Eltern müssen also nicht immer gleich an sich selbst zweifeln?

HRP: Die Evolutionsforschung hat eine andere Antwort auf die Frage nach der „Schuld“. Sie sagt: Kinder entwickeln sich so, wie sie sich entwickeln, weil es einmal gut für ihr Überleben war. Ihr Verhalten war eine Stärke, kein Defekt. Hätten Kleinkinder früherer Jahrhunderte auf der Wiese wahllos grüne Blätter in den Mund gesteckt, hätten sie nicht lange überlebt. Kein Wunder, dass Kinder auch heute noch Gemüse skeptisch beäugen. Und dass kleine Kinder nicht so gerne alleine einschlafen, war früher fast schon eine Lebensversicherung: wer gerne alleine im Wald schlief war bald schon tot. Wer den „Sinn“ hinter dem kindlichen Verhalten versteht, wird ihre Entwicklung gelassener begleiten können.


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