 ab. 6 Monate nach der letzten Impfung war aber 6.November 2021. Ich habe mich sofort an dem Tag boostern lassen. Aber in meiner Umgebung herrscht die Erwartung vor, dass sie sogar bis zu ihrem Ablauftermin vor Ansteckungen mit dem Virus geschützt seien. Fatal.
          Hinzukommt, wenn der Schutz von 95% auf 50% fällt, sich also in etwa halbiert, bedeutet das für das Ansteckungsrisiko, dass es von 5% (100-95) auf 50% (100-50) steigt, sich also verzehnfacht. Doppelt fatal.
          Die logische Konsequenz davon wird sein, dass immer mehr geimpfte sich anstecken und auch immer mehr Geimpfte auf den Intensivstationen landen werden.
          Und natürlich sind freiwillig und aus persönlicher Überzeugung vorgenommene Kontaktbeschränkungen angenehmer und auch effektiver als politisch angeordnete. Aber viele Leute verstehen das leider nicht, und zwar durchaus auch richtig kluge Leute.
          Auch dazu Beispiele: Vor einigen Tagen war ich auf einem Vorbereitungstreff für ein größeres karikatives Event (Vesperkirche über 6 Wochen). Da gibt es z.B. eine Abstandsvorschrift und an einer Engstelle ist der Abstand kaum einzuhalten. Keine Stelle, wo sich Massen aufhalten oder länger als 3 Sekunden verharren würden. Aber da gibt es eine Regel, und die möchte man wirklich zu 100% richtig erfüllen. Keine explizite Regeln gibt es für die kaum belüfteten Toiletten und für den Lift, den man für Barrierefreiheit durchaus braucht – aber genau da lauert das Risiko.
          Oder im TV müssen sich Epidemiologen und Modellierer immer wieder den Einwand anhören „das kann man doch heute noch gar nicht wissen, das kann doch ganz anders kommen“. Es herrscht überhaupt kein Gefühl dafür was Natur ist, d.h. etwas was wir einfach akzeptieren und womit wir umgehen müssen, und was politisch beeinflussbar ist.
          Analog, ich lasse mein Handy fallen und fange es im Flug wieder auf. Und dann kommt: „Woher weißt Du, dass es sonst hingefallen wäre, hätte doch auch ganz anders kommen können.“ Nein, ich kann sogar berechnen, wann es aufschlägt. Ob es aber durch den Aufprall kaputt geht, oder wenn 10 Handys fallen, ob dabei nur 1 kaputt geht, 2 oder 3, das weiß ich nicht.
          SARS-CoV-2 ist nicht das erste Virus, von dem wir befallen werden. Wie die sich ausbreiten ist immer das gleiche, ein Mensch steckt bei einem physischen Kontakt einen anderen Menschen an. Natürliches Wachstum ist immer gleich, immer die gleiche Formel, nicht komplexer als die des freien Falls. Und wie Erde und Mond für den freien Fall unterschiedliche Konstanten haben, so hat auch jeder Virus seine ihm typische Konstante für nicht willentlich beeinflusste Ausbreitung.
          Will ich die Ausbreitung eindämmen, muss ich dafür sorgen, dass ein Infizierter durchschnittlich weniger als einen anderen ansteckt. Im TV hieß das, R<1 muss erreicht werden. Die Infektion kann ich nicht mehr rückgängig machen. da hilft auch kein Test. Bis hierher ist alles Natur. Und die lässt nicht mit sich handeln.
          Beeinflussen kann ich aber, wie viele Chancen das Virus erhält von diesem Infizierten auf andere überzuspringen. Und genau an dieser Stelle hört die Natur auf und kommt die Politik ins Spiel. Um die zahl der Ansteckbaren zu reduzieren haben wir grob die Wahl zwischen natürlicher Immunität per Durchseuchung, künstlich herbeigeführter Immunität durch Impfung, und Kontaktvermeidung. In reality momentan natürlich ein Mix aus allen dreien. Darüber kann man und Muss man sogar streiten, denn keine dieser 3 Komponenten gibt es umsonst.
          Am wirkungsvollsten aber auch am ungerechtesten ist der Lockdown. Ich denke, da sind wir uns einig. Das wollen wir alle nicht, bestenfalls als absolute Notlösung. Wenn wir gar nichts machen, schlägt die IFR für Länder mit unserer Altersstruktur voll zu, ca. 0,9%. Klingt wie fast nichts, wären bei 84.000.000 Einwohnern aber ca. 750.000 Tote, und das innerhalb sehr kurzer Zeit. nein, das wollen wir auch nicht. Also bleibt uns nur der Weg dazwischen, und der heißt Impfung.
          Ein junger Mann sagt: "Mich trifft es nicht, und wenn doch dann nicht schwer. Warum soll ich mich impfen lassen, wo ich kaum Vorteile dadurch habe." Kann ich nachvollziehen. Aber was, wenn sein Vater auf dem Fahrrad ohne Helm stürzt mit Kopfverletzung, oder sein Großvater einen plötzlichen weiteren Herzinfarkt erleidet, die Sanitäter aber 10 min herumtelefonieren müssen, um ihn wenigstens in einem Krankenhaus 100km entfernt unterbringen zu können, weil am Ort alle Intensivbetten belegt sind? Zu viele Covid-Patienten auf einmal, weil zu viele (leider vor alle auch ältere) Menschen sich nicht impfen lassen obwohl sie es könnten.
          In einer Pandemie sich impfen lassen, ist einfach etwas mehr als nur die Stärkung der Abwehr einer eigenen Infektion. Es ist ein Beitrag für die Gesellschaft im allgemeinen und ganz besonders auch für jene seiner Mitglieder, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, wie kleine Kinder und ca. 250.000 immunsupprimierte, mit seltenen Erkrankungen oder auch Transplantierte. Je weiniger Infektiöse es gibt, desto besser sind auch diese Menschen vor dem Virus geschützt.

      • Pet Baumi

        Man sollte aber auch bedenken, dass so eine Intensivstation immer auch ein „Brennglas“ darstellt. Außerdem gibt es In Städten mehr Krankenhäuser, aber nur in z. B. einem werden schwerpunktmäßig die C.-Fälle aufgenommen und behandelt. Ein Blick in die Helios-Statistik zeigt das. Außerdem ist interessant wie das RKI die Zählweise „Ungeimpft‘ vorgibt. Es wird immer so sein, dass aus Sicht von Menschen, die ausschließlich mit intensiverkrankten zu tun haben, dies als ganz schlimm empfinden. Trotzdem muss auch die Verhältnismäßigkeit im Auge behalten werden. In vieler Hinsicht wird politisch manipuliert. Das zeigen die „Bettenlüge“ (immerhin sind 4000 Betten reduziert worden), viele Krankengausschließungen, Kurzarbeit in Krankenhäuser, die Maskenskandale und, und und.

  • Elisabeth

    Ich danke Ihnen auch für den sachlichen und informativen Beitrag, in einer Welt wo einer gleich als dumm hingestellt wird, wenn er mit den ‚Mainstream‘ Maßnahmen nicht Akkord geht..
    Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihre schlimme Erkrankung
    und freue mich auf Ihre weiteren Beiträge.
    Alles Gute
    Elisabeth

  • Thomas Knoche

    Ich denke, der Aufreger bei Kimmich war eher, dass er über Langzeitfolgen fabulierte, also Nebenwirkungen, die erst Jahre nach der Impfung aufträten. Das ist nun mal insofern falsch, dass es solche Langzeitwirkungen bei Impfungen noch nie gegeben hat. Warum auch? Verschwindet doch der Impfstoff nach kürzester Zeit vollständig aus dem Körper.

    • ama

      Das stimmt so nicht. Die Impfung gegen Schweinegrippe, als Beispiel, hatte bei einem der Impfstoffe ein erhöhtes Risiko von Narkolepsie.

      Daß der Impfstoff selbst schnell verschwindet, mag stimmen. Was aber auf jeden bleibt, möglichst bleiben soll: eine Änderung im Körper, nämlich die Immunantwort.

      Was die glorreichen Impfsaboteure angeht, hier ein Bild, das bei Twitter aufgetaucht ist:

      https://pbs.twimg.com/media/FDEGJ_PXMAYBEbs?format=jpg&name=medium

      Ich halte das Bild für echt. Die Beteiligten für nicht ganz…

    • Pet Baumi

      Das ist eine Behauptung aber kein wiissenschaftlich fundierter Beweis…

  • Katharina Teufel-Lieli

    Sehr geehrter Herr Renz-Polster, das größte Problem ist die Untererfassung der Nebenwirkungen. Fragen Sie Dr. Marcus Franz, Wiener Internist oder Dr. Ulrich Krämer.
    Beides sind sehr erfahrene Ärzte. Herr Franz klärt darüber auf, dass eine Myokarditis IMMER mit einem jahrelang erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod einhergeht, was gerade für junge Sportler gefährlich ist, da eine Myokarditis auch unbemerkt verlaufen kann. Er hatte selbst in seiner Praxus bisher 5 Fälle einer Myokarditis nach der Impfung. Zumindest hatten jene genügend Symptome um einen Arzt aufzusuchen. Herr Franz stellt fest, dass Kollegen nur sehr ungern den Zusammenhang mit der Impfung sehen und im Konjunktiv bleiben. Gemeldet wird da nicht viel!!
    Dr. Krämer sagt, dass er viele Fälle völlig untypischer Gelenksbeschwerden sieht. Er hat Tausende geimpft und ihm wird immer unwohler bei der Geschichte.

    Reden Sie mit Ihren Kollegen und glauben Sie nicht einfach die Statistik!!!

    • Christina

      Dann prüfen sie bitte wieviel Herzmuskelentzündungen bei einer Covid19 Erkrankung/ bzw bei anderen normalen virusinfekten entstehen. Und wenn dann der Körper schwer geschwächt ist, verlaufen dieses häufig nicht so Komplikationslos wie nach Impfungen.

    • Herbert Renz-Polster

      Hier muss ich (leider) zustimmen, viele Hausärzte befassen sich nur zögernd (manche auch ungern, einige auch gar nicht) mit den vom Patienten geäußerten Beschwerden nach einer Impfung. Persönlich ist mir ein Fall von Long Covid nach Impfung bekannt, der Kollege meldet das nicht, weil er Long Covid nicht versteht (wer noch laufen kann ist doch nicht krank). Es ist immer eine Risikoabwägung, leider. Hier die Impfung, dort die Krankheit. Nur: wie dürfen die Krankheit nicht unterschätzen!

  • Barbara

    Lieber Herr Renz-Polster,
    herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Mit Unverständnis habe ich Ende September zur Kenntnis genommen, dass die kostenfreien Tests auslaufen, um auf die Weise Druck auf Ungeimpfte zu erhöhen. Meiner Meinung nach waren und sind die Schnelltests aller, unabhängig vom Impfstatus, die einzige Möglichkeit mit einer gewissen Systematik auch infizierte Geimpfte zu erfassen, die ja durchaus auch einen gewissen Beitrag zum Infektionsgeschehen leisten können. 2G Veranstaltungen, mit denen suggeriert wird, dass die Teilnehmer kein Infektionsrisiko haben, sind mir ein Graus, und ich hoffe sehr, dass seitens der Politik das ein oder andere Konzept wieder überdacht wird. Ich befürworte grundsätzlich die Impfung, bin allerdings erschüttert ob des politischen Drucks auf Ungeimpfte und der medialen Stigmatisierung. Herr Lauterbach, den ich sehr schätze, hat vor einem Jahr gesagt, schlimmer als kein Impfstoff sei ein schlechter Impfstoff. Der Impfstoff ist sicher besser als nichts, ich denke aber, dass wir aus der aktuellen Situation langfristig nur herauskommen werden, wenn wir weiterhin mehrgleisig fahren – Impfen / Testen (aller)/ Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln und dazu gehört nun einmal auch der lästige Mundschutz

  • Caroline Keeling

    Oha, dann sieht dass wohl wieder nicht so gut aus mit Impfstoffen für die ärmeren Länder…
    WHO chief urges halt to booster shots for rest of the year, September 8, 2021

    https://apnews.com/article/business-health-coronavirus-pandemic-united-nations-world-health-organization-6384ff91c399679824311ac26e3c768a

    WHO Director-General Tedros Adhanom Ghebreyesus also said he was “appalled” after hearing comments Tuesday from a top association of pharmaceutical manufacturers that vaccine supplies are high enough to allow for both booster shots for people in well-supplied countries and first jabs in poorer countries that face shortages. He said that’s already been the case.

    “I will not stay silent when companies and countries that control the global supply of vaccines think the world’s poor should be satisfied with leftovers,” he told a news conference. “Because manufacturers have prioritized or been legally obliged to fulfill bilateral deals with rich countries willing to pay top dollar, low income countries have been deprived of the tools to protect their people.”

  • Ute

    Vielen Dank für die relativ neutrale Sortierung und Zusammenfassung von Fakten. OHNE Aggression und Beschuldigung! Es tut nicht nur gut, als ungeimpfter Mal nicht direkt für blöd und schädlich erklärt zu werden, es überzeugt mich auch eher mich bald zu trauen als jede Beschimpfung (die ja fast täglich kommt) oder Einschränkung / Bestrafung!
    Auch wenn ich getestete (egal ob geimpft) immer bevorzugen würde!!!
    Ihr Blog macht nicht nur Spaß zu lesen, er ist mir echt sehr wertvoll!!
    Dankeschön

    • Karin

      Ute, ich gebe Ihnen recht, was das Langmachen und Beschimpfen angeht. Sowas führt immer nur zu Trotzreaktionen. Das kann ich aber, zumindest aus dem eigenen Bekanntenkreis, NICHT bestätigen, was die gesetzlichen Einschränkungen für Ungeimpfte angeht. Innerhalb ziemlich kurzer Zeit nachdem klar wurde, dass 2G und kostenpflichtige Tests kommen werden, haben drei Leute sich da Impfen lassen.

      Bei einer Mutter z.B., die sich vor allem wegen möglicher Spätfolgen bei der Fruchtbarkeit ihrer 16jährigen Tochter Sorgen gemacht hatte, hat es dazu geführt, dass sie nicht mehr einfach auf Grundlage irgendwelcher Social Media Warnungen vor sich hingezweifelt hat, sondern sich jetzt die Mühe gemacht hat, sich von Leuten vom Fach informieren und beraten zu lassen. Und festgestellt hat, dass sie sich – und mittlerweile auch ihre Tichter – schon längst hätte Impfen lassen können, hätte sie nur gewusst, wie das wirklich mit den Impfnebenwirkungen ist.

      Zwei weitere hatten es bisher einfach nicht für nötig befunden, sich impfen zu lassen, weil sie für sich persönlich keine Nachteile sahen. Wenn es jetzt aber dazu führt, dass sie sich einschränken müssen, na gut – macht man es halt.

      Natürlich wird man auch damit nicht alle erreichen, aber offensichtlich ja doch so einige.

  • Caroline Keeling

    Bloomberg News Wire , Biden’s Vaccine Booster and Export Plans to Collide at Summit , Sep 19, 2021

    ‘We Have To Do Both’

    Surgeon General Vivek Murthy refuted criticism that the U.S.’s booster program ran counter to helping vaccinate the rest of the world.

    “The notion that somehow us providing adequate protection for the American people is not right, I don’t accept that premise,” Murthy said. “We have to do both. We can’t choose between one and the other.”

    But Lawrence Gostin, a Georgetown University law professor and director of the World Health Organization Collaborating Center on Public Health Law & Human Rights, faulted Biden’s booster plan and Murthy’s claim.

    “It defies common sense to suggest that, in the face of extreme global scarcity, that if you use a lot more vaccine at home, that it’s not going to impact the ability to vaccinate abroad,” Gostin said. “The overwhelming reason for the injustice is supply scarcity.”

  • Andreas

    Ich persönlich bin geimpft und ich werde auch meine 9-jährige Tochter impfen lassen, sobald das möglich ist.

    Der Grund dafür sind die noch nicht bekannten Spätfolgen von COVID. Wir wissen aktuell nicht ob es nach ein paar Jahren zu schweren Spätfolgen und Erkrankungen wie bei Masern oder Windpocken kommen kann.

    Ob eine Impfung davor schützt wissen wir natürlich auch nicht. Aber die unmittelbaren Nebenwirkungen der Impfung sind bekannt und werden scharf überwacht. Wodurch diese Entscheidung meiner Meinung nach die Beste für mein Kind ist.

    Bei einem Fahrradhelm kann sich theoretisch ein Kind ja auch strangulieren, aber der Nutzen des Helms überwiegt. So sehe ich das auch bei der Impfung.

  • David

    Danke für den wichtigen und wie immer sehr differenzierten Beitrag. Ich vermisse in der Darstellung aber folgendes:

    Um den Effekt einer Bevölkerung ohne Impflücke auf die Pandemiebewältigung zu beschreiben, muss man doch beiden Seiten zusammenrechnen: Den durchs Impfen verringerten Weitergabefaktor (wie Sie es kritisch tun) UND den Faktor Verminderte Empfänglichkeit. Die Seite der Empfänglichkeit kommt im Text gar nicht vor. Stattdessen liest sich der Text ein klein wenig so, als läge ihm ein Ideal von absolutem Schutz zugrunde. Es kommt aber doch weder darauf an, dass diese oder jene Seite auf Null gebracht würde, noch hat die Fachwelt meines Wissens nach je behauptet, dass das geht.

    Christian Drosten hat im Podcast schlüssig erklärt, dass wir, wenn wir die Wahl hätten, eigentlich alle boostern sollten. Dass sogar manche Virologen vorschlagen, erst nach der 3. Impfung von „vollständig“ zu sprechen. Er sagt aber im gleichen Atemzug, dass wir aus globalen Gerechtigkeitsgründen eher nur Risikogruppen durch boostern abschirmen sollten und dafür eine Infektion als „Update“ in Kauf nehmen. Der Faktor globale Gerechtigkeit sollte, finde ich, mitdiskutiert werden. Kurz gesagt heißt beides zusammengezählt: Mit einer einigermaßen geschützten Gesamt(impfbare)bevölkerung kommen wir durch den letzten prä-endemischen Winter. Dafür muss sich nicht jede:r boostern lassen, aber jede:r impfen.

    Ich finde, Sie setzen die Qualität des Impfstoffs als Faktor in der Pandemiekontrolle hier ein bisschen zu absolut. Es wäre fatal, wenn alle mRNA-Skeptiker:innen jetzt (!) à la Kimmich auf den vermeintlich tolleren Totimpfstoff warten. Es kommt jetzt (!) darauf an, einen zweiten schlimmen Winter zu verhindern – was physische und was psychische Opfer angeht.

    Da muss man doch einfach spritzen was man kriegt. Jede:r. Der individuelle Nutzen wird viel zu heiß diskutiert in dieser Frage, die uns kollektiv vernünftiges Handeln aus ethischen Gründen aufzwingt.

    • Caroline Keeling

      „Der Faktor globale Gerechtigkeit sollte, finde ich, mitdiskutiert werden. “

      Ich glaube, der Faktor wird in der Politik mitdiskutiert. Auch wenn vielleicht weniger aus ethischen (aber ich denke die Geschichte wird uns schon den Spiegel vorhalten) dann aus Gründen der globalen wirtschatlichen Entwicklung, denn die schlechte Versorgung mit Impfstoff wird vermutlich Folgen für viele Volkswirtschaften mit sich bringen… mit Folgen die wir womöglich dann auch in Europa zu spüren bekommen.

    • Herbert Renz-Polster

      Ich stimme zu, dass wir auch die globale Gerechtigkeit ins Auge fassen müssen, die jetzt oft diskutierte Frage ist aber auch, welche Rolle hier der Biontech Impfstoff überhaupt spielen kann, zur Logistik der Entwicklungsländer passt er schlecht.

      • David von Westphalen

        Gut, da kenne ich mich nicht aus. Auf Twitter meinte Enno Park, das beste sei wohl, sich boostern zu lassen und dafür zu spenden. https://twitter.com/ennopark/status/1453661951779823616 … Ich kann das leider nicht beurteilen. Gespendet hab ich auf alle Fälle.

        Und was meinen Sie zu meinen anderen Einwänden? Das hat ja nicht nur was mit der Abgabe von Drittdosen an Länder des globalen Südens zu tun.

        • Caroline Keeling

          @David : Das kommt mir aber vor wie moderner Ablasshandel, man zahlt um sich vom schlechten Gewissen zu befreien, Gnade gegen Geld eben (Wobei ich die UN natürlich überhaupt nicht mit der mittelalterlichen katholischen Kirche vergleichen möchte!)

  • Martina

    Vielen Dank für den differenzierten Artikel. Dass die Wirkung der Impfung so krass nachlässt, findet man in den Medien bisher nicht so deutlich. Ich verstehe, dass die Wildinfektion ein großes Risiko ist, aber wie verhält es sich, wenn ein (geimpfte oder ungeimpfter) Mensch die Infektion bereits überstanden hat? Kann man dann, wenn man sich noch mal infiziert, mit einem maximal gleich schweren oder milderen Verlauf rechnen? Oder ist das abhängig von der Mutation und der weiteren Entwicklung der Varianten?

    • ama

      Bei erneuter Infektion ist der Verlauf schwerer. Und die Folgen addieren sich. Das macht die Sache besonders gefährlich. Die Folgen bleiben und machen sich dann in 10, 20, 30 Jahren in aller Härte bemerkbar.
      Deshalb hilft nur äußerste Disziplin bei den Schutzmaßnahmen und impfen, impfen, impfen!
      Egal, wie schlimm die Impfung sein könnte, die Infektion ist um Dimensionen barbarischer.

      • Lilo

        Woher haben Sie diese Information?

        • ama

          Was genau meinen Sie?

      • Martina

        Wieso sollten Folgeinformationen schlimmer sein, wenn der Körper das Virus schon kennt? Dann müsste das ja bei der Impfung ähnlich sein, aber angeblich ist ja Impfung und dann Infektion am besten (laut Drosten).

        • ama

          Wie bitte!? Was erzählen Sie da???
          Es geht um Schäden durch die Infektion.

  • Caroline Keeling

    BoosterImpfung für alle, Stand: 04.11.2021 14:17 Uhr :

    https://www.tagesschau.de/inland/spahn-boostern-101.html

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Ärzteverbände haben den Streit über Booster-Impfungen offenbar beigelegt. Man sei sich nun einig, dass allen, die vor sechs Monaten vollständig geimpft worden seien, eine Auffrischungs-Impfung angeboten werden solle, bestätigte das Gesundheitsministerium.

    ….

    Zuletzt hatte es Diskussionen gegeben, wie groß der Kreis für Impf-Verstärkungen sein soll. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie vorerst in engerem Rahmen, unter anderem ab 70 Jahren. Spahn setzt sich für Impf-Auffrischungen auf breiterer Front ein, die laut Impfverordnung generell für alle möglich sind.

    Die Kassenärztliche Vereinigung hatte kritisiert, dass Spahn mit seiner Booster-Empfehlung für alle über die Empfehlung der STIKO hinausgehe.

    • ama

      Die STIKO ist nicht die Hellste. Übrigens gibt es 2 STIKOs. Die zweite ist in Sachsen. Und wie es in Sachsen aussieht, sieht man. Deutlich… Totalversager!

  • ama

    Warum müssen wir uns die Informationen aus dem Ausland holen?

    [*QUOTE*]
    —————————————
    Ungeimpfte machen drei Viertel aller Intensivpatienten aus
    Das Risiko ist bedeutsam höher, nach einer Infektion auf der Intensivstation zu laden. Laut Gesundheitsministerium werden dort aktuell 24,3 Prozent Vollimmunisierte behandelt

    5. November 2021, 13:16

    In Wien, wo am 2. November 81 Covid-Erkrankte auf Intensivstationen verzeichnet wurden, waren 71 bzw. 87,7 Prozent nicht vollständig geimpft.

    Fast ein Viertel der an Covid-19 erkrankten Personen, die am Dienstag in Österreich auf Intensivstationen behandelt werden mussten, waren vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der Anteil der vollimmunisierten Spitalspatientinnen und -patienten, die auf Normalstationen betreut wurden, lag gar bei 43,6 Prozent. Das geht aus Zahlen hervor, die das Gesundheitsministerium zur Verfügung stellte.
    —————————————
    [*QUOTE*]

    Mehr bei einer guten ÖSTERREICHISCHEN Zeitung:
    https://www.derstandard.at/story/2000130936074/vollimmunisierte-machen-fast-ein-viertel-aller-intensivpatienten-aus

    Wo sind die entsprechenden Zahlen des RKI? Oder des Gesundheitsministeriums? Oder der Regierung?

    Der Berliner Großkindergarten kostet uns pro Jahr 1 Milliarde Euro.
    Und das Leben.

    • Herbert Renz-Polster

      Immerhin, ich lebe noch 😉 also nichts für ungut, HRP

  • ama

    Das RKI in seiner grenzenlosen Lügerei war zu schlampig, hier noch mehr zu vertuschen und zu täuschen:
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Daten/Inzidenz_Impfstatus.html

    „Inzidenzen der symptomatischen und hospitalisierten COVID-19-Fälle nach Impfstatus (Tabelle wird alle vier Wochen donnerstags aktualisiert)“

    Aus dort herunterladbaren Tabelle kann man diese Zahlen direkt entnehmen:

    42. Meldewoche:
    Alter 18-59: 3.0 Teile Ungeimpfte zu 0.5 Teile vollständig Geimpfte
    Alter 60+: 10.9 Teile Ungeimpfte zu 2.3 Teile vollständig Geimpfte

    Das RKI betrügt durch die Angabe „pro 100.000 Einwohner“, die völlig wertlos ist, und mit der der einfache und in Statistik nicht bewanderte Bürger überhaupt nichts anfangen kann.

    ABER weil BEIDE Zahlen auf „pro 100.000 Einwohner“ beruhen, kann man sie direkt vergleichen!

    Beim Alter von 18-59 Jahre ist das 3,0 zu 0,5, also 6 zu 1. Insgesamt sind es damit 7 (!) Teile, und damit 6/7 zu 1/7.
    6/7 ~ 85 Prozent
    1/7 ~ 15 Prozent

    Dieser Anteil, 15 Prozent, ist dramatisch hoch – und dabei fängt das jetzt erst richtig zu steigen an.

    Beim Alter 60+ sind es 10,9 zu 2,3, also 10,9/13,2 und 1/13,2.
    10,9/13,2 ~ 82,6 Prozent
    1/13,2 ~ 7,6 Prozent

    Wobei das aber den größten Teil des Schadens, nämlich die Organ- und Hirnschäden noch gar nicht erfaßt, die bei den Erkrankten mit wenigen oder gar keinen Symptonen auftreten!
    Außerdem lügt das RKI über den Zustand der Impfung: vollständig geimpft oder nur 1. Impfdosis. In Österreich kann man den Unterschied bei den entsprechenden Zahlen DEUTLICH sehen. VOLLSTÄNDIG Geimpfte stehen wesentlich besser da als die nur 1x Geimpften.

    Ich sage es noch einmal: Die deutschen Intensivstationen HABEN die Zahlen und sie geben die auch weiter.

    • ama

      Zefix! Einen Moment in die Tagesschau geguckt und schon vertippt…
      Es sind nicht 1/13,2 ~ 7,6 Prozent, sondern 2,3/13,2 = 17,4 Prozent
      17,4 Prozent. Das ist (geschätzt) 3x soviel wie vor rund 3 Wochen.

      Man sieht auch deutlich, daß bei der Altersgruppe 18-59 der Anteil der Geimpften inzwischen fast so hoch ist wie bei der 60+. Es ist KEINE Erkrankung, die „bloß für die Alten“ (die kann „man“ ja lässig über die Klinge springen lassen, weil ja bloß die Jugend zählt…) gefährlich ist, sondern für Alle!

  • Sven

    Sehr geehrter Herr Renz-Polster,

    vielen Dank für Ihren gut recherchierten, sachlichen und nuancierten Artikel. Ich habe schon lange keinen so wertvolle Zusammenfassung gelesen, großes Lob dafür. Vielleicht ist die Communitiy hier auch etwas rücksichstvoller als oft (leider) an vielen anderen Stellen im Netz.

    Ich bin ungeimpft. Ich versuche rational und evidenzbasiert zu entscheiden. Darf ich Ihnen oder in die Runde ein Paar Fragen stellen? Das sind keine rhetorischen Fragen mit irgendeiner Message, sondern ernst gemeint. Wenn hier nur Häme und Spot kommt, werde ich ohne Kommentar die Seite hier nicht mehr aufsuchen, was schade wäre. Danke vorab!

    1) wo finde ich Studien zur Statistik von Kankheitssymptomen nach Altersgruppe und bestenfalls weitere Risikofaktoren? Also über Ihre Studie zu dem „50.000“ Patronen hinaus.

    2) gibt es Gründe dafür, auf die EMA Verdachtsfälle nicht zu achten in der Risikoeinschätzung? Kann es sein, dass die EMA Verdachtsfälle untererfasst?

    3) kann es wirklich sein, dass Delta, fehlende Lockdowns und abnehmender Impfschutz trotz Impfquote zu höheren Zahlen 2021 führen als 2020?

    4) ist es falsch, dass Corona statistish primär Ältere und Jüngere mit Comorbiditäten schwer trifft, auch wenn bei Jüngeren trotzdem ein Risiko besteht?

    6) wo finde ich gute Studien über Long Covid, die darlegen, dass die Kontrollgruppe wesentlich weniger Symptome hatte? Wie hoch ist der statistischer Anteil der er
    Erkrankungen und wer ist besonders im Risiko?

  • Christoph

    Lieber Herr Renz-Polster,

    wir lesen Ihre differenzierten und wohlformulierten Texte immer mit Freude. Sie sind für uns junge Eltern stets eine sehr gute Adresse!

    Da Sie uns also bekannt waren, sind wir auch über diesen Eintrag gestolpert, den wir mit großem Interesse gelesen haben. Danke auch hier für die unaufgeregte, sachliche Art.
    Ein bisschen soft finde ich die Zeilen jedoch schon, auch vor dem Hintergrund, dass ich zu meinem Missvergnügen in Ihrem Buch „Gesundheit für Kinder“, das bei uns steht, in jedem Kapitel Empfehlungen zur „Naturheilkunde“ finde. Darunter wird Homöopathie aufgelistet, was mitnichten „Natur“heilkunde ist. Die wenigen kritischen Worte in Buch zu dieser Pseudomedizin reißen es da auch nicht mehr raus. Sicher sind Sie über Natalie Grams‘ Artikel zu Homöopathie in der Pandemie gestolpert:

    https://www.spektrum.de/kolumne/grams-sprechstunde-wer-globuli-saet-wird-impfgegnerschaft-ernten/1953463?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1638257094

    Mit Ihrer apologetischen Einstellung im Buch verspielen Sie leider Glaubwürdigkeit.

    Nichtsdestotrotz herzliche Grüße aus Bayreuth

      • Christoph

        Meine Frau sagte gerade, als ich Ihre Replik auf meinen Post vorlas, „Ich bin Fan von ihm.“
        Ich bin’s wieder! Jetzt lese ich Ihren verlinkten Artikel, danke Ihnen.

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